Globuli von C bis C

Chelidonium Globuli

© PantherMedia / Maryna Pleshkun

Das „Schöllkraut“ (Chelidonium majus) wächst in Mitteleuropa an Mauern, zwischen Gebüschen und an Weges- und Straßenrändern. Beim Abbrechen von Pflanzenteilen tritt ein orangegelber Saft an der Bruchstelle aus. Als botanischer Verwandter des Schlafmohns haben die über zwanzig bisher isolierten Inhaltsstoffe (Alkaloide)[1] des giftigen Schöllkrauts vor allem eine beruhigende und krampflösende Wirkung auf die glatte Muskultur des Magen- Darm-Traktes, der Bronchien und der Gallenwege. Der Saft der Pflanze wird auch als homöopathische Urtinktur[2] zur lokalen Behandlung von Warzen (Verruccae vulgares) verwendet, da er die obersten Hautschichten langsam „wegätzt“ und so das Abtragen von Warzen möglich macht.

Der arzneiliche Wirkstoff von Chelidonium majus ist als homöopathisches Präparat zur Selbstbehandlung geeignet.

Für die Selbstbehandlung sind Teezubereitungen aus der getrockneten Pflanze nicht geeignet, da Chelidonium majus Chelidonin enthält, ein leberschädigendes Alkaloid[3].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Ikterus), Gallenkoliken und Steine, Darmkrämpfe, Verstopfung (Obstipation), Magenschmerzen und Krämpfe (Gastritis) mit und ohne Erbrechen, Nervenschmerzen oberhalb der Augenhöhlen (Supraorbitalneuralgie) und im Gesicht (Neuralgien),Migräne, Lungenentzündung (Pneumonie), krampfhafter Husten (spastische Bronchitis) und Asthma, rheumatische Beschwerden, Warzen.

Wo wirkt es?: Leber-Gallenblasensystem, Nervensystem, Atemwege, Haut und die glatte Muskulatur (Bronchien, Magen, Darm) werden hauptsächlich mitChelidonium behandelt.

In welchem Alter?: Chelidonium majus wird vorwiegend im Erwachsenenalter verordnet, mit Ausnahme der Warzenbehandlung, die häufiger bei Kindern äußerlich mit der Urtinktur der Arznei durchgeführt wird als bei Erwachsenen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Gallen- und Leberbeschwerden und rheumatischen Schmerzen ist die Arznei eine der wichtigsten in der homöopathischen Apotheke. Grippale Infekte mit Husten und Magen- und Darmprobleme werden häufig von Schmerzen begleitet.

  • Der Patient leidet unter großer Schwäche und Müdigkeit mit Benommenheit und Schlafsucht, der Kranke könnte im Sitzen einschlafen
  • Der Patient ist vor Muskelschwäche fast nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen oder zu arbeiten.
  • Viele Beschwerden zeigen sich auf der rechten Körperseite (Migräne, Lungenentzündung, Rheuma)
  • Der Patient empfindet Schmerzen wie „eingeschnürt“ oder „zusammengeschnürt“
  • Spannende, drückende, reißende Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Heftige Schmerzen am unteren Winkel des rechten Schulterblatts

Verbesserung: Magenkrämpfe werden durch Essen oder warme Getränke (heiße Milch) gebessert. Heißes Wasser trinken hilft bei Übelkeit. Aufstoßen erleichtert Atemnot und Angst, die häufig die Beschwerden begleiten. Aufenthalt in einem warmen Zimmer kann Schmerzen als auch die Schwäche bessern. Eine Ausnahme ist der Kopfschmerz, er kommt in der Zimmerwärme oder verschlechtert sich durch äußere Wärme. Ein gleichmäßiger Druck auf die leidende Körperstelle kann die Schmerzen bessern.

