Globuli von C bis C

Camphora Globuli

PantherMedia / Ernesto Rosé
© PantherMedia / Ernesto Rosé

Cinnamomum camphora ist die lateinische Bezeichnung für den Kampferbaum und gehört botanisch zur Familie der Lorbeergewächse. Der Kampferbaum ist vorwiegend in Südchina und Japan beheimatet, gedeiht aber auch in tropischen und subtropischen Klimazonen. Camphora kann aus der holzigen Rinde (Harz) des Baums gewonnen werden, aufgrund der vielseitigen Anwendungsgebiete wird Camphora aber heutzutage auch synthetisch hergestellt. Kampfer kann schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken. Camphora wird bei sehr vielen Beschwerden unterstützend eingenommen, vorwiegend kommt es bei Erkältungserkrankungen mit Schüttelfrost, bei stark frierenden Patienten, aber auch bei Krampfzuständen zum Einsatz.[1][2][3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Camphora-Patienten sind widersprüchliche Menschen, beispielsweise kann ein Patient sich kalt anfühlen und die Wärmezufuhr dennoch ablehnen. Zudem haben Betroffene häufig eine blasse kaltschweißige Hautfarbe, wirken bedrückt und verkrampft. Obwohl sich Camphora-Patienten häufig nach Mitgefühl sehnen, begegnen sie anderen Menschen eher angriffslustig und streitsüchtig.[1]

Wenn der Patient an einer Erkältungserkrankung mit Schnupfen oder Husten leidet und stark friert, ist die Einnahme von Camphora indiziert. Typische Symptome sind unter anderem Kreislaufprobleme und ein Gefühl von Ohnmacht und Kollaps, Übelkeit und Erbrechen. Betroffene können zudem unter Erschöpfung leiden, kaltschweißig sein und die Wärme suchen. Häufige Beschwerden sind außerdem Verspannungen, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen.[2][4]

Wo wirkt es?: Der Kampfer wirkt vor allem im zentralen Nervensystem und zwar in der Region, die für die vegetative Regulation (kann nicht bewusst gesteuert werden) der Blutgefäße zuständig ist. Deshalb kann Camphora blutdruckregulierend und kreislaufstabilisierend wirken. Zudem kann Camphora auf Herz, Magen-Darm-Trakt, Haut und Schleimhäute wirken.[2][5]

In welchem Alter?: Camphora Globuli kann prinzipiell in jedem Lebensalter eingenommen werden. Kampfer kann als Antidot (Gegenmittel) wirken und somit die Wirkung anderer homöopathischer Mittel aufheben. Deshalb sollte Kampfer getrennt von anderen Mitteln gelagert werden.[2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Camphora kann bei sehr vielen Beschwerden eingenommen werde. Im Folgenden werden einige Leitsymptome erwähnt, bei denen Camphora-Globuli indiziert sein können:

  • Beschwerden, die durch eine Atemwegsinfektion ausgelöst werden, können durch die Einnahme von Camphora-Globuli gelindert werden. Insbesondere bei den ersten Erkältungsbeschwerden wie Halskratzen, Schnupfen und Frösteln kann Camphora wohltuend wirken. Zudem soll es schleim- und krampflösend, beruhigend und atemanregend wirken.
  • Camphora kann bei Infektionen antibiotisch und antimikrobiell, also gegen Bakterien und andere Krankheitserreger, wirken. Es kann Entzündungen und Schwellungen lindern und fiebersenkend und kühlend wirken.
  • Camphora kann auf Blutdruck und Blutgefäße regulierend wirken. So kann hoher Blutdruck gesenkt und niedriger Blutdruck erhöht werden. Herz und Kreislauf können angeregt und gestärkt werden. Zudem kann Camphora gegen Schwindel und Kreislaufkollaps helfen.
  • Schmerzen wie krampfhafte Bauch-, Zahn- und Nervenschmerzen werden durch die Einnahme von Kampfer gelindert.
  • Auch bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Erbrechen kann Camphora die Beschwerden mildern.
  • Zudem kann Kampfer bei psychischen Beschwerden wie Angst, Nervosität und Konzentrationsschwäche helfen.[6][7]

Verbesserung: Die Beschwerden können durch Wärme, Hitze und Schwitzen gebessert werden.

