Globuli von C bis C

Condurango Globuli

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Das homöopathische Arzneimittel Condurango Globuli wird aus der Tinktur des Kundurango-Strauches (Kondorpflanze) hergestellt. Der Strauch ist in den westlichen Kordilleren, einer Gebirgskette Nord- und Südamerikas, unter anderem in Ecuador, heimisch. Die Pflanze ist auch unter den Namen „Kondorpflanze“ oder „Geierpflanze“ bekannt. Die Pflanze enthält Bitterstoffe, regt die Speicheldrüsen und Verdauungsdrüsen an und wird daher in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) innerlich bei Appetitlosigkeit und bei Verdauungsstörungen angewendet. Die Arznei hat eine ausgeprägte Wirkung auf den Magen-Darmtrakt, die Haut und die Schleimhäute.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Condurango Globuli können angezeigt sein bei Menschen, die an schwerwiegenden Erkrankungen des Magens oder des Darmes leiden. Der Kranke kann zudem schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln oder an anderen Körperöffnungen aufweisen, dort wo die Haut in die Schleimhäute übergeht.

Wo wirkt es?: Condurango wirkt auf den Magen und Darm sowie die Haut und die Schleimhäute. Darüber hinaus kann es bei bösartigen Krankheitszuständen zur Anwendung kommen.

In welchem Alter?: Condurango Globuli können in jedem Lebensalter angewendet werden. Aufgrund der typischen Krankheitszustände und klinischen Erfahrungen ist die Arznei allerdings öfter im mittleren und höheren Lebensalter angezeigt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schmerzhafte Magenleiden
  • Schmerzhafte Risse (Fissuren) an den Übergängen von Haut zu Schleimhaut (z.B. in den Mundwinkeln)
  • Tumore des Verdauungstraktes und der Haut [1][2][3]

Verbesserung:

Verschlechterung:Morgens und nach dem Aufstehen, abends, nachts im Bett. Verschlechterung der Beschwerden außerdem durch Tabakrauchen und beim Fahren im Wagen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bösartige Wucherung (Epitheliom) an der (linken) Seite der Nase

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Röte von Lippen und Zunge. Wundheit und Aufspringen der Mundwinkel. Schmerzhafte Risse in den Mundwinkeln.Geschwüre der Zunge mit gezackten Rändern. Schmerzhafte Pusteln an der Zungenspitze. Geschwüre und Verhärtungen des Magens. Erbrechen der Speisen und andauernder brennender Schmerz im Magen oder linken Oberbauch. Verengung (Striktur) der Speiseröhre (Ösophagus), verursacht z.B. durch einen Tumor, mit brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein. Das Essen scheint dort stecken zu bleiben. Verhärtungen im linken Oberbauch. Tiefe Risse (Rhagaden) am

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tiefe, blutende Risse (Fissuren) bilden sich an den Haut- und Schleimhautübergängen der Körperöffnungen. Bösartige Wucherungen der Haut (Epitheliome) an der Lippe, der Nase oder am After. Geschwüriges Stadium bei Tumoren der Haut, wenn es zur Rissbildung kommt. Tumor der Brust.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Bösartige Magenerkrankungen mit zunehmender Schwäche, Todesangst, Unruhe und Kälteempfindlichkeit. Heftigste Magenschmerzen. Brennen wie Feuer im Magen, aber gebessert durch Hitze und warme Anwendungen, warme Speisen und Getränke. Das Erbrechen bessert sich durch warme Getränke. Der Kranke kann den Geruch oder den Anblick von Speisen nicht vertragen. Großer, brennender Durst auf kaltes Wasser; er trinkt oft, aber wenig auf einmal. Er isst selten, aber dann viel. Der Magen scheint kaltes Wasser nicht zu vertragen, weil er es nicht verdauen kann, es liegt dann wie ein Stein im Magen. Heftiges Verlangen nach Milch. Alles Geschluckte scheint in der Speiseröhre (Ösophagus) steckenzubleiben, die wie verschlossen erscheint und als könne nichts hindurch. Magenschmerzen von der kleinsten Menge Essen oder Trinken. Risse an Mund, Lippen, Zunge, After und an den Fingern. Ausgeprägte Ruhelosigkeit, besonders nachts. Schlechter beim Alleinsein, möchte gehalten werden. Zugleich kann aber Angst vor Menschen oder eine sehr kritische Haltung bestehen. [4][5][11]

