Globuli von R bis S

Rheum Globuli

© panthermedia.net / Alfred Osterloh

Aus den Wurzeln der Rhabarberpflanze wird das homöopathische Einzelmittel Rheum hergestellt. Über 60 verschiedene Rhabarberarten sind uns heute bekannt.[1] Zur homöopathischen Verarbeitung eignet aber besonders der Chinesische Rhabarber (Rheum palmatum).[2][3] Die daraus gewonnene Arznei wird vor allem zahnenden Kindern und bei Verdauungsbeschwerden verabreicht.[4] Auch in der Naturheilkunde wird die Wurzel des Rhabarbers in geringen Dosen als stopfendes Mittel bei Durchfällen oder in großen Mengen als Abführmittel bei Verstopfung verwendet. Zum Verzehr dagegen eigenen sich die Stiele der Pflanze die zu Kompott, Kuchen oder Marmelade verarbeitet werden können. Sie gelten als äußerst vitaminhaltig.[5] Die Blätter des Rhabarbers sind allerdings aufgrund der hohen Konzentration von Oxalsäure giftig. Oxalsäure bindet verschiedene Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen oder Magnesium, die dann vom Darm nicht mehr resorbiert werden können und im schlimmsten Fall zu Nieren- oder Blasensteinen führen.[6]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Rheum wirkt hauptsächlich bei Beschwerden zahnender Kinder und stillender oder schwangerer Frauen. Charakteristisch für das Mittel ist der ausgeprägt saure Geruch der Kinder, der sich nicht abwaschen lässt. Alle Körperausscheidungen und Sekretionen, insbesondere die Stühle, riechen säuerlich. Kinder, zu denen Rheum passt, weinen ständig. Sie leiden unter Koliken, also krampfartigen Bauchschmerzen, die vor allem im Alter von drei Monaten auftreten.[7] Auch die Zahnungsperiode bereitet den kleinen Patienten Probleme, sodass sie keine Ruhe finden, kaum schlafen und wenig Nahrung zu sich nehmen.[2][3][4]

Wo wirkt es?: Rheum wirkt auf das Verdauungssystem bei Koliken und Durchfall, auf die Leber bei Gelbsucht, auf die Galle, auf das Gemüt bei Weinerlichkeit und Unruhe, auf dieSchweiße und auf alle Körperausscheidungen.[2]

In welchem Alter?: Natürlich kann Rheum, wenn die Symptome zur Arznei passen, in jedem Lebensalter verabreicht werden. Das Einzelmittel wirkt aber besonders bei Beschwerden vonSäuglingen, kleinen Kindern und schwangeren bzw. stillenden Frauen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Der Patient – meist Säugling oder Kleinkind – riechtsäuerlich. Der Geruch kann nicht abgewaschen werden.
  • Der Patient – meist Säugling oder Kleinkind – leidet ansäuerlichem Durchfall (Diarrhoe) oder Erbrechen.
  • Der Säugling oder das Kleinkind leidet unter Koliken und weint heftig.
  • Das Kind befindet sich in der Zahnungsperiode. Das Zahnen bereitet ihm große Probleme; es ist unruhig, weinerlich, nimmt kaum Nahrung zu sich und schläft wenig.
  • Kühler Schweiß tritt am Kopf und im Gesicht, besonders um Mund und Nase auf.

Verbesserung: Wärme, warmes Einpacken bzw. Zudecken und Krummliegen verbessern den Zustand des Patienten. Der Patient nimmt die seltsamsten Körperhaltungen ein, um sich Linderung zu verschaffen.

