Globuli von D bis F

Ferrum metallicum Globuli

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Eisen zählt zu den am häufigsten vorkommenden Metallen auf der Erde. Es wurde im alten Ägypten zur Herstellung von Waffen genutzt. Zur Herstellung eisenhaltiger Globuli wird metallisches Eisen verwendet, das weich, silbrig-weiß und magnetisch ist.

Eisen wird über die Nahrung aufgenommen. Eine zu geringe Eisenaufnahme über die Nahrung führt bei Menschen zu einem belastenden Beschwerdebild: Es kommt zu einer Blutarmut (Anämie), die mit einer geringeren Anzahl an Erythrozyten einhergeht. Ferrum metallicum ist sowohl Bestandteil in pflanzlichen, als auch in tierischen Lebensmitteln. Das in Fleisch oder Wurstwaren vorkommende Eisen liegt bereits in einer schnell verfügbaren Form vor, denn es kann direkt in die Darmzellen aufgenommen werden. Das pflanzliche Eisen muss vorher erst von Vitamin C oder bestimmten Proteinen (Enzymen) umgewandelt werden, um in die Darmzellen aufgenommen zu werden. In den meisten Arzneimitteln wurde es so aufbereitet, dass der menschliche Darm das Eisen sofort gut aufnehmen kann.[5][6]

Anwendungsmöglichkeiten

    Zusammenfassung

    Bei wem?: Ferrum metallicum- Kranke leiden oft an einem langsamen Verlust von Körpersäften, z.B. langdauernden Blutungen, die eine chronische Schwäche zurücklassen. Der Pulsschlag ist entweder beschleunigt oder verlangsamt, der Patient istkurzatmig nach geringer Anstrengung. Das Gesicht fällt durchstarke Blässe oder extreme Rötung bei schwächlichem Befinden auf.

    Ein schneller Wechsel von sehr blass zu tiefrot ist häufig für Ferrum metallicum Patienten. Kinder magern ab und werden langsam schwächer. Erwachsene können unter einerlähmungsartigen Schwäche leiden, so dass die Arme und Beine nicht mehr gehorchen wollen. Eine Neigung zu Ohnmachtsanfällen bei und nach Blutverlust (Menstruation, innere Blutungen, Nasenbluten) besteht. Kopfschmerzen mit rotem Gesicht begleitet von Schwindel.
    Der nervliche Zustand ist angegriffen und die geringste Belastung körperlicher oder psychischer Natur schwächt den Patienten, der mehr leidet, wenn er Ruhe hat. [2][3]

    Wo wirkt es?: Eisen wirkt auf das Blutgefäßsystem und damit auf die Herztätigkeit, die entweder beschleunigt oder verlangsamt ist und verursacht Blutandrang zum Kopf (Kongestionen).Hellrotes Blut (Nasenbluten, Menstruation)fließt reichlich und schnell. Der gesamte Verdauungsapparat kann betroffen sein. Erkrankungen der Atemwege- wenn sie in Verbindungmit entzündlichem Fieber auftreten- sind ein weiterer Schwachpunkt. [1]

    In welchem Alter?: Ferrum metallicum ist weder auf eine Altersgruppe begrenzt, noch auf das Geschlecht. Am besten wirksam werden die Globuli aber bei jungen Patienten eingestuft. Sollten die Symptome sehr ähnlich sein, so kann Ferrum metallicum- nach Rücksprache mit dem Kinderarzt- unbedenklich auch Säuglingen und Kindern gegeben werden.