Verschlechterung: Eine Verschlimmerung kann nachts, bei Sonne, durch Bewegung und durch Kälte oder kaltes Wetter auftreten.[1][8]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Camphora-Patienten leiden häufig unter Konzentrationsschwäche, Depression, Ruhelosigkeit und mentale Erschöpfung. Betroffene sind ängstlich und empfinden eine überzogene Furcht vor Dunkelheit und fremde Umgebung. Nach Verletzungen verfallen Camphora-Patienten in schockartigem Zustand und die Glieder erschlaffen.[1][6]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene sind anfällig für Kopfschmerzen. Im Bereich des Kleinhirns wird dann häufig ein Klopfen verspürt. Zusätzlich macht sich im gesamten Kopf ein Kältegefühl breit. Häufig verspüren Camphora-Patienten ein Zusammenziehen von Kleinhirn und Nasenwurzel.[9]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht zeigt sich vorwiegend bläulich und blass, teilweise krampfhaft verzogen. Die Pupillen sind oft starr und unbeweglich. Die Augen wirken eingefallen. In freier Luft können die Augen tränen und schmerzen, was sich bei Sonnenlicht verschlimmern kann. Betroffene verspüren oftmals eine Hitze und Rötung in den Ohrmuscheln.[9]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Atmung ist tief und langsam. Betroffene leiden häufig an einem heftigen Reizhusten oder Asthma mit einem Erstickungs- und Beklemmungsgefühl. In der Brust macht sich ein Kältegefühl breit. Zudem sind Betroffene anfällig für Atemwegsinfektionen mit Schleimbildung in den Bronchien.

Camphora-Patienten leiden häufig an einer Herz- und Kreislaufschwäche mit Herzrhythmusstörungen. Durch einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck stellt sich häufig ein Gefühl von Schwindel und Ohnmacht.[6][9]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig treten Magen-Darm-Beschwerden auf, es kommt beispielsweise zu einer Gastritis oder einem Kältegefühl im Bauch. Betroffene leiden zudem an Verdauungsstörungen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall mit großem Schwächegefühl. Betroffene haben eine Anfälligkeit für Cholera mit schweren Durchfällen.[6]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Camphora-Patienten leiden häufig an einem schmerzhaften Harnverhalt oder unfreiwilligen Harnabgang, zudem können eine Nierenreizung oder ein Blasenkatarrh auftreten. Der Urin geht nur spärlich, tropfenweise oder brennend ab. Zudem zeigt sich eine rötliche oder gelblich-grüne, trübe Urinfärbung.[6][9]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Genitalien: Frauen haben ein erhöhtes sexuelles Verlangen. Während der Menopause kommt es zu Hitzewallungen bei gleichzeitigem Kältegefühl in Bauch, Arme und Beine. Zudem tritt eine verstärkte Monatsblutung auf.

Männliche Genitalien: Männer leiden oft an einer schmerzhaften Dauererektion(Priapismus) und Impotenz.[10]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gliedmaßen fühlen sich taub und kalt an, sie sind steif, kraftlos und machen knackende Geräusche bei einer Bewegung. Die Waden verkrampfen sich und die Fußgelenke schmerzen. Häufig treten rheumatische Beschwerden wie steife und schmerzende Gelenke auf.[9][10]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist bläulich und kalt, widersprüchlich dazu wird das Zudecken dennoch nicht toleriert. Häufig treten Blutblasen oder ein Rotlauf (Erysipel) auf. Der Masernausschlag bildet sich nach Infektion nur langsam und verzögert aus.[9][10]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vorwiegend bei Erkältungserkrankungen tritt ein plötzliches Fieber ein, mit einem schnellen Wechsel von Kalt und Warm. Es kommt zu Schüttelfrost mit kalter Haut und Erschöpfung. Hier zeigen Betroffene ein widersprüchliches Verhalten. Die Hitze wird zugedeckt besser toleriert, bei Kälte wird eine Decke jedoch nicht ertragen.[10]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Camphora-Patienten haben manchmal sehr unruhige und schlaflose Nächte mit kalten Gliedmaßen, manchmal schlafen sie tief und fest wie im Koma. Die Träume sind ängstlich und furchtbar.[9]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Aconitum napellusPantherMedia / Petra Nehmeyer

