Globuli von C bis C

Capsella bursa-pastoris Globuli

© panthermedia.net / Elke Krone

Grundlage des homöopathische Arzneimittels Capsella bursa-pastoris, auch Thlaspi bursa pastoris genannt, ist das Hirtentäschelkraut, eine Heilpflanze aus der Familie der Kreuzblütler. [1] Zur Familie der Kreuzblütler gehören verschiedene essbare Pflanzen, wie verschiedene Kohlsorten, Rettich, Radieschen, Meerrettich, Kresse, schwarzer und gelber Senf. Die in diesen Nutzpflanzen enthaltenen Senföle sorgen für den kohlartigen und teilweise auch scharfen Geschmack, der auch die kleinen Täschchen des Hirtentäschelkrautes charakterisiert. [2] In der Naturheilkunde hat Hirtentäschel den Ruf, ein blutstillendes Heilmittel zu sein. Heutzutage findet es kaum noch Anwendung als Heilpflanze. Kulinarisch lässt sich das Hirtentäschelkraut als Salatgewürz sehr gut verwenden.

Es wird innerlich unter anderem bei Blut im Urin, zu starker Regelblutung, Magen- und Darmblutungen, Durchfallsowie äußerlich bei rheumatischen Gelenkbeschwerden und Einblutungen in die Haut eingesetzt. [6].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Capsella bursa-Kranke werden in der homöopathischen Literatur als nervös und aggressiv beschrieben. Meist sind sie eher rational, da sie Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle wahr zu nehmen und zu Depressionen neigen.

Wo wirkt es?: Capsella bursa-pastoris wirkt auf das Gemüt, die Haut, die Verdauung sowie Harn- und Geschlechtsorgane.

In welchem Alter?: Bisher liegen keine Erfahrungen vor, in welchem Alter Capsella bursa-pastoris besonders häufig sinnvoll einzunehmen ist. Grundsätzlich können homöopathische Arzneimittel in jedem Alter helfen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In der Homöopathie ist Capsella bursa-pastoris als hilfreiches Mittel bei reichlichen Blutungen aus allen Teilen des Körpers bekannt. [3]

Verbesserung: Die Stimmung bessert sich durch Gehen und Laufen. [4]

Verschlechterung: Im Gemütsbereich ist eine Verschlechterung morgens, nachmittags, beim Alleinsein und durch Erregung des Gemüts zu verzeichnen. Vor, während, nach und durch Ausbleiben der Regelblutung verschlechtern sich ihre Beschwerden.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Capsella bursa-pastoris können Ruhelosigkeit, Nervosität, Angst, Aggressivität, Verzweiflung, Entmutigung, weinerlicher Stimmung, Traurigkeit und Gleichgültigkeit auftreten. Die Patienten neigen eventuell dazu, sich schnell beleidigt und beschämt zu fühlen oder andere zu beleidigen und zu fluchen. Möglicherweise sind sieträge und der Arbeit abgeneigt. [4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten können unter Schwindel und Blutandrang zum Kopf leiden. Drückende, betäubende Kopfschmerzen treten in verschiedenen Bereichen des Kopfes auf. Die Empfindung im Kopf ist zusammenziehend oder als würde die Schädeldecke wegfliegen. [4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schwellungen der Augenlider sowie drückende Augenschmerzen durch Licht und Anstrengung sowie verschwommenes Sehen sind bekannt.Die Patienten können über Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit und ziehende Ohrenschmerzen klagen. Die Nase schmerzt an verschiedenen Stellen innen und außen: Die Nasenlöcher sind innen wund, Nasenbluten und Fließschnupfenkönnen auftreten. Lippen und Mundwinkel reißen leicht ein. Der Mund schmerzt innen manchmal wie verbrannt. DasGeschmacksempfinden ist manchmal beeinträchtigt. Außerdem sind die Zähne empfindlich, begleitet von ziehenden Zahnschmerzen.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Halsschmerzen werden schlechter durch Schlucken.Schmerzen hinter dem Brustbein und das Gefühl, dass dasHerz vergrößert ist, gehören ebenfalls zur Heilwirkung dieser Arznei.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten leiden manchmal unter Heißhunger-Attacken, sind dann aber schnell satt. Krampfartige oder stechendenMagenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kennen die Kranken gut. Der Bauch ist nach dem Essen aufgetrieben. Im Bereich des Enddarms kommt es unter Umständen zuHämorrhoiden und Blutungen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Harnverhalt, Harntröpfeln,Entzündungen mit brennenden Schmerzen in der Harnröhre beim Wasserlassen, blutiger oder eitriger Urin

