Einzelmittel: Globuli von C bis C

Coffea Globuli

PantherMedia / Cornelia Pithart
© PantherMedia / Cornelia Pithart

Coffea ist der lateinische Name der Kaffeepflanze, wobei in der Homoöpathie meist die arabische Kaffeepflanze (Coffea arabica) eingesetzt wird. Der zugrunde liegende pflanzliche Wirkstoff von Coffea Globuli ist somit der pflanzliche Stoff Koffein. Da es sich hier um eine psychotrope Substanz handelt, ist sorgsames und vorsichtiges Einsetzen des Heilmittels geboten. Kaffee wird meist bei Symptomen eingesetzt, die er selbst auslöst, wenn er in hohem Maße konsumiert wird. Dazu gehören innere Erregung, damit verbundene Schlaflosigkeit, Unruhe, Nervosität und Schwindelzustände, also vor allem Geistes- und Gemütserkrankungen. Darüber hinaus findet er Anwendung bei Zahnschmerzen und Ohrgeräuschen sowie bei Lärmempfindlichkeit, Hyperaktivität und heftig schmerzenden Wehen. Auch bei Kindern mit Schlafstörungen, Nervosität und Reisekrankheit kann Kaffee vorsichtig verwendet werden. Dies gilt ebenso für schwangere Frauen, die unter Schlaflosigkeit leiden.[1,2]

Anwendungsmöglichkeiten

Bei wem?

Coffea Globuli werden vor allem bei verschiedenen Zuständen innerer Unruhe eingesetzt. Dazu gehört Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Überempfindlichkeit, nervöses Herzklopfen, Schwindelgefühle, Ekstase und starke Erregung. Dies alles sind Symptome, die von übermäßigem Kaffeekonsum ausgelöst werden können. Wenn die Symptome ohne vorheriges Konsumieren von Kaffee auftreten, kann Coffea eingesetzt werden, um eben diese Symptome zu lindern. Dies entspricht dem Ähnlichkeitsgesetz der Homöopathie nach Hahnemann.

Wo wirkt es?

95 % des aufgenommenen Koffeins gelangt über den Magen-Darm-Trakt in das Blut und entfaltet seine Wirkung vor allem auf das zentrale Nervensystem. Hier tritt eine psychomotorische Stimulation ein und die Müdigkeit geht zurück, die Lernfähigkeit und der Bewegungsdrang nehmen zu. Außerdem ist eine Wirkung auf das Herz, den Magen und auf die Nieren zu verzeichnen. Koffein steigert die Kontraktilität der Herzmuskelfasern, führt also zu einem kräftigeren Herzschlag und erhöht die Herzfrequenz. Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) oder Herzrhythmusstörungen sollten den Konsum von Koffein einschränken. Im Magen steigert Koffein die Produktion von saurem Magensaft, dies kann eine Reizung der Magenschleimhaut hervorrufen und zu Entzündungen dieser führen (Gastritis). Koffein steigert auch die diuretische Aktivität der Nieren, die Nieren werden stärker durchblutet und mehr Urin wird produziert.

Ob Koffein eine Abhängigkeit auslösen kann, ist umstritten.[6]

In welchem Alter?

Da die typischen Indikationen für Coffea in allen Lebensaltern auftreten, kann das Heilmittel auch in allen Altersgruppen verabreicht werden. Bei verhaltensauffälligen Kindern wird es gegen das ADHS-Syndrom eingesetzt. Dies gilt auch für Jugendliche, besispielsweise wenn diese unter starker Unruhe und Schlafstörungen leiden.[4]

Hauptbeschwerden

Zusätzlich zu den genannten Symptomen kann Coffea auch noch bei einer Reihe weiterer Beschwerden eingesetzt werden, die zusätzlich oder auch eigenständig auftreten können. Dazu gehören spastische, krampfhafte Schmerzen (Koliken), Kopfschmerzen und Migräne, Ohrengeräusche (zum Beispiel Tinnitus), Nervenschmerzen (Neuralgien) und Zahnschmerzen. Bei Bluthochdruck in Verbindung mit Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und unregelmäßigem Herzklopfen wird Coffea bis zur Besserung gegeben. Bei Frauen kann Coffea gegen schmerzhafte Menstruationen (Dysmenorrhoe) und bei schwierigen Geburtsvorgängen mit heftig schmerzenden Wehen helfen. Es kann ebenfalls bei Schlaflosigkeit in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Außerdem wird Coffea bei Durchfall angewandt, wenn dieser durch Erregungszustände zu erklären ist. Ein weiteres Behandlungsfeld sind Röteln (Rubella) bei Kindern, wenn diese zusammen mit sehr starkem Juckreiz, Überdrehtheit und sehr großer Nervosität auftreten. Hyperaktivität bei Kindern, zum Beispiel beim ADHS-Syndrom, ist ein weiteres Anwendungsfeld von Coffea. Ebenso Schlafstörungen oder Reisekrankheit bei Kindern, die aufgrund von Nervosität auftreten. Häufiges Wasserlassen, das häufig durch übermäßigen Stress entsteht, kann ebenfalls eine Indikation sein.[1,2,4]

