Globuli von C bis C

Cina Globuli

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Cina (Cina maritima oder Artemisia cina) wird manchmal auch Zitwerblüte genannt und gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Diese krautige Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe von etwa einem halben Meter und ist in Westasien und Osteuropa beheimatet. Nach Überlieferungen war die persische Königin Artemisia die Namensgeberin dieser Pflanzenart, da sie für ihre botanischen Kenntnisse bekannt war. In der Homöopathie werden getrocknete Blütenköpfe, die kurz vor dem Aufblühen stehen, verwendet. Früher wurde Artemisia cina gegen Darmparasiten und Darmwürmer eingenommen und auch heute noch findet man Wirkstoffe von Cina in Wurmmitteln [1][2][3][4].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Insbesondere bei übererregten Kindern, die nervös gereizt sind und zu heftigen Muskelkrämpfen neigen, kommt das homöopathische Mittel zum Einsatz. Auch bei einer Angst vor der Nacht und nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) könnte Cina hilfreich sein. Cina-Patienten neigen zu einer extremen Unruhe und inneren Anspannung, und ertragen es nicht, berührt oder gehalten zu werden. Auf Berührungen können sie panikartig reagieren und ohnmächtig werden. Die Betroffenen verspüren meist eine große unbegründete Angst, die sich nachts verschlimmert. Daher schlafen sie schlecht, knirschen mit den Zähnen, wachen während der Nacht häufig auf und haben eine allgemeine Angst vor der Nacht. Cina-Globuli können bei Wurmbefall und den damit einhergehenden Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfe und Jucken am After, hilfreich sein. Cina kann die Muskulatur beeinflussen und kann deshalb bei Muskelzucken, oder unterstützend bei Muskelkrämpfen eingenommen werden [3][4].

Wo wirkt es?: Aufgrund der Wirkungsweise kann Cina positiv auf den Verdauungstrakt wirken, insbesondere wenn die Patienten unter Wurmbefall mit Heißhunger, Übelkeit und Abmagerung leiden. Bei Erkältungskrankheiten mit heftigen Hustenanfällen, können Cina-Globuli die Beschwerden der Atemwege lindern. Zudem können Cina-Globuli das Gemüt und Nervensystem positiv beeinflussen. Die Muskulatur der Arme und Beine (Extremitäten) und der Gebärmutter neigen zu plötzlichen, schmerzlosen Zuckungen, die durch Cina gelindert werden können [3].

In welchem Alter?: Cina-Globuli können prinzipiell in jedem Lebensalter verabreicht werden. Insbesondere aber bei sehr nervös gereizten Kindern mit Wurmbefall kommt Cina zum Einsatz. Die meiste Zeit über sind sie schlecht gelaunt, von einer inneren Unruhe geplagt und haben häufig eine unerklärbare Angst [3][4].

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Folgende Beschwerden von Cina-Patienten können als Leitsymptome genannt werden:

  • Die Einnahme von Cina-Globuli kann eine unterstützende Maßnahme bei der Behandlung und Nachsorge von Wurmbefall im Magen-Darm-Trakt sein. Bei einer Infektion mit Darmwürmern kann es zu Beschwerden wie schneidende Bauchschmerzen, Krämpfen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Oft leiden die Betroffenen an Episoden von Durchfällen, gefolgt von Verstopfungen. Zudem tritt ein heftiges Jucken am After auf und Cina-Patienten magern sehr häufig ab.
  • Cina-Patienten zeichnen sich durch eine starke innere Unruhe und Anspannung aus. Die unerklärbaren Angstzustände führen zu einer Panikneigung und lösen bei den Patienten ein Ohnmachtsgefühl aus. Auch das launische Gemüt und die depressive Verstimmung der Betroffenen, kann durch die Gabe von Cina-Globuli gebessert werden.
  • Insbesondere Kinder haben eine Angst vor der Nacht, leiden unter Zähneknirschen (Bruxismus) und wachen häufig schreiend und unter Tränen auf (Pavor nocturnus oder „Nachtschreck“). Zudem sind sie die meiste Zeit schlecht gelaunt, weigern sich zu spielen und wollen weder gehalten noch liebkost werden.
  • Häufig treten Sehstörungen, wie Schielen oder gestörtes Farbsehen auf. Auch der Wechsel von Nah- auf Fernsicht (Akkommodation) kann gestört sein.
  • Die Muskulatur der Arme und Beine neigt zu spontanen, schmerzlosen, aber unkontrollierbaren Zuckungen. Sind Cina-Patienten stark gereizt oder werden sie berührt kann es zu Krämpfen an Händen und Füßen kommen [1][3][4].

