Globuli von C bis C

Calcium fluoratum Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Der Ausgangstoff für das homöopathische Arzneimittel Calcium fluoratum ist das Mineral Calciumfluorit (CaF2). In vielen Ländern der Erde gibt es natürliche Vorkommen dieses auch als Fluorit oder Flußspat bezeichneten Minerals. [1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Wo wirkt es?: Calcium fluoratum wirkt insbesondere auf Knochen und Knochenhaut, Gelenke, Wirbelsäule, Bindegewebe, Haut, Drüsengewebe, Venen, Darm, sowie auf Augen und Ohren.

Bei wem?: Ihre Anwendungsgebiete reichen vom Bluterguss der Neugeborenen zwischen Schädelknochen und Knochenhaut (Kephalhämatom) über Eiterungen des Mittelohres und Übelkeit der Schulkinder, eine chronische Verstopfung (Obstipation) und Risse am After bis zur Linsentrübung (Katarakt) im Alter.

In welchem Alter?: Die Arznei kann grundsätzlich in jedem Lebensalter angezeigt sein, wenn die Symptomatik passend erscheint.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schwellungen und Gewebeneubildungen sowie gutartige Tumore am Schädel, Zahnschmelzmangel, brüchige Zähne und Karies Anfälligkeit
  • harte Schwellungen und Knochenauswüchse (Exostosen)
  • Linsentrübung des Auges (grauer Star, Katarakt)
  • bestimmte Formen von Magenverstimmungen
  • geschwollene Drüsen, wie z.B. Lymphknoten, Schilddrüse oder Brustdrüse.
  • Verletzungen der Gelenke, insbesondere von Fingern und Zehen, besonders wenn eine Bänderschwäche zugrunde liegt. Kommt es hier zu Verrenkungen oder dem Ausrenken oder Auskugeln (Luxationen) kann die Arznei hilfreich sein zur Förderung der Heilung.
  • Schmerzen im Bereich des unteren Rückens (Lumbago), insbesondere dann, wenn diese durch Überanstrengung ausgelöst werden.
  • Entzündete Nagelbetten, brüchige Nägel und juckende verhärtete Narben sowie Verwachsungen nach Operationen
  • Erkrankungen des Ohres und des Trommelfells, Venenleiden, Krampfadern, Hämorrhoiden, Beschwerden der Verdauuungstätigkeit (Obstipation)
  • Ein Patient der Calcium fluoratum benötigt kann entgegen seiner normalen Gemütsverfassung niedergeschlagen und unentschlossen wirken. In seiner Krankheit kann er zudemin Bezug auf alltägliche Dinge auffallend ängstlich sein [3].

Verbesserung: Der Patient kann eine Linderung durch Umhergehen erfahren. Mäßige, fortgesetzte Bewegung bessert die Schmerzen des Rückens, der Lendenwirbelsäule, der Hüfte oder der Beine.Wärme bessert als Anwendung oder Bettwärme die Glieder- und Rückenschmerzen. In Form von warmen Getränken erfährt der Kranke eine Erleichterung seiner Halsbeschwerden und Halsschmerzen.

Verschlechterung: Allgemeine Kälteverschlechterung, sowie durch Feuchtigkeit und Wetterwechsel (Gliederschmerzen). Kalte Getränkeverschlimmern die Halsbeschwerden und sind allgemein eher unverträglich. Verschlechterung der Rückenbeschwerden in der Ruhe, sowie im Beginn der Bewegung. Liegen, insbesondere auf der schmerzhaften Seite. Folgen von Verletzungen, Verrenkung, Verheben und nach Operationen (Beschwerden des Bauchraumes oder Verwachsungen).

