Globuli von C bis C

Colocynthis Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Die Pflanze Koloquinte (Citrullus colocynthis) ist ein mehrjähriges Kürbisgewächs, das in Nordafrika, Arabien und Südwestasien verbreitet ist. Die Pflanze wird auch wilder Kürbis, Ziegenkürbis oder wegen des bitteren Geschmacks auch Bittergurke oder Bitterapfel und weil sie giftig ist, auch Teufelsapfel genannt.Schulmedizinisch wurde die Koloquinte als drastisch reinigendes, abführendes Mittel verwendet. Man schreibt ihr aber auch eine leberschützende, entzündungshemmende, antiallergische und anthelminitische (gegen Würmer) Wirkung zu. So wird sie in der ethnologischen Medizin bei Leber-, Galleleiden, Asthma, Wassersucht, Hautausschlägen, Rheuma und Geschwüren eingesetzt. Homöopathisch wird es auch bei Beschwerden im Verdauungstrakt eingesetzt, es hat, aber zudem eine starke Wirkung auf das Nervensystem.[3][1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Colocynthis wird homöopathisch nicht nur akut bei Beschwerden des Verdauungstraktes eingesetzt, sondern zeigt auch eine langanhaltende Wirkung auf die großen Nerven, auf den Gesichtsnerv (Trigeminus), den Ischiasnerv (Ischiadicus), der Hüfte/Beine versorgt sowie die Rückenmarksnerven (Spinalnerven).

Das Mittel findet bei krampfartigen Schmerzen im Bauchraum, bei Blasenkrämpfen nach Operationen an Körperöffnungen sowie in der Frauenheilkunde seine Anwendung.
Die Beschwerden werden häufig durch Wut, Zorn und Ärger ausgelöst.[1]

Bei wem?: Bei Kindern und Erwachsenen mit starken Bauchkrämpfen, Nervenschmerzen, bei Frauen mit starker Menstruation, bei Mädchen mit Regelschmerzen.

Wo wirkt es?: Es wirkt hauptsächlich auf Geist und Gemüt, die Muskulatur sowie auf das Nervensystem.

In welchem Alter?: Colocynthis wird in jedem Alter angewandt, vom Säugling bis zum Erwachsenen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Leitsymptome sind plötzliche, ungeheure, krampfhafte und reißende Schmerzen, sodass die Patienten laut aufschreien, sie drehen, wälzen und winden sich, sie krümmen sich ganz charakteristisch zusammen. Etwas Hartes an die schmerzende Stelle zu drücken bringt etwas Erleichterung. Die neuralgischen Schmerzen (Nervenschmerzen) sind schneidend, umklammernd, nagend oder bohrend, anschließend kommt es zu Gefühllosigkeit im betroffenen Teil. Patienten haben die Empfindung von Zusammenschnüren, wie von einem Eisenband umschlossen und fest zusammengeschraubt zu sein (besonders in der Hüfte). Bei Blasenkrämpfen nach Operationen an Körperöffnungen kommt Colocynthis auch zum Einsatz. Die Patienten spüren das Schlagen der Blutgefäße durch den ganzen Körper.Sie empfinden ein Brennen. Es kommt wegen der starken Schmerzen zu großer Erschöpfung bis hin zur Ohnmacht. Sie spüren Kälte und Kribbeln wie Ameisenlaufen in den betroffenen Teilen.[1]

Verbesserung: Zusammenkrümmen und Liegen mit nach vorn gebeugtem Kopf. Eine Erleichterung bekommen die Betroffenen auch durch Wärme und das Ausüben von hartem Druck auf die schmerzende Stelle, aber auch durch Ruhe und sanfte Bewegung. Die Patienten fühlen sich nach Stuhl- und Blähungsabgang besser.