Umstände der Besserung oder Verschlechterung der Beschwerden

Verbesserung:

Das Leiden wird im Allgemeinen verbessert durch Ruhe, Hinlegen und Wärme. Nur bei Zahnschmerzen kann eine Kühlung helfen, beispielsweise durch die Einnahme von kaltem Wasser.

Verschlechterung:

Verschlechtert wird das Leiden durch allgemein exzessive Gemütsbewegungen, dazu zählen besonders Freude und Aufregung. Es wird außerdem schlechter durch die Einnahme von Narkotika und Aufputschmittel, durch starke Gerüche, Geräusche, im Freien, Kälte (außer Zahnschmerzen), durch Berührung, in der Nacht, bei windigem Wetter und durch Kaffeekonsum.[1][7]

Beschwerden von Kopf bis Fuß

Geist/Gemüt

  • Ekstase
  • Erregung
  • Große Freude
  • Hysterie
  • Ruhelosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe
  • Überempfindlichkeit 
  • Konzentrationsschwäche

Kopf

  • Kopfschmerz
  • Migräne
  • Röteln
  • Ohrgeräusche bei nervlicher Belastung
  • Apoplexie (Durchblutungsstörung)

Gesicht

  • Neuralgien (zum Beispiel Trigeminus-Neuralgie
  • Zahnschmerzen

Herz

  • Nervöses Herzklopfen
  • Herzrasen
  • Bluthochdruck

Verdauungsorgane

  • Durchfall
  • Kolik
  • Reisekrankheit

Harnorgane

  • häufiges Wasserlassen

Geschlechtsorgane

  • Dysmenorrhoe
  • Geburtserleichterung
  • Metrorrhagie (Blutungen aus der Gebärmutter außerhalb des Menstruationszyklus)
  • Nachwehen und Vaginalbeschwerden

Schlaf

  • Schlaflosigkeit

[1][2][7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und dem Ausbleiben etwaiger Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Trotzdem sollte auch die Einnahme dieser Mittel mit Bedacht erfolgen, um keine neuen Beschwerden gemäß des jeweiligen Arzneimittelbildes hervorzurufen. Im Zweifelsfall und bei der Anwendung hoher Potenzen ab D12 sowie der LM- und Q-Potenzen sollten ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Soll indes eine Selbstbehandlung erfolgen, dann gibt es einige grundlegende Regeln, die beachtet werden sollten:

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Höhere Potenzen erfordern fachliche Beratung.
  • Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlimmerung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Mittel gegen chronische Krankheiten und solche für den Akutfall werden nicht gemeinsam eingenommen. Während der Akutbehandlung wird das erste Mittel pausiert und nach ihrer Beendigung wieder aufgenommen.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize beeinflusst werden können. Deshalb dürfen sie niemals mit der Hand oder metallischen Gegenständen wie einem Löffel berührt werden. (Manche Quellen geben jedoch an, dass es möglich ist das Mittel in der Handfläche zu halten, nur das Berühren mit den Fingern solle vermieden werden.) Andernfalls könne die „Heilinformation“ verloren gehen. Zur Entnahme oder zum Verrühren in Wasser sollten Löffel aus Plastik oder Porzellan gewählt werden. Außer Metall werden noch weitere Substanzen mit einer Verminderung der Heilwirkung oder möglichen Wechselwirkungen in Verbindung gebracht. Besonders hohe Potenzen gelten als anfällig für äußere Einwirkungen. Während der Behandlungsdauer sind deshalb die gleichzeitige Verwendung von Kaffee, koffeinhaltigen Getränken, ätherischen Ölen (in Erkältungsbädern, Zahnpasta, Hustenbonbons, Kaugummi etc.) und Kamille zu vermeiden.

