Globuli von R bis S

Spiraea ulmaria Globuli

© panthermedia.net / Philip Bird

Spirea Ulmaria, auch Mädesüß, Ulmen-Spierstrauch, Wiesenkönigin, Krampfkraut, Geißbart, Johanniswedel oder Wurmkraut genannt, ist eine ein bis anderthalb Meter hohe Staude und vorwiegend über Ostasien und Nordeuropa verbreitet. Die botanisch Filipendula ulmaria genannte Pflanze lebt auf feuchtem Untergrund in Auwäldern und blüht von Juni bis Juli. Für die Anwendung wird die Tinktur der Wurzel verwendet. Die Pflanze wird pflanzenheilkundlich eingesetzt gegen Verdauungsbeschwerden, akuten Fiebererkrankungen, nierenbedingte Ödeme und Krämpfe, weiterhin aufgrund ihrer Gerbstoffe gegen Durchfall, und auch als schweißtreibend ist Spirea bekannt. Weiter spielen Erkrankungen der Augen und Lider, Verengungen der Speiseröhre und Störungen des Urins eine Rolle für die Anwendung von Spirea Ulmaria.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Das Mittel kommt in der Homöopathie bei Patienten zum Einsatz die grundsätzlich warmblütig sind, mit stellenweise empfundener Hitze oder akuten Fieberzuständen. Die Patienten tendieren zu Schweißausbrüchen, Völle des Kopfes, Beschwerden des gesamten Verdauungssystems, haben übertriebene Gewissensängste über alte verschuldete Geschehnisse. Sie sind empfindlich auf feuchtes Wetter. Die Harnausscheidung über die Niere ist gesteigert. Die Patienten können schlecht schlafen und tendieren oft zu Kraftlosigkeit und dem Gefühl einer gewissen Schwere in allen Extremitäten. Abends können die Patienten dann nicht einschlafen und werfen sich nachts hin und her. Im Freien und bei Bewegung geht es den Patienten besser.

Wo wirkt es?: Das Mittel hat seinen Hauptangriffspunkt im Gefäßsystemmit gesteigerter Durchblutung, an den Nieren, an den Muskeln des Skelettsystems mit häufiger Krampfneigung. Es wirkt auch an den Schleimhäuten des Verdauungstraktes wo typischerweise brennende Schmerzen angegeben werden. Es kann Durchfall oder Verstopfung auftreten. Der Ischiasnerv kann betroffen sein. Der Patient leidet oftmals unter unerklärliche Gewissensangst. Weitere mögliche Heilanzeigen sind Epilepsie, Verengungen der Speiseröhre, Urinablagerungen und Erkrankungen der Augen und Lider.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kommt zu einer Erregung der Blutzirkulation, mitBlutandrang zum Kopf, mit Schwindel, Ohrensausen, Herzklopfen in Kombination mit Angst, und reichlich Schweißen. Es bestehen krampfartige Schmerzen in Muskeln, Schmerzen in Gelenken und Nerven, die sichdurch Bewegung verschlechtern und häufig die Stelle wechseln. Die Harnabsonderung ist gesteigert, der Harn verfärbt. Durch feuchtes Wetter verschlimmern sich die Symptome. Die Patienten haben übertriebene Gewissensbisse durch lange vergangene Untaten.Abgeschlagenheit am Tag mit Schwere in den Gliedern was sich durch Bewegung und im Freien bessert, Einschlafprobleme und Schlaflosigkeit nachts.

Verbesserung: Das Brennen in der Speiseröhre verbessert sich durch Essen und Trinken aber nicht durch leeres Schlucken. Die Symptome werden besser im Freien und durch Herumgehen.

