Globuli von R bis S

Staphylococcinum Globuli

© panthermedia.net / Thomas Francois

Staphylococcinum ist ein homöopathisches Einzelmittel. Es wird aus Kulturen des Erregers Bacillus Staphylococcus aureus gewonnen. Dieser Erreger findet sich sowohl bei lokalen, als auch bei septischen, also keimbehafteten Allgemeininfektionen. Auch bei Durchfällen, die durch Keime ausgelöst werden können, kann er bisweilen nachgewiesen werden. Zu den lokalisierten, also auf ein bestimmtes Körpergebiet beschränkten Infektionen, zählen beispielsweise Haut- und Wundinfektionen, in deren Rahmen es auch zu Entzündungen der Lymphgefäße (Lymphangitis/Lymphadenitis) kommen kann. Des Weiteren können Staphylokokken eine akute Blutvergiftung (Sepsis) auslösen, bei der alle Organe von den Erregern besiedelt werden und es zu klassischen Schocksymptomen, wie Blutdruckabfall, erhöhter Puls (Tachykardie), bläulich blasse Haut und kaltem Schweiß kommt. Zur Behandlung werden bei lokalen Infektionen chirurgische Abszessdrainagen gelegt, um den angesammelten Eiter und die darin enthaltenen Erreger aus den entstandenen Geschwüren ablassen zu können. Zusätzlich ist besonders bei Abwehrschwäche die Gabe von Antibiotika erforderlich. Auch bei einer Sepsis sollte auf die Einnahme von Antibiotikum auf keinen Fall verzichtet werden, da diese einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt, der sofortiger Behandlung bedarf.[1] Als homöopathische Unterstützung zu Antibiotika werden in der Naturheilkunde häufig sogenannte Nosoden verabreicht. Unter Nosoden versteht man homöopathische Mittel, die auf Grundlage von krankem Gewebe, Eiter, Krebszellen oder infektiösem Blut hergestellt werden. Die Nosode Staphylococcinum ist der sogenannte Staphylokokkeneiter und wird in der Homöopathie eingesetzt, um das Abheilen von Infektionen zu unterstützen. Es kann somit eine homöopathische Unterstützung zur Behandlung mit Antibiotika darstellen. Je nach Anwendungsgebiet und Infektionsgrad kann die Nosode in unterschiedlichen Potenzen angewandt werden und bei einem relativbreiten Spektrum von Krankheiten eingesetzt werden.[2] Staphylococcinum ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren geeignet und sollte, wie alle Nosoden, nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werde.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Staphylococcinum kann für eine Vielzahl von Krankheiten als Heilmittel eingesetzt werden. Es kommt beispielsweise besonders bei eitrigen, immer wiederkehrenden Geschwüren zum Einsatz, von denen vor allem Diabetiker oft betroffen sind. Auch bei Menschen mit infektiösen Hautkrankheiten, wie beispielsweise bei wiederkehrender (rezidivierender) Impetigo contagiosa, bei der sich große Blasen auf der Haut bilden, die platzen, eitrig werden und verkrusten, kann eine Behandlung mit Straphylococcinum zur Linderung der Beschwerden beitragen.[5] Ebenso kommt die Nosode bei der Behandlung von Akne zum Einsatz.[2] Des Weiteren können auch Patienten mit akuten Infektionen, wie zum Beispiel Milzbrand (Anthrax) oder akuter Blutvergiftung (Sepsis) unterstützend zur Antibiotikatherapie mit der Nosode behandelt werden. Bei diesen akuten, lebensbedrohlichen Erkrankungen sind homöopathische Mittel jedoch wenn überhaupt nur als Unterstützung zu einer konservativen Behandlung mit Antibiotika einsetzbar. Hier gilt in jedem Fall die Therapieoptionen zunächst mit einem Arzt abzuklären. Selbst bei einer Entzündung der inneren Herzhaut (Endokarditis) kann eine unbedingt notwendige Antibiotikatherapie durch Staphylococcinum unterstützt werden. Darüberhinaus kann das Mittel in der Augenheilkunde bei Patienten mit eitrigen Entzündungen an den Lidrändern, besser bekannt als Gerstenkörner, zusätzlich eingesetzt werden. Auch diese Entzündungen werden durch Staphylokokken ausgelöst. Ebenso kann Staphylococcinum bei Geschwürbildung an den Mandeln, der Prostata, sowie bei Patienten mit Lungenabszessen als ergänzendes Arzneimittel zu einer Besserung der Symptomatik beitragen. [3] Prinzipiell bedürfen diese Erkrankungen aber einer konventionellen schulmedizinischen Therapie.

