Globuli von R bis S

Sabina Globuli

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Das homöopathische pflanzliche Mittel Sabina wird aus den jungen, noch unverholzten Zweigen und den Blättern des Sadebusches (auch „Gift-Wacholder“) gewonnen. Dies ist eine weit verbreitete Pflanze, deren Beeren ein ätherisches Öl enthalten, welches zu Gebärmutterkrämpfen führt. Im Mittelalter nutzte man die Früchte um Schwangerschaftsabbrüche herbeizuführen.

Heutzutage wird die homöopathische Arznei Sabina gegen Beschwerden eingesetzt, deren Symptome durch eine verstärkte Durchblutung (Hyperämie) bestimmter Organe ausgelöst werden. Dazu zählen vor allem Menstruationsbeschwerden, klimakterische Blutungen, Blutungen nach Geburten oder Fehlgeburten und Entzündungen der inneren oder äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Auch zur Behandlung von hormonabhängigem Gelenkrheuma wird Sabina zum Teil eingesetzt. Von einer Eigenmedikation ist abzuraten und besonders in der Schwangerschaft sollte das Beschwerdebild exakt mit dem Arzneimittelbild von Sabina abgeglichen werden.

Zusammengefasst ist Sabina ein Frauenmittel, was bei einer Vielzahl von frauentypischen Beschwerden eingesetzt wird. Es passt vor allem zu Patientinnen, die empfindlich auf jede Art von Geräuschen reagieren und melancholische bis hysterische Charakterzüge haben.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Die Indikationen von Sabina sind vielfältig, jedoch allesamt Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane, die meistens mit abnormalen Blutungen einhergehen. So wird das Mittel zum Beispiel bei verlängerter, verstärkter und/oder schmerzhafter Menstruation gegeben. Es wird gegen „Feigwarzen“ (Kondylome), vermehrten und übel riechenden Ausfluss und gegen Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut oder der Eierstöcke eingesetzt. Auch gutartige Gebärmuttertumoren (sog. Myome) werden mit Sabina therapiert.12 In der Geburtshilfe ist Sabina das führende homöopathische Mittel bei Blutungen nach der Geburt. Diese sind hellrot mit dunklen Klumpen und treten schwallartig auf. Sabina kann ebenfalls die Rückbildung der Gebärmutter unterstützen und bei Blutungen im ersten Trimester der Schwangerschaft verabreicht werden, wenn eine Fehlgeburt droht. Besonders in diesem Fall, jedoch auch generell während der Schwangerschaft und Geburt sind die Absprache mit einem Arzt und dessen langfristige Betreuung zwingend notwendig. Am besten passt Sabina zu Frauen mit einem kräftigen Körperbau, einem geröteten Gesicht und blühendem Aussehen. Sie vertragen Hitze schlecht und halten sich ungern in geschlossenen Räumen auf. [3] Ein ganz typisches Merkmal von Sabina-Frauen ist ihre Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen. Bei Musik fange sie leicht an zu weinen und werden dann melancholisch oder nervös. Sie empfinden eine innere Unruhe, fühlen sich aber gleichzeitig antriebslos. Ihr Geschlechtstrieb ist sehr ausgeprägt, doch wenn sie schwanger werden besteht häufig eine Neigung zu Fehl- oder Totgeburten. Äußerlich zeigen sich tiefe Augenringe, schwarze Poren und Mundgeruch sowie ein schneller, harter Puls.2Die Sabina-Persönlichkeit ist leicht irritierbar und hat Angst zu fallen. Diese Angst könnte aus der unterdrückten Sorge entstehen, sozial abzustürzen und etwas selbst Aufgebautes zu verlieren. Sie betrachtet Aggression als Makel und unterdrückt sie. Die Wut wird vom Körper ersatzweise durch Entzündungen und Blutungen der Harn- und Geschlechtsorgane (Urogenitalsystem) entladen. Die Entzündungen sprechen außerdem für eine Widerstandsschwäche gegen Erreger, die zu der emotionalen Widerstandsschwäche bei Musik passt.[4]