Verschlechterung: Die Symptome verschlechtern sich im Haus, durch Bewegung des Kopfes und Niesen.Das Einengungsgefühl im Rektum verschlechtert sich durch Gehen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Den Patient überfallen nachts plötzlich Gewissensbisseüber ein lange zurückliegendes Vergehen, mit Selbstvorwürfen und Ekel vor sich selbst, der ihn aus dem Bett treibt und unruhig herumgehen lässt.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann Benommenheit wie nach einem Rausch auftreten, mit Völle und Schwere des Kopfes, Schwindel mitBenommenheit und Ohrensausen. Der Kopf erscheint wie zu groß. Falls Kopfschmerz vorhanden ist fühlt er sich an als wäre ein Reifen um den Kopf gelegt, er kann pulsierend sein und wird schlechter beim Bücken und Schütteln des Kopfes. Eine Besserung tritt an der frischen Luft auf. Schwindelanfälle mit Hitze der Wangen können ebenfalls auftreten.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist gerötet, es kann das Gefühl bestehen, als steige das Blut ins Gesicht hoch mit einem Hitzegefühl in Gesicht und Augen (überwiegend links) und eventuell mit Tränenfluss. Die Augen können morgens nach dem Aufwachen undeutlich sehen, blinzeln und reiben vertreiben diese Schwäche. Verkrustete Lider von Schleimabsonderungen kommen öfter vor.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ohne erkennbaren Grund kann es abends gegen 19 Uhr erst zu trockenem, später zu gelöstem Husten kommen mit Kitzeln und Kratzen im Hals. Beim Einatmen erscheint die Luft so kalt wie nach dem Genuss von Pfefferminze. Das Kältegefühl im Rachen und der Speisöhre mit Engbrüstigkeit kann zum tiefen Atmen veranlassen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In der Speiseröhre besteht brennender drückender Schmerz, der nachts sowie durch Essen und trinken besser wird, aber nicht durch leeres Schlucken. Die Speiseröhre fühlt sich an wie zusammengezogen oder zu eng, mit häufigem aufstoßen. Ein Gefühl von Wärme, kann sich vom Rachen bis zum Magen erstrecken. Es kann ein brennendes Gefühl unter dem Schwertfortsatz auftreten. Es tritt eineVerbesserung durch Essen und Trinken auf. Kribbeln undZusammenschnürungsgefühl im Rektum (als wäre das Rektum nach innen gezogen), was durch Stuhlgang provoziert wird. Es kann das Gefühl eines gewaltsamen Verschlusses bestehen, was durch Gehen schlechter wird. Der Stuhl kann hart und spärlich sein und wird nur durchPressen abgesetzt. Brennen und Wundheit nach erfolgtem hartem Stuhlgang. Auch aashaft stinkender Durchfall kann auftreten.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann an der Mündung der Harnröhre zu Brenngefühlen während des Stuhlganges kommen. Der Harndrang ist häufigvermehrt mit gesteigerter Harnabsonderung. Der Harn verändert seine Farbe, er kann lehmfarbig aussehen, eventuell mit rotem Bodensatz (Sediment) oder mit einem Fetthäutchen auf dem Harn, wenn man den Urin eine Zeitlang in einem Glas stehen lässt, um ihn zu begutachten.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Beim Erwachen großes sexuelles Verlangen mit Erketion.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein Gefühl in den Muskeln der Vorderarme als würde gleich ein Krampf entstehen bis hin zum Krampfselber. Die Schmerzen können sich eventuell ziehend und reißend anfühlen. Der Patient ist erschöpft mit dem Verlangen die Glieder zu dehnen und zu strecken. Es sind Schmerzen im rechten Ischiasnerv vorhanden, die sich bis zum Fuß erstrecken und sich durch Bewegung verschlechtern. Nachmittags kann es zu einer Schwere in den Beinen kommen die besonders beim Treppensteigen gespürt wird.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Jucken am gesamten Körper und Schweißneigung.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Wärmegefühl ist grundsätzlich erhöht. Es überläuft den Kranken mit Hitze an Kopf, Schultern und Brust, als würde gleich Schweiß ausbrechen. Das Gesicht oder die Ohren erscheinen rot, es besteht ein Blutandrang zum Kopf mit Ohrensausen, Schwindel, Herzklopfen und reichlichen Schweißen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht eine überwältigende Schläfrigkeit mit Benommenheit des Kopfes und einer Schwere in allen Gliedern. Das Einschlafen kann schwer fallen und Ruhelosigkeit mit häufigem Erwachen und Herumwerfen erschweren den Schlaf, der häufig mit lebhaften Träumen einhergeht.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Mercurius corrosivus