Wo wirkt es?: Staphylococcinum greift überall dort an, wo Organe oder Organsysteme von Staphylokokkenbakterien befallen sind oder waren. Es kann daher auf eine Vielzahl der Organsysteme positiv einwirken. Das Spektrum zur Einsetzung der Nosode erstreckt sich von blasenbildenden Hauterkrankungen, wie Impetiga contagiosa, über entzündliche Erscheinungen an den Lidrändern (Gerstenkörner) oder den Mandeln, bis hin zu schwereren Erkrankungen, wie Milzbrand oder Blutvergiftung. Besonders bei schweren Infektionen wie Milzbrand und Blutvergiftungen sollte die Nosode jedoch wenn überhaupt nur ergänzend zu einer konventionellen Antibiotikatherapie verabreicht werden und nicht eigenmächtig ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Auch bei Folgeerkrankungen von Infektionen mit Staphylokokken, bei denen sich das Bakterium auf andere, zuvor nicht betroffenen Organsysteme ausbreitet, kann Staphylococcinum angewendet werden.

In welchem Alter?: Der Wirkstoff Streptococcinum ist für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren gut geeignet. Da Nosoden allerdings nicht unbedingt zur Eigentherapie gedacht sind, sollten die Globuli nicht eigenmächtig eingenommen werden, sondern zuvor ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden, der die Notwendigkeit der Anwendung und die Dosierung fachgerecht einschätzen kann.
Da zur Anwendung dieser Nosoden bei Kindern nicht ausreichend dokumentierte Erfahrungen vorliegen, sollte auf die Gabe an Kinder unter 12 Jahren unbedingt verzichtet werden. Ebenso sollte in der Schwangerschaft und in der Stillzeit vor Einnahme von Staphylococcinum ein Arzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden, da auch hier nicht genügend verwertbare Informationen vorliegen, um den Wirkstoff als ungefährlich für Mutter und Kind einzustufen. [4]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die meisten Staphylococcinum-Patienten leiden unter Krankheiten, die mit entzündlichen Veränderungen des Gewebes einhergehen. Diese können bisweilen von unterschiedlichem Ausmaß sein, je nachdem, welches Organsystem betroffen ist. Betroffene klagen meist über Schmerzen, die durch die Entzündungen hervorgerufen werden. Die Patienten sind durch die psychische Belastung der Erkrankungen häufig reizbar und verärgert und werden bisweilen auch von Zukunftsängsten und dem Gefühl großer Trauer geplagt. Häufig kann es durch die entzündlichen Veränderungen auch zur Bildung von Geschwüren kommen. Dies ist besonders bei Hauterkrankungen, wie zum Beispiel der Furunkulose, bei der sich Haarwurzeln entzünden, der Fall und kann sich zusätzlich negativ auf die psychische Verfassung der Betroffenen auswirken. Zudem kommt es häufig zu schnupfenähnlichen Symptomen, zu denen sowohl wässrige Absonderungen aus Nase und Ohren zählen, als auch häufiges Niesen, sowie zu Entzündungen der Mandeln.[3]

Verbesserung: Wichtig für Staphylococcinum-Patienten sind genügend Ruhe und Schlaf. Auch Aufenthalte im Freien können den Patienten unter Umständen eine Linderung der Symptomatik verschaffen. Hierbei darf das Klima jedoch nicht zu kühl sein.

