Globuli von C bis C

Caladium seguinum Globuli

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Das homöopathische Mittel Caladium seguinum wird aus einer Pflanze hergestellt, die vor allem an Flüssen und Bächen im Westen Indiens wächst. Die Staude kann bis zu zwei Meter hoch werden und auch ihre feinen langen Blätter werden bis zu 50 cm lang. Die Blüten sind blassgrün, purpurrot und gelblich und haben am oberen Ende viereckige warzenartige Drüsen.

Als homöopathisches Mittel ist Caladium seguinum schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Es wird vor allem bei Juckreiz der Genitalien und Fruchtbarkeits- oder Potenzproblemen empfohlen oder verordnet.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Für Menschen, die unter Juckreiz an den Geschlechtsorganen leiden, kann das Mittel geeignet sein und es kann auch bei Impotenz in Betracht gezogen werden. Rauchersprechen häufig gut auf das Mittel Caladium seguinum an. Es kann unter Umständen das Verlangen nach Tabak verringern.[2] Die Caladium-Kranken fühlen häufig Kälte in einzelnen Körperteilen und haben ein großes Bedürfnis danach, sich hinzulegen.[2]

Wo wirkt es?: Caladium seguinum wirkt vor allem auf die Genitalien und Juckreiz in dieser Region. Es kann aber auch bei Atembeschwerden oder Magenschmerzen hilfreich sein.

In welchem Alter?: Es gibt keine Altersbeschränkung für dieses Mittel. Aufgrund der Beschwerden, die mit Caladium seguinum behandelt werden können, wird es aber vor allem bei Erwachsenen eingesetzt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Juckreiz der Geschlechtsorgane
  • Impotenz
  • Nikotinabhängigkeit
  • Kopfschmerzen mit Schmerzen in der Schulter
  • Entzündliches Asthma

Verbesserung: Liegen auf der linken Seite, kühle Luft, Schwitzen

Verschlechterung: Bewegung, plötzliche Geräusche, beim Einschlafen, Tabak[3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Viele Menschen, für die Caladium seguinum das passende Mittel ist, sind Raucher. Die Gabe des Mittels kann unter Umständen das Verlangen nach Tabak reduzieren.[4] Einige Beschwerden treten auch erst nach dem Rauchen auf. Die meisten Patienten haben eine Abneigung gegen Bewegung. Manche von ihnen sind vergesslich und können sich an zurückliegende Ereignisse nicht erinnern.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Caladium seguinum kann bei Kopfschmerzen hilfreich sein, die durch das Rauchen einer Zigarette entstanden sind. Der Kopfschmerz lässt sich meistens nicht genau lokalisieren, er geht aber mit Schmerzen in der Schulter, Druck in den Augen und der Stirn einher. Die Betroffenen sind sehr geräuschempfindlich und klagen bisweilen über ein Pochen in den Ohren.[4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wenn bei Caladium seguinum-Patienten Beschwerden der Atemwege auftreten, dann zumeist mit dem Gefühl, der Kehlkopf ziehe sich zusammen. Die Atmung kann erschwertsein, die Atemmuskulatur kann verkrampfen und das Abhusten von Schleim bereitet Schwierigkeiten.[4] Die Patienten fürchten sich in diesen Fällen vor dem Einschlafen, weil sie Angst haben in der Nacht zu ersticken.[3] Die Anfälle treten aber vor allem nach dem Essen oder nach der Mittagsruhe auf.[5]

Herzbeschwerden, die mit dem Rauchen in Verbindung stehen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Enge in der Brust oder Herzrhythmusstörungen können unter bestimmten Umständen durch die Gabe des Mittels beeinflusst werden. Bei dem Auftreten entsprechender Symptome sollte aber ein Arzt aufgesucht werden.[[4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Caladium seguinum kann unter Umständen bei Magenschmerzen helfen, die lang anhalten, vom Mageneingang ausgehen und tiefes Atmen unmöglich machen. Auffällig ist bei diesen Patienten, dass sie das Gefühl haben, ihr Magen sei mit trockener Nahrung gefüllt. Bisweilen kommt es zu scharfem Erbrechen, dann haben die Betroffenen keinen Durst und vertragen nur warme Getränke.[4]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männliche Patienten leiden häufig unter Impotenz. Der Penis bleibt schlaff, obwohl sie sexuelles Verlangen verspüren und erregt sind. Wenn der Geschlechtsverkehr doch möglich ist, kommt es in der Regel nicht zum Samenerguss.[3] Die männlichen Geschlechtsorgane können aufgedunsen, kalt und schweißig erscheinen. Juckreiz ist möglich.[5] Die Patientinnen belastet ein starker Juckreiz der Geschlechtsorgane (Pruritus Vaginae). Dieser kann bisweilen nur durch Masturbation gelindert werden.[3] In der Nacht kann es auch zu krampfartigen Schmerzen in der Gebärmutter kommen.[4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei den Caladium seguinum-Kranken brennen und jucken Insektenstiche oft intensiver als bei anderen Menschen, sie leiden außerdem unter Entzündungen der Haut. Bei Asthma-Patienten wechseln sich die Atembeschwerden mit juckenden Hautausschlägen ab.[4]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Caladium seguinum-Patienten sondern oft einen süßlichen Schweiß ab, der Fliegen anzieht. Starkes Schwitzen lindert ihre Beschwerden. Wenn diese Menschen Fieber haben, dann schlafen sie meistens am Abend ein und wachen erst wieder auf, wenn das Fieber sinkt.[3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Meistens schlafen die Caladium seguinum-Patienten nicht sehr tief und wachen schon beim leisesten Geräusch auf.[2] Im Schlaf können sie sich manchmal an Dinge erinnern, die sie tagsüber vergessen haben.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Lycopodium