Ornithogalum umbellatum

Ornithogalum umbellatum (Doldiger Milchstern) Globuli können angezeigt sein bei Menschen, die an schwerwiegenden und kräftezehrenden Erkrankungen des Magens oder des Darmes leiden. Kranke mitMagen- oder Zwölffingerdarm-Geschwüren, Verhärtungen und Tumoren, mit Übelkeit, Erbrechen und Auftreibung des Bauches. Die Gemütsverfassung kann sehr niedergeschlagen sein. Tiefe Hoffnungslosigkeit und Seufzen vor Kummer sowie Ruhelosigkeit in den Extremitäten können bestehen. Beim Essen das Gefühl, als blieben die Speisen im Magen stecken. Sodbrennen und Hochkommen der Speisen. Dabei können Blähungen bestehen, die wie Kugeln von einer Seite des Bauches zur anderen rollen sowie Appetitverlust, schleimiges Würgen und Abmagerung. Die Schmerzen sind verstärkt, wenn die Nahrung den Magenausgang passiert. Häufiges lautes Aufstoßen, stinkend. Erbrechen kaffesatzartiger Massen (Blut). [6][7]

Hydrastis

Hydrastis (Canadische Gelbwurzel) ist eine weitere Arznei, die bei bestimmten bösartigen Erkrankungen des Verdauungstraktes eingesetzt wird. Die Zunge ist geschwollen, groß und schlaff und weist deutlicheZahneindrücke auf. Geschwüre der Zunge und rissige Ränder. Schwache Verdauung und bitterer Mundgeschmack. Magengeschwüre und bösartige Erkrankungen. Verstopfung mit Schwächegefühl im Magen. Beim Stuhlgang brennender Schmerz der nach dem Stuhlgang lange anhält. Vorfall des Enddarms (Rektumprolaps) und Risse am After. Schon geringer Blutverlust schwächt den Kranken sehr stark. Der Kranke kann sehr niedergeschlagen sein, glaubt sterben zu müssen oder ist launisch und reizbar. Morgens geht es ihm am besten, ab Mittag wird der Kranke reizbar. Geräusche sind ihm unerträglich.[8][12]

Acidum nitricum

Acidum nitricum (Salpetersäure) wirkt auf Magen und Darm und wird ähnlich wie Condurango bei bestimmten Arten von Rissbildungen (Fissuren) eingesetzt. Tiefe blutige Risse an den Körperöffnungen oder in der Mitte der Zunge. Im Mund, auf der Zunge, Blasen und Geschwüre, die leicht bluten. Verlangen nach fetten oder salzigen Speisen. Verstopfung mit Rissen im Enddarm (Rektum). Muss stark pressen, aber es erfolgt wenig Stuhlgang. Risse am After, mit Schmerz während des Stuhlgangs, als würde im Rektum etwas zerrissen. Hervortreten und Bluten der Hämorrhoiden beim Stuhlgang. Heftig schneidende Schmerzen halten nach dem Stuhlgang stundenlang an. Stechende Schmerzen, wie von Splittern. Menschen, die in ihrer Krankheit Acidum nitricum benötigen, können reizbar, halsstarrig oder boshaft sein. Sie sind oft hoffnungslos und verzweifelt mit Furcht vor dem Tod. Berührung, Erschütterung, Schmerz und Geräusche können ihnen unerträglich sein. [13]

Hintergrundinformationen

Die Arznei wird in der Homöopathie in Kliniken von erfahrenen Ärzten eingesetzt bei Verhärtungen und Tumoren im Bereich des Verdauungstraktes. Condurango soll die Verdauungsfunktionen stimulieren und so die allgemeine Gesundheit verbessern. Angewendet wird Condurango bei bösartigen Tumoren, die von den oberen Zellschichten (Epithelzellen) der Haut ausgehen. Ebenso bei Neubildungen an den Haut-Schleimhautgrenzen, Mundwinkeln, Lippen, Zunge, Augenlidern und am After.[9][10]