Globuli von D bis F

Echinacea purpurea Globuli

© panthermedia.net / Johannes Löw

Echinacea purpurea, der rote Sonnenhut, gehört zur Pflanzengattung der Korbblütler und ist in Nordamerika beheimatet. Inzwischen ist die Pflanze in vielen Gärten Europas zu finden. Die Staudenpflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 60 bis 100cm. Die Blätter sind oval und sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite befinden sich kleine Borsten. Die Blüten der Echinacea purpurea sind purpurrot, woher die Pflanze auch ihren Namen hat. Als Heilpflanze war sie bereits den Indianern seit langem bekannt. Die Ureinwohner Nordamerikas zerkauten die Wurzel zur Linderung von Zahnschmerzen und bei Halsschmerzen. Heute findet Echinacea purpurea Verwendung in der Behandlung von bakteriellen und viralen Erkältungen, grippalen Infekten. Es wird auch zur Steigerung der Abwehrkräfte eingesetzt. Das homöopathische Einzelmittel wird aus allen Pflanzenbestandteilen zur Blütezeit gewonnen.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Echinacea purpurea könnte besonders hilfreich für Patienten sein, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden. Es wird vor allem zur Stärkung der Abwehrkräfte eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind bakterielle und virale Infekte, Erkältungen und grippale Infekten. Das homöopathische Einzelmittel wird bei Wunden und Entzündungen der Haut sowie bei leichten Verbrennungen eingesetzt.[3][4]

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkt von Echinacea purpurea sind Haut und Schleimhäute, das Blut und das Lymphsystem.[5]

In welchem Alter?: Echinacea purpurea kann in jedem Alter eingesetzt werden. Ganz besonders könnten Ältere und Kinder von der Wirkung profitieren. Während der Kindheit ist das Immunsystem meist noch nicht so ausgeprägt und im höheren Alter ist es häufig geschwächt, so dass Kinder und ältere Menschen häufiger von Infekten betroffen sind.[6]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Übelkeit und gleichzeitig Kältegefühl im Rücken
  • In Abständen widerkehrendes Erröten
  • Trockene Schleimhäute, die wund und rissig sind
  • Übel riechende Absonderungen
  • Septisches Fieber[7]