    Wahlanzeigende Beschwerden

    Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

    Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    • Die Menstruation verläuft in der Regel auffallend: Entweder ist sie zu früh, zu stark, wässrig und langanhaltend oder sie tritt verspätet oder gar nicht auf.
    • Statt der Menstruation kann es zu Blutungen oder Verlust von Körpersäften an anderen Stellen kommen: reichliches, häufiges hellrotes Nasenbluten
    • Reichlicher, langdauernder Ausfluss aus der Scheide (Leukorrhö)
    • Herz: Beschleunigter oder deutlich verlangsamter Puls mit Schwäche.7Der Pulsschlag wird im ganzen Körper gefühlt.
    • Husten sofort nach dem Hinlegen, mit Heiserkeit und Auswurf, der oftmals von Blutfäden durchzogen wird. Ein Entzündungsfieber begleitet den Husten.
    • Eine weitere Hauptbeschwerde sind hämmernde, spontan auftretende Kopfschmerzen, die lange anhalten und von einem rot-weiß gefleckten Gesicht und kalten Füßen begleitet werden und in regelmäßigen Abständen wieder kommen.
    • Außerdem klagen diese Patienten häufig über kaum auszuhaltende, rheumatische Schmerzen v. a. in den Beinen und im Schulterbereich, aber auch in vielen anderen Gliedmaßen.
    • Auch eine Harninkontinenz mit ständigem Blasendruck und geschwächtem Blasen-Schließmuskel mit resultierendem, nächtlichem Bettnässen wird von Ferrum metallicum-Patienten häufig berichtet. [1][2][3]

    Verbesserung: langsame Bewegung, Wärme, im Sommer

    Verschlechterung: Kälte, jede kleine Anstrengung, Ruhe und nachts. Nach Genuss von Fleisch und sauren Früchten, Trinken von kaltem Wasser, zu hoher Konsum von Chinin (Bitter Lemon) Tee, Tabak und Branntwein.

    Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Ferrum metallicum-Patienten sind weder körperlich noch seelisch belastbar: Die kleinste Irritation, ein Geräusch, ein Ereignis oder eine kleine Anstrengung führen zu Schwäche, Reizbarkeit und zittern der Glieder. Die Patienten wirken wie schwache, angegriffene Nervenbündel.

    Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Die Kopfschmerzen fallen durch einige Besonderheiten auf: Sie sind klopfend wie mit kleinen Hämmerchen, mit Blutandrang zum Gehirn, welcher das Gesicht rot aussehen lässt. Dabei sind die Hände und Füße jedoch eiskalt. Es wird beschrieben, dass die Ferrum metallicum Kopfschmerzenregelmäßig in jeder zweiten, dritten oder vierten Wochewiederkommen, und dann für zwei, drei oder vier Tage anhalten.

    Gebessert werden die Kopfschmerzen von äußerem Druck oder leichter Bewegung an der frischen Luft. Die Kopfhautwird als schmerzhaft beschrieben, das Haar darf nicht eingebunden sein (Zopf, Knoten, straffe Frisur).

    Schwindel: wie betrunken taumelt der Patient beim Gehen.

    Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Die Farbe des Gesichtes wechselt schnell zwischen sehr blass und hellrot bis feuerrot, so, wie man das bei schüchternen Personen kennt, die „schnell rot werden“. Das Gesicht kann auch blass sein, während die Wangen sehr rot aussehen (umschriebene Wangenröte). Die Lippen sind in meist blass und sehr trocken.Die Augen sind häufig entzündet und tränen reichlich, bei geschwollenen Ober- und Unterlidern. Ein eiterndes Gerstenkorn am oberen Augenlid wird von den Patienten auch oft genannt.
    Hauptsächlich fällt die Neigung zu heftigem, hellroten und spontanen Nasenbluten auf.

    Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Ferrum metallicum kann bei Patienten mit schleimigem oder sehr trockenem Husten angezeigt sein, der v. a. direkt nach dem Hinlegen auftritt. Viel Heiserkeit während des Hustens. Krampfartiger Husten, direkt nach dem Essen mit nachfolgendem Erbrechen der gerade genossenen Speisen.

    Durch den Husten kann morgens übel riechendes, eitriges, schaumiges oder grünliches Sekret abgehustet werden, es kann sich aber auch um einen trockenen Kitzelhusten mit schwierigem Auswurf handeln. Der Husten kann Stiche und Schwere in der Brust verursachen und das Atmen erschweren.

