Globuli von R bis S

Secale cornutum Globuli

© panthermedia.net / Detlev Behrens

Secale cornutum ist das Mutterkorn, ein giftiger Getreidepilz. Durch den ahnungslosen Verzehr des Getreides in den daraus hergestellten Lebensmitteln, wie Brot und andere Teigwaren, die Roggen enthielten, erlitten die Menschen im Mittelalter schwere Vergiftungen. Roggen ist für das Mutterkorn besonders anfällig, es können aber auch andere Getreidesorten befallen werden. Diese Vergiftungserscheinungen sind auch unter dem Namen Antoniusfeuer bekannt, dem viele Menschen qualvoll zum Opfer fielen. Heute ist die Gefahr u.a. durch neue Roggensorten, die weniger Pilz anfällig sind und durch eine moderne Technik, die das befallene Getreide aussortieren kann gebannt.

Das Mutterkorn enthält viele Alkaloide, pflanzliche Inhaltsstoffe, die meistens giftig sind. Es sind überwiegend Abbauprodukte von Eiweißen, die in der Pflanze die Aufgabe haben überschüssigen Stickstoff zu speichern oder zu entsorgen, wie z. B. Ergotamin.[3/5] Es wirkt auf die Muskulatur der Blutgefäße und der Gebärmutter (Uterus), zersetzt das Blut und ruft Blutungen hervor, es kommt zu beständig sickerndem, dünnem, stinkendem, wässrigem, schwarzem Blut.[1]

Alle Secale-Beschwerden verbessern sich durch Kälte. Die Patienten haben ein Gefühl von großer Hitze im ganzen Körper. Secale verursacht ein Zusammenziehen (Kontraktion) der glatten (unwillkürlichen) Muskulatur der Blutgefäße und der Gebärmutter. Die glatte Muskulatur ist im Gegensatz zur quergestreiften Muskulatur, wie zum Beispiel an den Armen, nicht willentlich zu beeinflussen oder zu steuern. Daher haben die Patienten ein Gefühl, als ob der ganze Körper zusammengezogen würde.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem: bei älteren Menschen, die unter Blutungsneigung leiden. Bei Frauen vor oder während der Periode, oder bei Beschwerden in der Schwangerschaft und während der Geburt. Die Betroffenen können unter Muskelkrämpfen leiden.[2]

Wo wirkt es? Das Mittel wirkt auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße und der Gebärmutter, aber es macht sich auch an dem Nervensystem bemerkbar.[2]

In welchem Alter? Secale wird meist bei Erwachsenen und gerne im Alter eingesetzt.[2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Mittel kann bei Menschen, die unter Krämpfen leiden und anderen neurologischen Problemen, wie Kribbeln, Zuckungen und Taubheitsgefühl helfen. Die Abmagerung der Glieder bei gutem Appetit und Durst ist ein Indiz für Secale, ebenso die Kraftlosigkeit der willkürlich, gesteuerten Muskulatur und die oben beschriebenen Blutungen zählen dazu.[2] Es wird u.a. bei Venenentzündungen und Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombosen) verwendet, aber auch bei Lymphknoten-oder Lymphgefäßschwellungen. Secale passt auf reizbare, „vollblütige“ (plethorische) Personen, jedoch auch auf dünnere, hagere, schwächliche Frauen, sowie auf hochbetagte, hinfällige Patienten. Sie neigen zu kleinen, stecknadelkopfgroßen, Einblutungen unter der Haut (Petechien). Wenn es bei diesen Menschen zu Verletzungen kommt, haben sie stark blutende Wunden.

Bei Schwangeren, kommt es bei Wehenschwäche oder sogar fehlender Wehentätigkeit ebenfalls zum Einsatz.[2]

Verbesserung: Patienten empfinden die Kälte als angenehm und lindernd. Sie mögen zum Beispiel ein kaltes Bad oder sich zu entblößen. Sie haben es, wenn man ihnen Luft zufächelt, sie schaukelt oder wiegt. Das Ausstrecken und Dehnen der gekrümmten Glieder bringt ihnen Erleichterung, aber auch die zusammengekrümmte Lage im Bett wird als wohltuend empfunden. Sie verspüren eine Besserung nach dem Erbrechen.[2]

Verschlechterung: Die Wärme verschlechtert ihre körperliche Situation, sie mögen keine Bedeckung, zudecken oder Berührung. 

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben eine Geistesschwäche, die nach Krämpfen zurückbleibt, oder auch eine Gedächtnisschwäche nach erschöpfendem Geschlechtsverkehr. Es kann zu extremer Raserei kommen, dahingehend das diese Personen sogar andere beißen. Sie haben des Bedürfnis ins Wasser zu springen.

