Globuli von C bis C

Colchicum Globuli

© PantherMedia / Arpad Radoczy

Colchicum ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), einem pflanzlichen Rohstoff, gewonnen wird. Aufgrund des stark wirksamen, giftigen Inhaltsstoffes Colchicin, der in der Schulmedizin unter anderem bei Gicht eingesetzt wird und früher auch in der Krebstherapie erprobt wurde, ist Colchicum bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig. Das Mittel sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Säuglingen nur mit größter Vorsicht angewendet werden. Zur Selbstbehandlung durch den Laien eignen sich die Potenzen D6 bis D12. [1][2][3]

Colchicum wird vorwiegend eine Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt, die Harnwege, das Herz-Kreislauf-System sowie den Stütz- und Bewegungsaparat zugeschrieben. Besonders Patienten, die auf den ersten Blick empfindlich wirken, stark auf Gerüche reagieren und schnell sprachlos sind, können vom Einsatz von Colchicum profitieren. Häufig neigen sie auch zu Ohnmachtsanfällen mit kalten Schweißausbrüchen. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Colchicum wird häufig bei Personen angewendet, die unter von links nach rechts wandernden Schmerzen leiden. Der Schmerz wird dabei oft als stechend oder brennend, gelegentlich auch als kribbelnd beschrieben; er wird aber in jedem Fall als extrem wahrgenommen und kann überall im Körper lokalisiert sein. Die betroffenen Stellen sind meist heiß und geschwollen.

Gleichzeitig empfinden Colchicum-Patienten eine ausgeprägte innere Kälte und neigen zum Kreislaufkollaps. Sie leiden häufig unter Verdauungsbeschwerden wie Verstopfungen, Übelkeit, Erbrechen und mit hellem Schleim überzogenem Stuhl. Auffällig ist der hochfrequente, aber unproduktive Stuhldrang.

Auch der Flüssigkeitshaushalt ist bei diesen Menschen nicht selten aus dem Gleichgewicht geraten. Sie wirken schwitzig und weisen ein gerötetes, angeschwollenes Gesicht auf. Trotz großem Durst und einer gesteigerten Speichelproduktion sind die Schleimhäute oft trocken und brennen. Bei Wind beginnen die Augen rasch zu tränen.[4]

Wo wirkt es?: Colchicum wird eine positive Wirkung auf die Verdauungs- und Ausscheidungsorgane nachgesagt. Des Weiteren wird es bei entzündlichen Gelenkschmerzen, wie sie beispielsweise bei Gicht und Rheuma auftreten, eingesetzt. Auch bei Kopfschmerzen findet Colchicum Anwendung. Der Kopfschmerz wandert jedoch – in entgegengesetzter Richtung zu den Schmerzen im restlichen Körper – von rechts nach links und ist in erster Linie an Stirn und Schläfen lokalisiert. Nach einem langen, anstrengenden Tag können allerdings auch Hinterkopf und Nacken betroffen sein.[2][4]

In welchem Alter?: Potenzen kleiner als D6 bzw. C3 sollten aufrund der zytostatischen (die Zellteilung hemmend) Eigenschaften der Ausgangssubstanz nicht bei Säuglingen, Schwangeren und Stillenden eingesetzt werden. Abgesehen davon eignet sich das Mittel für jede Altersstufe.[2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bezeichnend für Colchicum-Patienten ist vor allem die ausgeprägte Schmerzwahrnehmung. Doch auch die regelmäßig auftretenden Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Trakts sind charakteristisch. Folgende Leitsymtome können sich herauskristallisieren:

  • Die Betroffenen leiden unter ständiger Reizüberflutung. Sie wirken abwesend, chaotisch und vergesslich.
  • Der Bauch ist oft aufgebläht und von kolikartigen Schmerzen durchzogen. Übelkeit tritt gehäuft bei Nahrungsgerüchen auf.[4]
  • Sämtlichen Ausscheidungen können Spuren von Blut beigemengt sein. Gelegentlich äußert sich dies in blutigen Harnwegsinfekten – der Urin erscheint dann dunkel, fast tintenartig schwarz.
  • Häufig treten Verstopfungen auf. Trotz des intensiven Drangs, eine Toilette aufzusuchen, kann auch unter großer Anstrengung kein Stuhl herausgepresst werden.
  • Auch wenn das äußere Erscheinungsbild oft heiß und gerötet wirkt, fühlen diese Menschen eine ausgeprägte innere Kälte. In einzelnen Körperteilen kann ein kribbelnder Schmerz wie bei Erfrierungen auftreten.
  • Colchicum-Patienten schwitzen stark. Das Unterdrücken der Schweißproduktion verstärkt jedoch die anderen Beschwerden.
  • Die linke Pupille erscheint kleiner als die rechte. Ihre Augen reagieren empfindlich auf Wind und beginnen schnell zu tränen.
  • Die als extrem empfundenen Schmerzen machen sie mürrisch und leicht reizbar. Ihre schlechte Laune lassen sie oft an Angehörigen aus.

Verbesserung: Der Zustand eines Colchicum-Patienten bessert sich deutlich in Ruhe und unter Wärmeeinwirkung.[2]

Verschlechterung: Bewegung, Berührungen sowie geistige und körperliche Anstrengung bewirken meist eine Verschlechterung des Befindens. Auch Kälte wird als unangenehm empfunden. Zudem verschlimmern sich die Beschwerden häufig in der Nacht.[2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen reagieren allgemein äußerst empfindlich auf ihre Umwelt. Es scheint, als wäre ihr natürlicher Schutzmechanismus gegen äußere Reize kaum vorhanden. Daher wirken sie oft überfordert. Bereits grelles Licht, intensive Gerüche oder ungewollte Berührungen können sie in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigen.[4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig leiden Colchicum-Patienten unter von rechts nach links wandernden Kopfschmerzen, die vor allem im Bereich der Stirn und der Schläfen auftreten.[4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist meist angeschwollen, heiß, gerötet und verschwitzt.[4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In seltenen Fällen entwickeln die Betroffenen eine bakteriell bedingte Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) bzw. des Herzbeutels (Perikarditis). Achtung: Diese Art von Erkrankung muss unbedingt schulmedizinisch behandelt werden und gehört in jedem Fall in die Hand eines Arztes![2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den hervorstechenden Symptomen von Colchicum- Patienten. Sehr häufig treten Verstopfung, kolikartike Blähungen und Übelkeit auf, aber auch Durchfälle sind möglich. In der Schwangerschaft leiden sie unter starkem und über lange Zeiträume anhaltendem Erbrechen (Hyperemesis gravidarum).[2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Neben Infekten der ableitenden Harnwege entstehen oft Entzündungen der Nieren (Nepritis) sowie Nierenschädigungen durch Ablagerung von Harnsäurekristallen (Gichtniere).[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männer leiden gelegentlich unter einem reißenden Schmerz im linken Samenstrang, bei Frauen setzt die Periode verfrüht ein.[5]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerzen entstehen vor allem im Bereich der Gelenke (Gicht, rheumatoide Beschwerden).[2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist trocken, aber schwitzig.[5]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch in beheizten Räumen frösteln Colchicum-Patienten meist. Nachts wird oft eine trockene Hitze in Kombination mit quälendem, nicht zu stillendem Durst wahrgenommen.[5]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf wird als komatöser Zustand beschrieben, welcher gelegentlich durch Schmerzen oder unruhige Träume gestört wird. Eine große Angst vor Mäusen kann diese Menschen bis in den Schlaf verfolgen. Tagsüber verspüren sie eine große Müdigkeit und schlafen häufig beim Lesen ein.[4][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arnica

Zur Herstellung von Arnica-Gobuli werden die getrockneten, unterirdischen Teile des Bergwohlverleih (Arnica montana) verwendet. Sie können beispielsweise bei rheumatoiden Gelenkschmerzen und Entzündungsprozesse eingenommen werden, Arnica gilt allerdings auch allgemein als wichtiges Wundheilmittel. Weitere Anwendungsgebiete sind Verrenkungen, Verstauchungen, Prellungen, Quetschungen, Blutergüsse (Hämatome) und Blutungen aller Art.[6]

