Globuli von C bis C

Crotalus Globuli

© PantherMedia / Thomas Francois

Crotalus horridus, die Waldklapperschlange gehört zu den Schlangenmitteln in der Homöopathie. Das Gift der Waldklapperschlange ist hämotoxisch, das heißt, es führt zu Störungen der Blutgerinnung, einhergehend mit starker Übelkeit und Benommenheit.[1] Innere Blutungen stehen zentral im homöopathischen Arzneimittelbild von Crotalus horridus. Diese können entstehen im Rahmen einer Sepsis(Blutvergiftung) aber auch als Folge von schweren Infektionskrankheiten, die vor allem in den Tropen vorkommen wie Gelbfieber, Denguefieber, Malaria, Typhus, Ebola. Die Blutungen können aus allen Körperöffnungen auftreten. Die Schwere dieser Erkrankungen zeigt dass Crotalus horridus ein stark wirkendes Mittel ist für heftige Erkrankungen (Pathologien). Es steht eine ärztliche, ggf. intensivmedizinische Behandlung im Vordergrund.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Crotalus horridus ist hauptsächlich ein Mittel für schwere Erkrankungen, da Blutungen, vor allem innere Blutungen meist im Rahmen ernsthafter Erkrankungen, zum Beispiel eines Schlaganfalls (Apoplex), vorkommen. Daher gehört das Arzneimittel eher in der Notfallapotheke eines Homöopathen und ist nicht für die laienhafte Verwendung geeignet. Patienten, die Crotalus horridus brauchen, zeigen oft eine allgemeine Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese).[2]

Wo wirkt es?: Die Hauptangriffspunkte von Crotalus horridus sind das Herz- und Kreislaufsystem, der Magen-Darm-Trakt und die Haut.

In welchem Alter?: Da es sich hier um ein homöopathisches Mittel handelt, welches ein klares körperliches Krankheitsbild (Indikation) verlangt, in diesem Fall ist das die häufige Blutungsneigung, kann es im Prinzip in jedem Alter, also auch bei Kindern eingesetzt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das charakteristische Symptom von Crotalus horridus ist seine Wirkung auf das Blut: Es kann zu Blutungen aus allen Körperöffnungen kommen. Das Blut ist meist auffallend dunkel und dünnflüssig, es gerinnt nicht, sodass die Blutung lange anhalten kann. Das Blut kann auch einen üblen Geruch haben.[2]Bei Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung) ist Crotalus horridus eins der Hauptmittel in der Homöopathie. Es kann sich hier sowohl um eiternde Entzündungen (Abszesse) handeln als auch um Blutvergiftung nach Verletzungen, wobei die Keime sich über die Blutbahn vermehren und so den ganzen Körper zu vergiften drohen. Dadurch kommt es zu einem schnellen Kräfteverlust, auch Bewusstseinstrübung bis zur Ohnmacht sind möglich.Crotalus horridus neigt zu einer Gelbfärbung der Haut, meistens weil die Leber betroffen ist, zum Beispiel bei einer Gelbsucht (Hepatitis).[3]Es findet sich typischerweise eine rechtsseitige Symptomatik (viele Schlangenmittel, allem voran die Schlange Lachesis muta, die Buschmeisterschlange, haben eine linksseitige Symptomatik). Die Symptome können auch einen raschen Wechsel zeigen, sie kommen plötzlich und verschwinden auch wieder schnell.

Verbesserung: Besserung tritt an der frischen Luft und durch Licht auf.