Dieses homöopathische Mittel wird aus den Sporen des Keulen-Bärlapps, einer Farnart, hergestellt. In fast allen Fällen, in denen Lycopodium das Mittel der Wahl ist, treten zusätzlich zu den hier beschriebenen Symptomen, Störungen des Harnapparates oder der Verdauung auf. Die Lycopodium-Patienten leiden häufig unter kitzelndem Husten und Atemnot. Anders als die Caladium seguinum-Kranken können sie Schleim abhusten, dieser Auswurf ist dick und kann blutig oder eitrig sein. Sie haben heftige brennende Schmerzen in der Brust und nachts so kräftiges Herzklopfen, dass sie nicht auf der linken Seite liegen können.
Juckreiz der Geschlechtsorgane tritt bei den Lycopodium-Patienten kaum auf, sie leiden eher unter Warzen an den Geschlechtsorganen, Frauen auch unter Krampfadern im Schambereich und einem brennenden Ausfluss. Impotenz ist bei den männlichen Lycopodium-Kranken wie bei Caladium seguinum ein großes Thema. Entweder kommt es gar nicht erst zu einer Erektion oder der Samenerguss tritt vorzeitig auf.[6]

Phosphorus

Der gelbe Phosphor hat, homöopathisch aufbereitet, ein sehr großes Wirkspektrum. Im Vergleich zu Caladium seguinum gehört auch hier die Impotenz zu den möglichen Wirkungsbereichen. Es mangelt den Phosphor-Männern häufig an Sexualkraft, auch wenn ein unwiderstehliches Verlangen vorhanden ist. Sie haben nachts immer wieder erotische Träume und in der Folge unwillkürliche Samenergüsse.
Atembeschwerden können auch durch Phosphorus gelindert werden. Es sind vor allem ein Engegefühl und eine große Hitze in der Brust, Atembeklemmung und eine beschleunigte Atmung, die auf das Mittel ansprechen können. Die Beschwerden bessern sich bei diesen Patienten, wenn sie auf der linken Seite liegen, während sie sich bei den Caladium seguinum-Kranken in dieser Lage verschlechtern.

Capsicum

Dieses homöopathische Mittel wird aus Cayenne-Pfeffer hergestellt. Menschen, die zuviel Alkohol trinken, sprechen häufig gut auf Capsicum an, es kann aber natürlich auch bei Menschen, die keinen Alkohol trinken, hilfreich sein. Das Gefühl von Atemnot kennen auch viele Capsicum-Patienten. Ihre Brust fühlt sich in diesem Moment wie zusammengeschnürt an und die Bereiche an der Herzspitze und den Rippen sind schmerzhaft. Wenn sie husten müssen, dann tun sie dies sehr laut und Brust und Kopf fühlen sich an, als ob sie explodieren würden. Weit entfernte Körperteile schmerzen beim Husten. Halsschmerzen, die bei Rauchern auftreten, sprechen oft gut auf dieses Mittel an.Impotenz geht bei den männlichen Capsicum-Kranken mit einem Kältegefühl im Hodensack einher. Es scheint auch so, als ob die Hoden kleiner, weicher und unempfindlicher werden. Eine Ansteckung mit Gonorrhö (umgangssprachlich: Tripper) kann ursächlich sein[7], dann tritt in der Regel eine milchige Flüssigkeit aus dem Penis aus und es kann einen Juckreiz oder eine Entzündung in der Harnröhre geben. Da diese Geschlechtskrankheit sehr ansteckend ist, sollte bei Verdacht ein Arzt aufgesucht werden.

Hintergrundinformationen

Caladium seguinum ist im frischen Zustande sehr giftig und verursacht heftigste Schleimhautentzündungen. Die Zunge schmerzt und es kommt zu Hautschwellungen und einem Verbrennungsgefühl. Dass Caladium seguinum einen großen Einfluss auf die Geschlechtsorgane hat, wussten die indischen Ureinwohner schon vor vielen hundert Jahren. Sie versuchten deshalb, ihren Feinden große Mengen der Pflanze einzuflößen, um sie impotent zu machen. Die Pflanze wird auch als Schweigrohr oder Giftiger Aron bezeichnet.[1]