    Sie klagen auch über Herzbeschwerden mit zu schnellem Herzschlag, so dass der Puls klopfend im ganzen Körper wahrgenommen wird. Es kann auch das gegenteil auftreten: Der Pulsschlag ist deutlich verlangsamt mit großer Schwäche des Patienten, der sich dann hinlegen muss. Unregelmäßiger Herzschlag, der v. a. durch langsames Gehen beruhigt wird. [1] [4]

    Beim Husten und bei der unregelmäßigen Herztätigkeit entsteht oft das Gefühl, als läge dem Ferrum-metallicum Kranken „etwas Beengendes, Schweres, Zusammenschnürendes“ auf dem Brustkorb.

    Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Ferrum metallicum verursacht besonders deutliche Vorlieben und Abneigungen beim Essen:

    • Abneigung gegen Fleisch, Bier, Saures und Eier- die auch gleich wieder erbrochen werden, weil sie unverträglich sind.
    • Viel Erbrechen während oder kurz nach dem Essen, er kann direkt nach dem Erbrechen weiter essen.
    • Entweder ist es ein heißhungriger Patient, der wahllos isst, oder es besteht eine absolute Appetitlosigkeit für längere Zeit.
    • Mit Abmagerung (Kinder und Erwachsene)
    • Viel bitteres oder saures Aufstoßen.
    • Durst, der unstillbar ist oder Durstlosigkeit.
    • Jede Nahrung verursacht krampfartigen Druck im Bauchraum, vor allem aber Fleisch essen.

    Der Stuhl ist entweder auffallend, weil er wässrig-durchfällig ist und mit viel Kollern und Rumpeln im Darm einhergeht, oder der Patient ist verstopft und beides wechselt sich ab: Entweder Durchfall oder Verstopfung. In der Regel hat der Patient keine Schmerzen während der Verdauung. Kinder leiden vielleicht unter nächtlichen Beschwerden von Madenwürmern: Der After juckt schlimm, die Kinder müssen kratzen.

    Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Unwillkürlicher Harnverlust tagsüber beim Spazieren gehen. Oft werden auch Schmerzen in der Nierengegend beschrieben, mit dem Drang Harn abzulassen. [1] [4]

    Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Ferrum metallicum wirkt sowohl auf die männlichen-, als auch auf die weiblichen Geschlechtsorgane. Für Männer mit einemgesteigerten Geschlechtstrieb, Impotenz und häufigen Samenergüssen könnte ein Versuch mit einer Einnahme von Ferrum metallicum lohnen.Bei Frauen: Sie klagen über eine Unempfindlichkeit der Vagina während des Koitus. Die Menses kommt zu früh, zu stark, zu lang anhaltend; sie ist oft wehenartig-schmerzend, begleitet von einem feuerroten Gesicht. Die Menstruation kann zwei oder drei Tage aussetzen und dann wieder einsetzen. Die Blutung erscheint blass, wässrig, reichlich und schwächend. Es kann eine Neigung zur frühen Fehlgeburt bestehen (Abort vor der 12ten Woche).

    Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Ferrum metallicum-Patienten klagen häufig über eine Art rheumatischer Gliederschmerzen: Ein reißender, stechender Schmerz, der es unmöglich macht, den Arm zu heben. Viele Taubheitsgefühle in den Händen und Füßen. Die Hüftgelenke sind oft betroffen. Krämpfe in den Füßen und in der Wadenmuskulatur. Die Schmerzen sind schlimmer im Liegen und in in der Ruhe und bessern sich durch langsames Herumlaufen.

    Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

    Entzündungsfieber der leichteren Art im Anfangsstadium sind ein weiteres Einsatzgebiet der Arznei. Das Frösteln kann von kurzer Dauer sein und häufig wiederkehren, das Gesicht ist dabei heiß und rot. Die Patienten klagen häufig über Durst beim Frösteln. Das Frösteln kann in eine trockene Hitze übergehen, die von einem roten Gesicht begleitet ist.Eine Verbesserung der Hitze tritt nach den Mahlzeiten, nach Bewegung oder beim Sprechen ein.

