Globuli von R bis S

Salix alba Globuli

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Das homöopathische Mittel wird aus der gleichnamigen Pflanze gewonnen. Im deutschen heißt sie „Trauerweide“ oder „Silberweide“ und zählt zu den bekannteren heimischen Baumarten. Sie gehört der Pflanzenfamilie der Weiden (Saliceae) an und enthält als Wirkstoff Salicylalkoholglykosid, der im Körper zu Salicylsäure verarbeitet wird.

Die Bäume und Sträucher der verschiedenen Unterarten der Weidenfamilie wurden in den meisten frühen Kulturen zu Heilzwecken verwendet. So etwa bei den Babyloniern des Zweistromlandes, den ägyptischen Pharaonen oder den germanischen Druiden. Diese kochten die Weidenrinde zu einem Sud, der bei Wunden, Gelenkschmerzen und Entzündungen genutzt wurde. Im Mittelalter wurde Weidenrindentee zur Behandlung steifer Gelenke und rheumatischer Schmerzen empfohlen. Dies findet (laut der damals vorherrschenden Signaturlehre) seinen Ursprung darin, dass die Weide biegsame Zweige besitzt. Das Weiden im Wasser stehen, also „nasse Füße“ haben, ohne Schaden zu nehmen, ist es nach der Signaturenlehre ein Hinweis für eine Wirksamkeit gegen Erkrankungen die durch nasse Kälte hervorgerufen oder verschlimmert werden.

Zur Herstellung der homöopathischen Arznei wird die Rinde von mittelalten Zweigen des Baumes geschält und getrocknet. Ihre Anwendung gleicht der Anwendung der Weidenrinde in der Naturmedizin. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Personen, die unter Schmerzen des Bewegungsapparats oder des Kopfes leiden, können von der Einnahme des homöopathischen Mittels profitieren. Auch Beschwerden wie Erkältungssymptomen, Ohrenschmerzen, brennende Augen oder Halsschmerzen können gelindert werden. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind entzündliche Beschwerden der Haut (wie z.B. Lippenherpes) und entzündliche Leiden der Gelenke (Arthritis).

Wo wirkt es?: Das Arzneimittel hat einen starken Bezug zu allen schmerzhaften oder entzündlich-schmerzhaften Beschwerden des Körpers. Im Vordergrund stehen dabei Kopfschmerzen und Schmerzen des Bewegungsapparates und der Haut, die von Entzündungen oder den Symptomen einer Entzündung (Schwellung, Schmerz, Rötung, Überwärmung, Funktionseinschränkung) begleitet werden. Dazu zählen Beschwerden die einer Gelenkentzündung ähneln (Arthritis/ Arthrose), aber auch Hautwunden oder Lippenherpes. [3]

In welchem Alter?: In entsprechender Dosierung, kann das Mittel in jedem Alter angewendet werden. Die Einnahme während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist nicht geprüft. [3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Vordergrund der Beschwerden, die eine Anwendung von Salix alba anzeigen, stehen stechende oder dumpf-pulsierende Schmerzen. Der für dieses Mittel typische Kopfschmerz befindet sich hinter der Stirn und zieht bis zur Augenbraue.Begleitend tritt eine Schwere des Kopfes auf und das Denken wird als verlangsamt oder wie in Watte gehüllt wahrgenommen.
Die Schmerzen des Bewegungsapparates haben häufig einen dumpfen oder stechenden Charakter oder sie ähneln einem Muskelkater. Sie finden sich typischerweise vermehrt in der unteren Körperhälfte: Es kommt zu Beschwerden in den Gelenken der Beine, Füße und Hüfte sowie in den Oberschenkeln.

Es ist eine allgemeine Schwäche zwischen siebzehn Uhr und neunzehn Uhr zu beobachten. [3]

Verbesserung: Wasser trinken und frische Luft am geöffneten Fenster verbessern die Beschwerden. Ruhe und Sitzen wirkt ebenfalls lindernd.