Verschlechterung: Eine Verschlechterung der Symptomatik tritt zumeist durch Lärm und wenig Schlaf auf. Bei Patienten, die über Schmerzen klagen, erreicht die Intensität der Schmerzen meist gegen Nachmittag oder gegen Mitternacht ihr Maximum. Auch durch kaltes Wetter werden die Symptome häufig verschlimmert, weshalb Staphylococcinum-Patienten im Winter meist stärker durch ihre Symptome geplagt werden. Des Weiteren kann auch Zugluft unter Umständen negativen Einfluss auf das Befinden der Betroffenen nehmen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wie bereits oben erwähnt, bergen Krankheiten, die durch die Infektion mit Staphylokokken verursacht werden, neben den körperlichen Symptomen auch große psychische Belastungen für die Betroffenen. Die Patienten sind oft sehr reizbar, aber bisweilen auch verbittert und verärgert. Dies geht häufig mit dem Gefühl großer Verzweiflung einher, da Betroffene meist große Zukunftsangst haben und daher auch viel Weinen. Darüberhinaus zeichnen sich Staphylococcinum-Patienten meist durch leichte Schreckhaftigkeit aus und fahren, beispielsweise wenn man sie unerwartet anspricht, häufig zusammen. Des Weiteren fühlen sie sich oft in engen Räumen unwohl. Depressive und furchtsame Phasen werden bisweilen auch durch Phasen von Frohsinn unterbrochen. Einige Betroffene weisen außerdem sowohl Vergesslichkeit und Gedächtnisschwäche, als auch vorrübergehende geistige Verwirrtheitszustände auf. Die Konzentrationsfähigkeit der Patienten wird hingegen kaum beeinträchtigt und viele von ihnen sind im Alltag nach wie vor aktiv.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Kopfbereich können bei den Patienten bisweilen schwere entzündliche Veränderungen auftreten, wie zum Beispiel eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) oder auch Abszesse im Gehirn auftreten. Betroffene berichten außerdem häufig über ein Schweregefühl in der Stirn, sowie über starke Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen können sich an unterschiedlichen Stellen manifestieren, meist in der Stirnregion, über oder auch hinter den Augen, oder an den Schläfen, eher selten am Hinterkopf. Die Schmerzqualität wird von den Patienten meist als pulsierend und drückend, bisweilen auch als ziehend beschrieben. Hierbei liegt der Höhepunkt der Schmerzintensität meist um die Mittagszeit oder gegen Mitternacht.Des Weiteren klagen Patienten häufig über wässrige Absonderungen aus den Ohren, die mit Ohrgeräuschen einhergehen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Gesicht der Betroffenen manifestieren sich meist Hautausschläge, welche bevorzugt um die Lippen und die Nasenmuschel auftreten. Die Lippen sind häufig aufgesprungen und die Haut fühlt sich sowohl heiß, als auch prickelnd oder kribbelnd an. Auch die Zunge ist häufig gerötet, wund und schmerzt. Viele Patienten klagen über Mundtrockenheit und besonders nachts über einen sauren Geschmack im Mund.Auch an den Augen kann es zu juckenden Hautauschlägen kommen, wodurch die Augenlider häufig wund, gerötet und schmerzempfindlich sein können. Staphylococcinum-Patienten neigen außerdem dazu, an den Lidrändern entzündliche Veränderungen der Talgdrüsen, sogenannte Gerstenkörner zu entwickeln, durch die sich kleine Zysten bilden. Einige Betroffene leiden unter zuckenden Augenlidern.