Globuli von C bis C

Cytisus laburnum Globuli

© panthermedia.net / Anna Reinert

Grundlage für die Herstellung dieses homöopathischen Mittels ist der Goldregen, ein bis zu sieben Meter hoher Baum oder Strauch, der seinen Namen wegen der herabhängenden Äste mit seinen reichlichen, leuchtend gelben Blüten bekommen hat. Alle Teile der Pflanze sind sehr giftig. Ihr Verzehr kann zum Tod durch Atemlähmung führen.[2] Cytisus laburnum wird als homöopathisches Mittel vor allem bei Benommenheit und Schwindel eingenommen. Eltern kleiner Kinder sollten keinen Goldregen im Garten anpflanzen und auch darauf achten, ob die Pflanze in der Nähe von Spielplätzen wächst. Für Tiere ist die Pflanze ebenfalls giftig. Kühe und Ziegen scheiden die toxischen Stoffe über die Milch aus. Deren Verzehr kann beim Menschen zur Vergiftung führen.[3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Menschen, für die Cytisus laburnum das passende Mittel sein könnte, leiden unter Benommenheit und Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe im Magen- Darm-Bereich, möglicherweise auch unter Lähmungserscheinungen.[1] Reisekrankheit, Seekrankheit: Schwindel, Erbrechen und Übelkeit ausgelöst vom zentralen Nervensystem.

Wo wirkt es?: Das Mittel wirkt auf den Magendarmkanal und auf das zentrale Nervensystem (ZNS). Auch das Herz-Kreislaufsystem kann erkranken. Bewusstseins Störungen, vor allem dann, wenn die Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt ist.

In welchem Alter?: Alterbeschränkungen sind nicht bekannt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Sehr reizbare, nervöse Erregung- oder tiefe Traurigkeit
  • Benommenheit und andauernde Schläfrigkeit
  • Schwindel
  • Neurologisch: Übelkeit und Erbrechen mit brennenden Bauchschmerzen
  • Plötzlicher Blutdruckanstieg mit der Neigung, ohnmächtig zu werden
  • Taubheit der Hände
  • Nervenschmerzen, vor allem neuralgische Kopfschmerzen

Verbesserung: Blähungen gehen ab, der Patient kann Stuhl absetzen, Kopfschmerzen, Liegen mit geschlossenen Augen.

Verschlechterung: Nachmittags und am Abend.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cytisus laburnum-Patienten sind häufig benommen und gleichgültig. Sie nehmen das Geschehen um sich herum nicht mehr richtig wahr. Ihnen ist ständig schwindelig und sie sind fast immer schläfrig.[1] Auf der anderen Seite können die Kranken außerordentliche körperliche Unruhe zeigen, die mit Erregungszuständen verbunden ist. Sie versinken in Melancholie geppart mit Angst, auch das könnte ein Zustand sein. Diese Symptome können unter anderem auf eine neurologische Erkrankung hindeuten, deshalb sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Stechende, reißende Kopfschmerzen, begleitet von Benommenheit und Schwindel, der Leidende ist nicht „ganz da“. Die Schmerzen ähneln neuralgischen Schmerzen und werden neurologisch ausgelöst, als zentrales Geschehen im Gehirn, wie fast alle Beschwerden, die der Goldregen hervor rufen kann.

Die Beschwerden bei einer Wasserkopf-Erkrankung (Hydrozephalus) sprechen möglicherweise auf eine Behandlung mit diesem Mittel an.[1] Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Abflussstörung des Hirnwassers mit einem Druckanstieg im Gehirn, der mit Kopfschmerzen, Erbrechen und Krampfanfällen einhergehen kann. Auch bei diesen Symptomen muss ein Arzt aufgesucht werden.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auffallend sind Trockenheit und Brennen im gesamten Verdauungstrakt: Vom Mund bis zum Darm „brennt“ es innerlich.Wenn die Gesichtsmuskulatur zuckt, kann dieses Mittel unter Umständen hilfreich sein. Entweder ist der Kranke auffallend blass oder leidet unter eine fiebrigen Hitze des Gesichts.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cytisus-laburnum-Kranke haben in der Regel übermäßigen Durst. Ihnen ist ständig übel und sie müssen erbrechen- begleitet von starkem Schwindel mit Benommenheit. Hinzu kommen brennende Schmerzen im Oberbauch. Charakteristisch ist das Brennen, dass sich an allen inneren Organen im Verdauungstrakt bemerkbar machen kann. Trockenheit und Brennen. Kolikartige Schmerzen, mit lauten Darm- und Magengeräuschen, Ruhr ähnliche Durchfälle.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Dieses homöopathische Mittel kann eventuell helfen, wenn der Harndrang schmerzhaft ist. In diesen Fällen ist der Urin möglicherweise grasgrün.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Dieses Mittel kann bei manchen Menschen einTaubheitsgefühl oder Schmerzen in den Händen verringern. Ziehen und reißen in der Muskulatur, aber auch in den Knochen ist eine auffallende Schmerzempfindung, oft begleitet von Steifigkeit der Extremitäten.  Häufig haben diese Patienten Schwierigkeiten, sich zu bewegen.[7]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cytisus laburnum-Patienten empfinden fast immer eineintensive Schläfrigkeit. Auf der anderen Seite kann eine Schlaflosigkeit auftreten, die mit Wahnvorstellungen einhergeht- auch ohne Fieberzustand. Der Erkrankte träumt Verwirrtes und quälende Geschichten. [1][7]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Nux vomica