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein Kranker, der Calcium fluoratum benötigt, kann träge wirken [5], oder unentschlossen und zaudernd. Niedergeschlagenheit und Schwermütigkeit: Er schaut auf die Schattenseiten des Lebens, ist ohne Hoffnung. Der Kranke kann auffallen durch übertriebene Anhänglichkeit und Abhängigkeit von anderen Personen. Er kann die Tendenz besitzen Geld einen so hohen Stellenwert einzuräumen, dass sich eine Angst vor finanziellem Verlust und eine unbegründete Angst vor Armut einstellt. Dies kann sich bis zu ausgeprägtem Geiz und Habsucht steigern. Weiterhin können im Kranheitsfall Ängste um alltägliche Dinge, vor den normalen Aufgaben des täglichen Lebens auftreten. Ein anderer möglicher Aspekt ist eine Hast und Ruhelosigkeit, die dazu führen kann, dass die Arbeit nicht schnell genug erledigt werden kann. Es können Furcht vor einem Unglück oder schwerer drohender Krankheit auftreten. Es kann eine Empfindlichkeit gegen Geräusche bestehen [3].

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bluterguss zwischen Schädelknochen und Knochenhaut der Neugeborenen (Geburtstrauma, Kephalhämatom) [1]. Vergrößerung oder Schwellung am Scheitelbein der Neugeborenen. Verschiebbare Geschwulst (gutartiger Tumor) am Schädel von Säuglingen. Blutschwämmchen (Hämangiome) bei Neugeborenen. Harte, von der Knochenhaut ausgehendeSchwellungen (Exostosen) am Schädel unter der Kopfhaut. Dumpfer Kopfschmerz mit ohmachtsartiger Übelkeit und lichtempfindlichen Augen [3]. Der Kranke, der Calcium fluoratumbenötigt kann durch eine Art Geräuschwahrnehmung von Knarren, Zerren und Ziehen im Kopf am Schlafen gehindert werden [1].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Harte Schwellung der Kieferdrüsen und harte Schwellung der Kieferknochen (Knochenhautentzündung). Taubeneigroße, harte und gezackte Schwellung unter dem Kiefer. Kleine harte Herpesbläschen an der Lippe, im Mundwinkel oder unter dem Mund [3].

Mund: Große Trockenheit in Mund und Rachen. Die Zunge ist verhärtet, entzündet und rissig [3]. Zahnfleischabszess, dabei ist der Kiefer hart geschwollen. Die Zähne sind locker [1], Verfärbung der Zähne, Zahnverfall, Fisteln. Frühzeitige und schnell fortschreitende Karies bei Kindern, meist beginnend an der Zahnkrone, der Kaufläche. Zahnschmerzen in der Schwangerschaft oder in toten Zähnen [4], schlimmer durch Berührung mit jeglicher Speise [3]. Erschwerte und verlangsamteZahnung. Mangel an Zahnschmelz bei rauer, unebener, fleckiger Zahnoberfläche. Die Zähne sind bröckelig wie Kreide [3].


Augen
: Schmerzen in den Augäpfeln, die durch Schließen der Augen und darauf drücken gebessert werden. Funken und Flimmern vor den Augen. Entzündung der Hornhaut und Bindehaut. Zysten in der Unterhaut der Augenlider. Trübungender Linse des Auges (Grauer Star, Katarakt) [1]. Eine der wichtigsten Arzneien bei lange bestehenden Linsentrübungen [3].Trübungen und Flecke der Hornhaut [1]. Sieht wie durch einen Nebel, Schleier oder Rauch, was sich durch Tabakrauchen und Überanstrengung der Augen verschlechtert. Nachbilder: Das Gelesene bleibt optisch vor den Augen stehen. Ausfallen der Wimpern. Gerstenkörner [3].

Nase: Schnupfen mit dicker, klumpiger Absonderung, die gelblich-grün bis grasgrün sein kann und reichlich und übelriechend ist. Es wird viel Schleim ausgeschneuzt, dabei besteht ein vergeblicher Drang zum Niesen. Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Knochenwucherungen der Nase. Polypen (Adenoide) [3].

Ohren: Chronischer Ausfluß und Eiterung aus dem Mittelohr.Übelriechende Absonderung [4]. Kalkablagerungen auf dem Trommelfell [1]. Das Hören ist überempfindlich. Klingelndes, dröhnendes Ohrensausen [3].

