Globuli von C bis C

Calendula Globuli

© PantherMedia / Liane Matrisch

Das homöopathische Mittel Calendula wird aus der bekannten Heilpflanze Calendula officinalis(Gartenringelblume) gewonnen, an deren Heilanzeigen sich auch die Einsatzmöglichkeiten des Homöopathikums orientieren: Die homöopathische Arznei Calendula ist in erster Linie ein Wundheilmittel, das gerne bei frischenVerletzungen, Operationswunden und beischlecht heilenden Wunden eingesetzt wird.[1] Die innerliche Einnahme des Homöopathikums kann durch die äußerliche Anwendung von homöopathischen Calendulasalben oder -lösungen unterstützt werden.

Bei einer homöopathischen Behandlung mit Calendula sollte darauf geachtet werden, dass manche der unter Anwendungsmöglichkeiten aufgeführten Beschwerden und Erkrankungen einer ärztlichen Begleitung bedürfen. Aus diesem Grund sollte der Arzt von einer beabsichtigten homöopathischen Behandlung mit Calendula in Kenntnis gesetzt werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Calendula wird in erster Linie alsWundheilmittel angewandt. Zu den Heilanzeigen der Arznei Calendula zählenOperationswunden, Risswunden oderWunden mit zerfranstem Gewebe und Komplikationen der Wundheilung wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen, starker Wundschmerz, überschießende Narbenbildung, Wundinfektion oder Geschwürbildung. Auch bei Verbrennungen, Erschöpfung nach Blutverlust oder starken Schmerzen und großer Erkältungsneigung, die mit wiederholten Infekten der oberen Atemwege einhergehen kann, kann das Mittel Calendula angezeigt sein.[1][2]

Wo wirkt es?: Zu den organischen Hauptangriffspunkten werden in erster Linie die Haut gezählt.

In welchem Alter?: Calendula kann bei allen Alterstufen angewandt werden.[1]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Leitsymptome des Homöopathikums Calendula sind die Verletzung der Haut mit Neigung zu Eiterbildung, die gestörte Wundheilung, die extremen Schmerzen des Patienten und die große Erkältungsneigung.[1][2]

Verbesserung: Durch Wärme, bei langsamem Umhergehen und durch Liegen in einem ruhigen Raum.[1][2]

Verschlechterung: Durch feuchtes und wolkiges Wetter, während Schüttelfrost und durch Bewegen der Teile.[1][2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten machen meist einen erschrockenen Eindruck und sind sehr reizbar, wenn sie unter starken Schmerzen leiden. Generell verfügen Personen, bei denen die Arznei besonders gut wirkt, ein besonders starkes Schmerzempfinden, selbst wenn die Wunde klein und unbedeutend erscheint.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Erkältungen, bei denen Calendula helfen kann, gehen typischerweise mit reißenden Kopfschmerzen einher, als würde jemand an dem Kopf des Patienten ziehen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sind bei einem Infekt der oberen Atemwege die Mandeln (Tonsillen) mit befallen, so zeigen sich Symptome vor allem an der rechten Mandel: Sie ist typischerweise vergrößert und schmerzt bei Berührung. Husten ist meist begleitet von grünlich-gelbem Auswurf.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die homöopathische Arznei Calendula kommt bei Wunden wie Operationwunden, Risswundenzum Einsatz, besonders wenn diese mit schlechter Wundheilung, plötzlichen Schmerzen und Komplikationen wie einer Infektion der Wunde, Eiterbildung und Fieber einhergehen. Der Wundbereich kann gelb gefärbt sein, um die Verletzung herum ist die Haut typischerweise gerötet und fühlt sich taub an. Calendula ist eine Option, wenn sich aus nicht heilenden Wunden Geschwüre (Ulzerationen) bilden, die mit örtlicher Reizung, Entzündung und Schorfbildung einhergehen können. Auch alte, vernachlässigte, stinkende Wunden zählen zu den Heilanzeigen sowie das drohende Absterben des Gewebes infolge einer Mangeldurchblutung (Gangrän). Wichtige Hinweise, die auf den Einsatz von Calendula schließen lassen, sind die große Schmerzhaftigkeit – betroffene Stellen fühlen sich bisweilen wie zerschlagen an – und die Neigung zu Eiterungen bei Verletzungen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Fiebert der Patient, so ist er meist sehr kälte- und zugempfindlich. Schüttelfrost kann von einem kalten Schauer, der über den Rücken läuft, begleitet sein. Besonders am Abend kann das Fieber deutlich ansteigen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arnica