Der Abstand zu den Mahlzeiten sollte jeweils 15 – 30 Minuten betragen. In dieser Zeit sollte auch das Rauchen unterlassen werden.

Streukügelchen und Tabletten werden nicht zerkaut oder heruntergeschluckt, sondern sollen auf oder unter der Zunge langsam zergehen. Sie werden überwiegend über die Mundschleimhaut aufgenommen. Bei Babys und Kleinkindern empfiehlt sich die Gabe von Tropfen oder Globuli, wahlweise in den Raum zwischen Kiefer und Unterlippe oder in die Backentasche gelegt, oder tropfenweise auf die Backenschleimhaut aufgebracht. Tabletten sollten für sie stets in Wasser aufgelöst (auch hier keinen Metalllöffel verwenden!) und ebenfalls aufgetropft werden. Kleinkinder können die Mischung auch trinken.

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden Homöopathika nur solange eingenommen, wie die Beschwerden bestehen. Da die Einnahme bei chronischen Erkrankungen naturgemäß über einen längeren Zeitraum erfolgt, sollte alle drei Wochen eine Therapiepause von einer Woche eingelegt werden. Frauen wird empfohlen die Pause in die Zeit der Menstruation zu legen, da diese einem natürlichen Ausscheidungsprozess entspricht (Mittel bezugnehmend auf die Menstruation sollten selbstverständlich weiter eingenommen werden). Es ist stets zu beachten, dass die Einnahmehäufigkeit im Verlauf variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (z.B. C200) werden indes meist zur Einzelgabe verwendet.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative homöopathische Mittel

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Im Folgenden werden einige weitere Heilmittel eingesetzt, die alternativ zu Coffea gegeben werden können oder auch ergänzend eingesetzt werden.

Chamomilla

Chamomilla (Kamille) kann ersatzweise bei Gereiztheit mit Unruhe, blanken Nerven, Dysmenorrhoe, zur Geburtserleichterung, Schlaflosigkeit, bei Kopfschmerzen, Neuralgien und Zahnschmerzen eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei um ein sehr mildes Heilmittel, das unter Umständen sanfter wirken kann als Coffea. Es wird eher bei negativen Gefühlsregungen gegeben, im Gegensatz zu Coffea, das häufig bei Freude gegeben wird.[8]

Gelsemium

Gelsemium wird aus dem Wurzelstock des wilden Jasmin gewonnen und kann ebenfalls bei starken Gemütserregungen wie Erwartungsspannung, Lampenfieber und Prüfungsangst angewendet werden. Weitere Symptome gegen die Gelsemium ähnlich wie Coffea wirkt sind Durchfall, Geburtsbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien und Regelstörungen. Gelsemium erniedrigt den Blutdruck, daher kann es auch bei Menschen mit Bluthochdruck alternativ zu Coffea verwendet werden. Bei Migräne, die durch Aufregung ausgelöst wird, kann es ebenfalls gegeben werden.[9]

Argentum nitricum

Silbernitrat wird alternativ bei Erregungszuständen die zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall führen, gegeben. Typischerweise schlägt hier eine nervöse Erwartungshaltung „auf den Magen“. Es kommt zu Durchfällen vor Prüfungen oder anderen bevorstehenden Ereignissen. Bei Auftreten dieses spezifischen Symptoms ist die Anwendung von Argentum nitricum spezifischer als die von Coffea.[10]

Belladonna

Belladonna wird aus der Tollkirsche gewonnen und kann bei Frauen alternativ zu Coffea bei schmerzhaften Menstruationen (Dysmenorrhoe) eingesetzt werden. Belladonna hat einen starken Effekt auf das vegetative Nervensystem, da es das Parasympatholytikum Atropin enthält. Atropin erweitert die Bronchien und Pupillen, hemmt die Magen-Darm-Tätigkeit und beschleunigt die Herzfrequenz. Insgesamt wirkt es stimulatorisch und anregend auf den Körper, ähnlich wie Coffea. Es wird ebenfalls homöopathisch bei Erregungszuständen, zur Geburtserleichterung, bei Koliken und Kopfschmerz, Migräne, Schlafstörungen und Neuralgien gegeben. Besonders im Kindesalter kann das Mittel bei vielen Beschwerden eingesetzt werden. 

