Globuli von C bis C

Cimicifuga Globuli

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Cimicifuga racemosa (Synonym: Actaea racemosa), auch Wanzenkraut, Schlangenkraut oder Traubensilberkerze genannt, ist eine Pflanze der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die homöopathische Arznei Cimicifuga racemosa wird aus dem frischen Wurzelstock mit den anhängenden Wurzeln hergestellt.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Cimicifuga racemosa ist hauptsächlich ein Mittel für Frauen und hat eine ausgeprägte hormonelle Wirkung.  Es wird bei  Beschwerden der Monatsblutung, bei Schwangerschaft und Geburt sowie in den Wechseljahren eingesetzt. Außerdem hat es einen starken Bezug zum Nervensystem. Es werden Zustände der nervösen Erregung beobachtet, die  Beschwerden verursachen oder verschlimmern. Auch viele Symptome des Bewegungsapparats sind vorhanden.[1] Sie zeigen sich vor allem im Bereich der Halswirbelsäule.

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkte von Cimicifuga racemosa sind das Nervensystem, die weiblichen Geschlechtsorgane, Magen-Darm-Trakt und der Stütz- und Bewegungsapparat.[1]

In welchem Alter?: Da Cimicifuga racemosa viele Heilanzeigen (Indikationen) im hormonellen weiblichen Regelkreis hat, ist es ein Mittel, was hauptsächlich bei Frauen ab der Geschlechtsreife eingesetzt wird. Das Alter spielt hierbei keine Rolle. Auch ältere Frauen können ihren Nutzen aus der homöopathischen Arznei bei entsprechender Indikation ziehen. Hier stehen vor allem vielfältige Symptome, die während der Wechseljahre auftreten, im Vordergrund.[4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Charakteristische Symptome Cimicifuga racemosa-Patienten zeigen eine große Erregbarkeit des Nervensystems. Sie sind ruhelos, reden schnell und viel und haben einen starken Bewegungsdrang. Es treten Schlafstörungen und viele Ängste auf. Hormonell bedingte Kopfschmerzen und Migräne sind möglich. Es zeigen sich Muskelverspannungen und -schmerzen sowie Rheumatismus. Es besteht allgemein eine starke Schmerzempfindlichkeit, die sich zur Überempfindlichkeit steigern kann. Die  Betroffenen haben das Gefühl, vor lauter Schmerzen wahnsinnig zu werden. Cimicifuga racemosa-Patienten sind oft zierliche, empfindsame, nervöse und verfrorene Personen.[1]

Verbesserung: Die Beschwerden bessern sich durch Wärme, auch lokale Wärme.

Verschlechterung: Sie verschlimmern sich durch Kälte oder Zugluft, während der Monatsblutung und durch Aufregung.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cimicifuga racemosa-Patienten sind von einer großen Ruhelosigkeit und Nervosität gekennzeichnet. Sie sind sehr geschwätzig und wechseln von einem Thema zum nächsten. Das Reden ist oft ungeordnet und es fällt schwer, dem Gedankengang zu folgen. Sie zeigen wechselhafte Emotionen und ein sprunghaftes Denken. Es besteht eine Neigung zu Hysterie. Trotz der Neigung zu starker Unruhe und Aktivität, können die Betroffenen schnell in eine nervöse Erschöpfung verfallen. Die Stimmungen schwanken sehr, sie wechseln zwischen Hochstimmung und Depression. Cimicifuga racemosa-Patienten sind voller Melancholie und kennen viele Ängste: Angst vor dem Tod, vor dem Wahnsinn, vor Krankheiten und Verletzungen. Sie haben das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt oder haben dauernd große Angst, dass etwas schlimmes passieren wird. Während sie erzählen, seufzen sie des Öfteren, um sich Erleichterung zu verschaffen. Die verdrießliche Stimmung kann mit Selbstmordgedanken einhergehen.[1] Der Geist ist dann stumpf und schwerfällig. Es besteht das Gefühl, als hätte sich eine schwere, schwarze Wolke auf den Kopf gesenkt und ihn umhüllt.[3] Durch den Wechsel der Stimmungslage kann sich das Bild einer manisch-depressiven Persönlichkeit zeigen. Cimicifuga Racemosa-Patienten können sehr argwöhnisch sein.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es bestehen starke Scheitelkopfschmerzen von dumpfer Schmerzqualität. Sie gehen vom Halsbereich aus und ziehen so in den Kopf hinein. Es finden sich Verspannungen im Nacken und ein Gefühl der Steifheit. Die Kopfschmerzen fühlen sich an, als ob sich das Schädeldach öffnen würde, so groß ist der empfundene Druck. Die Kopfschmerzen gehen mit Schmerzen in den Augen einher. Sie verschlimmern sich durch Bewegung der Augen.[1]