Verbesserung: Bei Bewegung und Druck auf den Bauch, beispielsweise durch Bauchlage, kann eine Besserung erzielt werden.

Verschlechterung: Die Beschwerden verschlechtern sich vorwiegend nachts, bei Nähe und Berührung, durch direkte Sonneneinstrahlung und Wut [5].

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cina-Patienten sind äußerst stur und wollen ständig ihren Willen durchsetzen. Sie sind schlecht gelaunt und werden sofort wütend, wenn sie berührt oder angesehen werden, sind aber auch häufig von Schuldgefühlen geplagt und empfinden sich selber als hässlich. Die Betroffenen sind eher depressiv verstimmt, sehr unruhig, ängstlich und neigen zu Wutanfällen [1][5].

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Bewegung in der freien Luft kann es zu betäubenden Kopfschmerzen kommen, insbesondere an der Stirn, aber auch am Hinterkopf. Beim Bücken wird der Kopfschmerz gemildert [6].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sind Cina-Patienten gesund, sehen sie kräftig aus und haben gerötete Wangen. Während einer Krankheit ist der Gesichtsteint jedoch blass mit dunklen Augenringen, die Wangen sind wegen des Fiebers heiß und gerötet. Immer wieder zucken die Muskeln im Mundwinkel und an den Augen. Die Betroffenen leiden an zwanghaftem Nasenbohren, bis die Nase zu bluten beginnt. Beim Aufstehen aus dem Bett wird ihnen schwarz vor Augen. Häufig treten bei Cina-Patienten Sehstörungen auf [3][5][6].

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einer Erkältungserkrankung kann es zu einem schweren, würgenden Husten oder Hustenanfall kommen (Keuchhusten, Pseudo-Krupp Husten, Bronchitis). Kinder jammern nach dem Hustenanfall über Schmerzen in der Brust. Die Betroffenen versteifen durch den Husten den gesamten Körper, aufgrund eines Hustenanfalls kann es auch zu Krämpfen kommen [4].

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Nach den Mahlzeiten tritt ein Übelkeitsgefühl auf, die Übelkeit kann Durchfälle und Erbrechen auslösen. Der Bauch ist hart, aufgebläht und verursacht schneidende Schmerzen. Cina-Patienten neigen zu Wurmbefall und leiden dabei unter einem starken Juckreiz am After, Durchfallepisoden wechseln sich mit Verstopfung ab, zudem magern Betroffene zunehmend ab [1][5].

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene haben den ganzen Tag über den Drang zu urinieren, dabei geht reichlich, eher trüber Harn ab. Kinder nässen häufig in der Nacht das Bett ein, obwohl sie sonst keine Windeln mehr benötigen [5][6].

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei der weiblichen Cina-Patientin setzt die Menstruation zu früh ein, zudem verliert sie während der Regelblutung reichlich Blut [6].

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durch Berührung oder wenn Patienten gereizt werden, tritt ein Muskelzucken an Händen und Füßen auf, die sich sogar verkrampfen können. Im Allgemeinen neigt die Muskulatur an Armen und Beinen zu spontanen schmerzlosen Zuckungen. Im Nacken macht sich häufig ein Lähmungsgefühl breit und ein ziehender Schmerz kann zusätzlich der Wirbelsäule entlang hinunterwandern[3][4][6].

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cina-Patienten verspüren häufig ein Jucken auf der Haut, das sich durch Kratzen nur gering bessern lässt. Zudem neigen sie zu Entzündungen von Haarwurzeln (Furunkel) und Geschwüre [6].

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wenn die Betroffenen erhöhte Temperatur oder Fieber haben, wird der ganze Körper von kaltem Schweiß bedeckt. Sie frösteln dann sehr und fühlen sich kalt an, mit Ausnahme der heißen und geröteten Wangen. Während des Fiebers macht sich ein großes Hunger- und Durstgefühl breit [5].

