Globuli von D bis F

Ferrum phosphoricum Globuli

© Xavier - Fotolia

Ferrum Phosphoricum ist ein schiefergraues Pulver, welches eine chemische Verbindung aus Eisen (Ferrum) und Phosphat (Phosphoricum) darstellt. Beide Stoffe sind Elemente des Periodensystems und gelten als lebensnotwendig für den menschlichen Körper. Während Eisen als wichtiges Spurenelement eine bedeutende Rolle bei der Vermehrung von Körperzellen, wie beispielsweise der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) spielt, dient Phosphor in Zusammenspiel mit Calcium der Stabilität von Knochen und stellt darüber hinaus einen beutenden Regulator im menschlichen Stoffwechsel dar.

Ferrum Phosphoricum dient in der Homöopathie als bewährte Arznei bei Fieber und Entzündungskrankheiten, die zu körperlicher Schwäche und Erschöpfung führen. Als besonders wirksam gilt das Mittel in diesem Zusammenhang bei akuten Infekten der oberen und unteren Atemwege, wobei Ferrum Phosphoricum klassischerweise in frühen Krankheitsstadien eingesetzt wird. Empfehlenswert ist daher eine Anwendung bereits bei erstem Auftreten von Beschwerden, die mit solchen Infekten in Verbindung stehen. Hierbei kann die Arznei sowohl von Kindern, als auch Erwachsenen verwendet werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Der Ferrum Phosphoricum-Kranke ist ein Mensch mit sehr blasser Haut (anämisches Hautkolorit) und körperlicher Schwäche. Das Gesicht des Leidenden ist auffällig weiß, wodurch die tief dunklen Ringe unter den Augen besonders stark auffallen. Er ist häufig empfindlich gegenüber frischer, kalter Außenluft und hält sich deshalb gern in warmen Räumlichkeiten auf. Der Ferrum Phosphoricum-Patient zeichnet sich darüber hinaus durch eine deutliche Anfälligkeit für Infekte der Atemwege aus. Er leidet demzufolge häufig an Erkältungskrankheiten und wird geplagt von Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber. Kindern kann man unter Umständen die Erkrankung kaum anmerken. [1][2]

Wo wirkt es?: Ferrum Phosphoricum Globuli wirken besonders stärkend auf das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) und den Blutkreislauf. Der Körper benötigt täglich 10 bis 15 mg Eisen, um den Tagesbedarf zu decken. Das Eisen gilt im Körper als unverzichtbar bei der Vermehrung (Proliferation) sämtlicher Zellen. Bei Eisenmangel entstehen beispielsweise zu kleine oder sogar funktionseingeschränkte Zellen, die ihren Aufgaben im Körper nicht mehr nachgehen können. Eine fehlerhafte Vermehrung von roten Blutkörperchen führt folglich zu kleinen und blassen Blutkörperchen, die eine Blutarmut verursachen können (mikrozytäre, hypochrome Anämie). Zusätzlich sind die Zellen des Immunsystems bei Eisenmangel in ihrer Funktion beeinträchtigt, weshalb die Kranken typischerweise an einer erhöhten Infektanfälligkeit leiden. Besonders Immunzellen, die für das Abtöten von Krankheitskeimen verantwortlich sind (Makrophagen, dendritische Zellen und natürliche Killerzellen), weisen bei Eisenmangel eine verminderte Zellzahl und eingeschränkte Funktionsfähigkeit auf. Es wird geschätzt, dass ca. 40% der Weltbevölkerung an einem Eisenmangel leidet. An dieser Stelle soll jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass eine übermäßige Aufnahme von Eisen ebenfalls zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems führen kann, weshalb die Einnahme von Eisenpräparaten oder Ferrum Phosphoricum Globuli nicht exzessiv durchgeführt werden sollte.[3] Phosphor kommt in verschiedenen Formen im Körper vor, wobei die Phosphorsäure (Phosphat) als wichtigster Regulator von beinahe alle Stoffwechselvorgängen gilt. Indem Phosphat sich an spezifische Enzyme anlagert, kann es diese aktivieren, wodurch beispielsweise die Atmungskette in den Zellen in Gang gesetzt wird. Es ist somit essentiell zum Überleben.  