Das Mittel Arnica aus der echten Arnika, Arnica montana, ist das am häufigsten verwendete homöopathische Wundheilmittel. Seine therapeutischen Schwerpunkte liegen bei starken Schmerzen, Schwellungen und Blutergüssen (Hämatomen), die durch Schlag, Prellung oder Sturz verursacht worden sind. Zu den klassischen Heilanzeigen zählen auch Kopfverletzungen und Schockzustände nach Verletzungen. Typischerweise ist der Patient unruhig, schätzt die Situation falsch ein und verharmlost selbst schwerste Verletzungen. Kommt es nach Operationen und zahnärztlichen Behandlungen zu Blutung, Schwellung und Schmerzen, kann Arnica angezeigt sein.

Bellis perennis

Die Arznei Bellis, die aus dem Gänseblümchen, Bellis perennis hergestellt wird ist in ihrer Wirkung nach Arnica sehr ähnlich. Im Vordergrund stehen jedoch Verletzungen von tiefer liegenden Organen oder Geweben. So kommt Bellis zum Beispiel bei Verletzungen und Stauchungen von Weichteilen des Beckens und der Bauchregion zum Einsatz, welche zum Beispiel bei Unfällen oder im Rahmen einer Operation entstehen können. Der Patient erlebt seinen Schmerz als quetschend, zerrend und zum Teil auch klopfend.

Hypericum

Hypericum, eine Arznei aus Hypericum perforatum, dem echten Johanniskraut, stellt eine Option bei Stichverletzungen und bei Verletzungen der Nerven oder von nervenreichem Gewebe dar, so zum Beispiel bei Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen, Fingerquetschung und Zahnverletzungen. Typisch sind unerträglich starke, schießende, ausstrahlende oder stechende Schmerzen, die von Missempfindungen und Taubheitsgefühl begleitet sein können.

Staphisagria

Die Domäne der Arznei Staphisagria, die aus dem Stephanskraut, Delphinium staphisagria hergestellt wird, sind Stich- und Schnittverletzungen durch scharfe Gegenstände wie zum Beispiel Messer oder Glasscherben. Der Schmerz ist meist von brennendem oder schneidendem Charakter, der durch Wärme gebessert, von Berührung aber verstärkt werden kann.

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Mittel Calendula wird aus den zur Blütezeit geernteten frischen oberirdischen Anteilen(Blütenköpfe samt Stängel und Blätter) von Calendula officinalis anhand der Vorschrift 3a des homöopathischen Arzneibuches (HAB) hergestellt.[4]

Calendula officinalis kommt in Mittel-, Ost- und Südeuropa vor und bevorzugt für ihr Wachstum warme, nährstoffreiche Böden. Zunächst wahrscheinlich nur im Mittelmeerraum heimisch, verdankt sie ihre Verbreitung der frühen Nutzung als Zierpflanze und Heilkraut.Calendula officinalis wird der botanischen Familie der Korbblütler (Asteraceae) und innerhalb dieser der Gattung der Ringelblumen (Calendula) zugeordnet. Bekannt ist sie unter der deutschen Bezeichnung Gartenringelblume (meist abgekürzt als „Ringelblume“), synonym werden auch die Namen Goldblume, Sonnenwendblume und Totenblume verwendet. Als Zierpflanze ist sie aufgrund ihrer lebendigen, gelben bis orangegelben Blütenköpfe beliebt, die sich in der Blütezeit von Juni bis Oktober zeigen. Die Pflanze wächst meist einjährig und überwintert bisweilen nur in wärmeren Regionen.[5]
Als Heilpflanze wird sie in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) hauptsächlich als Wundheilmittel, fernerbei Venenleiden, Hauterkrankungen und bei Lebererkrankungen innerlich in Form von Tees und Tinkturen und äußerlich in Form von Salben, Spülungen und Ölen eingesetzt.[6]