Verschlechterung: Mit Lachesis, dem bekanntesten Schlangenmittel in der Homöopathie, teilt Crotalus horridus ein wichtiges Kennzeichen (Modalität), nämlich dieVerschlimmerung am Morgen, nach dem Schlafen. Es heißt, die Patienten schlafen in die Verschlimmerung hinein. Dies gilt vor allem für Kopf- und Gliederschmerzen sowie für die allgemeinen Schwächezustände. Es findet sich auch eine Verschlimmerung im Frühjahr sowie durch Druck, vor allem um den Bauch herum.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Crotalus horridus-Patienten sind in der Regel starke Persönlichkeiten. Sie reden viel und gerne, sind sehr aktiv bis euphorisch. Beim Sprechen haben sie die Neigung zu nuscheln. Durch ihr ungezügeltes Temperament geraten sie allerdings oft in Streit mit anderen Leuten. Andererseits leiden sie aber auch unter vielen Ängsten, sie sorgen sich für die Menschen, die sie lieben und haben dabei ein sehr starkes Verantwortungsgefühl. Sie sind sehr argwöhnisch, fühlen sich schnell angegriffen und verletzt. Dabei reagieren sie selber sehr offensiv und auch verletzend zurück. Sie können das Gefühl haben, dass jeder ihr Feind ist, dass man sich gegen sie verschworen hat und sie verfolgt werden.Es kann dazu führen, dass Crotalus-Patienten sehr stark zurückgezogen leben und in Depression verfallen. Bei zunehmenden Orientierungsstörungen mit Interessenslosigkeit (Apathie) und Sprachstörungen im Sinne einer beginnenden Demenz kann auch an Crotalus horridus gedacht werden.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es treten Verwirrtheit, Vergesslichkeit und Unklarheit mit zögerndem und unzusammenhängendem Sprechen und Handeln auf.[3] Die Betroffenen wachen mit drückenden Kopfschmerzen auf, die vom Hinterkopf hochsteigen und sich bis über die Augen strecken. Die Kopfschmerzen treten wellenartig auf. Es zeigt sich eine gelbe Farbe der Skleren (das Weiße in den Augen). Augeneinblutungen und Netzhautblutung sind möglich.[4] Es können dunkle Blutungen aus Nase, Ohr und Mund auftreten.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gesichtsfarbe ist gelb oder grau. Auf Nase und Lippen sind blaurote Verfärbungen möglich. Die Zunge ist geschwollen, wodurch das Sprechen erschwert ist. Die Betroffenen haben einen modrig-fauligen Mundgeruch.[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können Atemnot mit Brustbeklemmung auftreten sowie Husten mit blutigem Auswurf (Hämoptoe).[4] Eine Herzschwäche mit drohendem Kollaps ist möglich, dabei die Empfindung als ob das Herz sich überschlägt. Angina pectoris (Herzenge) mit Schmerzen in der Brust, die sich durch Liegen auf der linken Seite und durch Treppensteigen verschlimmern. Der Puls ist schwach und kaum wahrnehmbar.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Betroffene verträgt keinen Druck auf die Magengegend, nicht einmal Kleiderdruck. Der Bauch kann aufgetrieben sein. Durch Blutungen des Verdauungstrakts können dünne, blutige, schwarze Stühle wie Kaffeesatz auftreten.[3] Magengeschwüre (Ulcera) und Magenentzündung (Gastritis) sind möglich sowie heftiges Erbrechen von Blut oder von Galle.[2] Die Betroffenen haben einen starken unstillbaren Durst, Verlangen nach fettem Schweinefleisch, nach Zucker und nach Wein sowie eine Abneigung gegen Tabak.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es treten Blutungen aus der Harnröhre auf, der Urin ist dunkel und kann eine rote bis schwarze Färbung zeigen. Die Betroffenen beklagen ein schmerzhaftes Gefühl, als rolle sich eine Kugel in der Blase herum und dränge sich durch die Harnröhre.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht eine starke Sexualität mit schneller Erregung und ebenso schneller Erschlaffung, somit häufige Impotenz. Es können sich Unregelmäßigkeiten der Menstruation zeigen: zu früh, zu stark oder ausbleibend. An Crotallus horridus kann bei Beschwerden der Wechseljahre mit Hitzewallungen und Schweiß, aber vor allem mit Blutungen aus der Gebärmutter (Uterus) gedacht werden. Das Blut ist dunkel und übelriechend.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es zeigen sich Anschwellungen der Beine, Füße und Hände auf Grund einer Wasseransammlung (Ödem). Es kann eine Sehnenentzündung mit gespanntem, eingeschlafenem oder taubem Gefühl auftreten. Krampfadern (Varikose) können vorhanden sein.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es zeigt sich eine gelb-graue Färbung der Haut, die Haut kann auch marmoriert sein, sie fühlt sich kalt und trocken an. Bei Entzündungen eines Haarbalgs (Furunkel) und Eiterbeulen (Karbunkel) von bläulicher Färbung mit teigartigem, dunkelblutigem Inhalt kann an den Einsatz von Crotalus horridus gedacht werden.[2] Auch schlimmste Akne mit violetter Hautverfärbung, blutenden Pusteln und teigigem Aufgehen der befallenen Stellen ist möglich. An den Händen und Füßen findet sich haüfig eine Blaufärbung (Zyanose) auf Grund von Minderdurchblutung. Hauteinblutungen (Ekchymosen) mit bläulicher Färbung treten auf. Crotalus horridus-Patienten können hartnäckige Geschwüre, die nicht heilen, sondern mit der Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) einhergehen aufzeigen. Es kann Gewebsuntergang (Nekrose) auftreten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann ein septisches Fieber auftreten, oft im Rahmen schwerster Erkrankungen wie Gelbfieber und anderen tropischen Erkrankungen, die das Blut innerlich zersetzen. Die Extremitäten (Hände, Füße, Nasenspitze) fühlen sich kalt an. Es tritt kalter Schweiß auf, der auch blutig sein kann.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht eine große Schwäche mit starker Müdigkeit. Trotzdem haben die Betroffenen Schwierigkeiten einzuschlafen. Der Schlaf ist unruhig, alle Beschwerden sind nach dem Schlafen schlimmer. Es können heftige Träume von Mord, angegriffen und getötet zu werden auftreten, ebenso Träume von Reisen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Lachesis

Lachesis muta (Buschmeisterschlange) hat viele Symptome, die denen von Crotalus horridus ähneln, weswegen es wichtig ist, die Unterschiede zu kennen. Beide haben ein Beengungsgefühl (wie übrigens die meisten Schlangenmittel), bei Lachesis zeigt sich das aber eher am Hals. Lachesis kennt eine starke Verschlimmerung der Beschwerden vor der Monatsblutung, alle Beschwerden bessern sich sobald der erste Blutstropfen fließt.