In welchem Alter?: Ferrum Phosphoricum kann in jedem Lebensalter angewandt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Ferrum Phosphoricum-Kranke leidet hauptsächlich an immer wiederkehrenden (rezidivierenden) Infekten der Atemwege, die schleichend beginnen. Folgende Leitsymptome können bei ihm beobachtet werden:

Sehr häufig leidet der Ferrum Phosphoricum-Typ an fieberhaften Erkrankungen und Entzündungen. Der Körper ist im Vergleich zu anderen Personen mit der Abwehr der Krankheitserreger überfordert, weshalb der Ferrum Phosphoricum-Kranke meist schon bei kleineren Infekten mit Fieber reagiert. Mit dem Fieber einhergehend, wird auch meist ein vermehrtes Schwitzen beobachtet.Im Rahmen der wiederkehrenden Infekte kommt es in der Regel zur Ausbildung eines trockenen, hackenden Hustens, der Schmerzen in der Brust auslösen kann. Sollte der Husten besonders stark ausgeprägt sein, kann dies zu unwillkürlichem Abgang von Harn führen (Belastungsinkontinenz).Häufig wird der Ferrum Phosphoricum-Patient von starken Ohrenschmerzen geplagt, die durch eine Mittelohrentzündung hervorgerufen werden. Dabei kann dann typischerweise ein gerötetes Trommelfell zu finden sein. Ursache einer solchen Mittelohrentzündung sind in der Regel vorangegangene Erkältungen, die mit Schnupfen und einer verstopften Naseeinhergehen. Durch die verminderte Belüftung und sich weiter aufstauendes Sekret wird die Verbindung zwischen Nasenhöhle und Mittelohr verlegt (Eustachi’sche Röhre). Dies kann anschließend zu einer Entzündung im Mittelohr führen.Der Puls der Leidenden ist meist schnell und von weichem, zartem Charakter.Des Weiteren treten bei den Erkrankten oft diverse Blutungen (Hämorrhagien) auf, bei denen hellrotes Blut fließt. Besonders bei Kindern wird in diesem Zusammenhang sehr häufig Nasenblutenbeobachtet. Im Rahmen von Entzündungen der tiefen Atemwege kann es folglich auch zum Abhusten von Blut kommen (Hämoptysen).Typisch sind auch einseitige Gelenk- und Muskelschmerzendes Rumpfes und der Arme, wobei klassischerweise die rechte Seite betroffen ist. Hierbei leidet der Kranke oft an Schulterschmerzen, die bei wiederholter Bewegung nachlassen (rheumatischer Schmerzcharakter).Charakteristisch für den Ferrum Phosphoricum-Patienten ist darüber hinaus seine stark ausgeprägte, körperliche Schwäche und Müdigkeit. Der Erkrankte zieht sich gern zurück und möchte allein gelassen werden und meidet das Aufhalten in der Öffentlichkeit.[1]

Verbesserung: Langsame Bewegung oder gar stilles Liegen führen zu einer Linderung der Beschwerden. Zusätzlich können kühle Anwendungen als hilfreich empfunden werden.

Verschlechterung: Besonders nachts oder in den frühen Morgenstunden kommt es zu einer Verschlechterung der Beschwerden. Darüber hinaus, empfindet der Kranke Erschütterung oder übermäßige Bewegung als äußert unangenehm. Auch Geräusche, Außenluft oder Kontakt zu anderen Menschen sorgen für eine Verschlimmerung des Leidensbildes.[4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Kopf ist verwirrt und verursacht ein Gefühl des Chaos. Der Kranke kann seine Gedanken kaum sammeln und wirktdurcheinander, nervös und reizbar. Er wechselt häufig zwischenübermäßigem Weinen und unnatürlich gesteigertem Lachen. Seine Launenhaftigkeit kann ihn an einem Abend melancholisch und traurig erscheinen lassen und am nächsten Tag übertrieben lustig. Im Inneren empfindet der Ferrum Phosphoricum-Typ Furcht und Angst. Er meidet andere Menschen und zieht sich allein in gewohnter Umgebung zurück. Große Plätze und Menschenmengen verursachen bei ihm Panik. Darüber hinaus, fürchtet er den Tod. Seine Ängste können aber unspezifisch ausgeprägt sein, sodass er sich vor allem fürchtet (generalisierte Angst).