Aconitum napellus, der blaue Eisenhut, wird wie Camphora bei den ersten Symptomen von Erkältungserkrankungen, wenn beispielsweise ein Kribbeln in der Nase verspürt wird, eingenommen. Betroffene leiden wie Camphora-Patienten an Nervosität, Konzentrationsschwäche und übertriebene Ängstlichkeit. Bei Aconitum-Patienten kann zusätzlich eine Todessehnsucht entstehen, obwohl eine große Angst vor dem unbekannten Tod besteht. Kopfschmerzen werden als brennend beschrieben und der Kopf fühlt sich sehr heiß an. Die Gesichtsfarbe ist nicht wie bei Camphora-Patienten bläulich blass, sondern kann von leichenblass zu stark gerötet ständig wechseln. Durch eine Ruhelosigkeit der Gliedmaßen können Arme sehr warm werden, die Beine fühlen sich jedoch kalt an. Zusätzlich wird ein Kribbeln und Taubheitsgefühl auf der Haut wahrgenommen.[11]

Argentum nitricumPantherMedia / Thomas Francois

Argentum nitricum, das Silbernitrat, ist ein Mineral mit metallischem Glanz. Betroffene haben wie Camphora-Patienten häufig ein übertriebenes Angstgefühl, wie Prüfungs- oder Höhenangst, manchmal kann sogar eine Panik entstehen. Aus Angst zu versagen, begegnen Betroffene neue Ereignisse immer mit sehr großer Nervosität. Es kommt dann zu heftigem Zittern, Schwitzen und Herzklopfen. Zudem kommt es wie bei Camphora-Patienten zu Verdauungsstörungen mit Durchfall, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen mit krampfhaften Bauchschmerzen. Vor allem bei einem bevorstehenden Ereignis können nervöse Durchfälle auftreten. Die Patienten wirken blass und geschwächt. Häufig treten Migräneanfälle auf, die von Schwindelattacken und Schüttelfrost begleitet werden. Ein taubes und kaltes Gefühl der Gliedmaßen kann sich einstellen.[12][13]

Carbo vegetabilishadkhanong - Fotolia

Carbo vegetabilis ist die Holzkohle, die aus Birken-, Pappel- und Buchenholz gewonnen wird. Auch Carbo vegetabilis ist wie Camphora indiziert, wenn Betroffene stark frieren und sich eiskalt anfühlen. Obwohl sich der gesamte Körper sehr kalt anfühlt und bläulich verfärbt sein kann, ist der Kopf heiß und die Wangen gerötet. Die Patienten zeichnen sich durch eine große Schwäche und Erschöpfung aus. Der Kopf fühlt sich bleischwer an und es tritt oft ein Schwindelgefühl mit Übelkeit auf. Stoffwechselprozesse laufen verlangsamt ab, deshalb ist die Verdauung träge und es kommt zu Verstopfung. Betroffene müssen nach dem Essen oder Trinken häufig unangenehm aufstoßen. Bei Lungenerkrankungen sammelt sich wie bei Camphora-Patienten Schleim in den Bronchien an, durch frische Luft und Zufächeln können die Beschwerden jedoch gemildert werden.[14][15]

Hintergrundinformationen

Wie bereits erwähnt, gehört der Kampferbaum zur Familie der Lorbeergewächse(Lauraceae). Er kommt ursprünglich aus dem südostasiatischem Raum und gedeiht vorwiegend in tropischem und subtropischem Klima. Die Blätter sind immergrün, eiförmig und sehen ledrig glänzend aus. Von April bis Mai sind weißgrüne Blüten, die in Büscheln wachsen zu erkennen.[16] Zur Herstellung von Camphora werden Holz und Zweige von etwa 50 bis 60 Jahre alten Kampferbäumen verwendet. Das Kampferbaumöl wird durch Wasserdampfdestillation und Kristallisation daraus gewonnen. Kampfer ist in Wasser schlecht löslich, sehr flüchtig und muss deshalb schon bei Raumtemperatur fest verschlossen aufbewahrt werden.[6][7]

Kampfer wirkt durchblutungsfördernd, lokal betäubend, schmerz- und juckreizlindernd. Bei einer zu großen Einnahme von Kampfer können unter anderem Luftnot, Magen-Darm-Krämpfe und Herzrhythmusstörungen auftreten. Schlimmstenfalls kann eine Überdosierung tödlich sein. Aufgrund der Giftigkeit wird Kampfer in seiner Reinform nur äußerlich, beispielsweise als Salbe angewendet.[4][6]