Sie empfinden eine manische Angst, oder Depressionen aufgrund der Angst. Sie können unter einer Manie leiden, die unmittelbar vor, während oder nach der Geburt ihres Kindes (puerperal) auftritt. Sie haben kein Schamgefühl.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sie können ein Gefühl von Leichtigkeit oder Schwere im Kopf haben. Sie drehen den Kopf hin und her. Es kommt zu einem Gefühl von Ameisenkribbeln in den Beinen.[2]

Der Kopfschmerz steigt vom Hinterkopf auf. Die Patienten sind sehr blass. Sie leiden auch unter Haarausfall. Menschen, die Secale benötigen haben häufig Nasenbluten, das Blut ist dunkel und sickernd. Bei den Augen kommt es gerade bei Frauen altersbedingt zum grauen Star (Katarakt). Die Augen sind eingefallen und von blauen Ringen umgeben. Das Gesicht ist eingefallen und blass. Krämpfe beginnen im Gesicht und erstrecken sich über den ganzen Körper. Der Gesichtsausdruck ist krampfhaft verzerrt.[1]

Die trockenen Zunge ist aufgesprungen und schwitzt tintenschwarzes Blut aus. Die Zunge ist steif, wie gelähmt, daraus resultiert eine stammelnde, undeutliche Sprache.

Es kann auch zu Lähmungen im Hals nach einer Diphterie, also einer akuten bakteriellen Infektionskrankheit, die die oberen Atemwege und den Hals befällt, kommen (postdiphterische Lähmung).[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen spüren bei Druck auf die Wirbelsäule, einen Schmerz durch die ganze Brust. Es kann zu Herzenge (Angina pectoris) Anfällen kommen mit Atemnot (Dyspnoe) und Beklemmung, sowie zum Zwerchfellkrampf. Diese Patienten können Herzklopfen, mit hartem (kontrahiertem) und unregelmäßigem (intermitternden) Puls haben. Sie klagen über Brennen in den Lungen.[1][2]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben einen unnatürlichen Heißhunger auf Saures und einen unstillbaren Durst. Sie klagen über Übelkeit, Schluckauf und Erbrechen von Blut, das kaffeesatzartig aussieht. Sie klagen über Brennen in Magen und Bauch sowie über häufiges Aufstoßen. Kälte und Krämpfe beim Stuhlgang, der Stuhl sieht olivgrün und dünn aus. Patienten haben eine Eiseskälte und ertragen trotzdem keine Decke oder ähnliches. Der Stuhlgang kommt unwillkürlich, die Betroffenen haben kein Empfinden für den abgehenden Stuhl.[1][2]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu Blasenlähmung oder Harnverhalten, mit vergeblichem Harndrang. Die Patienten können blutigen Urin oder Urin mit käsigem Bodensatz ausscheiden. Secale wird auch bei alten Menschen eingesetzt, die ihr Bett einnässen (Enuresis).[1][2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frauen, die Secale brauchen, haben eine unregelmäßige, starke, dunkelgefärbteund schmerzhafte Menstruation. Sie klagen über brennende Schmerzen in der Gebärmutter (Uterus). Es kommt zu bräunlich, übelriechendem Ausfluss (Leukorhoe), manche Frauen haben auch eine ständige wässrige Sickerblutung bis zur nächsten Menstruation. Bei Schwangeren kann es zu drohender Fehlgeburt um den dritten Monat herum kommen. Ist der Geburtstermin erreicht kann es während der Geburt zur Wehenschwäche oder zum völligen Fehlen der Wehen kommen. Sie haben starke Nachwehen, die Milch kann ausbleiben, sie können dunkel und übelriechenden Wochenfluss (Lochien) bekommen. Manche Frauen entwickeln ein Kindbettfieber mit fauligen Absonderungen und Blähungen (Flatulenz). Nach einer Fehlgeburt erholen sich diese Frauen nur sehr langsam.[1][2]

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor allem Raucher haben kalte, bläuliche Füße und Hände mit pelzigem Gefühl in den Fingern. Die Finger und Füße sind auseinander gespreizt oder nach hinten gestreckt. Sie fühlen sich taub an. Die Patienten können heftige Krämpfe sowie eisige Kälte in den Extremitäten haben. Das Gangbild der betroffenen Personen ist zittrig und taumelnd.[1]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist runzlig, trocken und kalt. Sie weist bläuliche (zyanotische) Verfärbungen auf. Bei Neugeborenen mit Wasseransammlungen (Ödemen) kann Secale angezeigt sein, ebenso bei Geschwüren mit fauliger Absonderung, sowie bei den so genannten „offenen Beinen“(Ulzera varicosa).[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sie empfinden Kälte. Die Haut ist kalt und trocken. Sie haben kalte, klamme Schweiße bei dem Gefühl der inneren Hitze.