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Capsella bursa-pastoris kann bei Regelstörungen aller Artangezeigt sein, beispielsweise bei zu früher, zu reichlicher oder zu lang anhaltender Blutung sowie Zwischenblutungen.Schmerzen von Scheide, Gebärmutter sowie der weiblichen Brust gehören zu den Symptomen von Capsella bursa-pastoris. Das Mittel ist auch bei manchen Tumorender weiblichen Geschlechtsorgane angezeigt.Männer leiden unter Jucken und Kälteempfindungen des Penis.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bereich der Arme und Beine treten gerneMuskelkrämpfe, Glieder- und Gelenkschmerzen, Gicht, rheumatische Schmerzen, Taubheit und Zittern auf.Rückenschmerzen in der Lumbalregion verschlimmern sich beim Aufrichten.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Haut hilft Capsella bursa-pastoris vielleicht beiEntzündungen, Geschwüren, Abszessen, trockenen und nässenden, schuppenden Hautausschläge insbesondere auch hinter den Ohren sowie Juckreiz aller Körperöffnungen. Durch die Blutungsneigung sindkleinfleckige Blutungen in die Haut (Purpura) möglich.[3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auf spätes Einschlafen und Schlaflosigkeit könnte die Arznei einen heilenden Einfluss haben. Nach dem Schlafen fühlen sich die Kranken wie benommen oder wie berauscht.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Crotalus

Crotalus ist ein wichtiges, homöopathisches Heilmittel beiBlutungen, unter anderem auch Nasenbluten. [7] Der erfahrene Münchener Homöopath Willibald Gawlik hat von guten Erfahrungen mit Crotalus bei Blutungen berichtet, die unter ärztlicher Behandlung nicht mehr beherrschbar waren. [5]Übelkeit, Zittern und Schwäche können beide Arzneien lindern. Kopfschmerzen treten bei Crotalus hauptsächlich im Hinterkopf auf. [7]

Phosphorus

Ähnlich wie bei Capsella bursa-pastoris ist Phosphorus ein homöopathisches Arzneimittel bei Blutungen, beispielsweiseNasenbluten. Die Absonderungen können blutig sein und auch kleine Wunden bluten stark.

Was das Gemüt betrifft gehört zum Arzneimittelbild von Phosphorus Stimmungsschwankungen und Erregbarkeit. Menschen, bei denen Phosphorus oft hilfreich ist, können es häufig nicht ertragen, wenn Andere leiden. Phosphorus passt für unentschlossene, ruhelose und sensibleMenschen mit vielen Ängsten, beispielsweise der Angst vorGewitter, im Dunkeln oder in der Dämmerung allein zu sein.

Ähnlich wie bei Capsella bursa-pastoris gehörenKopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zur Heilwirkung der Arznei Phosphorus. Bei Phosphorus kanngleich nach dem Essen wieder Hunger auftreten. Phosphorus kann, genau wie Capsella bursa-pastoris, gegen verschiedene Arten von Störungen der Regelblutunghelfen. Hier ist die Blutung ebenfalls eher zu früh und verlängert, doch der Blutfluss ist spärlich im Gegensatz zu Capsella bursa-pastorus. Zusätzlich zu diesen Symptomen haben beide Arzneimittel Krankheiten der weiblichen Brustauf wie Verhärtungen und Krebs sowie Gebärmutter-Tumore gemeinsam[7], die leicht bluten.[8]

Secale cornutum

Secale ist ein weiteres homöopathisches Arzneimittel, das für seine Wirkung auf die Blutgerinnung bekannt ist.

Passive, sehr starke, fast unstillbare, dunkle Gebärmutterblutungen, begleitet von Kribbelgefühlen und Ameisenlaufen in den Armen und Beinen, dabei viel Angst. Vor allem auch: Stillstand des Wochenflusses und statt dessen ein Entzündungsfieber der Gebärmutter. Die Regelblutung ist bei diesem Arzneimittel häufig unregelmäßig, reichlich und dunkel. Wässriges, stinkendes Blut fließt möglicherweise bis zum Beginn der nächsten Regelblutung weiter.
Blutungen haben bei Secale manchmal einen Kollaps zur Folge.
Der Bauch ist wie bei Capsella bursa-pastoris gebläht und spannt.[7]

Hintergrundinformationen

Da Hirtentäschel Senföle enthält, wird es auch „Bauernsenf“ genannt. Es enthält Eisen, Kalium, Calcium, Vitamin C und weist einen hohen Eiweißgehalt auf. Die Schoten schmecken nussig und sind zur Zubereitung von Salaten, Suppen, Eintöpfen, Quarks und Frischkäse geeignet.[9]