Globuli von D bis F

Filix Globuli

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Für die Arznei Filix liegt im Gegensatz zu vielen anderen homöopathischen Arzneien keine oder nur eine unzureichende und ungenügende homöopathische Arzneimittelprüfung (AMP) vor. Für eine homöopathische Verordnung ist es eine unverzichtbare Voraussetzung, dass die Symptome einer Arznei an mehreren gesunden Menschen beiderlei Geschlechts geprüft werden. Dies nennt man Arzneimittelprüfung. Für die Informationen zur Heilwirkung dieser homöopathischen Arznei wurde die Heilwirkung der getrockneten Droge als Tee, Tinktur, Tropfen, Salbe, Umschläge oder Aromaöl übernommen, sowie weitere Symptome aus der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Es ist allerdings fraglich, ob die rein gedankliche Ableitung der Heilkraft von Filix von der Pflanzenheilkunde auf ein homöopathisch potenziertes Mittel zuverlässig eingeschätzt werden kann. Es gibt keine oder nur wenig Informationen zur homöopathischen Wirksamkeit und Symptomatik der Arznei Filix. Dieser Artikel beschränkt sich auf Informationen zu den Heilanwendungen als Substanz, die mehrfach in der Literatur zu finden sind.

Bei dem homöopathischen Mittel Filix handelt es sich um den Wurmfarn, lateinisch Dryopteris Filix mas. Die Blätter dieses Farnes sind mehrfach gefiedert, an der helleren Unterseite finden sich die Sporenkapseln. Er ist inzwischen weltweit verbreitet und wächst vor allem in Wäldern bis in höhere Bergregionen hinein. Seinen Namen hat er durch seine charakteristische Verwendung als wurm- und bandwurmtreibendes Mittel (Taenifugium) in der Volksheilkunde seit der Antike. Da es aufgrund der geringen therapeutischen Breite immer wieder zu Vergiftungen kam, beschränkt sich die Anwendung heutzutage auf die Homöopathie.[1] Zur Herstellung von Filix Globuli wird der innere Teil der Wurzel verwendet.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Bei allen Beschwerden mit Würmern oder Bandwürmer kann Filix Linderung verschaffen. Wenn andere Symptome auftreten, findet sich parallel häufig auch ein Wurmbefall. Insbesondere bei Verstopfung und aufgeblähtem Unterleib scheint Filix hilfreich sein zu können. Auch in Fällen von Blindheit wurde es bisweilen eingesetzt, außerdem gehören Lymphdrüsenschwellungen oder Lungentuberkulose zum therapeutischen Spektrum des Mittels. Es gibt Hinweise, dass Filix möglicherweise bei drohender Fehlgeburt oder Sterilität (Unfruchtbarkeit) wirkt. Bei ungeklärten, ernsthafteren Beschwerden in diesen Bereichen ist es natürlich grundsätzlich angeraten, einen Arzt für eine erweiterte Diagnostik und gegebenenfalls Behandlung aufzusuchen.[3][4]

Wo wirkt es?: Die wesentliche Wirkung entfaltet das Mittel im Verdauungsbereich, dabei besonders im Enddarm(Rektum). [5]

In welchem Alter?: Grundsätzlich können Filix Globuli in jedem Lebensalter eingenommen werden, es scheint jedoch häufig bei jungen Frauen Verwendung gefunden zu haben.[2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Filix Patienten leiden häufig unter einem ausgeprägten Gefühl von Schwäche, oft ist auch ein intensives Zittern festzustellen. Krampfartige Zustände, vor allem an Händen und Füßen, werden beschrieben. Wenn die spastischen Erscheinungen mit einer allgemeinen Schläfrigkeit einhergehen, ist es ein Zustand, der durchaus lebensbedrohliche Ausmaße annehmen kann.[4]

Verbesserung: Die häufigen Beschwerden von Enge im Unterbauch haben sich nach Angaben von Betroffenen gebessert durch Bewegung an der frischen Luft sowie den Aufenthalt in einem türkischen Bad (Dampfbad). In manchen Fällen, in denen ein Taubheitsgefühl im Arm beklagt wurde, konnte dieses durch den Genuss von Kaffee gelindert werden.