Die Beschwerden von Lachesis-Patienten treten eher linksseitig auf, die von Crotalus-Patienten rechtsseitig. Lachesis-Persönlichkeiten zeigen sich gerne, Crotalus horridus-Patienten haben eher die Tendenz sich zurückzuziehen.Beide Mittel sind von starken sexuellen Gefühlen geprägt. Bei Crotalus horridus-Patienten fehlt aber die Potenz von Lachesis-Patienten, hier zeigt sich eher Schwäche. Verfolgungswahn (Paranoia) und Argwohn sind bei Crotalus horridus ausgeprägter.

Acidum sulfuricum

Acidum sulfuricum (Schwefelsäure) gehört auch zu den homöopathischen Mitteln, die einer Blutungsneigung (hämorrhagischen Diathese) zugeordnet werden. Es können schwarze Blutungen aus allen Körperöffnungen auftreten. Als Folge von Verletzungen können eitrige Entzündungen entstehen, die zu Gewebsuntergang führen. Es zeigt sich eine sehr ausgeprägte Schwäche und Mattigkeit. Die Beschwerden verschlimmern sich durch frische Luft, Kälte und Gerüche und bessern sich durch heiße Getränke.

Pyrogenium

Pyrogenium (künstliches Sepsin, Extrakt aus faulem Fleisch) wird gewonnen aus verwestem Fleisch und wird homöopathisch eingesetzt bei Eiterungen und septischen Zuständen zum Beispiel bei Wochenbettfieber.

Secale cornutum

Secale cornutum (Mutterkorn) wird in der Homöopathie verwendet bei Kreislaufbeschwerden, vor allem einhergehend mit Blutungen. Alle Beschwerden zeigen eine sehr starke Verschlimmerung durch Hitze und eine Besserung durch Kälte. Häufig finden sich Gebärmutterblutungen und Nasenbluten.

Baptisia

Baptisia (wilder Indigo) zeigt in seinem Arzneimittelbild septische Infektionen mit hohem Fieber und starker Benommenheit.

Hintergrundinformationen

Die Waldklapperschlange ist im Osten der USA und in Kanada heimisch. Sie ist eine mittelgroße Schlange, etwa 1 Meter bis höchstens 1,80 Meter lang und kräftig gebaut. Sie zeigt eine graugelbliche Färbung mit schwarzen querverlaufenden Bändern. Crotalus horridus gehört zur Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae), in weiterem Sinne zur Familie der Vipern.[1]

Ihrem Namen verdankt sie einer Struktur am Ende ihres Schwanzes, die sie zum vibrieren bringen kann und somit rasselnde Geräusche macht, um ihre Feinde zu warnen.[5] Die Waldklapperschlange kommt in Sümpfen und auf trockenen Feldern vor, aber ihr bevorzugtes Territorium sind Misch- und Laubwäldern mit dichtem Unterholz. Sie ist sehr standorttreu und lebt meist in kleinem Familienverband. Sie überwintert drei bis vier Monate und paart sich im Spätsommer. Die Trächtigkeit dauert fast ein Jahr. Sie ist in der Regel tagaktiv aber kann bei großer Hitze auch nur nachts jagen. Schlangen sind allgemein sehr temperaturempfindlich. Die Waldklapperschlange beißt nicht wenn sie nicht bedroht wird, sondern sie versucht erst ihre Feinde mit Drohgebärden, wie z.B. das Rasseln ihres Schwanzes fernzuhalten. Das Gift ist weniger bedrohlich als das von Schlangen, die neurotoxisches Gift (Nervengift) haben, wie zum Beispiel die Kobra. Oft führt der Biss auch nur lokal zur Gewebeanschwellung mit Blaufärbung der Haut durch Einblutungen der Gefäße.[5] In der Medizin wird Schlangengift in kleinen Mengen eingesetzt, zum Beispiel bei arterieller Hypertonie (Bluthochdruck) und bei Gerinnungsstörungen des Blutes. Schlangengifte werden auch in der Forschung verwendet, sie helfen bestimmte chemischen Spaltungsvorgänge im Körper besser zu verstehen. Die Schlangen werden „gemolken“, das so gewonnene Gift wird tiefgefroren, getrocknet und zu Pulver verarbeitet.