Globuli von D bis F

Echinacea Globuli

© PantherMedia / Isabella Oberle

Echinacea ist eine homöopathische Arznei, die aus dem schmalblättrigen Sonnenhut (Echinacea angustifolia)hergestellt wird. Klassischerweise wird sie zur Steigerung der körperlichen Abwehrkräfte bei akuten oder chronischen Infektionen verwendet. Zu den Heilanzeigen (Indikationen) von Echinacea werden fieberhafte Infekte der Atemwege oder der Haut mit starkem Krankheitsgefühl, Fieber, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Schwäche gezählt. Hauterkrankungen neigen typischerweise zu Eiterbildung. [1] Ob die Behandlung mit Echinacea bei den erwähnten Anwendungsgebieten ausreicht, hängt im Wesentlichen von der Verfassung des Patienten und der Art der jeweiligen Erkrankung ab. Deshalb sollte der Arzt über die Krankheitssymptome und deren homöopathischen Behandlung mit Echinacea informiertsein, um gegebenenfalls diese durch schulmedizinische Maßnahmen zu ergänzen oder zu ersetzen. Bei der Anwendung sind die unter „Anwendungsmöglichkeiten“ aufgeführten Gegenanzeigen und Nebenwirkungen zu beachten. Ergänzend zur inneren Einnahme von Echinacea werden auch alkoholischeDilutionen (Verdünnungen) und homöopathische Salben für den äußerlichen Gebrauch angeboten. Hier gilt es, die Packungsbeilage zu beachten und besonders bei eitrigen Hauterkrankungen vor der Eigenbehandlung einen Arzt zu konsultieren.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Echinacea wird bei akuten und chronischen Infektionskrankheiten eingesetzt der Atemwege und der Haut eingesetzt. Hierzu zählen zum Beispiel grippale Infekte, entzündliche Erkrankungen der Bronchien (Bronchitis), des Rachens (Pharyngitis) oder der Mandeln (Tonsillitis). Daneben werden auch Entzündungen der Haut mit Neigung zu Eiterbildung wie zum Beispiel abgekapselte Eiteransammlungen (Abszesse), schmerzhafte Entzündungen rund um die Haarwurzel (Furunkel), Eiterbeulen unter der Haut (Karbunkel), Rotlauf (Erysipel), eine bakterielle Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphbahnen, oder das Absterben des Gewebes aufgrund mangelnder Durchblutung (Gangrän) zu den typischen Heilanzeigen gerechnet. Kennzeichnend für das Homöopathikum ist die große Schwäche und Müdigkeit, unter der die Patienten leiden, Sprechen und Denken erscheinen verlangsamt. Echinacea wirkt besonders gut bei Menschen, die oft über eine verstopfte Nase klagen, teilweise mit wunden, blutigen Naseneingängen. Bisweilen wird die Arznei bei Schmerzen im Endstadium von Krebserkrankungen angewandt. Gegenanzeigen: Bis D4/ C2: Echinacea sollte nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Echinacea-Arten oder andere Korbblütler gegeben werden. Von einer Anwendung bei Erkrankungen wie Tuberkulose, AIDS-Erkrankungen, Leukämien (Krebserkrankungen des Immunsystems), Autoimmunerkrankungen, multipler Sklerose, HIV-Infektionen oder anderen chronischen Viruserkrankungen wird aufgrund möglicher unerwünschter Reaktionen des Abwehrsystems abgeraten.
Nebenwirkungen: Bis D4/ C2: In sehr seltenen Fällen können nach Einnahme Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, seltener Atemnot, Gesichtsschwellung, Schwindel und Blutdruckabfall auftreten. Echinacea sollte dann nicht mehr eingenommen und ein Arzt sollte konsultiert werden.
 

Wo wirkt es?: Zu den organischen Hauptangriffspunkten werden in erster Linie das Abwehrsystem, der Atemtrakt und die Haut gezählt. 

In welchem Alter?:
Echinacea kann bei allen Altersstufen verwendet werden.[1][2][3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Leitsymptome des Homöopathikums Echinacea sind Infektanfälligkeit, entzündliche, eitrige Hauterkrankungen wie Furunkel (Entzündung rund um die Haarwurzel) und Karbunkel (Eiterbeule unter der Haut), bakterielle Infektionen, Fieber, Müdigkeit und geistige sowie körperliche Schwäche.

