Globuli von R bis S

Rosmarinus officinalis Globuli

© panthermedia.net / Ernesto Rosé

In der Pflanzenheilkunde wird der Rosmarin schon seit der Antike eingesetzt. In mittelalterlichen Heilkräuterbüchern wird beschrieben, dass er als Rheumamittel wirkt. Pfarrer Kneipp setzte ihn später bei Verdauungsbeschwerden ein. Zu seiner Zeit wurde Rosmarin auch bei Tuberkulose, Gelbsucht, Epilepsie, Pest oder Krebs verabreicht. Medizinisch anerkannt ist bis heute seine antibakterielle Wirkung, die Förderung der Durchblutung und die Kreislauf anregende und verdauungsfördernde Wirkung. Rosmarin wird vor allem in Salben, Tinkturen, Tees oder Badezusätzen verwendet. Die ätherischen Öle findet man seit dem Altertum auch in Parfüms. Rosmarinöl ist zum Beispiel eine Zutat des berühmten „Kölnisch Wasser“.

In der Küche ist Rosmarin ein sehr beliebtes mediterranes Gewürz, das zum Beispiel in den „Kräutern der Provence“ enthalten ist. In großen Mengen ist Rosmarin allerdings nicht lecker und heilsam, sondern giftig- allerdings nur, wenn Rosmarin in unvorstellbarer Menge gegessen würde. [7] Rosmarinus officinalis ist aus der europäischen Küche nicht mehr wegzudenken. Neben dem Basilikum gehört er zu den bekanntesten mediterranen Kräutern. In der Pflanzenheilkunde spielt der Rosmarin seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle. Seine Haupteinsatzgebiete sind Schwäche und Erschöpfung und die Regulation des Menstruationszyklus.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Menschen, für die Rosmarinus officinalis das passende Mittel sein könnte, haben häufig einen schweren Kopf, ein schlechtes Gedächtnis und Sie sind schläfrig. Bei Frauen ist der Menstruationszyklus deutlich kürzer als die normalen 28 Tage und die Periode bringt heftige Schmerzen mit sich. Den Patienten ist oft kühl, vor allem die Beine und Füße sind eisig kalt, dann ist ihnen plötzlich wieder heiß. Sie haben wenig Durst. [1]

Wo wirkt es?: Rosmarinus officinalis wirkt bei Beschwerden, die mit Blut und Durchblutung zu tun haben, auch wenn diese sich auf ganz unterschiedliche Arten zeigen. Im Bereich der Menstruation kann das Mittel regulierend wirken. Es kommt bei verkürzter Zyklusdauer und bei starken Periodenschmerzen zum Einsatz.

In welchem Alter?:
Es gibt keine Untersuchungen, die das Mittel für eine bestimmte Altersgruppe ausschließen. Allerdings führt die Art der behandelbaren Erkrankungen dazu, dass es sich vor allem um ein Erwachsenenmittel handelt. In der Schwangerschaft sollte es nur mit Bedacht und nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker eingenommen werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosmarinus officinalis hat eine anregende Wirkung auf Durchblutung und Kreislauf und kann deshalb bei Schwäche und Erschöpfung, die von einer mangelnden arteriellen Durchblutung hervorgerufen werden, zum Einsatz kommen. Bei Zyklusstörungen, vor allem, wenn die Periode zu früh eintritt, sehr schwach oder schmerzhaft ist, kann Rosmarinus officinalis hilfreich sein. [1] Auch bei verspäteter Regelblutung ist Rosmarin möglicherweise das passende Mittel. [5]
Das Mittel kann bei Erschöpfungszuständen, die die Folge einer langen Erkrankung sind, eingenommen werden.
Rosmarinus officinalis kann bei Wechseljahrsbeschwerden, die mit Nervosität und Erschöpfung zusammenhängen, gegeben werden. [5]

Verbesserung: Die Beschwerden verbessern sich durch Bewegung und Wärme.

