Globuli von C bis C

Calcium chloratum Globuli

© panthermedia.net / Alain de Maximy

Calcium Chloratum, ist ein Salz, das in der Natur gelöst in Salzsolen vorkommt. Im Toten Meer sind von der Gesamtsalzmenge ca. 14% Calciumchlorid enthalten. Synthetisch hergestellt gibt es das Salz als weißes Pulver, in Kristallform oder als grobe Körner. Kristallwasserfreies Calciumchlorid entzieht der Luft die Feuchtigkeit. In der Medizin und der Lebensmittelindustrie sowie auch im Baugewerbe gibt es verschiedene Anwendungen von Calcium Chloratum.[1][2][3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Calcium Chloratum wird als blutstillendes Mittel und bei Kalkmangelkrankheiten eingesetzt, die mit einer Übererregbarkeit der Muskeln und Nerven einhergehen können. Auch als Heilmittel gegen Frostbeulen und bei Allergien kommt es zum Einsatz. [2]

Wo wirkt es?: Calcium Chloratum zeigt eine Wirkung bei Haut- und Drüsenerkrankungen, es wird bei Magenbeschwerden und Ödemen sowie bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Es wirkt eher bei linksseitigen Beschwerden.[4][5]

In welchem Alter?: Das homöopathische Mittel kann in jedem Alter eingesetzt werden. Es erweist sich bei Ekzemen als gutes Kindermittel.[3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei folgenden Beschwerden könnte Calcium Chloratum eingesetzt werden:

  • Hautentzündungen, Akne oder Pickel
  • Allergien mit Quaddeln oder Nesselsucht
  • Ödeme
  • Heuschnupfen
  • Atembeschwerden mit Atemnot und Atemwegserkrankungen
  • Schilddrüsen-Überfunktion
  • Eitrige Absonderungen an den Schleimhäuten und der Haut
  • Augen- und Bindehautentzündungen
  • Nervenschmerzen
  • Krämpfe
  • Magenschmerzen mit Erbrechen

Verbesserung:

Verschlechterung: Gehen an frischer, kalter, rauer Luft, vor der Menstruation und nach der Schwangerschaft. [5][6]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffene Person ist kritikempfindlich und unsicher. Er macht sich Gedanken darüber, was andere über ihn denken. Es fehlt ihm an Selbstvertrauen und er leidet unter Selbstmitleid. Er mag Gesellschaft und ist sehr offen, Fremden gegenüber ist er allerdings zurückhaltend. Auffallend ist die Angst vor Unfällen und er macht sich Sorgen um seine Familienangehörigen.[5]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffene Person leidet unter dichterSchuppenbildung und abgebrochenen Haaren am Kopf. Zudem können dort schmerzende Eiteransammlungen und eine Schwellung der Lymphknoten auftreten sowie juckende Hauterscheinungen, die mit Rötung und Bläschenbildung verbunden sind. Die Herde nässen oft und verkrusten leicht. Weitere Beschwerden können Erkältungen mit Kopfschmerzen oder wässriger Nasenausfluss sein.[4][5]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht können innerhalb von wenigen Minuten mit Wasser angefüllte Schwellungen (Ödeme) auftreten, die hauptsächlich an den Augenlidern, den Lippen, am Kinn, an den Wangen oder auf der Zunge erscheinen.[4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, die Calcium Chloratum benötigen, leiden manchmal unter einer Brustfellentzündung, die beim Atmen mit heftigen Schmerzen im Bereich des Brustkorbes einhergehen kann. Sie atmen flach und schnell, um die Schmerzen zu verringern. Als Begleiterscheinung kann ein Reizhusten auftreten. Wenn es am Brustfell zu einer Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss) kommt, verschwinden die Schmerzen. Die Lunge wird dann zusammengedrückt und die Atmung ist erschwert.[4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Calcium Chloratum –Patient leidet unter Magenschmerzen, alleNahrungsmittel und Getränke werden erbrochen. Er hat Verlangen nach Schokolade und Süßem.[4][5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Innerhalb von wenigen Minuten können Wasseransammlungen (Ödeme) an den Genitalien auftreten.[4] Die Menstruation ist regelmäßig, tagsüber ist sie ist stark. Vor Eintreten der Blutung ist die Betroffene oft schlecht gelaunt, die Brüste können geschwollen und schmerzhaftsein.[5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Muskelkrämpfe und Nervenschmerzen können auftreten.[2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffene Person leidet unter unter trockenen Hautausschlägen sowie Ekzemen mit Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung und Schuppung. Diese Beschwerden können chronisch sein.[4]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Schlaflage ist meist auf der rechten Seite oder auf dem Bauch.[5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Calcium carbonicum

Das homöopathische Mittel Calcium carbonicum wird aus Austernschalen hergestellt. Es wirkt auf die Drüsen und die Haut. Im Gegensatz zu Calcium Chloratum ist bei diesem Mittel die Menstruation häufig zu früh und die Beschwerden sind eher rechts.[4]

Apis

Apis wird aus der Honigbiene hergestellt. Schwellungen und Ödeme im Gesicht mit Schmerzhaftigkeit und Atemnot sind typische Symptome für dieses Mittel. Apis-Patienten haben keinen Durst, sie leiden ebenfalls unter Erbrechen von Nahrung. Im Gegensatz zu Calcium chloratum sind die Beschwerden eher rechts und werden durch frische Luft sowie Kaltbaden verbessert und die Patienten sind oft ruhelos.[4]

Kalium nitricum

Kalium nitricum ist das Kaliumsalz der Salpetersäure. Die Patienten bekommen ebenfalls ganz plötzlich mit Wasser angesammelte Schwellungen (Ödeme) am ganzen Körper. Auch die Atemwege können Beschwerden mit Atemnot machen.[4]

Hintergrundinformationen

Calcium Chloratum, die chemische Verbindung Calciumchlorid, wird aus Salzsäure und Calciumcarbonat synthetisch hergestellt. Wasserfreies Calciumchlorid ist aufgrund seiner wasseranziehenden Eigenschaft ein wichtiges Trocknungsmittel für Gase und Flüssigkeiten in der Industrie. Im Haushalt wird es zur Trocknung von feuchten Räumen verwendet. Es dient auch als Frostschutzmittel sowie als Staubbindemittel, beispielsweise auf Baustellen. Des Weiteren findet es seinen Einsatz als Festigungsmittel, Geschmacksverstärker, und Stabilisator. Obst und Gemüse wird mit Calciumchlorid oberflächenbehandelt, es wird dadurch fester und fault nicht so schnell. Auch bei der Trinkwasseraufbereitung wird Calciumchlorid eingesetzt. Es ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 509 zugelassen. Unter Ausnutzung der Wärmeentwicklung bei der Reaktion mit Wasser wird Calciumchlorid zur Erwärmung von Fertiggetränken eingesetzt. Im Winter wird es als Streusalz verwendet, außerdem zur Herstellung von Kältemischungen. In der Lebensmitteltechnologie dient es zur Gerinnung von Eiweißen bei der Herstellung von Produkten wie Tofu oder künstlichem Kaviar.[1][2][3]