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Atmungsorgane weisen bei Staphylococcinum-Patienten meist erkältungsartige Symptome auf. Die Nase ist besonders morgens nach dem Aufwachen häufig verschnupft und sondert dünnen, klaren Schleim ab. Dennoch fühlt sie sich zumeist trocken und verstopft an. Auch häufiges Niesen, besonders am Morgen, ist keine Seltenheit bei den Betroffenen.Die Patienten klagen häufig über belegte Atemwege. Der abgehustete Schleim hat meist eine gelbliche Farbe. Der Hals ist meist wund und schmerzt. Die Halsdrüsen können geschwollen sein und besonders beim Schlucken schmerzen. Die Atmung ist daher häufig beeinträchtigt und viele Betroffene berichten über ein Gefühl des Zusammenschnürens der Brust. Auch in der Lunge kann es zu entzündlichen Prozessen kommen, wodurch Abszesse im Lungengewebe entstehen können.Ebenso wie die Atemwege können sich auch Entzündungen im Gewebe des Herzens manifestieren, wodurch es zu Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis) kommen kann. Da sich diese Entzündungen auch oft auf den Herzmuskel selbst auswirken, kommt es in deren Rahmen meist auch zu weiteren Herzbeschwerden, wie beispielsweise einer Pumpschwäche des Herzmuskels.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Staphylococcinum-Patienten klagen häufig nach dem Essen über Übelkeit. Sie sind außerdem in der Regel sehr durstig und können bisweilen ein Leeregefühl im Magen verspüren. Viele Betroffene klagen über Durchfälle, die unter Umständen auch schmerzhaft sein können und bisweilen mit Bauchkrämpfen einher gehen können. Meist treten diese Durchfälle morgens oder nach dem Essen auf. Häufig kommt es auch zu Blähungen. Der Stuhl ist meist dunkel und wässrig und kommt plötzlich in einem Schwall. Die Haut am Bauch ist meist gerötet und juckt, besonders in der Region um den Nabel herum. Die Milz kann bisweilen vergrößert sein.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Viele Betroffene haben mit vergeblichem Harndrang zu kämpfen. Das Urinieren geht meist nur tröpfchenweise. Der Urin selbst zeigt keine besondere Färbung, es ist meist jedoch eitriges Sediment zu erkennen, welches sich in der Flüssigkeit absetzt.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern kann es unter Umständen zur Entzündung der Prostata kommen, in deren Rahmen sich auch Abszesse bilden können. Frauen hingegen leiden häufig unter einer verlängerten Regelblutung.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Gliedmaßen von Staphylococcinum-Patienten schmerzen häufig. Hiervon sind besonders die kleineren Gelenke der Finger und Hände betroffen. Darüberhinaus wird meist von Steifheit im Bereich des Ellenbogens und der Schultern berichtet, aber auch vom Gefühl des Zusammenschnürens in den Oberarmen. Hände und Füße sind oft geschwollen und es kann zu Geschwüren an den Fingernägeln kommen. Im Rückenbereich kommt es in der Regel zu Schmerzen in der unteren Rückenregion und im Steißbein. Auch Entzündungen des Rückenmarks können sich unter Umständen manifestieren.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut der Betroffenen kann durch unterschiedliche Hautauschläge gezeichnet sein. Neben eher harmlosen entzündlichen Veränderungen der Haut, wie zum Beispiel Akne, gibt es auch eine Reihe schwerwiegenderer Erkrankungen. Bei Purpura beispielsweise, einer Erkrankung bei der sich kleine punktförmige Einblutungen in der Haut zeigen, können sich Bläschen oder Pusteln bilden. Auch Impetigo contagiosa manifestiert sich durch kleine eitrige Bläschen auf der Haut, die in der Regel aufplatzen. Darüberhinaus können sich eitrige Entzündungen des Haarbalgs bilden, die das umliegende Gewebe infiltrieren, sogenannte Furunkel. Einige Patienten leiden auch unter einer, umgangssprachlich als „Gürtelrose“ bekannten Krankheit, dem Herpes zoster.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Betroffene leiden des Öfteren unter Hitzewallungen. Tritt Fieber auf, so geht es meist mit Schüttelfrost einher und kommt in wechselnden Anfällen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf von Staphylococcinum-Patienten ist meist eher ruhelos und daher wenig erholsam. Die Betroffenen schlafen zwar in der Regel relativ früh ein, haben aber Probleme durchzuschlafen und erwachen meist zu früh und recht plötzlich. Viele Patienten klagen darüberhinaus über anstrengende Traumphasen mit merkwürdigen Träumen.[3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Echinacea