Verschlechterung: Die rheumatischen sowie asthmatische Beschwerden verschlimmern sich durch Wetterwechsel von warm zu kalt und umgekehrt. Jegliche Schmerzen und Übelkeit können sich durch Berührung und Bewegung des Patienten verschlechtern. Magenbeschwerden und Übelkeit treten oft eine halbe Stunde nach dem Essen auf.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Große Vergesslichkeit für Dinge, die der Kranke gerade erledigen wollte (Ultrakurzzeitgedächtnis)
  • Reizbar, ärgerlich, wütend mit Ausbrüchen, entgegen seiner sonstigen Art
  • Sprechunlust mit Niedergeschlagenheit und Trübsinn
  • Keine Konzentration und zu matt für geistige Beschäftigung

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Kopfschmerzen oder Migräne, wie von einem Band oder einem Reifen eingeschnürt
  • Häufig rechtsseitige Migräne, der Schmerz setzt sich über dem rechten Auge fest
  • Inneres Schweregefühl des Kopfes

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Reißender, ziehender Nervenschmerz im Gesicht (Fazialisneuralgie), meist über der rechten Augenhöhle festsitzend (Supraorbitalneuralgie), tränende Augen begleiten den Schmerz
  • Wetterwechsel von kalt zu warm und umgekehrt kann Nervenschmerzen auslösen
  • Leberschmerz kann die neuralgischen Symptome begleiten

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Entzündung des rechten Unterlappens der Lunge (rechtsseitige Pneumonie), jede Bewegung des Patienten verschlechtert den Zustand; dabei Beklemmung auf der Brust, als würde sie zusammengeschnürt, Angst begleitet die Beschwerden
  • Asthmaanfälle bei Wetterwechsel oder periodisch (Herbstanfang, nasses Wetter oder immer am Wochenende)
  • Krampfhafter Husten, als ob Staub oder Rauch im Hals oder hinter dem Brustbein sitzt
  • Patient kann schlecht abhusten, es löst sich kein Schleim

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Viel Aufstoßen und Übelkeit mit Appetitlosigkeit und drückenden, reißenden, stechenden Schmerzen in der Magengegend; Schmerzen können sich durch Essen bessern, die Besserung hält nur kurz an
  • Ungewöhnliche Abneigung gegen Fleisch oder Kaffee, Käse; mit den Beschwerden kann ein bisher unbekanntes Verlangen nach heißer Milch, warmen und sauren Speisen oder pikant Gewürztem auftreten
  • Erbrechen: wird oft besser durch Trinken von sehr heißem Wasser; der Kranke behält außer heißen Getränken nichts bei sich
  • Krampfartiger Schmerz in der Lebergegend
  • Schmerzen im Oberbauch (Leberkapseldruck)[4] erstrecken sich in den Rücken, bis unter das rechte Schulterblatt; sie strahlen entweder dorthin oder strahlen von dort in Brust oder Magen aus, wo sie Übelkeit und Erbrechen verursachen Darmkrämpfe mit nächtlichen, schleimigen Durchfällen (Diarrhoe)
  • Erfolgloser, vergeblicher Stuhldrang mit Zusammenschnürungsschmerz im Mastdarm, eventuell wird harter Stuhl in Klumpen abgesetzt

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schmerzen werden schlechter durch Bewegung und besser durch warme Anwendungen
  • Wandernde rheumatische Schmerzen in Gelenken und Muskulatur, ziehend und reißend
  • Hände und Unterarme können heiß geschwollen sein (Rheuma)

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Saft der Stängel wird als homöopathische Urtinktur lokal zur Warzenbehandlung angewendet, doch er hilft nicht immer
  • Gelbliche bzw. gelbgraue Hautfarbe, vor allem im Gesicht, Stirn, Nase, Wangen