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Leidende zeichnet sich durch starke, klopfende und dumpfe Kopfschmerzen aus, die vom Scheitel über die Schädelseite ziehen. Bei plötzlicher Bewegung wird das Klopfen stärker wahrgenommen, weshalb der Ferrum Phosphoricum-Kranke meist liegen will oder sich nur langsam und vorsichtig fortbewegt. Besonders die Kopfhaut ist empfindlich, sodass die Berührung oder Bewegung der Haare als schmerzhaft empfunden wird. Eine Verschlimmerung der Kopfschmerzen tritt auch bei kalter Zugluft auf oder nachts während des Schlafens, sodass der Kranke aus dem Schlaf gerissen wird. Dann verspürt er heftigste Stiche an beiden Schläfen, die sich allmählich über die Stirn ausbreiten. Darüber hinaus, werden oft stärkste Ohrenschmerzen wahrgenommen. Im Gegensatz zu den Kopfschmerzen, können die Ohrenschmerzen durch kalte Umschläge gelindert werden. Häufig ist das rechte Ohr mehr betroffen als das linke. Geräusche werden in diesem Zusammenhang als unangenehm und quälend empfunden.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist sehr häufig aschgrau oder gar kreideweiß. Der Kranke sieht ausdruckslos, starr und stumpf aus. Rötliche Farbe kehrt in die Haut jedoch schnell zurück, sobald Schmerzen oder Fieber auftreten. Es kann dann sogar aufgedunsen und feuerrot wirken. Die Augen sind meist rot unterlaufen und von schwarzen Ringen umgeben. Der Kranke hat das Gefühl, als würden kleine Körnchen unter dem oberen Augenlid sitzen, weshalb er ständig an den Augen reibt. Dadurch verstärkt sich die Rotfärbung wiederum. Zusätzlich tritt meist ein brennender Schmerz im Auge auf.
Der Mund und die Lippen sind trocken und spröde. Die Mundwinkel können eingerissen sein. Die Zunge ist belegt und im Mund wird ein faulig, eitriger Geschmack wahrgenommen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sehr häufig treten immer wiederkehrende Entzündungen der Atmungsorgane auf, die zu Heiserkeit und Halsschmerzenführen. Der gesamte Hals tut sehr weh und es besteht das Gefühl, als säße ein großer Klumpen in der Kehle. Beim Schlucken verschlimmern sich die Beschwerden, jedoch nicht, wenn dabei etwas Flüssigkeit oder gar Nahrungsbrei verschluckt wird. DerHusten ist oft schmerzhaft, trocken und verkrampft, wobei einer Verschlechterung der Beschwerden besonders morgens vernommen wird. Nicht selten wird durch körperliche Anstrengung ein Hustenkrampf ausgelöst, bei dem auch Blut hervorgebrachtwird. Hierbei werden zusätzlich starke Schmerzen zwischen den Schulterblättern wahrgenommen. Das Blut ist dann hellrot.Auch die Nase ist ständig durch schleimig, eitrigen Ausfluss verstopft, was wiederum die Kopfschmerzen verschlimmert. Das Sekret läuft kontinuierlich aus den Nasenhöhlen. Häufig und besonders bei Kindern, kann es auch zu Blutbeimengung im Nasenschleim kommen.
Bei Entzündungen der tiefen Atemwege leidet der Kranke an einer ausgeprägten Schmerzhaftigkeit in der Brust, die durch die Atmung forciert wird. Dabei fühlt der Kranke einschießende Stiche in der Brust, sowie eine Rauigkeit seiner Lungen bei Bewegung. Das Tiefatmen ist dem Ferrum Phosphoricum-Kranken dann aufgrund der Schmerzen kaum noch möglich. Dadurch kann dasGefühl der Atemnot oder des Erstickens entstehen. Der Kranke sitzt dann aufrecht oder geht gar herum, um besser durchatmen zu können. Die körperliche Schwäche zwingt ihn jedoch schnell wieder ins Bett zugehen.Das Herz schlägt schnell und stark, sodass ein Klopfen in allen Blutgefäßen wahrgenommen werden kann.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nach dem Essen erbricht der Ferrum Phosphoricum-Kranke seine Mahlzeit wieder. Teilweise kommt dabei auch Blut mit hervor (Hämatemesis). Darüber hinaus, ist er häufig geplagt von saurem Aufstoßen nach dem Essen, wodurch ein brennender Schmerz in der Magengegend verursacht wird. Das viele Erbrechen kann zu großen Flüssigkeitsverlusten führen, die Schwindel auslösen. Der Bauch ist hart, aufgetrieben und stark schmerzhaft. Die Eingeweide fühlen sich an, als würden sie zerquetscht werden, während ein heftiges Poltern über dem Bauch zu hören ist.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Ferrum Phosphoricum-Kranke kann an leichten Schmerzen in der Harnröhre leiden. Des Weiteren, kann es zu unwillkürlichem Harnverlust bei starkem Husten aber auch nachts kommen. Der Urin ist hell und klar.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Mann können ein gesteigerter Geschlechtstrieb und vermehrte Samenergüsse auftreten. Zusätzlich kann es zu einem eitrig, milchigen Ausfluss kommen, der jedoch völlig schmerzlos ist. Bei Frauen hingegen wird eher ein verminderter Geschlechtstrieb beobachtet, der durch eine Gefühlslosigkeit während des Koitus bei gleichzeitig brennenden Schmerzen in der Vagina begründet sein kann. Sie können unter Umständen zusätzlich an Unfruchtbarkeit leiden.
Vor der Menstruation treten häufig starke Kopfschmerzen auf sowie ein Klingen im Ohr. Darüber hinaus, kann es zu Abgang von Schleimstücken aus der Gebärmutter kommen. Die Menstruation ist meist lang andauernd und wird von wehenartigen Schmerzen begleitet. Zwischendurch kann die Blutung für zwei bis drei Tage aussetzen und danach wieder einsetzen. Die Frau ist während der Monatsblutung körperlich geschwächt und wirkt depressiv. Im Anschluss an die Menstruation folgt häufig ein hysterisches Stimmungsbild.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Knochen sind steif und tun weh. Besonders die rechte Körperhälfte verursacht starke Schmerzen. Nachts tritt häufig ein quälender Rückenschmerz im unteren Teil der Wirbelsäule auf. Der Schmerz verbessert sich nach dem Aufstehen und verschwindet im Laufe des Tages. Die rechte Schulter ist ausgeprägt berührungsempfindlich und schmerzhaft. Es wird ein Bohren in der rechten Schulter empfunden, welches bis in den Ellenbogen ausstrahlen kann. Der Schmerz kann zur Schonhaltung der Extremität führen, sodass diese wie gelähmt scheint.
Beim Schreiben zittern die Hände. Der Körper ist erschöpft und schwach, weshalb jegliche Bewegung als belastend empfunden wird. Der Kranke liegt aus diesem Grund vorzugsweise ruhig im Bett. Des Weiteren kann es zu Schwellungen der Hände und Füße kommen, welche die Bewegung weiter einschränken.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist blass und sehr trocken. Häufig kann auch ein Abblättern der Haut beobachtet werden. Die Kranken weisen oft dort, wo viel Beanspruchung stattfindet, eingerissene Hausstellen auf. Dies wird beispielsweise in den Mundwinkeln und an den Händen beobachtet.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Ferrum Phosphoricum-Kranke fröstelt an fast jedem Abend. Bei Fieber sind stets die Füße kalt und er schwitzt am ganzen Körper. Der Schweiß hinterlässt dabei gelbliche Flecken und riecht unangenehm. Häufig überkommen ihn Anfälle von Schüttelfrost oder gar Krämpfen. Das Fieber kehrt immer wieder zurück und lässt dem Kranken keine Ruhe.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Leidende ist ausgesprochen müde und schläfrig. Aufgrund von körperlicher Erschöpfung schläft er schnell ein, wobei er aufgrund der Atembeschwerden meist auf dem Rücken liegen muss. Kinder hingegen schlafen kaum. [5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Phosphorus