Verschlechterung: Essen und Alkohol trinken verschlechtern die Beschwerden. Bei Schmerzen des Bewegungsapparates ist besonders der Beginn einer Bewegung schmerzhaft. [3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Typisch für die Arznei sind wechselnden Stimmungen. Die Kranken können ansteckend fröhlich sein, jedoch ebenso unter Ängsten und Ärger leiden. Häufig fühlen sie sich verlassen oder isoliert und wünschen sich Gesellschaft. Sind sie mit Anderen zusammen, verstärken sich ihre Beschwerden, eventuell wird die Gegenwart Anderer überhaupt nicht mehr toleriert. Einsamkeit lindert die Beschwerden. Begleitend tritt eine allgemeine Hektik auf, die Gedanken werden als sehr klar oder der Kopf als besonders leer erlebt. Das Sprechen ist beschleunigt.Im Allgemeinen stehen die Gemütsveränderungen bei diesem Mittel jedoch nicht im Zentrum. Seine Anwendung richtet sich in den meisten Fällen nach körperlichen Beschwerden. [3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Betroffenen klagen über Kopfschmerzen, die hinter der Stirn lokalisiert sind und bis zur Augenbraue, in eine Schläfe oder in eine Seite des Hinterkopfs ziehen können. Die Schmerzen sind dumpf und drückend und der Kopf fühlt sich wund an. In vielen Fällen beginnen die Schmerzen schon am Morgen nach dem Aufwachen.Typischerweise scheint der Kopf besonders schwer zu sein und das Denken verlangsamt oder gedämpft.
Alle Beschwerden werden durch frische Luft gebessert. Naseputzen lindert insbesondere das Schweregefühl hinter der Stirn. [3]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Augen: Juckende Augen mit der Empfindung, dass ein Haar im Auge kitzelt oder Sand die Augen reizt gehört zu den typischen Beschwerden. Diese Empfindung kann bis zu einem wunden Gefühl und Schmerzen gesteigert sein. Zwischen ein Uhr und drei Uhr nachmittags ist die Irritation der Augen am stärksten. Die Sicht wird nicht beeinträchtigt, eventuell werden schwarze, vor den Augen schwimmende Punkte wahrgenommen. [3]

Ohren: Die typischerweise auftretenden Ohrenschmerzen betreffen ein Ohr. Sie werden als stechend empfunden und sind nur von kurzer Dauer. Berührung verschlimmert die Beschwerden. Das Hörvermögen kann gesteigert sein (Hyperakusis). [3]

Nase: Patienten, die von einer Behandlung mit Salix alba profitieren, leiden unter einer schmerzhaften Reizung der Nasenschleimhaut, die einer Erkältung ähnelt. Dabei sind die Beschwerden typischerweise morgens (zwischen sechs Uhr und acht Uhr) am stärksten. Begleitend ist die Nase verstopft und kitzelt und klares, dickflüssigem Sekret läuft die Rachenhinterwand hinunter. In einigen Fällen kann Nasenbluten auftreten oder das Nasensekret mit Blut vermischt sein. Insbesondere am Morgen kommt es zu heftigem Niesen. [3]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rachenraum: Der Rachenraum ist trocken und entzündet. Der Betroffene empfindet stechende, wie von einem Splitter stammende Schmerzen, die ihre größte Intensität kurz vor Mitternacht erreichen. Trinken lindert diese Beschwerden. Begleitend dazu findet sich einer generellen Schwellung des Rachens mit Beteiligung des Rachenzäpfchens (Uvula). [3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Magen: Der Magen reagiert nervös und verursacht aufsteigende Übelkeit. Diese ähnelt in ihrem Krankheitsbild einer Lebensmittelvergiftung (plötzliches Auftreten, heftiges Erbrechen mit Magenkrämpfen bis zur völligen Entleerung des Magens) und kann Kopfschmerzen mit sich bringen. Der Appetit ist dennoch vermehrt und wird von großem Durst begleitet, insbesondere auf warme Getränke und auf Wasser. [3]

Darm: Es treten stark riechenden Blähungen und ein verstärkter Stuhldrang auf. Dabei wird die Stuhlentleerung als große Erleichterung empfunden. Der Stuhl verursacht Brennen am After und wird nur zurückhaltend entleert: Er kommt in kleinen Mengen mit viel Flüssigkeit und unter hohem Druck. [3]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Urin hat eine blasse oder hellgelbe Farbe und riecht stark und unangenehm. [3]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männliche Geschlechtsorgane: Es zeigen sich Herpes-ähnliche, entzündliche Hautveränderungen am Penis, die Jucken verursachen können. [3]