Verschlechterung: Bewegungslosigkeit und Kälte können die Beschwerden verstärken.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Frauen in den Wechseljahren, die nervös und unruhig sind, erfahren durch Rosmarinus officinalis möglicherweise eine Linderung ihrer Beschwerden.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosmarinus officinalis ist ein Mittel, das gegenKonzentrationsschwäche und Vergesslichkeit eingenommen werden kann.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein Einsatz bei Herzschwäche und niedrigem Blutdruck ist möglich. Auch Arteriosklerose (umgangssprachlich: Gefäßverkalkung) und arterielle Durchblutungsstörungen können sich unter Umständen durch die Einnahme verbessern.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosmarinus officinalis hat eine anregende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt und ist deshalb ein mögliches Mittel beiVerdauungsbeschwerden. [2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosmarinus officinalis zeigt Wirkung auf den Zyklus der Frau. Die Gabe hat sich vor allem bei Frauen bewährt, deren Zyklus kürzer als 28 Tage ist.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Menschen, für die Rosmarin das geeignete Mittel ist, leiden oft unter sehr kalten Beinen und Füßen. Da das Mittel die Durchblutung verbessert, kann durch die Einnahme auch das Kältegefühl in den Extremitäten verringert werden.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Von einer Einnahme kurz vor dem Schlafengehen ist abzuraten. Auch Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Ein- oder Durchschlafen haben, sollten dieses Mittel nicht einnehmen. Es ist aber geeignet für diejenigen, die immer müde sind und sehr viel Schlaf brauchen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sabina

Das homöopathische Mittel Sabina, wird aus dem Stinkwacholder hergestellt. Auch dieses Mittel hat eine besondere Wirkung auf den Uterus (Gebärmutter) und kann bei Menstruationsbeschwerden und drohender Fehlgeburt eingesetzt werden. Bei den Frauen, für die Sabina das passende Mittel ist, ist die monatliche Blutung hell und stark. Währenddessen treten Schmerzen vom Bauch bis in die Oberschenkel auf. Nach der Periode klagen diese Frauen über einen weißen, übelriechenden Ausfluss und Zwischenblutungen. Verdauungsbeschwerden zeichnen sich nicht wie bei Rosmarinus, durch eine gewisse Trägheit aus, sondern durch Koliken und Sodbrennen. Eine Besserung der Beschwerden tritt bei leichter Bewegung, Hitze und warmer Luft ein, eine Verschlechterung bei kalter Luft. [3]

Pulsatilla

Dieses Mittel wird aus einer Pflanze namens Küchenschelle oder Wiesenkuhschelle hergestellt und ist ein Mittel, das vor allem von Frauen auf grund der typischen Symptomatik oft benötigt wird. Es kann hilfreich sein, wenn die Periode ausbleibt, sich verspätet, eher spärlich oder dick und klumpig ist. In dieser Zeit können auch Durchfälle auftreten und die Frauen klagen über Rückenschmerzen und Müdigkeit. Nach der Regelblutung tritt häufig ein heller, brennender Ausfluss auf. Verdauungsbeschwerden äußern sich als Sodbrennen, Erbrechen oder Magenschmerzen. Die Patienten haben eine Abneigung gegen fettes, warmes Essen und warme Getränke [6]

Hintergrundinformationen

Rosmarinus officinalis ist im gesamten Mittelmeerraum anzutreffen. Der immergrüne Strauch wird bis zu zwei Meter hoch und blüht von Oktober bis Mai in blau, violett, weiß oder rosa. Seine Blätter sind sehr schmal und sehen fast wie Tannennadeln aus.

Die Herkunft des Namens Rosmarinus ist bis heute nicht endgültig geklärt. Eine mögliche Erklärung stammt aus dem Lateinischen, wonach „ros marinus“ Tau des Meeres bedeutet. Die Pflanze wird häufig an Küsten gefunden, wo sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit des Meeres Tau auf den Blüten sammelt. Vielleicht sind aber auch die meeresblauen Blüten für die Namensgebung verantwortlich. Im Deutschen wird der Rosmarin auch als Marienkraut, Brautkraut oder Kranzkraut bezeichnet.
Rosmarin gilt als Symbol für Liebe und Ehe. Die alten Griechen weihten ihn der Göttin Aphrodite und stellten einen Rosmarinwein als Liebestrank her. In vielen Ländern tragen Bräute bei der Hochzeit einen Kranz aus Rosmarin. Andererseits ist die Pflanze eng mit dem Tod verbunden. In Ägypten wurde den Toten Rosmarin mit ins Grab gegeben, damit ihr Weg ins Jenseits mit angenehmem Geruch verbunden war.
Alle Vorstellungen haben eines gemeinsam: Rosmarin hat eine Schutzwirkung an den kritischen Punkten im Leben, bei der Geburt, in der Liebe oder am Lebensende