Globuli von R bis S

Sulfur jodatum Globuli

© panthermedia.net / Hans-Joachim Schneider

Sulfur Jodatum (auch: Jodschwefel, Schwefeljodid) entsteht beim Zusammenschmelzen der Mineralien Schwefel und Jod. Die kristalline Masse wird in Milchzucker (Laktose) verrieben und das entstandene Pulver wird mehrmals verdünnt, um das homöopathische Mittel zu erhalten. Obwohl das Jod den Hauptanteil des Gemisches ausmacht, sind die Eigenschaften eng mit denen des Schwefels verwandt. Da das Mittel die Stoffwechselfunktionen im Körper optimiert, ist es sehr vielseitig einsetzbar. Sulfur Jodatum wird bei verschiedenen dermatologischen Beschwerden angewendet, kann bei Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren Bereich helfen und wird zur Behandlung von Asthmakrisen eingesetzt. Außerdem kann dieses Mittel bei Entzündungen am Auge zur Unterstützung des Heilungsprozesses gegeben werden. Auch zur Unterstützung der Genesungsphase nach einer langen Krankheit wird Sulfur Jodatum verabreicht, um die eigenen Energien wieder herzustellen. Die Krankheitsbilder, welche zu Sulfur Jodatum passen, treten in ganz verschiedenen Altersgruppen auf (z.B. Akne im Jugendalter, Haarausfall bei Greisen). Das Mittel ist also für alle Altersgruppen geeignet. Auch in der Schwangerschaft kann es eingenommen werden, dann sollte eine Therapie aber in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht erfolgen [1][2].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Sulfur Jodatum passt gut zu Infektionskrankheiten, die eine Entzündung mit Eiterbildung oder verstärkter Sekretion der Schleimhäute hervorrufen. Im Bereich des Kopfes können zum Beispiel eine Mandelentzündung (Tonsillitis), eine Ohrenentzündung (Otitis) oder eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) behandelt werden. Heuschnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen sind weitere Heilanzeigen (Indikationen) für Sulfur Jodatum. Asthma und Bronchitis sind entzündliche Erkrankungen der Lunge, bei denen diese Arznei gegeben werden kann. Weiterhin wird sie bei Ausschlägen auf der Haut und  entzündlicher Arthrose sowie bei Rheuma angewandt. Sulfur Jodatum-Patienten sind meistens ältere Menschen, das muss jedoch nicht immer zutreffen. Sie sind nervös, mager und schwach, obwohl sie eigentlich einen guten Appetit haben. Ihre Haut sieht schmutzig und unrein aus, sie verspüren oft ein Kribbeln und Jucken auf der Haut oder im Rachenraum und ihre Lymphknoten sind schmerzhaft geschwollen. Nach dem Verzehr von Süßspeisen verspüren sie Heißhunger. Sie neigen zu Hitzewallungen und Schweißbildung. Außerdem können Menschen, die sich in der Genesungsphase nach einer langen Krankheit befinden, sich aber immer noch schwach fühlen, nicht an Gewicht zunehmen und träge in ihren Bewegungen sind Sulfur Jodatum zur Verbesserung ihrer allgemeinen Verfassung einnehmen [1][2][4].

Wo wirkt es?:  Die Wirkung von Jodschwefel entspricht im Wesentlichen der Wirkung beider Einzelelemente, wobei der Schwefel die führende Rolle einnimmt und das Jod seine Wirkung vertieft. Der starke Einfluss von Jod auf die Schilddrüse ist hier deutlich gemildert. Sulfur Jodatum wirkt aktivierend auf den ganzen Stoffwechsel. Am meisten wirkt es jedoch auf die Haut, die Schleimhäute und das Lymphsystem. Dort trägt es zur Auflösung von Verschleimungen (Resorption) und zur Ausheilung von Entzündungen bei [3].

In welchem Alter?: Die Beschwerdebilder, bei denen Sulfur Jodatum angebracht (indiziert) ist, treten teilweise schon im Kindesalter auf und können auch noch sehr alte Menschen betreffen. Für dieses Mittel gibt es folglich keine Einschränkung der Einnahme bezüglich des Alters. Unter besonderen Umständen, zum Beispiel chronische Begleiterkrankungen/Medikamenteneinnahme oder Schwangerschaft, sollte eine Therapie auf jeden Fall mit einem Arzt besprochen und von diesem überwacht werden [1][3].

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Da Sulfur Jodatum auf viele verschiedene Gewebe und Beschwerdebilder wirkt, ist der folgende Abschnitt nach Körperregionen beziehungsweise Fachgebieten der medizinischen Versorgung eingeteilt.