Weibliche Geschlechtsorgane: Typischerweise tritt eine Entzündung und Schwellung der Schamlippen auf, die die Empfindlichkeit der Vagina bis zur Schmerzhaftigkeit steigert und es kann zu unwillkürlichen Luftabgängen aus dem Scheideneingang kommen. Begleitend leidet die Patientin unter anhaltenden Unterleibsschmerzen, die in ihrem Charakter den Beschwerden der Regelblutung ähnlich sind (krampfartige Schmerzen, plötzlich auftretend und wieder vergehend). [3]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wirbelsäule: In vielen Fällen werden Schmerzen der Nackenwirbel (cervicale Wirbel) empfunden, die eine stärkerer Intensität auf der linken Seite zeigen. Die Schmerzen können bis in das linke Schulterblatt ziehen und treten vermehrt in den Vormittagsstunden auf. [3]

Hüfte und Beine: Schmerzen der unteren Extremitäten, mit einer Konzentration auf der rechten Körperseite weist auf die Verwendung des Arzneimittels hin. Die Beschwerden der Hüfte ziehen bis in den Oberschenkel und in manchen Fällen bis zum Knie, wobei die nahen Gelenke (Hüftgelenk und Kniegelenk) ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Jede Bewegung kann den Schmerz verstärken. Eine sitzende Position mit hochgelegtem Bein lindert die Beschwerden des Knies, verschärft aber typischerweise die Beschwerden der Hüfte. Der betroffene Oberschenkel wird bei Berührungen als schmerzhaft und wund empfunden. Die Beschwerden erreichen ihre stärkste Intensität am Nachmittag, etwa gegen halb fünf. [3]

Füße: Der rechte Fuß verursacht stechende Schmerzen und wird als wund und wie von Muskelkater geplagt empfunden. Auch der Knöchel kann von diesen Beschwerden betroffen sein, die in den meisten Fällen in den Nachmittagsstunden auftreten. [3]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Entzündliche Hautveränderungen an verschiedenen Stellen des Körpers prägend das Bild des homöopathischen Mittels. Die Hautveränderungen ähneln in ihrem Erscheinungs- und Beschwerdebild dem Herpes Virus. Dazu zählt eine schmerzhafte Rötung der entzündeten Hautareale, die Bildung von kleinen, Sekret gefüllten Bläßchen und eine gelb-eitrige Krustenbildung.Hautareale mit einer auffälligen Häufung der oben beschriebenen Symptome sind die Oberlippe, das Kinn (das eine generelle glänzende Rötung aufweisen kann), die Genitalregion(insbesondere die Leiste mit einer begleitenden Schwellung der dortigen Lymphknoten) und der rechte Fußrücken. [3]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der schnelle Wechsel von Hitzewallungen und Kälteschauern mit starkem Schwitzen kann häufig beobachtet werden. Der Schweiß riecht und kann ölig, salzig oder auch süß sein. [3]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig ist abendliche Schlaflosigkeit zu beobachten, die sich durch frische Luft und das Öffnen des Schlafzimmerfensters typischerweise lindern lässt. Der Kranke schläft ruhelos, wacht aber dennoch am nächsten Morgen erholt auf. [3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Hepar sulfuris

Dieses homöopathische Mittel findet seine Hauptanwendung bei eitrigen Entzündungen aller Art, die mit Einbeziehung der Lymphknoten auftreten. Überempfindlichkeit gegen Kälte sowie klopfende oder pochende Schmerzen in der erkrankten Körperregion weisen auf die Arznei hin. Parallelen zum Mittel Salix alba lassen sich bei Beschwerden des Kopfes, des Hals und Rachens, des Gemüts und der Verdauung ziehen.

  • Im Bereich des Kopfes zeigt Hepar sulfuris einen engen Bezug zu eitrigen Entzündungen der Ohren und der Nasennebenhöhlen, wo das Mittel den Sekretabfluss unterstützt.
  • Die typischen Halsschmerzen haben einen stechenden Charakter und erinnern an einen Splitter im Rachen. Der begleitende Husten klingt trocken und bellend.
  • Bei eitrigen Ohrentzündungen kommt es typischerweise zu Schwerhörigkeit oder Ohrenklingen (Hyperakusis) .
  • Die Erkrankten reagieren jähzornig oder übersensibel und agieren beim Sprechen und beim Essen hastig.
  • Es können stechenden Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen (in der Region der Leber) auftreten, die sich durch Berührung, Gehen, Husten oder Atmen verschlechtern. [4] [5]

Sulfur

Die aus Schwefel gewonnene Arznei wird hauptsächlich als Abführmittel, zur Behandlung von Hautproblemen, Atemwegserkrankungen und leichten rheumatischen Beschwerden genutzt. Das Mittel kann bei einigen Beschwerden als Alternative zu Salix alba angewendet werden:

  • Bei stechenden Schmerzen in den oberen Atemwegen, die auf Grund von immer wiederkehrenden Erkältungen auftreten.
  • Bei Beschwerden der Verdauungsorgane, wo Sulfur zur Behandlung von gelblich gefärbten, chronisch auftretenden Durchfällen genutzt wird.
  • Bei entzündlichen Hauterkrankungen (wie z. B. Akne), die mit eitriger Pickelbildung einher gehen. [6] [7]

Nux vomica

Die Brechnuss wird als homöopathisches Arzneimittel bei Beschwerden eingesetzt, die durch einen sehr hektischen Lebensstil entstehen, oder durch diesen verschlimmert werden. Als Alternative zum Arzneimittel Salix alba bietet sich das Mittel bei folgenden Beschwerden an:

  • Krampfartige Bauchschmerzen mit Blähungen oder Verstopfung, die oft in Verbindung mit Sodbrennen und bitterem Aufstoßen auftreten. Häufig finden sich diese Beschwerden nach einer reichhaltigen Mahlzeit oder nach Kaffee und Alkohol sowie nach Nikotingenuss. Der Bauch ist aufgebläht und reagiert empfindlich auf Druck. Es kann zu krampfartigen Schmerzen im Darm kommen, die als aufsteigender Druck empfunden werden und zu Kurzatmigkeit führen. Die Betroffenen haben einen starken Stuhldrang, der in Durchfall oder anhaltender Verstopfung resultiert.
  • Krampfartige Schmerzen im Bereich der Leber, die auf eine Störung der Gallentätigkeit hindeuten. Hier kann begleitend saures Aufstoßen und Übelkeit gefunden werden.
  • Bei trockenem, abgehacktem (staccato-artigem) Husten der von blutigem Auswurf begleitet werden kann. Typischerweise verursacht der Husten starke Kopfschmerzen, die den Kopf sprengen zu scheinen.
  • Die Patienten sind schnell irritiert oder wütend, selbst kleine Hindernisse beeinflussen die Laune negativ. Die Zeit scheint ihnen zu langsam zu vergehen und Licht, Gerüche oder Geräusche werden nicht toleriert. [8] [9]

Hintergrundinformationen

Die Unterformen der Silber-Weide (Salix alba) gehören zu der Familie der Weiden (Salicaceae) und kommen in vielen verschiedenen Arten in Mitteleuropa bis Asien und Nordafrika vor. Sie trägt ihren Namen wegen ihrer silbergrau behaarten und unterseitig silberweißen Blätter.

Ihr Nutzen als Heilpflanze wurde schon früh erkannt: Auf den Tontafeln der Assyrer und Babylonier finden sich die Blätter als Medizin oder Droge verzeichnet. Im alten Ägypten ( Neues Reich 1551 – 1070 v. Chr. ) fanden sie Verwendung gegen schmerzhafte Wunden, Entzündungen und Schwellungen.
Hippokrates ( 460 – 377 v. Chr. ) verordnete einen Aufguss aus der Weidenrinde als Arzneimittel gegen Gelenkentzündung, Schmerzen und Fieber.
Der Münchener Pharmazeut Johann Andreas Buchner untersuchte 1828 als Erster die Weidenrinde chemisch und nannte die gelbliche Masse, die er durch Einkochen der frischen Baumrinde erhalten hatte „Salicin“ . Dabei handelt es sich um Salicylalkoholglykosid, das im Darm zu Salicalalkohol und Glucose gespalten wird und dann in der Leber zu Salicylsäure umgewandelt wird. Die industriell hergestellte Acetylsalicylsäure geht auf diese Entdeckung zurück. 1897 kam „Aspirin“ auf den Markt und wurde weltweit bekannt. Jedes Jahr werden weltweit 50.000 Tonnen Acetylsalicylsäure therapeutisch angewandt.

In der Phytotherapie wird Weidenrindenpulver oder Weidernrindenextrakt genutzt. Es kann als Schmerzmittel, Rheumamittel und gegen Fieber verwendet werden.

Auch in der Esoterik spielt die Familie der Weiden eine Rolle. Das Besprechen von Wunden oder Erkrankten unter Verwendung von Weiden und die Ausräucherung von Häusern mit Weidenrinde soll Schmerzen lindern, Ausgeglichenheit hervorrufen und innere Ruhe schenken können.
In der griechischen Mythologie galt die Weide als Symbol der Erdgöttin Demeter. [1] [10] [11] [12]