Wo wirkt es?: Das ätherische Öl, welches zu 3-5% in den frischen Zweigspitzen des Sadebaums zu finden ist, enthält den biologisch wirksamen Stoff „Sabinol“. Dieser bewirkt bei direktem Kontakt eine starke Reizung und Durchblutungssteigerung, was auf der Haut und der Netzhaut des Auges zu Entzündungen führt, im Verdauungstrakt Schwellungen und Blutungen hervorruft und bis zur Bewusstlosigkeit und dem Tod führen kann. Deshalb ist eine Vergiftung mit den Beeren des Sadebaums unbedingt schnellstmöglich mit Brech- und Abführmitteln zu behandeln. Das homöopathische Medikament ist allerdings so stark verdünnt, dass keine dieser Wirkungen auftritt. Zum Beispiel wird der ursprüngliche Wirkstoff bei einer Anwendung von Sabina D12 schrittweise zwölf Mal hintereinander zehnfach verdünnt. Es wirkt in dieser Aufbereitung  fast ausschließlich auf die Organe im kleinen Becken, also den Uterus und seine Anhänge sowie das harnleitende System. Dort fördert es die Durchblutung.[5]

In welchem Alter?: Sabina ist ein bekanntes Frauenmittel, was vor allem in Zusammenhang mit Beschwerden im gebährfähigen Alter verabreicht wird. Es kann auch schon in der Pubertät (zum Beispiel bei abnormalen Blutungen) und in der Menopause helfen. Die Anwendung bei Kindern und Männern ist eher untypisch.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menstruationsbeschwerden sind derart, dass die Periode von Krämpfen begleitet ist. Diese ziehen sich vom unteren Rücken bis vorne zum Schambein und teilweise sogar bis in den Oberschenkel. Manche Patienten beschreiben sie wie einen einschnürenden Gürtel oder als wehenartig. Die Krämpfe gehen mit der Ausscheidung von dunkelroten Blutklumpen einher, während die eigentliche Regelblutung eher hellrot ist. Sie ist verlängert und übermäßig. Wenn die Menstruation medikamentös unterdrückt wird, tritt Schwindel auf. Blutungen in der Schwangerschaft lassen sich gut mit Sabina behandeln, wenn sie dem oben beschriebenen Erscheinungsbild entsprechen. Vor allem bei einer drohenden oder schon erfolgten Fehlgeburt ist an Sabina zu denken. Auch nach einer planmäßigen Geburt kann Sabina gegeben werden, wenn Blutungen auftreten. Diese können bei unvollständiger Rückbildung der Gebärmutter erst spät auftreten (eine Woche nach der Geburt oder noch später) oder bis zur ersten nachgeburtlichen Untersuchung nach 6 Wochen anhalten. Weitere Komplikationen können eine Plazentaretention (ein Nichtausscheiden der Plazenta) und Nachwehen sein. Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane und Myombildungen gehen ebenfalls meistens mit Blutungen und Krämpfen wie oben beschrieben einher. Die Entzündungen der Eileiter und/oder Eierstöcke können unter anderem durch eine Gonokokkeninfektion (umgangssprachlich „Tripper“) ausgelöst worden sein. Äußerlich auftretende Feigwarzen sind spitz zulaufend und von eitrigem, übel riechendem Ausfluss begleitet.[6]

Verbesserung: Die Patientin empfindet eine Besserung, wenn sie an der frischen Luft ist. Sie kann sich nicht in geschlossenen, stickigen Räumen aufhalten.

Verschlechterung: Sabina-Frauen ist ständig warm und sie vertragen keine Hitze. Schon die kleinste Bewegung verschlimmert die Beschwerden. Auch am Abend und in der Nacht verstärken sich die Symptome.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Äußerlich angewendet und stark verdünnt wird das Öl des Sadebaums gegen Haarausfall eingesetzt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Während der Menstruation kann es zu einem Druckgefühl oder Schmerzen im Mastdarm kommen. Der Stuhl ist schleimig und blutig. Feigwarzen können auch in der Analgegend auftreten.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wenn die inneren weiblichen Geschlechtsorgane entzündet sind, kommt es nicht selten zu einer Ausweitung der Entzündung auf das harnleitende System. Niere, Blase und/oder Harnröhre können stark gereizt sein und brennende Schmerzen auslösen. Der Urin wird schleimig bis eitrig, blutig oder eiweißhaltig. Außerdem ist des Öfteren der Harnsäurespiegel erhöht. Dieser kann vom Arzt aus dem Blut oder aus einer Sammelurinprobe aus 24 Stunden bestimmt werden.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei akuten Anfällen von Gicht oder Rheuma, die bei Frauen wahrscheinlich hormonabhängig auftreten, wird Sabina häufig eingesetzt. Die Gelenke schwellen an, sind gerötet und schmerzhaft. Betroffen sind besonders Handgelenke, Finger und Zehen. Bettruhe und Wärme sorgen für eine Verschlimmerung. Oft gehen die Gelenkschmerzen mit Fieber und einem stechenden bis reißenden Knochenschmerz einher. Die Füße sind ungewöhnlich kalt und die Sohlen schmerzen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

China officinalis

Wird bei extremen Erschöpfungszuständen wie nach einer Operation, Geburt oder langer Krankheit verabreicht. Es kann lindernd auf Menstruationsbeschwerden und Gelenkschmerzen wirken und hilft gegen Schwindel und bei Verdauungsprobelemen.