Wie Spirea Ulmaria hat Mercurius corrosivus einen heftigen brennenden Schmerz in der Speiseröhre, es kann ebenfalls zu Zusammenschnürungsgefühlen kommen, kombiniert mit Hitze in Mund und Hals. Im Unterschied zu Spirea verursacht Mercurius corrosivus allerdings häufig eine Entzündung der Schleimhäute mit Geschwüren, die bei Spirea nicht auftreten würden. Im Gegensatz zu Spirea werden die Symptome bei Bewegung und nach dem Essen schlechter.

Arsenicum album

Auch bei Arsenicum album finden wir das Brennen in der Speiseröhre sowie das zusammenschnürende Gefühl in Verbindung mit Angst. Arsen- Patienten zeigen ebenfalls die typische Ruhelosigkeit in der Nacht. Bei Arsen werden die Beschwerden schlechter nach dem Essen. Weiterhin ist die oberflächliche Hitze bei Arsen nicht ausgeprägt, hier findet sich vielmehr die Tendenz zum Frieren: Arsen Patienten ist es immer kalt und sie halten sich am liebsten in einem warmen Raum nahe der Heizquelle auf, was viele Beschwerden oftmals bessert. Das Gesicht ist nicht gerötet und gut durchblutet sondern es besteht eine deutliche Blässe. Die nächtliche Todesangst von Arsen ist nicht vergleichbar mit der Angst „vor langer Zeit etwas unrechtes getan zu haben“ wie wir sie bei Spirea vorfinden.

Belladonna

Da auch Spirea ein Fiebermittel ist, muss man es gegenüber bekannten akuten Fiebermitteln abgrenzen. Belladonna hat wie Spirea eine gesteigerte Durchblutung mit Blutandrang zum Kopf, wodurch es zu Hitzegefühlen kommt. Während des Fiebers findet sich bei beiden Mitteln häufig eine Röte des Gesichtes und die typische Benommenheit. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal ist bei Belladonna die überaus große Empfindlichkeit auf jeden Sinnesreiz: Licht, Lautstärke, Erschütterungen, Sonne und auf jede Berührung. Die Nerven sind überempfindlich, was bei Spirea nicht der Fall ist. Weiterhin verschlechtert sich der Zustand bei Belladonna durch Bewegung während bei Spirea Bewegung einige Symptome bessert. Belladonna neigt zu Fieberfantasien (Fieberdelir) bei extrem hohen Temperaturen.

Aconitum

Auch Aconitum kann bei akuten Fieberzuständen und Hitze hilfreich sein. Das Fieber kommt wie ein Donnerschlag: Ohne Vorankündigung, heftig, plötzlich mit hohen Temperaturen und oft nach der Einwirkung von kaltem Wind. Die Nächte sind ebenfalls ruhelos. Im Gegensatz zu Spirea ist allerdings eine charakteristische Angst vor dem Tod dabei. Der Patient kann unter Umständen seine Todesstunde voraussagen. Die Haut ist bei Aconitum im Fieber tendenziell trocken, bei Spirea besteht eine große Schweißneigung.

Hintergrundinformationen

Spirea Ulmaria besitzt einen großen Anteil an Salizylsäure, wodurch sich die Wirkung der Droge auf rheumatische und gichtische Erkrankungen erklärt.

Der Name Mädesüß erklärt sich dadurch, dass Mädesüß früher zum Süßen von Wein und Met verwendet wurde, daher der Name Metsüße. Auch verströmten die verwelkenden Blätter nach dem Mähen einen süßen Geruch. Grasland wurde außerdem im Altertum „Mede“ genannt auf dem Mädesüß an feuchten Stellen angetroffen werden kann.[4]