Globuli von D bis F

Euphorbium Globuli

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Euphorbium, auch Wolfsmilch genannt, ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus dem gehärteten Milchsaft dieser giftigen Pflanze gewonnen wird. Sie wächst auf den kanarischen Inseln und in Afrika. Die Arznei hat eine ausgeprägte Wirkung auf die Atemwege, Haut und Schleimhäute. Ausschlaggebend ist das Leitsymptom der heftigen brennenden Schmerzen. Die Heilwirkung auf den Organismus soll über mehrere Wochen anhalten.[1][3][5]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Dieses Mittel kann bei Kranken angezeigt sein, die während der Atmung unter Beklemmungen leiden, welche mit dem Gefühl verbunden sind, als wäre der Brustkorb zu klein. Die Patienten sind wenig belastbar und fühlen sich durch jede Anstrengung müde und schlapp.

Wo wirkt es?: Euhorbium wirkt hauptsächlich auf Haut- und Schleimhautund die Atmungsorgane. Brennende Schmerzen in denKnochen und Gliederschmerzen, die eine Schwäche in den Gelenken verursachen, gelten als typische Krankheitszeichen dieser Arznei.

In welchem Alter?: Das homöopathische Arzneimittel Euphorbium kann in jedem Lebensalter eingesetzt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Hartnäckige Hautausschläge, juckende Flechten (Ekzeme), Wundrosen (Erysipel) mit Blasenbildung, Geschwüre der Haut.
  • Beklemmende Atmung mit krampfhaftem trockenem Husten und heftigem Fließschnupfen der begleitet wird von schrecklich, brennendem Schmerzen.
  • Gliederschmerzen mit lähmungsartiger Schwäche in den Gelenken.
  • Unerträglich brennende Tumorschmerzen oder Schmerzen im Bereich der Geschwulst.[1][2][3][4]

Verbesserung: Erlangen die Patienten durch fortgesetzte Bewegung, Anwendungen mit Olivenöl und Kälte können die Beschwerden lindern. [3]

Verschlechterung: Die Symptome verschlechtern sich in der Ruhe, im Sitzen und bei Berührung. Schlimmer bei Beginn der Bewegung.[3][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, die in ihrer Krankheit Euphorbium benötigen, können in Gesellschaft sehr ernst und schweigsam sein. Sie sind in sich gekehrt, zurückhaltend und eher reserviert.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen, als würde der Kopf auseinander gepresst werden. Heftig drückenden Kopfschmerzen. Rote brennende Wangen mit gelben, schmerzhaft brennenden Bläschen. Auch auf der Kopfhaut befinden sich brennende entzündliche Stellen (Erysipel). Morgens beim Erwachen können die Augen von Absonderungen verklebt und entzündet sein.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Jucken in der Nase mit schleimig- scharfen Absonderungen aus dem Nasen-Rachenraum. Anschwellung der Nasenschleimhäute. Häufiges Niesen oder vergeblicher Niesreiz.Beklemmende Atmung, als würde der Brustkorb nicht weit genug gedehnt werden können. Krampfhafter, trockener Husten bei Tag und in der Nacht (Asthma). Oder auch trockener hohler Husten (Krupphusten) mit Kitzeln in der Brust.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Verlangen nach kalten Getränken. Brennen wie Feuer in Magen und Bauch (Abdomen). Morgens empfindet der Kranke ein Leeregefühl im Bauch (Abdomen). Brennender wunder Schmerz um den After.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufiger Urindrang mit geringem Urinabgang.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Erektion ohne sexuelles Verlangen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Scharlachrote juckende Streifen am Unterarm. Eine Spannung im Schultergelenk, als wäre es gelähmt. Jede Bewegung verstärkt dieses unangenehme Gefühl. Nächtliche Schmerzen in den Oberschenkeln und Hüftknochen, brennend, wie verrenkt.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Brennendes Jucken auf der Haut, welches zum Kratzen veranlasst. Gelbe Blasen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. Die Haut ist gerötet und brennend (Erysipel). Dauerhafte (chronische) oder wiederkehrende Geschwüre auf der Haut mit beißenden, brennenden Schmerzen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frostigkeit und Schauder über den ganzen Körper.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schläft mit weit über dem Kopf ausgestreckten Armen. Bis Mitternacht schlaflos mit Umherwälzen im Bett und brausen vor den Ohren. Nächtliches Zusammenfahren wie durch einen elektrischen Schlag. Erwachen durch ängstliche, lebhafte Träume.

[1][2][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Acidum Nitricum

Auch die Säure (Salpetersäure) von Nitricum acidum weist eine ausgeprägte Verwandtschaft zu den Schleimhäuten auf, besonders im Bereich des Afters und Mundes. Die Patienten sind sehr geschwächt, zittern und schaudern. Die Sekrete verursachen Hautrötungen, sind scharf und übelriechend. Nitricum acidum passt auf Patienten, die zu wiederkehrenden (chronischen) Erkältungen und Durchfall neigen. Sie haben Risse am After, die besonders schmerzen, während der Patient Stuhl absetzt.

Sulfur

Der Schwefel hat seine Hauptwirkungen bei juckenden, brennenden Hauterkrankungen, die durch Wärme hervorgerufen werden. Patienten, die Sulfur benötigen, können eine Abneigung gegen Wasser zeige. Die Patienten müssen in Bewegung sein, Stillstand ist für sie unangenehm. Es können Patienten sein, für die das Denken schwierig erscheint, begleitet von einer Vergesslichkeit für Dinge, die sie gerade tun wollten oder getan haben. (Ultrakurzzeit Gedächtnis).Alle Absonderungen und Körperausdünstungen stinken oder riechen übel. Der Appetit ist gut, doch der Körper dünn oder mager, der Patient nimmt nicht gut zu.Sulfur Patienten leiden oft unter chronischen Beschwerden, die immer wieder akut aufflammen und nie wirklich ausheilen, was der Natur einer chronischen Erkrankung entspricht.

Colchicum autumnale

Colchicum, die Herbstzeitlose, wirkt lindernd bei Schmerzen die reißend sind, besonders abends oder in der Nacht. Das Anstoßen der Zehen gegen einen harten Gegenstand ist äußerst schmerzhaft. Weder Berührungen noch Bewegungen können ertragen werden. Die Patienten fühlen sich kalt, sind übermüdet von langen Nachtwachen oder zu langem Studieren. Der Geruch von Speisen verursacht Übelkeitbis hin zur Ohnmacht, trotz heftigem Verlangen nach verschiedenen Speisen. Die Hautausschläge im Gesicht sind erhaben und fleckig.

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Einzelmittel Euphorbium wird zur Blütezeit der Pflanze hergestellt. Die Stämme der Pflanze werden angeritzt, um den weißen Milchsaft herausfließen zu lassen. Dieser Saft wird dann an der Sonne getrocknet. Diese gelbbraune Masse wird geformt oder zu Pulver verrieben. Dieses Pulver ist so scharf und reizend, dass die Sammler Nase und Mund schützen müssen, um nicht an heftig entzündlichen Reizungen der Atemwege zu erkranken. Früher wurde der Saft der Pflanze auch als blasenziehendes Mittel auf Pflastern und in Salben eingesetzt. Wegen der zu stark hautreizenden Wirkung verwendet man es heute nicht mehr. [7]