Der Phosphorus-Kranke leidet ähnlich oft an Nasenbluten und extrem trockener Haut. Auch er wird von trockenem, quälendem Husten geplagt, der mit starken Schmerzen in der Brust einhergehen kann. Ebenfalls ähnlich ist das Auftreten von Herzklopfen im Zusammenhang mit einem schnellen Puls.Im Gegensatz zu Ferrum Phosphoricum besteht jedoch das Verlangen nach menschlicher Zuwendung und Nähe zu anderen Personen. Darüber hinaus, sind die Schmerzen auf der linken Körperseite stärker ausgeprägt. Zudem bestehen auffälligere Symptome, wie ein extrem ausgeprägter Durst auf große Mengen kalte Flüssigkeit.
Phosphorus (Phosphor) eignet sich in der Einzelanwendung auch zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Atemwege sowie damit einhergehenden Schwächeanfällen.

Gelsemium

Hierbei wird ebenfalls ein langsamer, schleichender Krankheitsbeginn beobachtet. Die Krankheit entwickelt sich über mehrere Tage, kehrt aber immer wieder zurück. Im Unterschied zum Ferrum Phosphoricum-Kranken sind die Symptome hier stärker ausgeprägt und gehen mit einer allgemeinen Benommenheit einher. Der Kranke zittert aufgrund von körperlicher Schwäche.Gelsemium wird aus der Pflanze des wilden Jasmins gewonnen und gilt als langbewährtes Mittel bei fieberhaften, grippalen Infekten und Angstzuständen.[2]

Hintergrundinformationen

Ferrum Phosphoricum stellt eine Verbindung zwischen den beiden Elementen Eisen (Ferrum) und Phosphor dar. Es wird durch Mischung von Eisenchlorid Lösung und Natriumphosphat Lösung gewonnen. Hierbei entsteht ein unlöslicher Bodensatz, welcher abgeseiht und getrocknet als graues Pulver in Erscheinung tritt. Beide Stoffe werden in der Homöopathie auch einzeln als Ferrum metallicum und Phosphorus verwendet. [1]