Verschlechterung: Ärger und Entrüstung. Für die Patienten ist das Liegen auf der schmerzlosen Seite schlechter. Sie haben eine Verschlechterung in der Nacht; sowie vor und nach dem Wasserlassen. Zugluft und Erkältung wirken sich negativ auf ihren Zustand aus.[1][2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Diese Menschen sind sehr betroffen über eine unwürdige Behandlung, die sie persönlich erfahren oder bei anderen miterleben. Während der Schmerzen sind sie zornig und werden leicht wütend, sie schreien vor Schmerzen und wollen herumlaufen. In der Schmerzsituation können sie auch wortkarg und übellaunig sein. Colocynthis passt zu leicht reizbaren Personen, die sich leicht ärgern lassen.[1][2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten klagen über Schwindel, beim schnellen Wenden des Kopfes besonders nach links. Die Kopfschmerzen werden stärker, beim Bücken, auf dem Rücken liegend oder bei Bewegung der Augenlider. Es kann dabei zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Gesichtsschmerzen sind ziehend und schießend es kommt zur Schwellung des Gesichts mit großer Schmerzempfindlichkeit auf der linken Seite. Die Patienten frösteln und haben das Gefühl ihre Zähne seien zu lang. Ihr Mundgeschmack ist bitter, sie haben ein brennendes Gefühl auf der Zunge, als hätten sie sich mit heißer Flüssigkeit verbrannt. Die Menschen, die Colocynthis benötigen haben ein Gefühl, als ob die Augen herausfallen. Sie haben starke Schmerzen in den Augäpfeln vor dem Herausbilden eines Glaukoms (grüner Star). Die Geräusche, die sie hören hallen im Ohr wider. Magenschmerzen treten bei diesen Patienten fast immer in Verbindung mit Zahn- oder Kopfschmerzen auf.[1][2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten haben die Empfindung als würde das Herz durch den aufgetriebenen Magen nach oben gedrängt. Sie spüren den Herzschlag im gesamten Körper. Es kommt zu Hüsteln bei Tabakrauch. Patientinnen leiden zudem unter Schweratmigkeit während der Periode.[1]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu heftigen, schneidenden, kneifenden, zerrenden, klemmenden oder ausstrahlenden, kolikartigen Schmerzen, die in Wellen auftreten und durch Zusammenkrümmen und durch Druck eines harten Gegenstandes auf die schmerzende Stelle, leichter werden. Die Koliken sind meist Blähungskoliken, der Schmerz wird beschrieben, als ob die Därme zwischen Steinen eingeklemmt wären. Oft gehen die Koliken auch mit Wadenkrämpfen einher, besonders nach kaltem Trinken in erhitztem Zustand. Lokalisation der Beschwerden ist der Nabelbereich. Die Betroffenen haben Durchfälle, die schaumig, wässrig, gelb mit Schleimfetzen, säuerlich faulig riechend sind. Diese Stühle kommen nach jedem bisschen Essen oder Trinken wieder. Chronische wässrige Durchfälle zeigen sich besonders morgens bei diesen Patienten. Der Auslöser für die Durchfälle können Zorn und Entrüstung sein.[1][2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene haben ein intensives Brennen entlang der Harnröhre beim Stuhlgang. Bei Harnwegsinfekt sieht die Absonderung wie frisches Eiweiß aus, ist klebrig, der Harn ist übelriechend, es werden nur geringe Mengen Urin ausgeschieden, jedoch verspürt der Patient häufigen Harndrang. Es besteht ein Jucken an der Harnröhrenmündung. Wenn es zum Urinieren kommt, haben diese Menschen Schmerzen über den ganzen Bauch (Abdomen).[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Geschlechtsorgane: Bei den betroffenen Frauen kommt es zu bohrenden Schmerzen in den Eierstöcken (Ovarien). Sie müssen sich dann während der Krämpfe zusammenkrümmen und haben eine starke Ruhelosigkeit.Eine Heilanzeige (Indikation) für Colozynthis sind in diesem Bereichkleine, runde, zystische Tumore in den Eierstöcken (Ovarien).
Durch Ärger und Entrüstung kann es zum Ausbleiben der Menstruation oder nach der Entbindung zum Ausbleiben des Wochenflusses kommen.
Frauen mit sitzender Tätigkeit klagen über eine sehr starke Menstruation und schmerzhafte Knoten in den Brüsten.[1][2]