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Lycopodium

  1. Gemeinsam mit Chelidonium majus: Beide sind Arzneien mit Organbezug zum Leber- Gallensystem und zeigen hauptsächlich rechtsseitige Beschwerden. Symptome von Kopf, Brust und Magen werden durch heiße Speisen und Getränke gebessert, bei beiden Arzneien verschlechtern sich Beschwerden und durch äußere Hitzeeinwirkung
  2. Lycopodium bei Verdauungsbeschwerden: Saurer Mundgeschmack, Rumpeln im linken Unterbauch, Völlegefühl nach geringer Menge Essen, saurer Geschmack und Diarrhoe nach Milch, Magen- und Darmbeschwerden werden besser durch Bewegung
  3. Chelidonium majus bei Verdauungsbeschwerden: Bitterer Mundgeschmack, Beschwerden werden besser nach Essen, vor allem die Magenschmerzen. Magenbeschwerden besser durch heiße Milch, die Schmerzen verschlimmern sich durch leichteste Bewegung, rechter Fuß eiskalt, linker normal temperiert.

Hintergrundinformationen

  • Synonyme: Schöllkraut, Schellkraut, Schwalbenwurz, Goldwurzel u.a.
  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae).
  • Wuchs: Ausdauerndes Kraut, bis 60 cm hoch. Alle Pflanzenteile führen einen orangefarbenen Milchsaft.
  • Blätter und Blüten: Buchtig-fiederteilig, unterseits blaugrün. 2 Kelchblätter, 4 gelbe Kronblätter.
  • Blütezeit: Mai bis Oktober.Verbreitung: Europa, kalte und gemäßigte Gebiete Asiens. In Europa gehört die verbreitet auftretende Pflanze zur sogenannten Schutt- und Wegrandunkrautgesellschaft; sie gedeiht auf frischen, nährstoffreichen und meist lehmigen Böden.

„Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist.“[5]

Früher wurde Chelidonium majus häufig „Schwalbenwurz“ genannt, da mit der Rückkehr der Schwalben die Blüte begann und mit dem Flug der Schwalben in ihre Wintergebiete Chelidonium majus die Blütezeit beendete. Heute wird die Pflanze, die an Wegesrändern, in Gebüschen, am Waldrand oder in Gärten wächst, oft für Unkraut gehalten und entfernt, obwohl sie seit ca. 500 Jahren eine vielgenutzte Heilpflanze ist. Von Mai bis Oktober trägt Chelidonium majus gelbe becherförmige Blüten die in Dolden angeordnet sind.

Giftstoffe / Alkaloide

Beim Abbrechen von Pflanzenteilen tritt ein orangegelber Saft an der Bruchstelle aus. Dieser wird seit dem 16. Jahrhundert zur krampflösenden (spasmolytische) Behandlung von Magen-, Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Als botanischer Verwandter des Schlafmohns (opiumhaltig), haben die über zwanzig bisher isolierten Alkaloide des Schöllkrauts vor allem eine beruhigende und krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Traktes, der Atem- und Gallenwege.

Der gelborange gefärbte Pflanzensaft enthält giftige Alkaloidsalze. Das Hauptalkaloid wird in der Wurzel gebildet: das Chelidonin. Weitere Inhaltsstoffe sind Chelerythrin, Sanguinarin, Berberin, Stylopin, Coptisin und Protopin.

Chelidonin wirkt zentral beruhigend (sedativ) und schmerzlindernd (analgetisch) und ist damit dem Morphium ähnlich, wenn es auch deutlich schwächer wirkt. Zudem hat es krampflösende (spasmolytische ) Eigenschaften. Chelerythrin ist hochgiftig und wirkt in höheren Dosen zentral lähmend. Sanguinarin ist ein Hemmstoff der Signalübertragung zwischen den Nervenzellen[6] und wirkt so hemmend auf eine schnelle Weiterleitung der Nervensignale (Aktionspotentiale). Berberin erregt die glatte Muskulatur und fördert den Gallenabfluss (cholekinetisch)?.[7] Alle genannten Alkaloide sind wirksam gegen Bakterien(Bakterizide) und Pilze (Fungizide).

Chelidonium majus wird ausschließlich in der Pflanzenheilkunde[8] eingesetzt (Phytotherapie).