Nux vomica, die Brechnuss, istein Mittel mit einem großen Anwendungsbereich (Polychrest=Vielnützig). Die Patienten vertragen äußere Eindrücke, wie Lärm, Geruch oder Licht, nicht gut. Wenn ihnen schwindelig ist, fühlt es sich an, als ob das Gehirn sich im Kreis dreht. Der Schwindel kann von einem berauschten Gefühl begleitet werden, es kann aber auch zu kurzzeitigem Bewusstseinsverlust kommen. Kopfschmerzen sind häufige Begleiterscheinungen. Vor allem morgens und einige Zeit nach dem Essen, kann den Nux vomica-Patienten übel sein, sie müssen sich teilweise unter starkem Würgen erbrechen, manchmal möchten sie sich auch übergeben, können es aber nicht. Der Bauch ist oft aufgebläht und sehr druckempfindlich.[4]

Gelsemium

Dieses homöopathische Mittel wird aus dem gelben Jasmin hergestellt. Die Patienten, für die Gelsemium das passende Mittel ist, klagen über allgemeine Entkräftung, Schwindel und Schläfrigkeit. Der Schwindel breitet sich vom Hinterkopf her aus. Hinzukommen können dumpfe schwere Kopfschmerzen, die sich anfühlen, als ob die Betroffenen ein zu enges Band um den Kopf gebunden haben. Gleichzeitig kann es zu Sehstörungen mit Verschwommenheit oder Doppelbildern kommen. Im Gegensatz zu den Cytisus laburnum-Kranken haben diese Menschen so gut wie gar keinen Durst. Auch Übelkeit und Erbrechen findet man bei ihnen selten, dafür leiden sie bei Aufregung unter Durchfall.[5]

Rhus toxicodendron

Der echte Giftsumach, eine Pflanze aus Nordamerika, ist die Grundlage für dieses homöopathische Mittel. Auch diese Patienten können unter Schwindel leiden. Dieser entsteht meistens beim Aufstehen. Die Betroffenen haben dann das Gefühl, dass ihr Gehirn von innen gegen den Schädel schlägt. Anders als die Cytisus laburnum-Kranken, sind sie aber nicht benommen, sondern ruhelos. Ähnlich ist bei beiden Mittel ein fast unstillbarer Durst. Die Rhus toxicodendron-Patienten müssen sich aber nur selten übergeben, sie klagen eher über Schwellungen und Schmerzen im Bauch, laute Blähungen und Übelkeit. Sie werden vor allem nach dem Essen sehr müde, während die Cytisus laburnum-Kranke immer schläfrig sind.[6]

Hintergrundinformationen

Der Goldregen wächst zunächst sehr rasch, wird aber selten älter als 30 Jahre. Er kommt ursprünglich aus Südeuropa und bevorzugt trockene sonnige Hänge mit kalkhaltigem Boden.[2]

Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders hoch ist die Giftkonzentration in den Samen. Bereits nach dem Verzehr von 3 Samen treten erste Vergiftungserscheinungen auf, 15-20 Samen gelten als tödliche Dosis. Bei der Aufnahme geringer Mengen kommt es zu Übelkeit, Magenschmerzen, Schwindel und Kopfschmerzen. Bei einer größeren Menge können Krampfanfälle und Halluzinationen hinzukommen. Der Tod tritt nach Stunden bis Tagen ein.