Hals-Nasen-Ohren Heilkunde: 

  • Summen und Brausen in den Ohren, Eiterfluss aufgrund einer Ohrenentzündung und Entzündungen der Eustachischen Röhre (Schleimhautkanal vom Ohr zum Rachen).
  • Kribbeln und Juckreiz im Rachen
  • Mandelentzündung mit Schluckbeschwerden, eitrigen Mandeln und schmerzhaft vergrößerten Lymphknoten
  • Vergrößerung der Schilddrüse (Kropfbildung)
  • Heuschnupfen mit ständigem Kribbeln in der Nase und reichlich Sekretfluss, Schnupfen,Nasennebenhöhlenentzündung

Dermatologie:

  • Akne-Pusteln, Furunkel, Verbrennungen, Nesselsucht (Urtikaria), Herpes (aufgrund einer Virusinfektion entstehende Hautblasen die meistens an den Lippen oder im Genitalbereich lokalisiert sind)
  • Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) und andere lang anhaltende oder immer wiederkehrende (rezidivierende) Ausschläge, die eher trocken sind und mit Brennen oder einem quälenden Juckreiz und unangenehmen Kribbeln einhergehen. Die Haut bildet kleine Knötchen oder Pusteln, die eitrig aufreißen.
  • Der Patient hat zahlreiche Mitesser und ein unreines Hautbild mit vielen kleinen Narben.


Lungenheilkunde (Pulmologie): 

  • Husten, Luftröhrenentzündung oder Bronchitis mit zugeschwollenem Hals, Atemnot und anhaltender Heiserkeit. Die Lymphknoten am Hals und in den Achselhöhlen können außerdem geschwollen sein.
  • Asthma- Krise mit Erstickungsgefühl
  • Raucherhusten mit übel riechendem Auswurf
  • Entzündung des Rippenfells (Pleuritis)


Augenheilkunde: 

  • Bindehautentzündung mit geröteten, tränenden Augen und verschleiertem Blickfeld. Die Augäpfel fühlen sich extrem kalt an.
  • Doppeltsehen
  • Rezidivierende, schmerzhafte Schwellung der Augenlider mit Druckgefühl und Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen.


Rheumatologie: 

  • Entzündliche Arthrose oder Arthritis (chronische oder akute Entzündung eines oder mehrerer Gelenke)
  • Akutes oder chronisches Rheuma mit steifen, schmerzhaften Gelenken [1][3][4][5]

Verbesserung: Die Symptome verbessern sich bei Bewegung an der frischen Luft und bei warmem, trockenem Wetter. Abends im Bett, hilft Aufdecken und Lüften.

Verschlechterung: In den frühen Morgenstunden und in der Bettwärme werden die Beschwerden schlimmer. Der Patient ist berührungsempfindlich und verspürt eine Abneigung gegen Waschen mit kaltem Wasser. Nässe generell sorgt für eine Verschlechterung. Ein aufziehendes Gewitter bringt eine deutliche Verschlimmerung der Symptome mit sich [4].

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu Unruhe und Nervosität kommen. Außerdem verspüren Sulfur Jodatum-Menschen oft einen übermäßigen Appetit auf stark gewürzte Speisen und Süßes.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Stechende Brustschmerzen können in Verbindung mit Husten oder Schnupfen auftreten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann zu chronischen Verstopfungen (Obstipationen) und Hämorrhoiden kommen. Der Stuhl ist dunkel und hart, häufig mit übel riechenden Blähungen, der After ist wund. Mit dem Stuhl kann Schleim oder Blut abgehen.  Wahrscheinlich hatte der Patient schon einmal eine Blinddarmentzündung. Die Leber kann geschwollen oder entzündet sein.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es können Knoten und Entzündungen in der weiblichen Brust oder Feigwarzen im Genitalbereich auftreten. Zur Unterstützung der Ausheilung einer Eierstockentzündung wird Sulfur Jodatum eingesetzt.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Chronische Geschwüre an Fuß oder Unterschenkel, eventuell aufgrund von Diabetes können mit Sulfur Jodatum behandelt werden. Um im Rahmen eines Kniegelenksergusses die Resorption (das „Aufsaugen“) von Zellen und Flüssigkeit, die durch eine Entzündung einwandern, zu unterstützen, wird es ebenfalls verabreicht.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene neigen zur Produktion von reichlich sauer riechendem Schweiß. Sie haben oft ein allgemeines Hitzegefühl und Schweißfüße [3][4][5][6].

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sulfur

Da Sulfur und Sulfur Jodatum in ihren Eigenschaften eng miteinander verwandt sind, sind die Indikationen und sogar die Modalitäten weitestgehend deckungsgleich. Zusätzlich kann Sulfur gegen Haarausfall, Sodbrennen und Durchfälle sowie gegen Sodbrennen eingesetzt werden. Der passende Menschentyp ist hier nicht nervös, sondern eher zerstreut und ungepflegt, dabei aber sehr kreativ.