Arsenicum album

Arsenicum album wird umgangssprachlich weißer Arsenik genannt und kann bei Erkrankungen fast jeden Organsystems eingesetzt werden. Klassische Symptome sind große Erschöpfung, brennende Schmerzen, nächtliche Verschlimmerung der Beschwerden, großer Durst, Durchfälle und heftiges Erbrechen. Außerdem können Atembeschwerden, starkes Herzklopfen, Appetitlosigkeit, Schuppenflechte und Entzündungen der Leber (Hepatitis) auftreten.[7]

Bryonia alba

Bryonia alba (Schwarzbeerige Zaunrübe) eignet sich vor allem bei akuten entzündlichen Prozessen mit trockenen Schleimhäuten, großem Durst, stechenden Schmerzen und langsam steigendem Fieber. Begleiterscheinungen können ein dumpfer, drückender Kopfschmerz im Bereich der Stirn und der Schläfen, Schwindel bei schnellen Kopfbewegungen, Hirnhautentzündung (Meningitis), Gelenkrheumatismus, Magenschmerzen, Verstopfungen, Herzbeutelentzündungen sowie akute Atemwegsentzündungen sein.[8]

Carbo vegetabilis

Carbo vegetabilis wird auch Holzkohle genannt. Der typische Patient ist kalt, träge und übergewichtig. Leitsymptome sind das Gefühl von Schwäche, Kollapsneigung, Ohnmachtsanfälle, Atemwegsbeschwerden, kalter Schweiß, Sickerblutungen aus den Schleimhäuten, Verdauungsschwäche, Blähungen, Sodbrennen, Magenkrämpfe, kalte Hände und Füße sowie Thromboseneigung. Viele der Symptome treten während der Periode auf.[9]

China officinalis

Eine andere Bezeichnung für China officinalis ist Roter Chinarindenbaum. Verwendet wird die getrocknete Rinde jüngerer Stämme und älterer Zweige.

China officinalis wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem, die Atemwege, den Magen- Darm-Trakt, die weiblichen Geschlechtsorgane und die Haut. Charakteristisch sind nervöse Überreiztheit, Überempfindlichkeit gegen alle Sinneseindrücke, vermehrtes Schwitzen sowie ein periodisches Wiederkehren der Beschwerden. Die Betroffenen fühlen sich häufig ausgelaugt und geistig sowie körperlich überanstrengt. Appetitlosigkeit und Heißhunger wechseln sich ab.

Achtung: In niedrigen Potenzen verstärkt China officinalis die Wirkung blutgerinnungshemmender Mittel (Antikoagulanzien).[10]

Cocculus

Cocculus, auch Kockelskörner genannt, sind die reifen, getrockneten Früchte des Cocculus- Strauchs (Cocculus indicus).Cocculus wirkt in erster Linie auf das zentrale und periphere Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt und die weiblichen Geschlechtsorgane. Es findet Anwendung bei Erschöpfungszuständen in Folge von Schlafmangel, nach geistiger Überanstrengung, bei verlangsamten geistigen Prozessen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Reisekrankheit. Weitere Symptome sind Migräne, nervöse Verdauungsbeschwerden, Übelkeit beim Geruch von Speisen, Wechseljahrsbeschwerden, ein Taubheitsgefühl in den Händen und Füßen sowie Neigung zu kaltem Schweiß bereits bei geringster Anstrengung. Auslöser der Beschwerden ist häufig die Sorge um einen geliebten Menschen.[11]

Mercurius solubilis Hahnemanni

Mercurius solubilis Hahnemanni ist ein Gemisch, das vorwiegend aus metallischem Quecksilber und Quecksilber(II)-amidonitrat (Quecksilberverbindung) besteht. Niedrige Potenzen bis D7 sollten aufgrund der Toxizität (Giftigkeit) des Ausgangsstoffes bei Nierenfunktionsstörungen, Kleinkindern, Säuglingen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. 13 Bei diesen Patientengruppen kann bereits die Aufnahme kleinster Mengen Quecksilber zu Vergiftungssymptomen wie Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Lähmungen, Krämpfen und anderen Beeinträchtigungen des Nervensystems führen (Minamata-Krankheit).[12]

Die Patienten sind oft hochsensibel, reaktionsschnell, misstrauisch und destruktiv.