Während des Fiebers verspüren sie einen exzessiven Durst.[1]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Drogen- und Alkoholabhängige leiden unter Schlaflosigkeit. Andere Personen, die dieses Mittel benötigen, haben eher einen tiefen, langanhaltenden und nicht erholsamen Schlaf.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Arsenicum album

Ähnlichkeiten zu Secale cornutum bestehen in der äußeren Kälte und inneren Hitze. Außerdem haben die Menschen, die Arsenicum album (weißes Arsenik) benötigen einen unstillbaren Durst und ihre Absonderungen sind faulig und grünlich. Das Gesicht ist eingefallen und blass, kann aber auch geschwollen sein.[1] Bei den weiblichen Geschlechtsorganen sieht man die Ähnlichkeit bei dem Ausfluss (Leukorhoe), der starken Regelblutung mit schwarzem Blut. Ausbleiben der Menstruation bei schwachen, müden, sorgengeplagten Frauen. Sie haben auch einige ähnliche Magensymptome, wie zum Beispiel den Schluckauf, die Übelkeit und das Erbrechen. Auch sie haben Verlangen nach Saurem, jedoch steht bei diesen Personen, eine große Ängstlichkeit im Vordergrund.[2]

Ustilago maydis

Die Patienten, die
Ustilago maydis (Maisbrand) brauchen, haben die Neigung zu kleinen Geschwüren (Furunkeln) und trockener Haut. Es kann nach der Entbindung zu vermindertem Milchfluss kommen, aber der Wochenfluss ist reichlich. Nach Fehlgeburten klagen die Frauen über reichliche Menstruation. Bei Frauen in den Wechseljahren sind Zwischenblutungen möglich, es sickert dunkles, klumpiges Blut, das schwarze Fäden bildet, aus. Unabhängig davon können die Frauen schon durch den geringsten Anlass hellrotes, teilweise klumpiges Blut verlieren.[1][2]

Pulsatilla

Die Ähnlichkeit zu Secale, besteht hier auch in den Symptomender weiblichen Geschlechtsorgane, nämlich das Menstruationsblut ist dunkel und klumpig. Jedoch ist der Blutfluss im Gegensatz zu Secale unterbrochen. Auch diese Patientinnen haben Ausfluss (Leukorhoe), welcher allerdings cremig und brennend ist. Es kann durch nasse Füße, Schwäche oder Bleichsucht zum Ausbleiben der Menstruation kommen. Bei Patienten, die Pulsatilla (Küchenschelle) benötigen kommt es zu Aufstoßen und Erbrechen wie bei Personen, die Secale brauchen, aber das Erbrechen ist lange nach dem Essen und in der Regel nicht blutig. Pulsatilla hat statt des unstillbaren Durstes die Durstlosigkeit. Die Patienten sind von der Temperatur her eher fröstelig.[1]

Hintergrundinformationen

Der Pflanzenparasit Claviceps purpurea, wächst in Form des Mutterkorns in den Ähren vieler Süßgräser. Anstelle des Getreidekorns entwickelt sich ein dunkelgefärbtes, längliches Mutterkorn, das aus der Ähre herausragt und die hochgiftigen Mutterkornalkaloide enthält. Der Name Mutterkorn bezieht sich auf die Wehen auslösende Wirkung während der Geburt und blutstillenden Eigenschaft nach der Entbindung. Hauptsächlich wird von den Getreidesorten der Roggen befallen, andere Getreidearten, wie Weizen oder Dinkel eher seltener. Gräser und Wildgräser, die für die Futtergewinnung genutzt werden, können ebenso betroffen sein, und sind eine mögliche Infektionsquelle für Tiere. Wenn Roggen in dichter Fruchtfolge angebaut wird, kommt es häufig zu Mutterkornbefall, wobei ungünstige Witterungseinflüssen eine große Rolle spielen. „Mutterkornjahre“ sind feucht und kühl während der Blütezeit der Wirtspflanze. Im Mittelalter starben viele Menschen an der Mutterkornvergiftung (Ergotismus), weil damals Roggen das vorherrschende Getreide war. Bei Missernten konnte der Ertrag bis zur Hälfte aus Mutterkörnern bestehen. Eine akute Mutterkornvergiftung erkennt man an Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe, Gefühllosigkeit von Armen und Beinen, Gebärmutterkontraktionen und Fehlgeburten. Die Aufnahme von 5–10 g Mutterkorn bei entsprechendem Alkaloidgehalt kann für Erwachsene tödlich sein. Es gibt auch die chronische Mutterkornvergiftung, die über ein Kribbeln der Haut zu starken Muskelkrämpfen (Krampfseuche, Kribbelkrankheit) oder zu brennenden Schmerzen einzelner Körperteile führt, die schließlich taub werden und absterben (Brandseuche, Antoniusfeuer). Diese Krankheitserscheinung tritt auch in ähnlicher Weise in der Tierwelt auf.[4][6]