Verschlechterung: Während des Zahnens, während der Stillperiode, im Sommer, beim Essen, vor allem von Pflaumen, bei Bewegung, Entblößung und vor und nach dem Stuhlgang bzw. währenddessen verschlechtert sich der Zustand des Patienten merklich.[2][3][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das betroffene Kind ist unruhig und meist ungeduldig. Esweint und schreit ständig, verlangt nach Zuwendung und verschiedenen Dingen, weist aber alles Angebotene ab. Selbst sein Lieblingsspielzeug kann es nicht besänftigen. Es will oder kann sich nicht beruhigen.[2][3][4]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der ganze Kopf ist nass vor Schweiß. Die Haare triefen vor Nässe. Egal ob der Patient wach ist, ruht, schläft oder sich bewegt, das Haar ist immer feucht. Hin und wieder weist der Kopfschweiß den für Rheum typischen sauren Geruch auf. Auf dem Kissen und der Kleidung hinterlässt er gelbe Flecken.[2][3][4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Patienten ist von kühlem Schweiß überzogen; besonders stark schwitzt er um Mund und Nase und auf der Oberlippe. Der Patient neigt zum Runzeln der Stirn. Er leidet mitunter an Zuckungen im Gesicht. Sein Atem riecht säuerlich. Es kann ein Kältegefühl in den Zähnen, das mit Schmerz verbunden ist, auftreten. Das Innere des Mundes ist mit übelriechendem Schleim überzogen. Dieses Symptom tritt vor allem auf, nachdem der Patient geschlafen hat. Die Speichelbildung, meist im Zusammenhang mit Durchfall oder Koliken, ist stark angeregt. Der Patient empfindet Speisen, auch Süßigkeiten, häufig als bitter.Zahnende Kinder, zu deren Beschwerden Rheum passt, leiden sehr unter der Zahnungsperiode. Sie sind blass, mürrisch, ruhelos und reizbar und wissen sich nicht zu helfen. Auch und gerade bei zahnenden Kindern tritt der für Rheum charakteristische saure Geruch auf.
Die Augen des Patienten beginnen zu schmerzen, wenn er einen Gegenstand länger fixiert. Seine Augenlider zucken hin und wieder krampfartig. [2][3][4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient verspürt durchaus Appetit auf verschiedene Speisen, kann dann aber jeweils nicht viel zu sich nehmen. Häufig empfindet er schon nach dem ersten Bissen Ekel. Er scheint nur wenig Nahrung zu benötigen. Auch die Empfindung eines Klopfens in der Magengrube oder ein Völlegefühl können auftreten. Der Genuss von Pflaumen oder Zwetschgen verschlechtert den Zustand des Patienten.

Vor allem Kinder leiden unter krampfartigen Bauchschmerzen (Koliken) um den Nabel herum. Die Schmerzen bessern sich, wenn die Patienten sich im Sitzen krümmen und verschlimmern sich durch Aufdecken irgendeines Körperteils. Die Koliken stehen häufig im Zusammenhang mit breiigen, sauren oder scharfen, wund machenden, braunen oder grünlichen, schleimigen, wie gegorenen Durchfällen (Diarrhoe). Abends und nach dem Essen von unreifem Obst verschlimmert sich diese Symptomatik. Einige Patienten leiden besonders unter Durchfall während des Gehens oder im Stehen. Beim Stuhlgang schaudert der Patient; sein Rektum schmerzt (Tenesmus). Auch erfolgloser Harndrang vor dem Stuhlgang gehört zu den Symptomen von Rheum. Klagt der Patient über Blähungen, scheinen diese bis zur Brust aufzusteigen.

Rheum passt auch auf Gelbsucht (Ikterus), eine Gelbfärbung der Haut, die meistens durch eine Lebererkrankung verursacht wird. Bei Rheum-Patienten tritt die Gelbsucht oft nach dem Verzehr von unreifem Obst auf und wird von weißlichem Durchfall begleitet.[2][3][4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Vor dem Harnen und während des Harnens beschreibt der Patient Schmerzen in den Nieren und in der Blase. Vor dem Stuhlgang kann erfolgloser Harndrang auftreten.[2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen, zu denen Rheum passt, könnenHarnwegbeschwerden nach einer Fehlgeburt oder einer Abtreibung auftreten. Bei Stillenden kann die Muttermilchgelblich verfärbt sein; das Kind verweigert in diesem Fall die Brust. Nach der Entbindung kann es zu den für Rheum typischen Durchfällen (Diarrhoe) kommen.[2]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet hin und wieder unter einer Steifheit in den Hüften und im Kreuz, sodass er nicht gerade gehen kann. In der Gegend der Lendenwirbel beschreibt er einen schneidenden Schmerz, der sich beim Stuhlgang verschlimmert.

