Globuli von R bis S

Syzygium jambolanum Globuli

© panthermedia.net / Nikhil Gangavane

Für Syzygium jambolanum liegt im Gegensatz zu vielen anderen homöopathischen Arzneien keine homöopathische Arzneimittelprüfung (AMP) vor. Für eine homöopathische Verordnung ist es aber eine zwingende Voraussetzung, dass die Symptome einer Arznei an mehreren gesunden Menschen geprüft wurden. Für die Informationen zur Heilwirkung dieser homöopathischen Arznei wurde die Heilwirkung der getrockneten Droge als Tee, Tinktur, Tropfen oder Aromaöl übernommen, sowie weitere Symptome aus der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Es ist allerdings fraglich, ob die rein gedankliche Ableitung der Heilkraft von der Pflanzenheilkunde auf ein hoch verdünntes Mittel (homöopathisch) zuverlässig eingeschätzt werden kann. Es gibt nur wenige Informationen zur homöopathischen Wirksamkeit und Symptomatik der Arznei Syzygium jambolanum. Dieser Artikel beschränkt sich auf Informationen zur homöopathischen Anwendung, die mehrfach in der Literatur zu finden sind.

Der Baum Syzygium jambolanum wird bis zu neun Meter hoch und hat einen meist gebogenen Stamm mit rissiger weißer Rinde. Er stammt ursprünglich aus Indien, China und Australien, wird heute aber auch in Afrika und Indonesien angebaut. In den Anbauländern werden Samen und Schalen als Mittel gegen Diabetes eingesetzt, während ein Tee aus Blüten und Rinde Durchfall lindern soll. Um 1880 wurde der Samenextrakt nach Europa gebracht und auch bei uns für die Diabetesbehandlung eingesetzt. Das homöopathische Mittel Syzygium jambolanum wird aus reifen getrockneten Früchten und Samen hergestellt.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Dieses homöopathische Mittel kann bei manchen Patienten unterstützend in der Diabetesbehandlung eingesetzt werden.[4]

Wo wirkt es?: Syzygium jambolanum übt eine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und den Zuckergehalt des Urins aus.

In welchem Alter?:
Es gibt keine Altersbeschränkung für dieses Mittel.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Zu hoher Blutzuckerspiegel
  • Großer Durst
  • Sehr häufiges Wasserlassen mit großen Urinmengen
  • Schwer heilende Hautgeschwüre
  • Schwäche und Abmagerung [6]

Verbesserung:

Verschlechterung:

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, für die Syzygium jambolanum das geeignete Mittel ist, sind möglicherweise kraftlos und müde. Sie können sich schwach fühlen und verlieren oft in kurzer Zeit viel Gewicht.[2]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Als Folge eines langfristig erhöhten Blutzuckerspiegels können bei den Betroffenen Sehstörungen auftreten. Dabei sind von der Abnahme des Sehvermögens bis zu dessen völligem Verlust viele verschiedene Verlaufsformen möglich.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die meisten Syzygium jambolanum-Patienten müssen sehrhäufig Wasserlassen und scheiden dabei sehr große Urinmengen aus. Dementsprechend groß ist ihr Durst, so dass sie mehrere Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen müssen. Wird der Urin untersucht, so enthält er häufig Traubenzucker (Glukose), der bei gesunden Menschen nicht enthalten ist und hat eine hohe spezifische Dichte.[5]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Syzygium jambolanum-Kranke zeigt häufig kleine rote, heftig juckende Pickel an der oberen Körperhälfte. Außerdem heilen Wunden bei ihm meistens sehr schlecht, sodass es zu lange bestehenden Hautgeschwüren kommen kann.[2] Starker Juckreiz ist ein weiteres Symptom, dass bei vielen dieser Patienten auftritt.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Phosphorus

Phosphorus, hergestellt aus dem gelben Phosphor, gehört zu den großen Mitteln der Homöopathie mit vielen unterschiedlichen Wirkungsbereichen. Anders als Syzygium jambolanum kann es zwar den Blutzuckerspiegel nicht senken, aber einige der Begleiterscheinungen lindern. Auch diese Patienten zeigen wenig Ausdauer und sind schnell erschöpft.[7] Genau wie Syzygium jambolanum-Kranke haben sie großen Durst und müssen häufig Wasserlassen. Dabei kann der Urin Blut enthalten. Bei brennenden Füßen oder der Gefühllosigkeit von Fingern und Zehen, wie sie bei Diabetikern häufig auftreten, kann Phosphorus möglicherweise Linderung bringen.[8]

Sulphur

Der Schwefel wird in der Homöopathie vor allem bei Hauterkrankungen, die mit Brennen oder Jucken einhergehen, in Betracht gezogen. Die Sulphur-Patienten haben häufiger Ausschläge mit Pickeln, Risse in Mundwickeln und wunde Stellen in den Hautfalten. Diese Erscheinungen können die Folge eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels sein. Auffällig ist auch bei den Sulphur-Patienten, dass sie häufig Wasserlassen müssen, vor allem nachts. Sie produzieren große Mengen farblosen Urin.[11]

Phosphoricum acidum

Dieses homöopathische Mittel wird aus der Phosphorsäure hergestellt. Es kann vor allem bei Menschen hilfreich sein, die durch Krankheiten sehr erschöpft sind. Dazu gehört auch Diabetes. Die Betroffenen müssen häufig Wasserlassen, vor allem nachts und produzieren große Mengen Urin, die teils wässrig, teils milchig aussehen. Pickel und Akne kommen bei ihnen sehr häufig vor, auch eitrige Geschwüre und roter Ausschlag sind keine Seltenheit. An verschiedenen Körperteilen kann das Gefühl auftreten, dass Ameisen über die Haut laufen.[9]

Cuprum arsenicosum

Kupferarsenit, aus dem dieses Mittel hergestellt wird, wird vor allem bei unzureichender Nierenfunktion und verschiedenen Darmerkrankungen empfohlen, aber auch bei Diabetes. Der Urin dieser Patienten weist genau wie bei Syzygium jambolanum bei der Untersuchung ein hohes spezifisches Gewicht auf, ist also sehr konzentriert. Hinzu kommt oft noch ein Geruch nach Knoblauch. Bei diesen Patienten kann es vorkommen, dass an den Händen oder Füßen aufgrund von schlechter Durchblutung Gewebe abstirbt.[10]

Hintergrundinformationen

Syzygium jambolanum ist nur einer von vielen Namen des Baumes, aus dem dieses Mittel hergestellt wird. Er gehört zu den Myrtengewächsen und wird auch Jumbulbaum oder Jambolanapflaume genannt. Aufgrund der sehr ähnlichen lateinischen Bezeichnung wird der Baum häufig mit dem Rosenapfel verwechselt, der aber eine ganz andere Wirkung hat.[1]

Die weißen oder hellrosa Blüten wachsen traubenförmig zusammen, die Früchte des Baumes sehen aus wie purpurfarbene Oliven. Sie schmecken erfrischend und leicht säuerlich. In Indien wird aus den unreifen Früchten Essig hergestellt.[1]