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cina-Patienten schlafen äußerst schlecht und wachen während der Nacht mehrmals auf. Insbesondere Kinder haben eine ausgeprägte Angst vor der Nacht, wenn sie schlafen knirschen sie mit den Zähnen und schrecken häufig schreiend und unter Tränen aus dem Schlaf auf[5].

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Natrium phosphoricum

Natriumhydrogenphosphat ist ein Natriumsalz der Phosphorsäure und entsteht wenn Phosphorsäure mit Natronlauge neutralisiert wird. Natrium-Patienten sind wie Cina-Patienten sehr empfindlich, zurückhaltend und sensibel, zeigen jedoch keine Emotionen oder Wutanfälle nach außen. Zudem besitzen auch Natrium-Patienten eine ausgeprägte Angst, die insbesondere nachts durch Alpträume und Verfolgungsgedanken zum Vorschein kommt. Häufig kommt es zu einem Wurmbefall des Magen-Darm-Trakts mit den typischen Symptomen wie Blähungen, heftige Bauchschmerzen und Jucken am Anus. Im Gegensatz zu Artemisia cina dreht sich bei Natrium-Patienten alles um das Thema Übersäuerung. So leiden sie beispielsweise häufig an Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Erbrechen. Durch die Übersäuerung des Körpers treten häufig Blasen- oder Nierensteine auf und es kommt zu Gelenksbeschwerden wie Gicht oder Rheuma [7][8].

Kalium bromatum

Kaliumbromid ist das Kaliumsalz der Bromwasserstoffsäure und ist von Natur aus im Meerwasser zu finden. Kalium-Patienten haben wie Cina-Betroffene einen schlechten und unruhigen Schlaf, sie machen sich vorwiegend nachts viele Sorgen und Gedanken und knirschen mit den Zähnen. Insbesondere Kinder haben oft Alpträume, von denen sie schreiend erwachen. Auch Kalium-Patienten neigen zu Krämpfen, Zittern und Epilepsie. Anders als bei Cina-Patienten sind es jedoch sehr bodenständige und korrekte Persönlichkeiten, die großen Wert auf moralisches Handeln legen. Mit Fortschreiten der Erkrankung werden sie aber auch immer unruhiger, nervöser und ängstlicher [9][10].

Teucrium marum

Teucrium marum wird auch Katzengamander oder Amberpflanze genannt und gehört botanisch zu den Lippenblütlern. Teucrium-Patienten wirken nach außen hin sehr fröhlich und temperamentvoll, innerlich sind sie jedoch sehr nervös, erregt und haben zitternde Gliedmaßen. Sie können aber auch depressiv verstimmt und melancholisch sein. Wie Cina-Patienten neigen sie zu Wurmbefall des Magen-Darm-Trakts mit heftigen Blähungen und Juckreiz am After. Auch Teucrium-Patienten schlafen sehr unruhig und wachen ständig wieder auf. Aufgrund von Hunger und Alpträumen kommen sie einfach nicht zu Ruhe [11].

Hintergrundinformationen

Cina, auch Wurmsamen oder Zitwerblüte genannt, gehört botanisch zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Zitwerblüte fühlt sich in Steppen wohl und ist in Westasien und Osteuropa beheimatet. Der Halbstrauch kann bis zu 50 Zentimeter groß werden. Die Blätter sind blaugrün und fiederteilig, die Blüten klein, bräunlich und in Rispen angeordnet. In der Homöopathie werden die getrockneten Blütenköpfchen verwendet, die kurz vor dem Aufblühenstanden. Die Zitwerblüte ist giftig und darf deshalb nur in Fertigpräparaten verabreicht beziehungsweise in der Homöopathie angewendet werden. Das in der Cina maritima enthaltene Santonin kommt heute noch in wirksamen Wurmmitteln vor. Eine Überdosierung von Santonin kann jedoch Nervenzellen töten (neurotoxisch) und Halluzinationen verursachen (halluzinogen). Die für einen Erwachsenen tödliche Dosis Santonin beträgt 15 mg/kg Körpergewicht, das entspricht einer Menge von etwa zehn getrockneten Zitwerblüten [3][12][13][14].