    Die Kranken berichten auch von starkem Schweiß, egal ob unter Belastung oder nachts im Bett. Meist ist der Schweiß sehr klebrig. Manchmal handelt es sich auch um Angstschweiß.

    Ein Missbrauch des Bitter- und Arzneistoffs Chinin kann wiederkehrendes Fieber auslösen, dass von Erbrechen, Milzschwellung und Blutarmut einhergeht. Die Blutarmut besteht trotz Vermehrung der Körperflüssigkeit (Pseudoplethora).
    [1][2][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ferrum phosphoricum

Ferrum phosphoricum wirkt genau wie Ferrum metallicumauf Husten, Fieber, Blutarmut, Schwindel, Nasenbluten, Atemnot, Ausfluss, Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen und Durchfall, Gelenkbeschwerden, Schwäche, rheumatische Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Menstruationsprobleme, Weißfluss, Nacken- und Muskelschmerzen und Harnbeschwerden (v. a Bettnässen).Zusätzlich wirkt Ferrum phosphoricum auf Erkältungen, Gebärmutterblutungen und Migräne. Zudem ist es im Anfangsstadium verschiedener Entzündungen wirksam: Brust-, Rippenfell-, Herz-, Bauchfell-, Herzbeutel-, Lungen- (Bronchitis) und Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Außerdem ist es bei Entzündungen der Ohren, Hoden, Hämorrhoiden, des Mundes, Gaumens, Rachens, der Zunge und der Mandeln oft angezeigt.

Verschlimmerung: Ruhe

Verbesserung: mäßige Bewegung [2][3]

Natrium chloratum

Natrium chloratum ist auch unter dem Namen Natrium muriaticum bekannt, zu Deutsch „Kochsalz“. Dieses Mittel passt häufig zu Frauen, die einfühlsam, feinfühlig, loyal und empfindsam sind, die aber auch eine gewisse Launenhaftigkeit zeigen. Natrium chloratum wirkt genau wie Ferrum metallicum auf Blutarmut, Müdigkeit, Wechselfieber, zitternde Hände, Magenkrämpfe, unwillkürlichen Harnverlust, übermäßigen männlichen Geschlechtstrieb, zu früh einsetzende und zu starke Menstruation, Herzbeschwerden mit Brustbeklemmung, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden mit Verstopfung und Weißfluss. Zusätzliche Indikationen sind Erkältung, Migräne, Zahnfleischentzündung, Angst, Augenschmerzen, Hautentzündung, Herpes, Kropf, Kummer, Mundgeruch, Nesselsucht, Schnupfen, Sehstörungen und Warzen.

Verschlimmerung: Hitze, Kälte, Trost, Anstrengung, am Morgen, in der Nacht, beim Liegen auf der linken Seite, beim Reden, Lesen und Schreiben

Verbesserung: frische Luft, Frost, Nahrungsentzug, Schwitzen, harte Betten, kalte Wickel, beim Liegen auf der rechten Seite oder auf dem Rücken

[1][4]

Hintergrundinformationen

Der Körper scheidet Eisen nicht aktiv aus, sondern der Eisengehalt im Körper wird über die Aufnahme (Resorption) der Darmzellen geregelt. Die Darmzellen geben das aufgenommene Eisen dann ins Blut ab, wo es an das Protein Transferrin gebunden ist und als sogenanntes „Transporteisen“ vorliegt. Zwei Drittel des Eisens liegen als „funktionelles Eisen“ vor, indem Eisen an das Protein Häm gebunden ist. Das funktionelle Eisen ist Bestandteil von Hämoglobin, Myoglobin und bestimmten Enzymen, welche dieSauerstoffversorgung und den Stoffwechsel regulieren. Ein Drittel des Eisens ist in den Eisenspeichern Ferritin und Hämosiderin gespeichert, die bei einer niedrigen Eisenkonzentration im Blut das Eisen aus dem Speicher lösen, um einer Blutarmut vorzubeugen.[6]