Die Gliedmaßen, auf denen er liegt, schlafen ihm häufig ein. In den Armen, Händen und Fingern kann es zuZuckungen kommen. In Folge einer Verstauchung oder Verrenkung empfindet der Patient eine Lahmheit im Handgelenk oder Knie.[2]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient schwitzt vor allem am Kopf, sodass die Haare ständig nass sind, und im Gesicht um die Nase und den Mund herum.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient schläft unruhig. Mitunter weint und wimmert er im Schlaf. So wie er scheinbar nur wenig Nahrung nötig hat, braucht er kaum Schlaf.[2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Magnesia phosphorica

Aus Magnesiumhydrogenphosphat (MgHPO4) wird nach Schüßler das homöopathische Mittel Magnesia phosphoricahergestellt. Magnesia phosphorica ist ein großesKrampfmittel. So wirkt es auch bei den für Rheum typischen Koliken, bei denen der Patient sich vor Schmerzen krümmt. Magnesia phosphorica wird vor allem bei Blähungskoliken mit stark abgehenden Winden eingesetzt. Es wirkt außerdem bei Muskelkrämpfen und Nervenschmerzen (Neuralgien), die sich durch Wärme verbessern. Das Einzelmittel eignet sich für matte und erschöpfte Patienten, die eine Abneigung gegen geistige Arbeit empfinden.[2][3][4]

Podophyllum peltatum

Aus dem Maiapfel, einem hauptsächlich in Nordamerika beheimateten Berberitzengewächs wird das homöopathische Einzelmittel Podophyllum peltatumhergestellt. Es wirkt vor allem auf den Darm, die Leber und das Rektum. Wie Rheum passt es zu kolikartigen Bauchschmerzen. Podophyllum-peltatum-Patienten neigen dazu, sich im Zusammenhang mit diesen Koliken zu erbrechen und wäßrigen, schleimigen und stinkenden Stuhl schmerzlos abzusondern. Auch die ebenfalls zu Rheum passende Gelbsucht (Ikterus) kann mit diesem Einzelmittel behandelt werden. Darüber hinaus wirkt es unter anderem bei Funktionsstörungen der Leber oder Hämorrhoiden.[2][3][4]

Chamomilla

Aus der Echten Kamille, auch genannt Mutterkraut, wird das homöopathische Einzelmittel Chamomilla hergestellt. Mit Rheum gemein hat es seine Wirksamkeit bei Koliken, die besonders unruhige und weinerliche Kinder betreffen, die alles von sich weisen, empfindlich sind und kaum Ruhe finden. Auch Durchfälle (Diarrhoe) während derZahungsperiode können mit beiden Arzneien behandelt werden. Chamomilla-Patienten sind sehr durstig, ihre Schmerzen scheinen unerträglich und verschlimmern sich durch Hitze. Die von Schmerzen befallenen Körperteile entwickeln Taubheitsgefühle. Chamomilla wirkt außerdem bei Beschwerden, die durch den Missbrauch von Narkotika oder Kaffee herbeigeführt worden sind.[2][3][4]

Hintergrundinformationen

Rheum palmatum, der Chinesische Rhabarber, der vor allem zu medizinischen Zwecken verwendet wird, kommt hauptsächlich in verschiedenen Provinzen Chinas in einer Höhenlage von 1500 bis 4400 Metern vor. Die krautartige Pflanze wächst bis zu 2 Meter in die Höhe und bringt kleine, purpurrote oder weiß-gelbe Blüten hervor. Der Stängel des Chinesischen Rhabarbers ist hohl und gerillt.[8]

Ursprünglich verbreitete sich die Rhabarberpflanze vom Himalajagebiet aus. In China gilt sie schon seit über 4000 Jahren als Heilmittel für verschiedene Erkrankungen. Auch in Persien war die Pflanze als Heilpflanze bekannt. Die persische Mythologie erzählt vom ersten Menschenpaar, das innerhalb von neun Monaten aus einer Rhabarberpflanze entstand.
In unseren Breitengraden wird Rhabarber wie eine Frucht verwendet, obwohl es sich um ein Gemüse handelt. Genießt man seine sauren Stängel zusammen mit Milch, neutralisiert das darin enthaltene Kalzium die Oxalsäure des Rhabarbers. So werden beim Verzehr die Zähne nicht angegriffen und auch Nieren- und Blasensteine entstehen eher seltener. Rhabarber sollte aufgrund seines hohen Oxalsäuregehalts nicht roh genossen werden.[1]

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