Hintergrundwissen

Kaffee gilt in der Homöopathie als Antidot, wie zum Beispiel auch der Alkohol. Dies bedeutet, dass es die Wirkung eines anderen Heilmittel unter Umständen unschädlich machen kann. Daher sollte Kaffee nicht während einer homöopathischen Behandlung eingenommen werden.[3]

Klagt ein Patient über Symptome, die sich ähnlich einer Koffein-Überdosierung zeigen, kann nach dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip zur Linderung Koffein verabreicht werden. Das Ähnlichkeitsprinzip besagt, dass Stoffe gegen die Symptome eingesetzt werden können, die sie selbst bei einem gesunden Menschen auslösen.

Coffea arabica gehört zu der Familie der Rötegewächse (bot.: Rubiaceae), die etwa 70 Arten umfasst. Es wird davon ausgegangen, dass Arabica- Kaffee vor etwa 1000 Jahren die erste Kaffeepflanze war, die in Arabien gezielt kultiviert wurde. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem südlichen Äthiopien, wird aber heute überall um den Äquator herum, vor allem in Lateinamerika und Ostafrika, angebaut. Die Pflanze kann sich als einzige ihrer Gattung selbst bestäuben, benötigt also weder Wind noch Insekten für die Bestäubung. Die Blütezeit dauert mehrere Monate. Da um den Äquator herum über Monate lang ähnliche klimatische Bedingungen herrschen, trägt die Kaffeepflanze häufig Blüten und Früchte gleichzeitig. Sieben bis neun Monate nach der Befruchtung können die Kaffeebohnen geerntet werden.[11]

Coffea arabica bildet zunächst Zweige mit Kaffeeblüten aus, aus der mit der Zeit die reife Kaffeefrucht mit zwei Steinkernen entsteht. In jedem Stein sitzt in einer dünnen Samenhaut ein Samen, die Kaffeebohne.[12]
Für die Zubereitung des bekannten Aufgusses müssen die Bohnen erst getrocknet, von Gerbstoffen befreit, geröstet und anschließend gemahlen werden. In der homöopathischen Behandlung werden die Bohnen vorwiegend roh genutzt.[2]

Koffein enthält chemisch gesehen sogenannte Xanthinderivate. Diese kommen ebenfalls in Camellia sinensis (im Tee), Cola nitida (Coca Cola) oder Theobroma cacao (in Schokolade) vor.
Die Aufnahme von Koffein verursacht eine Katecholaminausschüttung, also eine Freisetzung von Botenstoffen wie zum Beispiel Adrenalin. Somit wirkt es indirekt stimulatorisch auf das Herz, die Bronchien, das Gefäßsystem, das zentrale Nervensystem und die Nieren. Die Lunge öffnet sich, durch die Gefäße kann mehr Blut und Sauerstoff fließen, es kommt zu Aufmerksamkeitssteigerung und im Allgemeinen zu mehr Antrieb. In der Niere bewirkt es eine verstärkte Diurese, das heißt, es wird mehr Harn produziert und ausgeschieden. Es senkt allerdings auch die Krampfschwelle. Dies bedeutet, dass bei prädisponierten Menschen epileptische Anfälle häufiger auftreten. Koffein wird auch von der Schulmedizin in analgetischen Kombinationspräparaten zur Schmerzlinderung eingesetzt. Der Wirkungsmechanismus ist hier allerdings noch unklar.

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sich Koffeinkonsum entgegen früherer Vermutungen nicht negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. In Studien wurde festgestellt, dass das Trinken von Kaffee das Schlaganfallrisiko sogar senken kann, das Risiko zeigte sich bei Kaffee-Trinkern zu 20 Prozent niedriger als bei Menschen, die keinen Kaffee trinken. Ein erhöhtes Risiko stellt sich erst ab neun bis zehn Tassen Kaffee am Tag ein.[14]

Koffein hat eine große therapeutische Breite, kann also bei unzähligen Beschwerden eingesetzt werden. Es wurden bislang überwiegend positive Wirkungen, keine gravierenden Langzeitschäden und nur leichte Abhängigkeitssymptome beschrieben. Es kann nach längerem Koffeinkonsum unter Entzug zu Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Unruhe kommen.[12]

Oberhalb einer Dosis von 200 bis 300 mg Koffein treten häufig Gemütsverstimmungen (Dysphorien), motorischer Unruhe, Übelkeit und Erbrechen auf. Die zentralen Wirkungen der Xanthinderivate sind bei Kaffee im Vergleich zu anderen koffeinhaltigen Pflanzen am stärksten ausgeprägt. Der gemütsaufhellende Effekt hat wahrscheinlich auch zu der Annahme einer aphrodisierenden Wirkung von Koffein geführt.[13]