Pulsatilla

Ist wie Sabina ein Mittel mit breitem Anwendungsfeld in der Frauenheilkunde. Es wird bei unregelmäßiger Periode, bei Wechseljahrsbeschwerden und Prämenstruellem Syndrom (PMS) eingesetzt. Das PMS beschreibt eine Vielzahl an Beschwerden, die bei einigen Frauen circa eine Woche vor Menstruationsbeginn auftreten und mit Beginn der Blutung schlagartig aufhören. Am Häufigsten kommt es zu Reizbarkeit, Depressionen, Übelkeit oder Schmerzen. Die Frauen, zu denen Pulsatilla passt, sind sehr weinerlich und haben Stimmungsschwankungen. Das Mittel wird auch in der Behandlung von Blasenentzündungen und stechenden, wandernden Gelenkschmerzen eingesetzt.

Arnica

Wirkt gegen Traumata und Verletzungen aller Art. Es hilft gegen Schmerzen und wirkt auf die Psyche der Betroffenen positiv. Daher ist der Einsatz nach einer Geburt oder Fehlgeburt vielversprechend. Arnica wirkt auch gegen Gelenkschmerzen und Schwindel.

Phosphorus

Stillt starke und langanhaltende Blutungen und wird deshalb gerne bei verstärkter Menstruation gegeben. Diese geht oft mit Nasenbluten einher und kann durch Stress schnell unregelmäßig werden. Es ist gut als Konstitutionsmittel einsetzbar. Konstitutionsmittel beschreiben in ihrem Arzneimittelbild einen bestimmten Typ von Mensch mit einer Vielzahl von Eigenschaften. Passt man zu dem Mittel, kann eine generelle Gabe sinnvoll sein, egal welche Symptome noch vorhanden sind.

Hydrastis

Wirkt vor allem auf die Schleimhäute und Drüsen im Körper. Es soll Blutungen stillen, insbesondere verlängerte und verstärkte Regelblutungen. Außerdem findet es Anwendung bei Myomen und juckendem Ausfluss.[7]

Hintergrundinformationen

Der Sadebaum (botanisch: Juniperus Sabina L.), aus der die homöopathische Arznei Sabina gewonnen wird, gehört zur Gattung der Wacholdergewächse in der Familie der Zypressen (Cupressaceae?). Er trägt die Beinamen Gift-Wacholder und Stink-Wacholder. Seit der Antike ist diese ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze bekannt. Derzeit benutze man die Beeren, um Schwangerschaftsabbrüche herbeizuführen. Heutzutage gilt das ätherische Öl der Beeren als giftig und wird außerhalb der Homöopathie kaum für medizinische Zwecke genutzt. Der Sadebaum ist ein ca. 2 Meter hoher Strauch oder Baum, der durch seinen unangenehmen Geruch und den knorrigen Stamm auffällt. Die Krone ist stark verzweigt und buschig. Die Blätter sind eher weiche Nadeln mit einem schuppenartigen Aussehen. Die Blütezeit beginnt Ende März und dauert den April und Mai über an. An deren Ende bilden sich die dunkelblauen Früchte, die Wacholderbeeren sehr ähnlich sehen. Sie enthalten einen bis vier Samen. Der Sadebaum ist eine ausgesprochen sonnenliebende Pflanze und kommt gut mit mineralarmen, kalkhaltigen, felsigen und steinigen Böden zurecht. Von den Gebirgen Südeuropas hat sich die Pflanze inzwischen auch nach Asien und Afrika ausgebreitet. Zur Herstellung der Arznei werden die frischen Zweigspitzen mitsamt ihrer Blätter beziehungsweise Nadeln verwendet. Der Sadebaum ist in Deutschland nicht frei verkäuflich aufgrund seiner Giftigkeit. Auf der Haut bewirkt das ätherische Öl entzündliche Veränderungen. Werden die Beeren verschluckt, so kommt es zu einer Vergiftung die in der Hälfte der Fälle nach stundenlanger Bewusstlosigkeit tödlich endet. Weitere Symptome bei einer Vergiftung sind Blut in Stuhl, Urin und Erbrochenem, schnarrende Atemgeräusche und Krämpfe. Aufgrund dieser Gefahren wurde die innere Anwendung in der Schulmedizin völlig fallen gelassen.[8]