Globuli von D bis F

Eupatorium purpureum Globuli

© panthermedia.net / Melinda Fawver

Der Purpurwasserhanf oder Rote Wasserhanf (Dost) wir auch Königin der Wiese (Queen of Meadow) genannt. Bevorzugt wächst er auf feuchtem Grund, an Flussläufen und Teichrändern.[1]

Die Pflanze ist ein Korbblütler mit roten Blüten (Bezug zum Namen) und lanzettförmigen Blättern. Es sind weltweit ca. 40 verschiedene Wasserhanfarten bekannt.
Der in der Homöopathie verwendete Teil ist die Wurzel. Die Pflanze enthält neben einigen anderen Stoffen auch Bitterglycoside, Alkaloide und Saponine. In der Volksmedizin gilt Dost als blutreinigend, stärkend, entgiftend und harntreibend.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Eupatorium purpureum ist prinzipiell für jeden Menschen geeignet. Besonders bei Kindern und bei Frauen (auch in der Schwangerschaft) hat sich dieses Mittel bewährt.[2]

Wo wirkt es?: Die Hauptwirkung von Eupatorium purpureum bezieht sich auf die harnableitenden Wege: Niere und Blase. Aber auch bei Kopf- und Magenbeschwerden, ausgeprägten Gliederschmerzen, Schmerzen im Rücken und an den Extremitäten (besonders bei tiefen Muskel- und Knochenschmerzen) kann dieses Mittel angezeigt sein.

In welchem Alter?: Man kann Eupatorium purpureum in jedem Alter einnehmen. Bei älteren Menschen, die sich nach einem Infekt nur schwer erholen, kann Eup-pur. gute Dienste leisten.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten werden von heftigen Rückenschmerzen in der Nierengegend, besonders nach Erkältungen, geplagt. Der Schmerz wird tief und dumpf beschrieben. In manchen Fällen tritt Fieber mit frostigem Gefühl auf.
Die typische Beschwerde ist die Blasenreizung (Reizblase) bei Frauen, mit beißendem und brennenden Schmerz in der Blase. Der ständige intensive Harndrang führt zu häufigem Urinieren, wobei das Brennen in Blase und Harnröhre anhält.[2]
Bewegungsunabhängige Knochenschmerzen treten plötzlich auf. Der Betroffenen fühlt sich müde und schwach in den Gliedern. Der rheumatische Schmerz wandert zu verschiedenen Stellen und häufig von unten nach oben.[2]
Der ruhelose Patient findet keine Erleichterung durch Bewegung, obwohl er den Drang danach hat.

Verbesserung: Durch warme Getränke und Ruhe. Bei Fieber verlangt der Patient kalte Getränke.[2]

Verschlechterung: Beim Wasserlassen (Urinieren), bei Bewegung, im Liegen auf der linken Seite, bei jeglichem Lagewechsel.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient ist sehr mitgenommen von den Beschwerden, klagt darüber, seufzt und wird von einer Schwermütigkeit übermannt.[2]Die Niedergeschlagenheit wird von Heimweh begleitet.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Migräne beginnt am Morgen und verschlimmert sich im Laufe des Tages bis zum Abend. Eine weitere Verschlimmerung tritt durch kalte Luft auf.[2] Ein Knacken in den Ohren mit Verschlimmerung durch Schlucken kommt in einigen Fällen vor.Dem Patienten ist leicht schwindelig, als ob man fliegt. Er hat das Gefühl, als würde er nach links umfallen.[5]
Der Schmerz wird als dumpfer, hämmernder, klopfender, stechender oder bohrender Schmerz beschrieben, vermehrt in der linken Seite des Kopfes oder drückend von rechts nach links. Beim langsamen Gehen an der frischen Luft kann Besserung eintreten.[3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor Fieberzuständen kommen Schluckbeschwerden mit dem Gefühl, als ob man etwas Heißes verschluckt.[2]

Am Abend erscheint Husten mit dem Gefühl von Wundheit mit Hitze im Inneren der Lunge (Bronchien). Der Husten kann anfallsweise auftreten, oftmals trocken, hackend und vor dem Fieber mit Kälteempfinden.[3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magenschmerzen mit häufigem Aufstoßen, Übelkeit beim Anblick und bei dem Geruch von Speisen sowie Erbrechen bei Fieberzuständen oder auch Durchfälle mit dem Drang zur sofortigen Entleerung können als begleitende Beschwerden auftreten.[2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Blasenentzündungen, Blasenreizungen mit stark beißenden, brennenden Schmerzen in der Blase und in der Harnröhre kommt es zu einem heftigen Harndrang. Die Blase fühlt sich voll an, und beim Wasserlassen (Urinieren) bleibt der brennende Schmerz in Blase und Harnröhre bestehen, es bringt keine Erleichterung.[2]