Oft treten in Zusammenhang mit den Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Sie zeigen einen hormonellen Bezug: sie verschlimmern sich beispielsweise während der Periode und in den Wechseljahren.[3]

Es tritt Schwindel  mit dumpfen Schmerzen im Scheitel auf. Der Schwindel kann mit Sehstörungen einhergehen. Auch eine Ohnmachtsneigung, die vor allem morgens beim Erwachen auftritt und im Oberbauch empfunden wird, ist möglich.[3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es finden sich stechende Schmerzen in den Augen (Ziliarneuralgie). Die Schmerzen sind unerträglich. Die Betroffenen glauben, sie werden verrückt. Ohrgeräusche (Tinnitus) und eine starke Geräuschempfindlichkeit sind möglich. Die Austrittspunkte des Drillingsnervs (Nervus trigeminus) im Gesichtsbereich sind druckschmerzhaft (Trigeminusneuralgie).[3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cimicifuga racemosa-Patienten zeigen einen nervösen Husten beim Versuch zu sprechen. Auch ein Kitzelhusten im Hals ist möglich.[3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein flaues und leeres Gefühl in der  Magengegend.[2] Zusätzlich treten Übelkeit mit Erbrechen auf, Aufstoßen und zahlreiche andere Symptome von Magenreizung können auftreten. Bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft kann an Cimicifuga racemosa gedacht werden. Wechselhaftigkeit läßt sich auch im Darmbereich feststellen: Durchfall und Verstopfung wechseln sich ständig ab. Es besteht ein Verlangen nach salzigen, scharfen und sauren Speisen, auch nach Kaffee und Tee. Kaffee und Tee können gegebenenfalls Kopf- und Rückenschmerzen bessern.[3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Blasenreizung und nervösem Wasserlassen kann der Einsatz von Cimicifuga racemosa erwogen werden.[3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auf die Geschlechtsorgane hat Cimicifuga racemosa vielfältige Wirkungen und bei Problemen in diesem Bereich, kann seine Verwendung immer in Betracht gezogen werden.Während der Monatsblutung treten sehr starke Schmerzen auf (Dysmenorrhoe), die sich verschlimmern, wenn die Blutung fließt. Die Regelblutung kann unregelmäßig auftreten. Stress und psychische Regungen können die Periode unterdrücken.[1]

Es kann ein wichtiges Mittel bei Beschwerden während der Schwangerschaft sein: bei Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, drohende Fehlgeburt oder überwältigende Angst, dass es zu einer Fehlgeburt kommen könnte, kann seinen Einsatz erwogen werden. Während der Geburt könnte es hilfreich sein, wenn die Wehen zu schwach sind oder der Muttermund  zu fest (rigide) und die Geburt nicht voran kommt.[1] Hitzewallungen, nervöse Unruhe, Schlafstörungen oder Frösteln während der Wechseljahre lassen an Cimicifuga denken. Es treten Nervenschmerzen in den Eierstöcken (Ovarialneuralgie) auf. Es sind scharfe, schießende Schmerzen, sie wechseln von einem Eierstock zum anderen.[3]

Bei den Männern können wunde Schmerzen in den Hoden und Ausfluß aus der Harnröhre ohne sexuelle Erregung (Spermatorrhoe) auftreten.[3]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der ganze Halsbereich ist äußerst empfindlich. Es tretenstarke Schmerzen im Nacken auf mit Steifheit. Auch Steifheit des Halses nach Zugluft ist möglich. Die Schmerzen werden oft als ziehend beschrieben.[1]

Cimicifuga racemosa-Patienten können rheumatische Schmerzen in Armen und Beinen haben. Besonders dieMuskeln sind betroffen. Die Schmerzen sind von stechender Qualität, sie verschlimmern sich bei kaltem und feuchtem Wetter. Es können Muskelzuckungen auftreten. Auch Schmerzen in den Gelenken sind möglich. Es treten Rückenschmerzen, die mit einer Entzündung des Ischiasnerves (Ischialgie) zusammenhängen, und in das Bein ausstrahlen auf. Während der Monatsblutung sind starke, nach unten ziehende, Rückenschmerzen möglich.[3]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cimicifuga racemosa-Patienten sind sehr kälteempfindlich und frieren leicht. Typisch ist auch ein frostiges Schauergefühl, besonders in den oberen Bereich des Rumpfes.[3] In den Wechseljahren sind sowohl Hitzewallungen als auch schnelles Frieren möglich. Besonders gegen drei Uhr nachts tritt oft starker Schweiß auf.[3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In Zeiten der hormonellen Umstellung (Schwangerschaft, Wechseljahre) kann der Schlaf unruhig sein. Oft geht er mit einer nervösen oder traurigen Stimmungslage einher. Die Unruhe ist in der zweiten Nachthälfte (ab 3 Uhr) besonders ausgeprägt.[3]Cimicifuga racemosa-Patienten träumen häufig davon, in Schwierigkeiten zu geraten, vor einem Dilemma zu stehen oder auch von Katastrophen.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Ignatia