Verschlechterung: Die meisten der Beschwerden im Verdauungsbereich scheinen sich durch das Essen von Süßigkeiten zu verschlimmern.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Filix Kranke sind häufig leicht reizbar oder verärgert. Außerdem können große Angst und drohender Verlust des Bewusstseins auftreten.[6]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Verschiedene Betroffene berichten über Zustände von starkem Schwindel. Es kann eine einseitige Erblindung vorkommen. Einige Filix Patienten beklagen ein juckendes Gefühl der Nase.[4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht erscheint oft blass, mit blauen Ringen um die Augen. Nicht selten kommt es zu einem pelzigen Gefühl auf der Zunge.[6]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig wird über einen schmerzlosen Schluckauf berichtet, der 10 Minuten nach den Mahlzeiten einsetzt und bis zu einer halben Stunde anhält. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Betroffene klagen gelegentlich über ein Engegefühl im linken Unterbauch, das sich zur Mitte des Bauches ausbreitet und zu Atembeschwerden führen kann. Filix Kranke leiden häufig unter einem aufgeblähten Unterbauch, außerdem – besonders nach dem Genuss von Süßigkeiten – unter nagenden und bohrenden Bauchschmerzen. Es liegt oft ein starker Stuhldrang vor, bei dem meistens jedoch nur kleine Mengen an breiigem Stuhl produziert werden.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Filix kann eingesetzt werden bei zu starker Menstruation. Möglicherweise kann es auch bei drohendem Verlust des Fötus (Abort) und bei Unfruchtbarkeit eingesetzt werden.[2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

An den oberen Extremitäten werden Taubheitsgefühle geschildert, als ob die jeweiligen Muskeln versagen würden. Die Taubheit kann an beiden Handrücken auftreten und sich bis zu Ellenbogen hochziehen oder an der Vorderseite der rechten Schulter bzw. sogar der rechten Seite des Scheitels wahrnehmbar sein.[6]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wenn Fieber auftritt, kann es bei Filix Patienten zu einer heftigen Starre kommen, häufig begleitet von starken Schmerzen im Unterbauch mit Durchfall und lang anhaltendem Erbrechen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf wird häufig als sehr tief beschrieben.[4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Cina

Cina Globuli werden aus dem Samen des Zittwer oder auch Wurmsamen hergestellt, einer Pflanzen aus der Familie der Beifußgewächse. Die pflanzenheilkundliche wie auch homöopathische Hauptwirkung gilt dem Befall von Darmparasiten, insbesondere Würmern. Ähnlich wie Filix Patienten leiden Cina Kranke demnach unter starken Krämpfen im Verdauungsbereich, begleitet von Übelkeit und Erbrechen, manchmal Heißhunger. Augenbeschwerden sind ebenfalls möglich, reichen jedoch nicht bis zur Blindheit, sondern beschränken sich eher auf Schielen oder Schwierigkeiten beim scharfen Sehen im Wechsel von Nähe und Distanz (Akkomodationsstörungen). Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der Art der Schlafstörungen, da Cina Patienten unter nächtlicher Unruhe und Schlaflosigkeit leiden, während Filix Kranke einen extrem tiefen Schlaf haben.[7]

Nux vomica

Nux vomica Globuli werden aus den Samen der Brechnuss angefertigt, ihre heilsame Wirkung bezieht sich besonders auf den Verdauungsbereich und das Nervensystem. Nuv vomica Patienten leiden unter allen möglichen Verdauungsbeschwerden von Blähungen, Krämpfen, Sodbrennen, Übelkeit und Brechreiz. Sie sind häufig sehr reizbar und neigen zu Ausbrüchen von Jähzorn. Eine Verschlechterung ihres Zustandes tritt nach dem übermäßigen Gebrauch von Genuß-, Nahrungs- und Rauschmitteln sowie durch Ärger und geistige Anstrengungen ein, während bei Filix Kranken lediglich durch Süßigkeiten eine Verschlimmerung beobachtet wurde.[8]

Ipecacuanha

Ipecacuanha Globuli gehen auf die Wurzel der sog. Brechwurz zurück, einer südamerikanischen Pflanze aus der Familie der Rötegewächse. Betroffene leiden unter Übelkeit und starkem Brechreiz, sowie an allen möglichen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Auch sie sind oft schlecht gelaunt, gereizt oder ängstlich. Wenn Kopfschmerzen auftreten, steigern sich diese schnell zu Migräne, die mit straker Übelkeit einhergeht. Im Gegensatz zu Filix Kranken kommen bei Ipecacuanha Patienten auch häufig Reiz- und Keuchhusten vor, die meist von Atemnot, Erstickungsgefühlen und Übelkeit begleitet werden. Außerdem findet nicht nur durch Süßigkeiten eine Verschlimmerung statt wie bei Filix Kranken, sondern auch durch Obst, Salat, Schweinefleisch, bei feuchtwarmem Wetter, durch Bewegung und während der Nacht.[9]