Verbesserung: In Ruhe und im Liegen. [1][2] 

Verschlechterung: Nach dem Essen, nach Verletzungen oder Operationen, nach dem Verzehr von Obst, durch kalte Getränke, durch nasses Wetter und nach körperlicher oder geistiger Anstrengung. [1][2] 

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Starke Absonderungen aus der Nase. Gefühl, dass die Nase ständig verstopft sei. Bluten aus dem rechten Nasenloch. Das Zahnfleisch im Mund weicht zurück und blutet. Rissige Mundwinkel und Lippen. Schaumiger Schleim im Mund, Bedürfnis sich ständig zu räuspern. Zunge, Lippen und Rachen prickeln. Pfeffergeschmack auf der Zunge. Bisweilen Taubheitsgefühl auf der Zunge. Die Farbe des Gesichtes ist leicht bläulich.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durchfall (Diarrhoe) während eines Infekts der Atemwege. Saures, blutiges Erbrechen. Erbrochenes gleicht Kaffeesatz. Darmblutung nach Stuhlgang.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wochenbettfieber (Puerperalsepsis) bei Frauen.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

(Arme, Beine, Wirbelsäule, Gelenke): Schwäche der Muskulatur. Glieder-schmerzen. Hände werden abwechselnd taub.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Neigung zu abgekapselten Eiteransammlungen (Abszessen). Mittel bei schmerzhafter Entzündung rund um die Haarwurzel (Furunkel), bei einer Eiterbeule unter der Haut (Karbunkeln), beim Rotlauf (Erysipel), einer bakteriellen Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphbahnen, oder bei Absterben des Gewebes aufgrund von mangelnder Durchblutung (Gangrän). Des weiteren bei Tierbissen, vor allem bei Schlangenbissen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frostigkeit mit Übelkeit. Unregelmäßige Fieberfröste, Temperaturanstiege und Schweißausbrüche. Frostgefühl am linken Hinterhaupt. Schweißneigung vor allem am Oberkörper und an der Stirn.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Träume von toten Verwandten. Träume von Schwierigkeiten, von Zank und großen Mühen. Große Schläfrigkeit tagsüber. 

[1][2][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Echinacea ist ein wichtiges Mittel bei Infekten und Entzündungen. Je nach Symptomatik und Beschwerdebild kommen jedoch auch andere Mittel in Frage.

China officinalis

Eine Alternative bei Infektionen der Atemwege, welche mit starker Schwäche, Erschöpfung und nervöser Überreizung einhergehen, stellt das Mittel China aus der Rinde des roten Chinarindenbaumes (Cinchona pubescens) dar. Typisch für China ist die große Schweißneigung und die Periodizität der Beschwerden, das heißt die Symptomatik tritt in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel jeden zweiten Tag oder immer zur gleichen Stunde, auf. Die Arznei wirkt besonders gut als Stärkungsmittel nach schweren Erkrankungen oder nach Säfteverlust (Blutverlust, reichliche, erschöpfende Schweiße). Typischerweise bessern sich die Beschwerden durch festen Druck oder Wärme, während Kälte, Zugluft, nasskaltes Wetter, die geringste Berührung, Essen und die Nachtstunden eine Verschlechterung hervorrufen können.

Crotalus

Ähnlich große Schwäche und Energielosigkeit im Rahmen einer Infektionskrankheit finden sich beim homöopathischen Mittel Crotalus horridus, das aus dem Gift der Waldklapperschlange gewonnen wird. Diese Arznei zeichnet sich durch die Erschöpfung des Abwehrsystems und der Lebenskraft aus. Ähnlich wie bei Echinacea zählen eitrige Hautentzündungen, Rotlauf (Erysipel) und Blutvergiftung (Sepsis) zu ihren Heilanzeigen (Indikationen). Eine deutliche Verschlechterung der Symptome tritt hierbei jedoch gleich nach dem Erwachen auf.

Lachesis

Aus dem Gift der Buschmeisterschlange wird das Mittel Lachesis muta hergestellt. Es ist eine wichtige Alternative bei entzündlichen und eitrigen Prozessen der Haut und der Schleimhäute. Haut und Schleimhautareal sind dabei oft charakteristisch blaurot bis schwärzlich (livide) gefärbt und überhitzt. Mandelentzündung (Tonsillitis), Eiterbeulen (Karbunkel) oder Rachenentzündungen (Pharyngitis) zählen zu den Anwendungsgebieten von Lachesis muta. Es wirkt vor allem bei warmblütigen, geistig sehr regen Personen, die sehr leidenschaftlich und redselig sind und meist über eine sehr lebhafte Phantasie verfügen. Beschwerden finden sich meist vor allem an der linken Körperseite. Tritt Fieber auf, so ist dies durch Schweißlosigkeit und trockener Haut gekennzeichnet. Die Beschwerden bessern sich bei Absonderung von Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Speichel, Bronchialschleim, Menstruationsblut), beim Trinken von kalten Getränken und an der frischen Luft. Schlaf, schwüles Wetter und Wärme können eine Verschlechterung der Symptomatik bewirken.