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Hals: Trockenheit und Kratzen. Heiserkeit nach Lachen oder lautem Lesen [3]. Die Mandeln sind rauh und zerklüftet, in den Furchen bilden sich ständig Schleimpfropfen. Brennende Halsschmerzen, die gebessert werden durch warme Getränkeund mit einem Erstickungsgefühl einher gehen, welches sich durch kalte Getränke verschlimmert [1]. Steinharte Halsdrüsen. Steinharte Schwellung der Schilddrüse [3].

Atembeklemmung, als wäre der Hals fast verschlossen [1], als müsse die Luft durch eine enge Passage hindurch oder sich den Weg durch eine hindernde Substanz bahnen. Trockener, krampfartiger (spasmodischer) Husten, durch ein Fremdkörpergefühl oder Kitzeln im Hals. Der Husten wird schlimmer im Liegen und nach dem Essen, sowie nachmittags von 15–16 Uhr und nachts von 3-5 Uhr. Kurzfristige Besserung erfolgt durch warme Getränke und durch Husten. Mühsamer Auswurf eines zähen, gelben Schleimes oder winziger Schleimklümpchen [4].

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Erbrechen unverdauter Speisen. Erbrechen bei Säuglingen [1] und Kindern, schlechter während der Zahnung [4]. Übelkeit [4], akute Magenverstimmung nach Übermüdung, vor allem bei geistiger Erschöpfung und bei überforderten Schulkindern [1]. Nach Ausräuspern von Schleim kommt es zu Schluckauf (Singultus) [1], der lange anhält und häufig wiederkehrt. Bauchschmerzen, schlimmer im Sitzen und besser durch umhergehen [3]. Blähungen, schlimmer in der Schwangerschaft [1] sowie beim Fahren im Wagen und gebessert durch Hinlegen. Bauchschmerzen, gebessert durch umhergehen, Liegen auf der schmerzlosen Seite und Zusammenkrümmen [3]. Wässrige Stühle von stinkendem Geruch, die schußweise entleert werden. Blutende Hämorrhoiden, begleitet von Schmerzen im Kreuzbein. Fissuren und Fisteln des Afters [1].

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin riecht beißend scharf. Die Harnausscheidung ist vermehrt. Ein beißender Schmerz in der Harnröhre und an der Harnröhrenmündung beim Wasserlassen [3].

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ausfall der männlichen Schambehaarung. Verhärtung der Hoden und harte Tumore. Der Geschlechtstrieb kann vermindert sein oder fehlen. Abneigung gegen Geschlechtsverkehr oder Schwierigkeiten zum Organsmus zu kommen [3]. Sehr reichliche Monatsblutung mit Abwärtsdrängen und zerrenden Schmerzen in der Gebährmutter und den Oberschenkeln. Harte Knoten in den Brüsten, die vor der Monatsblutung schmerzen. Kein sexuelles Verlangen und Abneigung gegen den Geschlechtsverkehr. Schwierigkeiten zum Orgasmus zu kommen [3].