Typische Einsatzgebiete sind akute und chronische Schleimhautentzündungen mit Neigung zur Schwellung und Absonderung blutigen und / oder eitrigen Sekrets. Die Zunge ist dick belegt, der Speichelfluss reichlich, es entwickelt sich ein übler Mundgeruch gepaart mit einem metallischen Geschmack. Weitere Symptome sind schleimig-blutiger Stuhl, Steifheit in allen Muskeln und Gelenken, Morbus Parkinson, nässende Ekzeme, geschwollene Lymphdrüsen, übel riechender und gelblicher Nachtschweiß, Entzündungen der Atemwege sowie Zittern der Extremitäten.[13]

Nux vomica

Nux vomica, hergestellt aus den getrockneten, reifen Samen der Brechnuss, ist ein weit verbreitetes homöopathisches Mittel, das auf das zentrale Nervensystem, den Bewegungs- und Stützapparat, den Magen-Darm-Trakt und die Leber wirkt. Anwendung findet es bei Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Verstopfungen, Beschwerden nach Arznei- und Genussmittel-Missbrauch, Kopfschmerzen, Erkältungsneigung, Kreislaufkollaps, Blasenentzündung, Menstruationsbeschwerden und Rückenschmerzen. Die Patienten sind meist aktive Menschen mit gehetzter Lebensweise und einer sitzenden Tätigkeit. Sie sind arbeitswütig, jähzornig, ehrgeizig, nervös, kälteempfindlich, leiden unter unruhigem Schlaf und fühlen sich morgens unausgeruht und verkatert.[14]

Hintergrundinformationen

Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae) innerhalb der Ordnung der lilienartigen Gewächse (Liliales). Sie ist vorrangig in feuchten Wiesen sowie Laub- und Tannenwäldern in Europa zu finden. Im Frühherbst öffnet die Pflanze ihre blassvioletten Blüten, die eine Größe von 5 bis 25 cm erreichen und damit zu den größten unserer heimischen Flora zählen.[15]

Der wohl wichtigste Inhaltsstoff der Herbstzeitlosen ist das giftige Colchicin, ein basisches Produkt des pflanzlichen Stoffwechsels (Alkaloid), welches vor allem der Abwehr von Fressfeinden dient. Es findet sich in allen Teilen der Herbstzeitlosen.[15]

Colchicin hemmt die Teilung tierischer und menschlicher Zellen (Mitosehemmstoff) und ist bei oraler Aufnahme ab einer Menge von 1 mg pro kg Körpergewicht für einen Erwachsenen tödlich. Das entspricht bei einem Körpergewicht von 80 kg etwa 60 g frischer Blätter. Es kommt dabei zum Tod durch Atemlähmung und Kreislaufstillstand. Bei Kindern reichen schon deutlich geringere Mengen aus. 15 Symptome einer akuten Vergiftung mit Colchicin sind Schluckbeschwerden mit einem brennenden, kratzenden Gefühl im Mund, Koliken, wässrige Durchfälle, Atembeschwerden, Herzrasen und Schock. Bis der Tod eintritt, dauert es etwa 2 bis 3 Tage.

In der Schulmedizin wird Colchicin hauptsächlich zur Therapie des akuten Gichtanfalls eingesetzt, da es auch immunkompetente Zellen (Leukozyten), die einen Gichtanfall auslösen und unterhalten können, in ihrer Funktion hemmt. Aufgrund seiner geringen therapeutischen Breite ist es jedoch nur noch Mittel der zweiten Wahl.[3]