Arsenicum Album

Wird gegen trockene, juckende und brennende Hautausschläge wie Gürtelrose und Herpes eingesetzt. Außerdem wird es zur Behandlung von Heuschnupfen, Verdauungsproblemen und Ruhe-/Schlaflosigkeit eingesetzt. Arsenicum Album-Menschen sind ängstlich um ihre Gesundheit besorgt. Sie kommen nicht zur Ruhe, obwohl sie eigentlich völlig ausgezehrt und geschwächt sind. Im Gegensatz zu Sulfur Jodatum haben diese Menschen einen verminderten Appetit und dafür sehr viel Durst.

Natrium Chloratum

Kann gegen Schnupfen (allergisch und infektiös) eingesetzt werden, wenn dieser mit viel Sekretbildung und Niesattacken verbunden ist. Die Augen können rot und geschwollen sein. Weiterhin wird Natrium Chloratum zur Behandlung von Lippenherpes, feuchten Hautausschlägen und Haarausfall verwendet. Auch gegen depressive Verstimmungen und Schlafstörungen sowie Menstruationsbeschwerden wird es eingesetzt.

Euphrasia

Die Hauptindikationen für Euphrasia officinalis sind die Bindehautentzündung und andere Entzündungen am Auge mit starkem Tränenfluss, Schwellung und Lichtempfindlichkeit. Heuschnupfen und Bronchitis sowie andere Formen von Husten und Schnupfen passen zu Euphrasia officinalis, wenn sie mit der Bildung von wässrigem, brennendem Sekret und einer Schwellung der Schleimhäute verbunden sind.

Rhus Toxicodendron

Hat sich zur Behandlung von entzündlichen Gelenkserkrankungen wie Arthrose und Rheuma bewährt. Die Gelenke fühlen sich versteift und schmerzhaft an, wobei die größten Schmerzen im Rücken oder im Nacken auftreten. Bei nasskaltem Wetter verschlechtern sich die Symptome, während bei trockener Wärme und leichter Bewegung Besserung eintritt. Weitere Einsatzgebiete für Rhus Toxicodendron sind Verletzungen der Sehnen und Bänder, Ruhelosigkeit, feuchte bis blasige Hautausschläge und Bindehautentzündungen. Es ist auch bei grippalen Infekten mit Fieber und Erkältung einsetzbar [7].

Hintergrundinformationen

Jodschwefel oder auch Schwefeljodid, welches die Ausgangssubstanz für das homöopathische Mittel Sulfur Jodatum darstellt, entsteht beim Zusammenschmelzen der beidem Minerale Schwefel und Jod. Jod macht dabei einen Anteil von mindestens 75% aus, der Schwefel wirkt jedoch stärker. Nach dem Zusammenschmelzen entsteht eine kristalline Masse, die mit Milchzucker zu einem Pulver verrieben wird. Es wird in Wasser oder Alkohol gelöst, um die Urtinktur zu erhalten. Diese Urtinktur wird mit der Potenzierungsmethode noch mehrfach weiter verdünnt, um letztlich das homöopathische Mittel in der geforderten Potenz zu erhalten. Dabei wird der Ausgangsstoff wiederholt in einem bestimmten Verhältnis verdünnt und anschließend geschüttelt, bis er selbst teilweise gar nicht mehr nachweisbar ist. Die Nebenwirkungen sollen so aufgehoben werden, während sich die erwünschten Wirkungen noch verstärken sollen. Das Element Schwefel ist dem Menschen schon sehr lange bekannt. Man schrieb ihm übernatürliche Kräfte zu, da sich der gelbliche Kristall aus schwefelhaltigen Gasen auf Vulkangestein bildet und mit einer blauen Flamme brennt. Das reine Mineral ist sehr selten, es gibt jedoch zahlreiche Schwefelverbindungen, die in vielen Industriezweigen verwendet werden. Diese Verbindungen (Sulfide, Oxide, Schwefelsäure, etc.) werden zum Beispiel in der Herstellung von Farbstoffen, in der Medizin, zur Konservierung von Nahrungsmitteln sowie zur Schädlingsbekämpfung verwendet. Seine Hauptfundorte sind auf Sizilien, in Polen und in den USA. Jod gehört zusammen mit Fluor, Brom und Chlor zur Gruppe der Salzbildner (Halogene) und kommt nur in winzigen Mengen in der Natur vor. Es ist unverzichtbar für den menschlichen Körper, da es für die Bildung der Schilddrüsenhormone gebraucht wird. Sowohl zu viel, als auch zu wenig Jod schadet dem Körper. Es muss über die Nahrung aufgenommen werden, da der menschliche Stoffwechsel selbst kein Jod produzieren kann. Durch seine Wasserlöslichkeit wird das Mineral aus den Böden oder aus Gesteinen gewaschen und dann vor allem von Meerestieren aufgenommen. Bei deren Verzehr nimmt der Mensch wiederum das Jod auf. Andere Jodquellen sind das Trinkwasser und jodiertes Speisesalz. In Salben oder Lösungen wird es zur Desinfektion verwendet. Radioaktive Jod-Isotope werden außerdem in der Strahlenmedizin zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt und sind Bestandteil der Reaktoren in Kernkraftwerken [5][8].