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Verdickungen und (steinharte) Verhärtungen an den Knochen. Steinartige Geschwulst an den Knochen bei Kleinkindern. Knacken der Gelenke. Durch Bänderschwäche kommt es zu leichtem Verrenken der Glieder. Ausgerenkte Gelenke, besonders, wenn Finger oder Zehen betroffen sind. Spontante Verrenkung (Luxation) des Hüftgelenkes [3]. Gelenkverschleiß (Arthrose) der Hüftgelenke [1]. Schwielen und Verhärtungen an den Händen, nach schwerer Arbeit. Knotige Verdickungen an den Fingergelenken. Harte Knoten auf den Sehnen und unter derKnochenhaut [3]. Verkapselte Tumore auf dem Handrücken. Chronische Entzündung der Gelenkinnenhaut, vor allem des Knies [1]. Rheumatische Beschwerden werden schlechter durch kaltes, nasses Wetter, Wetterwechsel und Zugluft und gebessert durch Wärme und Bewegung. Drücken im Kreuz, wie nach einer Anstrengung, keine Lage bringt Erleichterung, der Kranke mussruhelos umhergehen. Chronische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und akute Schmerzen in der Lendenwirbelsäule durch Überanstrengung, die durch Gehen und Wärmeanwendung gebessert werden. Knochenerweichung der Wirbelsäule und der Knochen der Beine. [3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut kann rissig, aufgesprungen, rauh und trocken und hartsein. Blasse, weiße Haut, wie Kreide. Warzenartige Auswüchse. In den verhärteten Hautregionen können Risse auftreten, besonders in den Handflächen. Erweiterungen der Blutgefäße und Krampfadern. Muttermale, insbesondere rote Muttermale(Naevi). Die Haut juckt, auch ohne sichtbare Veränderungen. Dieses Jucken wird schlimmer im warmen Bett und bessert sich durch Aufdecken. Es können herpesartige Ausschläge zu finden sein, die in flächige, nässende Ekzeme übergehen können.Furunkel. Akneknötchen. Kleine Abszesse und Fisteln mit gelb-grüner Absonderung; die Farbe kann in grasgrün übergehen [1],[3]. Verbrennungen durch Röntgenstrahlen [5]. Folgen von Bestrahlungen. Wuchernde Narben (Keloide) nach Verbrennungen. Anhaftungen und Verwachsungen nach Operationen. Narben jucken und/oder verhärten sich, werdensteinhart. Verletzungsbedingte Drüsenentzündungen. Steinharte Drüsen, welche geschwollen sind und zu eitern drohen. Entzündete Nagelränder (Panaritium). Verdickte und brüchigeNägel [3], oder dünne und geriefte Nägel [4].

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei der geringsten Anstrengung schwitzen. Der Schweiß ist übelriechend [3].

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist beeinträchtigt, da der Kranke quieschende Geräusche im Kopf hören kann. Lebhafte Träume vom erfolglosem Handeln oder Tod (naher) Verwandter führen zu einem unerholsamen Schlaf und können Kummer und Weinen auslösen. Der Kranke kann im Schlaf aus dem Bett springen. [1] [3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Rhus toxicodendron

Rhus toxicodendron (Giftsumach) – Diese Arznei weist viele Ähnlichkeiten mit Calcium fluoratum im Bereich der Beschwerden des Bewegungsapparates auf. Es wirkt auf Muskeln, Gelenke, Sehnen und Sehnenscheiden. Alles fühlt sich schmerzhaft und steif an. Steifheit von Hals und Nacken. Schmerz und Steifheit im Kreuz, besser durch Bewegung oder Liegen auf einer harten Unterlage; schlimmer im Sitzen. Verschlechterung durch Ruhe, Kälte und Nässe. Beschwerden von Überanstrengung, zu schwerem Heben und Nasswerden beim Schwitzen. Besserung durch warme Anwendungen, bei warmem, trockenen Wetter und beim Gehen, vor allem bei fortgesetzter Bewegung. Extreme Ruhelosigkeit, mit ständigem Wechsel der Position; was bessert. Falls Rhus toxicondron bei Beschwerden mit Verschlechterung in Ruhe und deutlicher Besserung durch Wärme und fortgesetzte Bewegung nicht hilft, folgt oft gut Calcium fluoratum [4].

Bryonia alba

Bryonia alba (Zaunrübe) – Im Gegensatz zu Calcium fluoratum und Rhus toxicodendron mit ihrer ausgeprägten Bewegungsbesserung sind die Leitsymptome von Bryonia die stechenden und reißenden Schmerzen, die verschlimmert werden durch Bewegung und sich in Ruhe bessern. Bryonia hilft ein vielen Fällen von Schmerzen in Brust oder Rücken, dieschlimmer mit der Einatmung (Bewegung des Brustkorbs) sind. Ergüsse in den Gelenken. Stiche und Steifheit im Kreuz. Rote, geschwollene und heiße Gelenke. Steife und schmerzhafte Knie. Ein Patient, der Bryonia benötigt ist meist äußerst reizbar, alles verstimmt ihn. Er ist resolut und stur. Beschwerden werden durch Zorn und Ärger ausgelöst. Er hat eineAversion gegen die geringste Bewegung, da jegliche Bewegung verschlechtert. Auch Berührung verschlechtert [3].