Ignatia amara (Ignatiusbohne) ist ein homöopathisches Mittel, hergestellt aus den reifen, getrockneten Samen der Ignatiusbohne. Die Arznei hat, genau wie Cimicifuga racemosa eine starke Wirkung auf das Nervensystem. Es zeigt sich das Bild eines nervösen, hysterischen, empfindlichen, sanften aber leicht erregbaren Menschen, häufig Frauen. Eine depressive Verstimmung ist möglich, auch hier können die Beschwerden und die Stimmung sehr schnell wechseln. Ignatia amara ist ein Mittel, das häufig bei Migränekopfschmerzen, Muskelkrämpfen und nervösen Magenbeschwerden verordnet wird. Auch bei Kindern kann die Arznei angezeigt sein, denn es ist allgemein ein großes Kummermittel: Die Symptomatik tritt als Folge eines lang anhaltenden Kummers auf.[4]

Caulophyllum thalictroides

Die homöopathsiche Arznei Caulophyllum thalictroides (Frauenwurzel) wird aus den frisch geernteten unterirdischen Teilen der Frauenwurzel hergestellt. Wie ihr Name schon sagt, hat sie eine starke Wirkung auf die weiblichen Geschlechtsorgane. Es ist häufig während der Geburt angezeigt, um die Wehen zu fördern und einen zu festen Muttermund zu erweichen, damit die Geburt schneller vorangeht. Aber auch bei heftigen Periodenschmerzen (Dysmenorrhoe) oder bei Beschwerden in den Wechseljahren  kann an Caulophyllum thalictroides gedacht werden. Es wird außerdem bei rheumatischen Schmerzen der kleinen Gelenke eingesetzt.[5]

Lachesis

Das getrocknete Gift der Buschmeisterschlange wird als homöopathische Arznei bei vielfältigen Beschwerden verwendet. Lachesis muta-Patienten sind geschwätzig und haben eine nervöse Unruhe. Es sind leidenschaftliche, schnell erregbare Menschen. Sie können aggressiv und gehässig auftreten und sind sehr eifersüchtig. Sie vertragen nichts Enges am Hals. Im Arzneimittelbild zeigen sich zahlreiche Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems. Lachesis muta hat aber auch einen starken Bezug (Affinität) zum Genitalbereich: Es können Probleme mit der Periode auftreten. Sie kann mit sehr starken Schmerzen einhergehen (Dysmenorrhoe). Auch bei Wechseljahresbeschwerden wie nervöser Unruhe, Hitzewallungen oder Schlafstörungen kann an Lachesis muta gedacht werden. Die Beschwerden sind typischerweise morgens beim Aufwachen am schlimmsten.[6]

Hintergrundinformationen

Die Traubensilberkerze ist eine Pflanze der Gattung Acteae. Diese gehören zur Unterfamilie der Ranuncoloideae innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).[7]

Der Name Cimicifuga bedeutet Wanzenflucht. Insekten und Wanzen mögen den Geruch der Wurzeln, Blättern und Blüten nicht. Racemosa bedeutet Traube, nach dem traubenförmigen Wuchs der Blüten.[8]

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem östlichen Teil von Kanada und Nord-Amerika. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Pflanze nach Europa gebracht und seitdem findet sie sich in vielen Ziergärten wieder. Sie kann eine Höhe von maximal 2,5 Metern erreichen. Der Stängel wächst aufrecht. Er ist glatt und an seinem Ende zeigen sich zahlreiche weiße, kleine Blüten die in mehreren traubenförmigen Blütenständen wachsen. Die Blütentrauben sind silbrig aussehend, daher der Name Traubensilberkerze. Die Pflanze blüht zwischen Juni und September.[7]

In der pharmazeutischen Zubereitung wird die Wurzel verwendet (Radix cimicifugae racemosae) und das Rhizom, der Erdspross (Cimicifuga racemosa rhizoma).[7] Die Wurzel ist dunkelbraun und kann bis zu 2 cm dick werden. Sie hat eine unregelmäßige, knotige Form.

Wurzel und Erdspross enthalten Triterpenglykoside, Cimicifugin, Alkaloide und Flavonoide. Den Stoffen werden vor allem hormonelle (östrogenartige) Wirkungen nachgesagt.[7] In der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) werden Tee und Tinktur aus Cimicifuga racemosa hauptsächlich bei Beschwerden der Monatsblutung und während der Wechseljahre verwendet.[8] Das pflanzliche Präparat sollte wegen möglichen Nebenwirkungen, unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Allergien und Leberbeschwerden nicht länger als drei bis vier Wochen eingenommen werden. Die Indianer aus Nordamerika verwendeten die Pflanze als Gegengift bei Schlangenbissen und zur Erleichterung der Geburt.[8]