Globuli von R bis S

Rosa damascena Globuli

© panthermedia.net / ARTHIT BUARAPA

Das homöopathische Arzneimittel Rosa damascena wird aus dem Öl der Öl-Rose aus Kazanlak (Bulgarien) hergestellt. Die Öl-Rose gehört zur Familie der Rosengewächse und kam ursprünglich aus Indien. Über Persien wurde sie nach Bulgarien eingeführt. Das Rosenöl aus Bulgarien gilt als das beste der Welt, es wird auch als das „flüssige Gold Bulgariens“bezeichnet. [2]

Rosenöl wird zur Herstellung von Parfüm sowie pharmakologischen Produkten gegen Allergien, Nierensteine, Blasen- und Magenbeschwerden verwendet.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Rosa damascena passt für Menschen, die innere Wärme und Fülle empfinden. Dennoch frösteln die Patienten. Der ganze Körper kann kribbeln oder jucken. An wechselnden Körperstellen treten stechende Schmerzen kurz auf und verschwinden dann wieder.[2]

Wo wirkt es?:
Rosa damascena wirkt auf die Temperatur-Regulation des Körpers, auf Psyche, Haut undSchleimhäute von Atemwegen und Verdauungstrakt sowie auf die Gelenke.

In welchem Alter?:
Bisher liegen keine Erfahrungen vor, in welchem Alter Rosa damascena besonders häufig angezeigt ist. Grundsätzlich können homöopathische Arzneimittel in jedem Alter helfen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosa damascena kann bei Schnupfen und bei Ohrgeräuschen nützlich sein,[5] ferner bei plötzlichen, oft stechenden oder krampfartigen Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, z.B. im Bauch oder in den Gelenken.

Verbesserung: Bewegung, frische Luft sowie Hin-und Her-Wiegen

Verschlechterung:

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Zu den Gemütssymptomen von Rosa damascena gehört Höhenangst. Manche Menschen fühlen sich wie benebelt, benommen und schwer.[2]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bereich des Kopfes und der Ohren kann ein Gefühl der Hitze und der Fülle mit Schweißausbrüchen auftreten bei gleichzeitig feuchtkalten Füßen.[1]Ohrgeräusche (Tinnitus) sind typisch.[5]Schwindel mit einem Gefühl der Kraftlosigkeit, manchmal verbunden mit Übelkeit und Stuhldrang, passt ebenfalls zu Rosa damascena.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht und im Bereich des Mundes können die Patienten Taubheitsgefühle, Kribbeln und Juckreiz verspüren. Die Augenlider schwellen an oder zucken.[2]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosa damascena wirkt auf die Nasenschleimhäute und ist daher eventuell bei (Heu-)Schnupfen angezeigt. Es kann bei trockenem Husten helfen, der sich anfühlt, als wenn Holzspäne in Hals säßen[1], oder wenn derHals brennt wie trocken, wenn es dort kratzt, kitzelt und der Schleim hinter der Nase den Rachen hinunterläuft. Heftige Hustenanfälle treten bevorzugt nachts auf.Stechende oder ziehende Schmerzen in der Brustgehören zum Arzneimittelbild. Bei der geringsten Anstrengung kommt es zu Atemnot mit Blauverfärbung der Lippen (Zyanose).

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rosa damascena kann bei Aufstoßen helfen sowie beiÜbelkeit verbunden mit Stuhldrang und Schwindel. [2]Bauchschmerzen treten oft plötzlich auf und werden als stechend oder krampfartig empfunden. Der Bauch rumort und Blähungen können abgehen. Manche Patienten klagen über plötzlichen, heftigen, kaum beherrschbaren Stuhldrang mit Leibschneiden. Einige haben Heißhunger auf blutiges und gewürztes Fleisch.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufiger Harndrang ist ein Rosa-damascena-Symptom.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen kann es bei stechenden Schmerzen in einem Eierstock oder Eileiter angezeigt sein. Auch bei Juckreiz im Genitalbereich hat es sich bewährt bei Menschen, zu denen dieses Arzneimittel insgesamt passt.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In Armen und Beinen wirkt Rosa damascena gegebenenfalls gegen Ameisenlaufen [2] sowie plötzliche, stechende Schmerzen, die immer wieder in kurzen Abständen auftreten. Die Beine fühlen sich möglicherweise zerschlagen, schlapp, schwer und verschwitzt an, sie pulsieren und zittern.[1]

Die Rückenschmerzen, im Bereich derSchulterblätter, sind brennend mit Hitzegefühl, sonst ziehend. Bei steifem Nacken und verspanntemRücken verbessert Bewegung die Beschwerden.