Acidum aceticum

Das bekannte Mittel aus weißem Arsenik (Acidum arsenicosum), kann ebenfalls eine Option bei Erkrankungen der Atemwege darstellen, besonders wenn diese von großer Schwäche, Abmagerung und fortschreitender Entkräftung begleitet sind. Typisch für Arsenicum album ist die Ruhelosigkeit, der Ekel vor dem Essen, der unstillbare Durst, das Jucken und Brennender Haut und die Furcht vor dem Tode. Erleichterung bringen trockene Wärme, das Trinken von kleinen Schlucken kalten Wassers sowie das Trinken von Milch bei Magenschmerzen. Nachts, in Ruhe, bei Kälte, an der frischen Luft, bei Druck und bei Berührung können sich die Symptome verstärken.

Baptisia

Die homöopathische Arznei Baptisia tinctoria aus dem wilden Indigo zählt zu den wichtigen Alternativen bei hoch fieberhaften, vor allem bakteriellen Krankheiten, bei denen die Erreger bereits bis zur Blutbahn vorgedrungen sind oder kurz davor stehen, diese zu erreichen. So zählen Blutvergiftung (Sepsis), schmerzlose Mandelentzündung (Tonsillitis) mit stinkendem Mundgeruch, Kindbettfieber (Puerperalsepsis), Magenschleimhautentzündung (Gastritis) zu den Heilanzeigen. Klassischerweise zeigen sich stinkende Absonderungen (zum Beispiel Schweiß, Stuhl, Urin), eine hochrote Färbung des Gesichtes, geistige Benommenheit und ausgeprägte Kraftlosigkeit. Feuchte Hitze, Nebel, Zimmerwärme und Bewegung können Verschlechterungen bewirken. [1][2][3][4]

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Mittel Echinacea angustifolia wird aus der frischen, zur Blütezeit gesammelten, ganzen Pflanze des schmalblättrigen Sonnenhutes anhand den Vorschriften 2a und 7 des homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt. [1]

Echinacea angustifolia ist eine bis zu 70 Zentimeter hohe, ausdauernde Pflanze aus der Gattung der Sonnenhüte (Echinacea) der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae).Echinacea angustifolia bevorzugt für ihr Wachstum trockene Abhänge und kalkhaltigen Untergrund in prärieartigen Landschaften. Zur Blütezeit von Mai bis August erscheinen die von purpurrötlichen oder weißen Strahlenblüten umrahmten, typischerweise köpfchenförmigen Blütenstände. Der kugelartigen Form dieser Blütenstände verdankt die Gattung der Sonnenhüte (Echinacea) ihren Namen, vergleiche griechisch „echinos“ = Igel.
Die heilsamen Eigenschaften des schmalblättrigen Sonnenhutes sind in der amerikanischen Volksmedizin schon lange bekannt und wurden bevorzugt zur Behandlung von Wunden verwendet, um eine spätere Infektion der Wunde und des Körpers zu verhindern. Auch wenn eine solche Infektion schon erfolgt war, wurde Echinacea, in Form eines frischen Pflanzenbreis, in alkoholischer Lösung oder als Tee innerlich wie auch äußerlich angewandt. Zu den volkstümlich gebräuchlichen Anwendungen zählt ebenso der Einsatz bei fieberhaften Erkrankungen, bei Blutvergiftungen (Sepsis), bei Mandelentzündungen (Tonsillitis) und bei eitrigen Geschwüre und abgekapselten Eiteransammlungen (Abszessen) auf der Haut. [6]
In der heutigen europäischen Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) hat sich ein naher Verwandter des schmalblättrigen Sonnenhutes, nämlich der purpurne Sonnenhut (Echinaceapurpurea) durchgesetzt, wovon Frischpresssäfte, Extrakte, Tees und alkoholische Tinkturen sich im Handel befinden. Beide Arten ähneln sich nicht nur ihrem Aussehen nach, sondern auch ihrer Wirkung und der davon abgeleiteten Anwendungsgebiete: Beide werden heute noch aufgrund ihrer abwehrsteigernden(immunstimulierenden) Wirkungen zur unterstützenden Therapie bei Erkältung und Grippe geschätzt. Von Echinacea angustifolia wird in der Pflanzenheilkunde heute die frische oder getrocknete Wurzel zur Weiterverarbeitungen verwendet, derenentzündungshemmenden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften als wissenschaftlich gesichert gelten. In kontrollierten klinischen Studien mit Grippepatienten konnte zum Beispiel die Wirksamkeit einer Zubereitung aus Echinacea angustifolia bestätigt werden, die Krankheitsdauer war signifikant verkürzt. [7][8]
Ähnlich wie für die niedrigen homöopathischen Potenzen gilt auch für alle anderen Echinacea-Präparate, dass diese nicht bei systemischen Erkrankungen wie der AIDS-Erkrankung, der Tuberkulose, der multiplen Sklerose oder bei Leukämie eingesetzt werden sollten.