Es besteht eine heftige Störung beim Urinieren; es kommt zu unwillkürlichem Harnabgang (Harninkontinenz) oder es bleibt der Harnabgang aus oder kann nur unter Anstrengung vollbracht werden (Harnverhaltung). Diese Beschwerden werden besonders bei Kindern beobachtet. Das Urinieren ist anstrengend, aber häufig, und es kommen nur wenige Tropfen Urin. Bei einer Laboruntersuchung des Urins kann man erhöhte Eiweißwerte finden.[3] Eine Nierenentzündung (Nephritis) wird begleitet von heftigen Schmerzen im Rücken. Die Schmerzen werden als dumpf, tief und schneidend empfunden.[2][3]
Ein süßlicher Geruch des Urins fällt bei manchen Patienten auf. Der Urin kann milchig sein, und bei der Laboruntersuchung werden Blutpartikel (Erythrozyten) und andere Entzündungshinweise nachgewiesen.[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patientinnen klagen über ein nasses Gefühl an den äußeren Geschlechtsorganen.[2] Druck und Schmerz im Unterleib auf der linken Seite. Die Patientin beschreibt reichlichen, weißlichen Ausfluss.[5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rheumatische Symptome treten an verschiedenen Stellen und plötzlich auf. Ein tief sitzender Knochenschmerz wird empfunden. Die Knochen fühlen sich wie gebrochen an. Der Schmerz kommt und geht ohne erkennbare Ursache. Der Patient ist unruhig, aber wenn er sich bewegt, findet er dennoch keine Erleichterung.[2] Schneidende, nervlich bedingte (neuralgische) Schmerzen ziehen den Rücken entlang. Der Schmerz wird auch als wehenartig empfunden.[3]
Vor einem Fieber klagt der Patient oft über Schmerzen in den Armen und Beinen. Wenn das Fieber kommt, fühlen sich die Arme und die Beine kalt an.[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Fieber sind die Schmerzen in den Knochen besonders stark.[2] Bei Bewegung verstärkt sich das Kältegefühl, der Patient friert entsetzlich.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Eupatorium perfoliatum

Dieses mit Eupatorium purpureum eng verwandte Mittel ist häufig im akuten Erkältungsfall (auch bei grippalem Infekt) mit Schnupfen, Husten und Fieber angezeigt. Die fieberhaften Infekte (oft auch in Schüben auftretend) werden von auffallender körperlicher Schwäche begleitet. Schmerzen tief im Muskel und im Knochen stellen das Zentrum für diese Mittelwahl dar. Der Betroffene kann kaum den Kopf heben, er hat einen schwachen Puls und möchte kein Licht.[3]Die intensiven Gliederschmerzen (wundes Gefühl wie gebrochene Knochen) machen den Patienten unruhig, er kann nicht still halten. Wenn er sich bewegt, erfährt er jedoch keine Besserung.[3]
Hinsichtlich der Schwäche und der Schmerzen sind sich beide Mittel sehr ähnlich, aber bei Eupatorium perfoliatum stehen die Schmerzen und Fiebersymptome noch stärker im Vordergrund, bei Eupatorium purpureum dagegen die Symptome der harnableitenden Organe.

Apis

Auch mit Apis (Honigbiene) werden Blasenbeschwerden behandelt. Dabei ist das auffällige Schmerzempfinden brennend und stechend. Wie auch bei Eupatorium purpureum kommt es neben den Schmerzen zur Schwäche mit großer Müdigkeit. Der Patient hat häufigen Harndrang mit brennenden Schmerzen in der Blase. Auch bei Apis-Patienten gehen nur wenige Tropfen Urin ab.Bei Beschwerden, für die Apis geeignet ist, sehnt sich der Betroffene nach frischer Luft. Geschlossene Räume erscheinen ihm unerträglich.
Bei Apis-Patienten sind oftmals Schwellungen verschiedener Körperpartien zu beobachten, oder die Personen haben eine allgemeine Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödeme).
Es kommt bei Apis nicht zu den Knochenschmerzen, wie bei Eupatorium purpureum, jedoch treten rheumatische Schmerzen auf. Die Extremitäten fühlen sich taub und steif an, es kommt zu ungeschickten Bewegungen.[2]
Im Unterschied zu Eupatorium purpureum steht bei Apis nicht das Fiber im Vordergrund, vielmehr die typisch brennenden stechenden Schmerzen, die sich bei Apis intensiv zeigen.

Staphisagria

Staphisagria ist u.a. als Unfallmittel bei Schnittverletzungen bekannt. Es hat aber auch einen großen Bezug zu den harnableitenden Organen. Wie bei Eupatorium purpureum kommt es zu brennendem Schmerz beim Urinieren, zu sehr häufigem Harndrang, und es gehen nur wenige Tropfen Urin ab. Es kann zu unwillkürlichem Harnabgang kommen.Die Schwäche zieht sich durch die Beschwerden, aber wenn Staphisagria angezeigt ist, werden die Gliederschmerzen nicht so intensiv empfunden wie bei Eupatorium purpureum oder bei Eupatorium perfoliatum.
Staphisagria ist oft angezeigt bei einer Harnwegsentzündung nach sexuellen Handlungen. Der/die Patient/in friert und zittert, hat einen schwachen Puls, intensive Schmerzen (brennend, stechend). Kein Durst.[3]
Bei Frauen können die Blasenbeschwerden u.U. von Schmerzen im Unterleib (schießende Schmerzen, empfindlich gegen Druck) begleitet werden, z.B. nach der Entbindung (insbesondere beim Kaiserschnitt).[3]

Hintergrundinformationen

Die Dostgewächse (Dost = Büschel) haben eine lange Tradition in der Heilkunde. Laut Überlieferungen in der Mythologie soll Circe den Wasserdost genutzt haben, um Odysseus um den Finger zu wickeln.

Es werden Geschichten erzählt, in denen Dost in den Taschen davor bewahrt, vom Teufel geholt zu werden (Zitat des Belzebub: „Roter Dost, hätt’ ich das gewost, hätt’ ich das vernommen, wär’ ich nicht gekommen.“). So kam es, dass man mit dem Kraut auch Donner und Blitz (Teufelswerk) abweisen wollte und versucht hat, Hexen zu entlarven. So manche Heiligenstätte wurde mit Dost ausgeräuchert, um das Böse zu vertreiben.

Im Mittelalter hat man dem Dost eine stärkende Wirkung auf die Manneskraft nachgesagt. Er wurde aber hauptsächlich gegen Vergiftungen und als Wundmittel (abwehrstärkend, gegen Entzündungen) eingesetzt. Im Laufe der Zeit hat sich die stärkende Wirkung auf das Immunsystem deutlich herausgestellt.