Anders als bei Calcium fluoratum, sucht der Kranke hier keine Gesellschaft. Er will alleine gelassen werden. Andere auffällige Symptome sind: Er verlangt Dinge, die nicht erreichbar sind. Er hat Angst vor der Zukunft und verzweifelt an der Genesung. Der Kranke klagt, er wolle nach Hause gehen, obwohl er zu Hause ist. Irrereden von Geschäften [4].

Silicea

Silicea (Kieselerde) – Ist neben Calcium fluoratum eine weitere wichtige Arznei für Folgen von Verletzungen, Narben und Eiterungen. Narbenwucherungen (Keloide). Narben, die plötzlich schmerzhaft werden. Glänzendes Narbengewebe. Wildes Fleisch [3]. Die Narben sind hart, eingesunken, juckend, knotig, schmerzhaft, werden rotoder brechen wieder auf [4]. Stechende Schmerzen in den Narben, schlimmer bei Wetterwechsel. Jede kleine Verletzung eitert. Silicea wird ebenfalls eingesetzt bei frühzeitiger Karies der Kinder. Auch hier kommt es zum Abbau des Zahnschmelzes, die Zähne werden grau und fleckig. Im Gegensatz zu Calcium fluoratum beginnt der Zahnverfall aber nicht an der Krone des Zahnes, sondern bei Silicea typischerweise am Zahnhals, nahe der Zahnwurzel. Der Zahnverfall schreitet aber bei weitem nicht so schnell voran, wie bei Calcium fluoratum [3],[4]. Dagegen ist Silicea oft die wichtigere Arznei für dieerschwerte und verlangsamte Zahnung der Kinder. Hier kann die Zahnung von Kopfschmerzen, starkem Speichelfluss, Durchfällen oder seltener Verstopfung, Fieber und gelegentlich sogar von einer Bronchitis begleitet sein [4]. Ein kranker Mensch, der Silicea benötigt kann nachgiebig, zaghaft oder ängstlich, nervös und erregbar sein. Es besteht eine Empfindlichkeit gegen alle Eindrücke.

Hintergrundinformationen

Kalziumfluorit ist in den Zellen der obersten Hautschicht enthalten und kommt insbesondere im elastischen Gewebe, in den Sehnen und Bändern, vor. Die Bestandteile Kalzium und Fluor haben als Mineralstoff bzw. Spurenelement wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Kalzium ist an der Blutgerinnung und normalen Erregbarkeit der Nerven und Muskulatur beteiligt, sowie am Aufbau von Knochen und Zähnen. Ein Kalziummangel im Blut kann zu anfallartigen Krämpfen (Tetanie) führen [2]. Fluor ist in Spuren am Aufbau einer widerstandsfähigen Zahnsubstanz beteiligt. Man geht heute davon aus, dass Fluoride die Zahnsubstanz und den Zahnschmelz aufbauen (Remineralisierung). Fluoride werden wird neben Kalzium in der medizinischen Behandlung des Knochenschwunds (Osteoporose) eingesetzt. Ein Übermaß an Fluor führt zu einem gegenteiligen Effekt. Es kommt zu einer Unterentwicklung des Zahnschmelzes, welche sich in einer gesprenkelten Zahnoberfläche zeigt (Zahnfluorose). Sehr hohe Mengen an Fluoriden von mehr als 20mg pro Tag können das Bild einer chronischen Fluorvergiftung (Fluorose) erzeugen. Es kommt zu einer Verdickung der Knochen und Versteifung der Gelenke, sowie zur Verknöcherung der Wirbelsäule (Ankylosierung) [7].

In der Biochemie nach Dr. Schüssler (sogenannte Schüsslersalze) wird Calcium fluoratum als Salz des Bindegewebes, der Gelenke und Haut bezeichnet. Die Arznei soll wichtig für das Stütz- und Bindegewebe sein und dem Bindegewebe Festigkeit verleihen [6]. Die Calcium-fluoratum-Salbe nach Dr. Schüssler wird zur lokalen Behandlung verhärteten Narbengewebes verwendet.