Rosa damascena kann gegen eine Vielzahl vonGelenkschmerzen eingesetzt werden, besonders stechenden Schmerzen beispielsweise der Finger, der Ellenbogen, der Knie mit Ausstrahlung zum Oberschenkel, der Unterschenkel sowie der Füße.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut kann kribbeln, jucken, stechen, beißen wie von Flöhen, sich pelzig anfühlen und rote Flecken aufweisen. Der Juckreiz tritt manchmal an kleinen Stellen auf, wandert und wird durch die kleinste Berührung ausgelöst. Mitunter ist er so heftig, dass er als fast stechend beschrieben wird. Das Jucken steigert sich durch Kratzen bis zum Brennen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei innerlicher Wärme kann kalter Schweiß ausbrechen, verbunden mit einer Gänsehaut.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten neigen manchmal dazu, nachts häufig zu erwachen und sich morgens benebelt zu fühlen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Argentum nitricum

Argentum-nitricum-Patienten leiden ebenfalls oft unter vielen Ängsten, u.a. Höhenangst. Schwindel und Kraftlosigkeit sind beiden Arzneimitteln gemein, ebenso wie die Besserung verschiedener Beschwerden durch frische Luft und Bewegung.Augen-Entzündungen gehen im Gegensatz zu denen von Rosa damascena bei Argentum nitricum mit dicken Krusten einher.

Halsschmerzen fühlen sich bei Argentum nitricum eher wund an im Gegensatz zur brennenden Trockenheit bei Rosa damascena.

Die Bauchschmerzen konzentrieren sich bei Argentum nitricum eher in der Magengegend und verschlechtern sich durch Essen und durch den leichtesten Druck. Dieser Bereich kann aufgetrieben, mit Blähungsabgang und Durchfall, genau wie bei Rosa damascena.

Im Bereich der weiblichen Genitalien haben Argentum nitricum und Rosa damascena die Schmerzen der Eierstöcke gemeinsam.[3]

Aurum

Auf der Gemütsebene leiden Aurum-Patienten nicht selten an Depression, auch Höhenangst wird beschrieben.

Halsschmerzen beim Schlucken werden als stechend empfunden.

Der Magen kann brennen, mit heißem Aufstoßen.

Typisch für Aurum-Patienten sind Herzbeschwerden wie Herzklopfen, Bluthochdruck und Herzenge.

Der Schlaf kann ruhelos sein mit angstbesetzten Träumen.[3]

Pulsatilla

Ähnlich wie Rosa damascena verbessern sich die Beschwerden bei Menschen, denen Pulsatilla hilft, durch frische Luft und sanfte Bewegung. Durch Wärme werden die Beschwerden schlechter, selbst wenn die Patienten Fieber haben und frieren.

Pulsatilla kommt bei fast allen für Rosa damascena beschriebenen Beschwerden als Alternative infrage.[3] Typisch für Pulsatilla ist die Wechselhaftigkeit aller Symptome. Bauchschmerzen sind – in Abgrenzung zu Rosa damascena – oft mit einem Gefühl der Schwere verbunden.

Sulphur

Sulphur ist ein wichtiges homöopathisches Arzneimittel bei Juckreiz der Haut, Brennen der Körperöffnungen, Hitzewallungen mit Blutandrang zu Brust, Herz und Kopf, heißem Kopf mit kalten Füßen sowie Schwindel. Die Beschwerden verbessern sich an der frischen Luft und durch Bewegung. In diesen Punkten ist es Rosa damascena ähnlich.

Sulphur kann auch bei Schnupfen mit verstopfter Nase wirken, hier sind jedoch die Nasenlöcher abwechselnd verstopft. Genau wie bei Rosa damascena sind Menschen, für die Sulphur die richtige Arznei ist, häufig überempfindlich gegen – z.T. eingebildete –Gerüche.

Der Hals kann auch bei Sulphur trocken sein und schmerzen. Manche Patienten klagen über die Empfindung eines Klumpens, Haars oder Splitters im Hals.

Sulphur hat sich bei kolikartigen, also krampfartig zu- und wieder abnehmenden Bauchschmerzen schon oft bewährt.
Wie Rosa damascena kann Sulphur auch bei Rückenschmerzen und Nackenverspannungen angezeigt sein.[3]

MedikamentName

Inhalt

Hintergrundinformationen

Die Rosen blühen im Mai und Juni. Sie brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Eine hohe Temperatur-Differenz zwischen Tag und Nacht erhöht die Ölausbeute.

Um einen Liter Rosenöl zu gewinnen, muss man die Blüten von mindestens einem Hektar Anbaufläche ernten. Die Blüten werden am Morgen gepflückt, solange der Tau noch auf den Blüten liegt. Die Blüten werden mit der doppelten Menge Wasser versetzt und destilliert. Rosenöl kostet derzeit 4500 bis 6000 € pro Liter.[2]