Echinacea ist ein pflanzlicher Wirkstoff, der aus dem schmalblättrigen Sonnenhut(Echinacea angustifolia) gewonnen wird. Es wird meist gegen Infektionen bei schwachem Immunsystem eingesetzt. Sein Anwendungsspektrum ist sehr breit und erstreckt sich von Erkältung und Grippe, über die Behandlung von Akne, bis hin zur Behandlung von Abszessen und Furunkeln. Der Wirkstoff  kann daher, ebenso wie die Nosode Staphylococcinum, gegen entzündliche Hauterkrankungen zum Einsatz kommen. So wird bei der Behandlung eines Furunkels beispielsweise, Eigenblut mit Ampullen des pflanzlichen Wirkstoffs als Injektion verabreicht.[5]

Sulfur

Schwefel (Sulfur) ist ein chemisches Element, welches in der Erdkruste vorkommt. Es eignet sich besonders gut für Menschen, die zu Akne und sonstigen Hautunreinheiten neigen. Die Haut der Betroffenen ist meist rot, rau und trocken und juckt bisweilen. Auch venöse Stauungen, wie beispielsweise Hämorrhoiden oder Krampfadern können auftreten. Die Umgebung der Körperöffnungen ist häufig auffallend gerötet. Wie auch Staphylococcinum kann Sulfur bei erneutem Auftreten von Symptomen der Impetigo contagiosa (Rezidive), einer bläschenbildenden Hauterkrankung, sowie bei Furunkeln eingesetzt werden.[5]

Streptococcinum

Wie auch Staphylococcinum gehört dieser Wirkstoff ebenfalls zu den Nosoden. Streptococcinum wird aus dem Bakterium Streptococcus pyogenes gewonnen und soll schmerzlindernd wirken und das Abheilen von Infektionen unterstützen. Diese Nosode kann, ähnlich wie Sulfur und Staphylococcinum, eingesetzt werden, um das Wiederauftreten von Impetigo contagiosa zu behandeln. Bei der erwähnten Impetigo contagiosa gibt es zwei Formen, die sowohl von Staphylokokken, als auch von Streptokokken verursacht werden. Eine Infektion mit Streptokokken unterschiedet sich hinsichtlich einer Infektion mit Staphylokokken dadurch, dass sich hier zu Beginn der Krankheit kleine Bläschen bilden.[5]

Hintergrundinformationen

Staphylococcus aureus ist ein kugelförmiges Bakterium, das häufig in Haufen, beziehungsweise Traubenform angeordnet vorzufinden ist. Es wird daher auch als „Haufenkokken“ bezeichnet.

Bei vielen Menschen ist Staphylococcus aureus auf Haut und Schleimhautnachzuweisen. Besonders häufig werden die Schleimhäute von Diabetikern,Dialysepatienten und Drogenabhängigen, die sich Drogen direkt in die Gefäße, also intravenös injizieren, besiedelt. Von der Haut und den Schleimhäuten aus können die Erreger auf andere Menschen übersiedeln. Ausbrüche von Staphylokokkeninfektionen sind beim Auftreten neuer teilresistenter Stämme MRSA (methicillinresistente Staphylococcus-aureus-Stämme) z. B. im Krankenhaus möglich. Diese Bakterienstämme sind gegen die meisten Arten von Antibiotika resistent und daher äußerst schwierig zu behandeln.
Staphylokokken können durch Hautverletzungen eindringen und zu Haut- und Wundinfektionen führen, in deren Rahmen es häufig auch zu einer Entzündung der Lymphgefäße kommt (Lymphangitis/Lymphadenitis). Hierbei kann es zu einer direktenlokale Ausbreitung in die Tiefe kommen, die die Knochen und Gelenke befallen kann. Dringen die Staphylokokken in die Blutbahn ein, so kann es außerdem zu einer Blutvergiftung (Sepsis) mit Ansiedlung der Erreger in allen Organen kommen. Einige Staphylokokkenstämme produzieren Gifte (Toxine). Diese können sowohl eine toxische Epidermolyse, eine Hauterkrankung bei der sich die obere Hautschicht unter Blasenbildung ablöst, als auch das sogenannte Toxic-Shock-Syndrome(Staphylokokken-Scharlach) auslösen. Sind Nahrungsmittel durch Staphylokokken kontaminiert, entstehen unter ungünstigen Umständen hohe Toxinmengen. Werden diese beispielsweise durch das Essen aufgenommen kann dies zu Erbrechen oder Durchfall führen (toxische Enteritis).Infektionen mit Staphylokokken werden in der klassischen Medizin in der Regel mit dem Antibiotikum Flucloxacillin behandelt. Die Behandlung mit Staphylococcinum stellt hierzu eine homöopathische Unterstüzung dar.[1]