Verbesserung: Die Beschwerden verbessern sich im Liegen und in der Ruhe.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung der Beschwerden stellt sich in kalter Luft, nach dem Essen sowie nach Verletzungen und Operationen ein.[8]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die Echinacea purpurea benötigen könnten, reagieren entweder sehr schnell gereizt oder sie leiden unter depressiven Verstimmungen . Sie können es nicht ertragen, wenn man sie verbessert oder ihnen widerspricht. Geistige Anstrengung versuchen sie zu vermeiden, da sie zu müde oder innerlich zu unruhig sind.[9]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die unter Schwindel in Verbindung mit einer sehr starken Erschöpfung leiden, könnten von Echinacea purpurea profitieren.[10]Das homöopathische Einzelmittel ist möglicherweise hilfreich bei Kopfschmerzen, welche mit einer rötlichen Verfärbung des Gesichts einhergehen. Die Schmerzen sind klopfend und werden im Bereich zwischen den Schläfen empfunden. Patienten berichten über das Gefühl, als sei das Gehirn zu groß für den Kopf. Die Stirn ist brennend heiß.[11]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sobald die Augen geschlossen werden, breitet sich eine Hitze in den Augen aus. Die Augenbrauen zucken. Die Nase ist verstopft, blutet aus dem rechten Nasenloch und sondert einübel riechendes Sekret ab. Das Gesicht ist bläulich verfärbt. Die Patienten müssen sich ständig räuspern aufgrund eines schaumigen Schleimes im Mund. Der Mundraum kribbelt und wird begleitet von einem ängstlichen Gefühl im Bereich des Herzens. An der Schleimhaut im Mund treten Geschwüre (Aphten) auf.[12] An den Mundwinkeln und den Lippen bilden sich leicht Risse. Die Zunge ist weiß belegt, aber an den Rändern rötlich verfärbt.[13]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die von Echinacea purpurea profitieren könnten, leiden unter Schmerzen im Bereich der Brust, unter dem Brustbein und der Brustmuskeln.[14]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Echinacea purpurea könnte bei Magenbeschwerden hilfreich sein. Die Patienten leiden unter saurem Aufstoßen,Sodbrennen und Übelkeit. Die Beschwerden bessern sich im Liegen.[15] Die Übelkeit geht einher mit einer Kälteempfindlichkeit. Wenn sich die Patienten erbrechen, so ist das Erbrochene sauer, blutig und dunkelbraun.[16]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Echinacea purpurea wird eingesetzt zur Behandlung von septischen Zuständen während des Wochenbettes. Die Frauen sind sehr berührungsempfindlich am Bauch und leiden unter Luft im Bauchraum. Der Wochenfluss stagniert.[17]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben Schmerzen in den Armen und Beinen. Morgens beim Erwachen tritt ein Taubheitsgefühl in den Händen auf oder eine Ruhelosigkeit der Hände.[18]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das homöopathische Einzelmittel könnte hilfreich sein bei Geschwüren, Entzündungen des Haarbalgs (Furunkel) und bei einem oder mehreren entzündeten Haarfollikeln (Karbunkel). Zum Arzneibild gehören auch Hautreaktionen nach Insektenstichen oder Berührungen der Haut mit giftigen Pflanzen.[19]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zum Arzneibild von Echinacea purpurea gehört unregelmäßig wiederkehrendes Fieber in Verbindung mit Schüttelfrost und Schweiß am Oberkörper und der Stirn.[20]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die von Echinacea purpurea profitieren könnten,träumen viel von Problemen und Streitereien.[21]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Sowohl Arsenicum album als auch Echinacea purpurea gelten als bewährte homöopathische Einzelmittel bei septischem Fieber, ausgelöst durch Infektionen mit Bakterien oder Viren. Bei Echinacea purpurea steht eine Unregelmäßigkeit im Vordergrund, was das Auftreten von Schüttelfrost, Fieber und Schwitzen angeht. Die Patienten schwitzen hauptsächlich am Oberkörper und der Stirn. Bei Arsenicum album verspüren die Patienten ein großes Verlangen nach heißen Getränken während des Schüttelfrostes und leiden zudem unter Atemnot. Äußerliche Kälte und innere, brennende Hitze sind charakteristisch für Arsenicum album. Patienten, die Arsenicum album bei septischem Fieber benötigen könnten, sind am ganzen Körper von kaltem Schweiß überzogen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Arsenicum album nachts nach Mitternacht und treten in regelmäßigen Abständen auf.[22]

Lachesis

Lachesis hat im Arzneimittelbild ebenso wie Echinacea purpurea das septische Fieber. Bei Lachesis geht der Schüttelfrost mit Schwitzen und einer Verschlimmerung durch Trinken einher. Die Patienten, die von Lachesis profitieren könnten, verspüren ein starkes Gefühl von Hitze auf dem Scheitel. Sie schwitzen während des Schlafes am Hals und unter den Achselhöhlen. Die Füße sind eiskalt. Die Beschwerden von Lachesis verschlimmern sich in der Wärme des Zimmers, während sich die Beschwerden bei Echinacea purpurea an der frischen, kalten Luft verschlechtern.[23]

Pyrogenium

Pyrogenium und Echinacea purpurea zeigen im Arzneimittelbild beide das septische Fieber. Bei Pyrogenium besteht eine große Kälteempfindlichkeit. Der Schüttelfrost tritt zunächst zwischen den Schulterblättern auf und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Besonders nachts schwitzen die Patienten während des Schüttelfrostes. Das Schwitzen bringt ihnen keine Erleichterung. Bei Echinacea purpurea bessern sich die Beschwerden in der Ruhe und im Liegen. Bei Pyrogenium dagegen kann eine Linderung durch Gehen und kräftiges Schaukeln erreicht werden.[24]

Hintergrundinformationen

Echinacea purpurea gehört zur Familie der Asteraceen. Der Name der Pflanzengattung leitet sich ab von dem griechischen Wort „echinos“ ab, was Igel bedeutet und sich auf die von Borsten besetzten Blätter bezieht, welche im Aussehen einem Igel ähneln. Als Heilpflanze finden Echinacea purpurea (der rote Sonnenhut), Echinacea pallida (der blassfarbene Sonnenhut) und Echinacea angustifolia (der schmalblättrige Sonnenhut) Verwendung. Die drei verschiedenen Echinacea-Arten enthalten die gleichen Inhaltsstoffe und sind daher in ihrer Wirkung vergleichbar.[25]