Globuli von C bis C

Cortisonum Globuli

Das homöopathische Einzelmittel Cortisonum wird aus dem Wirkstoff Cortisol, der auch Hydrocortison genannt wird, hergestellt. Cortisol ist ein wichtiges Stresshormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es beeinflusst vor allem das Immunsystem und erhöht den Blutzuckerspiegel. Bei verschiedenen Krankheiten, wie beispielsweise Autoimmunerkrankungen oder entzündlichen Prozessen, kommt das Nebennierenrindenhormon als Medikament zum Einsatz. In der Homöopathie wird Cortisonum vor allem Patienten verabreicht, die über einen längeren Zeitraum hinweg auf das Hormon Cortisol in Substanz angewiesen waren und nun unter starken Nebenwirkungen leiden.

Auch wenn die Selbstbehandlung mit diesem Einzelmittel durchaus möglich ist, empfiehlt es sich, einen Homöopathen zu konsultieren.

Dieser kann die Dosierung individuell festlegen und die Behandlung begleiten. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.


Bei welchen Beschwerden?

Das Arzneimittelbild von Cortisonum basiert vor allem auf den Nebenwirkungen, die eine Medikation mit Cortisol über einen längeren Zeitraum hinweg verursachen kann. Wer Hydrocortison einnimmt, wird schnell abhängig. Der Homöopath rät dem Patienten eventuell, insofern es dessen Gesundheitszustand zulässt, das Medikament abzusetzen und verschreibt ihm stattdessen Cortisonum. Die Nebenwirkungen und Absetzerscheinungen können vielleicht damit abgefangen werden. Dazu gehört vor allem eine gravierende Schwächung des Immunsystems. Die Patienten sind anfällig für Infekte und fühlen sich abgeschlagen. Überall am Körper können Entzündungen auftreten. Das Zahnfleisch oder die Augen reagieren häufig mit Entzündungen. Die Wundheilung und die Blutgerinnung können sich verzögern. Es treten gehäuft blaue Flecke (Hämatome) auf. Ein weiteres typisches Symptom ist Bluthochdruck, der bei Erwachsenen und Kindern unter der Therapie entstehen kann. Durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel kann sich ein Diabetes mellitus entwickeln. Wasser- und Fetteinlagerungen vor allem im Gesicht (Vollmondgesicht) oder um die Köpermitte herum sind möglich. Patienten, zu denen Cortisonum passt, neigen außerdem häufig zu Knochenbrüchen, da Hydrocortison sich auf die Knochenbildung auswirkt. Einige Patienten leiden unter Magen-Darm-Beschwerden wie Magenschleimhaut- oder Speiseröhrenent-zündung, die mit Schmerzen verbunden sein können. Das Einzelmittel passt zu entzündlichen Hautveränderungen, Autoimmunerkrankungen, Asthma, diffusen Kopfschmerzen oder auch Hörstörungen. Auch psychische Symptome wie manisch-depressive Zustände, Antriebs- und Appetitlosigkeit, Reizbarkeit und Gedächtnisschwäche werden der Arznei häufiger als Heilanzeigen zugesprochen. [3][4]

In welchem Alter?

Den meisten Menschen wird irgendwann ihrem Leben einmal Cortisol verschrieben. Dementsprechend passt die homöopathische Arznei Cortisonum zu Patienten jeden Alters [3].

Modalitäten Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Verbesserung: Modalitäten sind bisher nicht bekannt.

Verschlechterung: Modalitäten sind bisher nicht bekannt.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel

Echinacea

 

Eupatorium perfoliatum

 

Calcium carbonicum