Männliche Geschlechtsorgane: Bei Männern kommt es zum Drängen von beiden Seiten des Unterbauchs zur Mitte des Schoßes bis zum Samenabgang. Sie haben häufig eine Einklemmung der zu engen Vorhaut des Penis (Paraphimose) hinter dem Eichelkranz mit Wasseransammlung (ödematöser Schwellung) und Durchblutungsstörung.[1]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei den Bewegungsorganen ist auch alles stark verkrampft, alle Glieder sind zusammengezogen. Besonders krampfartige Schmerzen in der Hüfte, der Patient liegt auf der schmerzhaften Seite. Der Schmerz strahlt von der Hüfte aus bis ins Kniegelenk. Es kann zur spontanen Auskugelung (Luxation) der Hüftgelenke kommen, aber auch zur Steifheit der Gelenke und Verkürzung der Bänder. Der Kreuzschmerz (Ischiasschmerz) tritt linksseitig auf, er wird ziehend und reißend empfunden und durch Druck und Hitze gelindert. Es werden Schmerzen entlang des rechten Oberschenkels beschrieben und dass sich Muskeln und Sehnen zu kurz anfühlen. Die Patienten haben während der Kolik kalte Füße, es kommt zu Schmerzen im linken Knie.[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben kalte Hände und Fußsohlen, der übrige Körper ist warm. Während der Schmerzen kommt es zu Frösteln und Schaudern. Sie neigen zu kaltem Nachtschweiß der urinartig riecht.[1]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit und Unruhe bei Schmerzen und nach Zorn ist ein weiteres Indiz für das Mittel Colocynthis.[1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Chamomilla

Chamomilla (echte Kamille): Die wichtigsten Leitsymptome, die bei vielen Erkrankungsformen zu diesem Mittel führen, gehören in den geistigen und emotionalen Bereich.Besonders häufig kommt es zur Anwendung bei Kinderkrankheiten,wobei Griesgrämigkeit, Unruhe und Koliken die hinweisenden Indikationen für das Mittel sind. Die Schmerzen sind unerträglich mit Taubheitsgefühl. Die Beschwerden entstehen durch Ärger und Verdruss. Die eine Wange ist rot, die andere blass zum Beispiel bei zahnenden Kindern. Bei diesem Mittel sind einige Ähnlichkeiten zu Colocynthis zu sehen.[2]

Magnesium phosphoricum

Magnesium phosphoricum (Phosphorsalz des Magnesiums): Ist ein wichtiges krampflösendes Mittel. Es wird bei Muskelkrämpfen mit ausstrahlenden Schmerzen eingesetzt. Die Patienten haben auch Schwindel bei Bewegung. Das Mittel wird auch bei heftigen Ohrenschmerzen eingesetzt.Ähnlich wie Colocynthis wirkt das Mittel bei Blähungskoliken. Patienten krümmen sich, sie erlangen Linderung durch Reiben, Wärme sowie Druck. Das Aufstoßen von Luft bringt keine Besserung.
Frauen haben auch Menstruationskoliken und Schmerzen in den Eierstöcken.[6]

Dioscorea villosa

Dioscorea villosa: (Yamswurzel) Wird als Arzneimittel für viele Arten von Schmerzen, besonders Koliken und bei heftigen schmerzhaften Beschwerden der Bauch– und Beckeneingeweide angewendet.Ähnlichkeit hat dieses Mittel mit Colocythis auch in Bezug auf den bitteren Geschmack im Mund, bei den Schmerzen und der Steifheit der Gelenke sowie der Kreuzschmerzen (Ischialgie).[5]

Hintergrundinformationen

Colocynthis gehört zu der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Beheimatet ist die Koloquinte (Citrullus colocynthis) in Nordafrika, Arabien und Südwestasien. Gegen Ende Februar beginnt die Pflanze auszutreiben. Die Triebe werden zu ca. 2 m langen Pflanzenranken und breiten sich über den Boden aus. An den Ranken bilden sich große Blätter, die aus Schutz vor Verdunstung rau behaart sind. Die unreifen Früchte sind noch grün und ungefähr so groß wie ein Apfel. Reife Früchte sind gelb und zeichnen sich durch saftiges, weißes, bitter schmeckendes, jedoch auch giftiges Fruchtfleisch aus. Die Ernte beginnt im Oktober und geht bis in den Februar. Nach der Ernte werden die Früchte aufgeschnitten, geschält, entkernt und im Anschluss wird das Fruchtfleisch dann getrocknet. Früchte, die nicht geerntet wurden, vertrocknen und finden an den Ranken keinen Halt mehr, sie werden durch die Wüste geweht und verbreiten dabei ihren Samen. Für das homöopathische Mittel werden die getrockneten Früchte benutzt.

Citrullus colocynthis enthält Curcurbitacine, einige davon sind Bitterstoffe, die der Pflanze Schutz vor Insektenfraß bieten. Sie wirken antagonistisch (gegensätzlich) zu den Steroidhormonen von Insekten und hemmen so deren Entwicklung. Curcurbitacine werden zur Zeit auf ihre Antikrebswirkung hin untersucht.[3][4]