Globuli von G bis I

Hepar sulfuris Globuli

© PantherMedia / Pauliene Wessel

Hepar sulfuris, auch Hepar sulphuris calcareum, zu deutsch Kalkschwefelleber, ist ein vom Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann als „Calcium sulphuratum Hahnemanni“ entwickeltes Mittel. Es enthält sowohl Kalk aus der weißen inneren Schicht der Austernschale als auch Schwefel aus Schwefelblumen (durch Erhitzen und Wiedererstarren gereinigter Schwefel). So ist Hepar zwar ein Einzelmittel, vereinigt aber gewissermaßen die Wirkungskräfte von Kalk und Schwefel. Ursprünglich vor allem als Antidot (Gegengift, Gegenmittel) gegen Nebenwirkungen bei Quecksilberanwendungen entwickelt, wird es heute vor allem gegen zu Eiter neigende Entzündungen der Atemwege und Gehörgänge sowie abszedierende (Abszess bildende) Hauterkrankungen und Ausschläge eingesetzt.[1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Patienten, die Hepar sulfuris benötigen, sind ausgesprochen kälteempfindlich. Sie sind blass und haben eine pastös aufgedunsene Haut, die sich kalt und feucht anfühlt. Sie neigen zu häufigen und wiederkehrenden katarrhalischen Erkältungen mit reichlichen Schleimhautabsonderungen und machen einen körperlich schwachen Eindruck.

Wo wirkt es?: Besonders Haut und Drüsengewebe werden von Hepar angesprochen. Allgemein ist es bei gegebener Indikation hilfreich bei abszedierenden Eiterungen und verstopften Sekreten, da es den Abfluss und Abstoßungsreaktionen fördert. Charakteristisch sind sauer nach Käse riechende Absonderungen.[2]

In welchem Alter?: Hepar sulfuris kann in jedem Alter eingesetzt werden, wenn die Symptome sich entsprechend präsentieren.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auffällig ist die extreme Kälteempfindlichkeit. Erkältete Patienten frösteln und husten schon bei kleinen kühlen Luftzügen, der Husten rasselt und ist erstickend. Hepar zeichnet sich auch durch starke Berührungsempfindlichkeit aus, die bei geringem Kontakt Schmerzen verursacht. Charakteristisch sind stechende Schmerzen, wie von Splittern ausgelöst, die an verschiedenen Körperstellen auftreten können: im Kopf, im Hals, im Brustkorb oder auch in der Harnröhre. Entzündungen neigen zu starker Eiterbildung, das Sekret ist käsig, sauer übel riechend.

Verbesserung: Eine Verbesserung der Beschwerden tritt auf im Warmen, gut beheizte Räume helfen den Patienten ebenso wie feuchtwarmes Wetter. Sie sind gerne gut zugedeckt, sprechen gut auf wärmende Umschläge, warme Getränke oder Inhalation heißen Dampfes an.

Verschlechterung: Zu Verschlechterung des Zustandes bei Hepar-Patienten führt Kälte. Frische Zugluft oder kaltes, trockenes Wetter verstärkt die Symptome ebenso wie kalte Getränke und Lärm.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten zeichnen sich durch eine hohe Reizbarkeit aus, sie sind nervös und unruhig, leicht zu verärgern und unzufrieden. Sie reagierenaufbrausend und jähzornig, selbst auf nichtige Anlässe und entwickeln den Wunsch, Gewalt anzuwenden, etwas zu zerstören, ohne Rücksicht auf Verluste. Schlechte Erinnerungen machen ihnen ständig zu schaffen, sie werden sie nicht los. Es herrscht großeUnzufriedenheit mit sich und der Welt. Krankheitssymptome führen zu Ängsten und Verdrossenheit, sie werden traurig und erschöpft, müde und matt bis hin zu Auflösungstendenzen und Selbstmord.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen werden von den Patienten als bohrend und stechend beschrieben, als würde ihnen eine Schraube oder ein Nagel in den Kopf gehämmert werden. Sie werden oft betont in einer Schädelhälfte lokalisiert und als zersprengend wahrgenommen.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Eine starke Rötung und Erwärmung, sogar Hitze sind zu beobachten. Man findet schorfige Ausschläge und schmerzhafte Geschwüre. Die Augen erscheinen gelb verfärbt mit stark verdunkelten Augenringen (halonierte Augen), die Lider sind gerötet und geschwollen, die Lidränder unter Umständen eitrig. Die Patienten beklagen eine starke Licht- und Berührungsempfindlichkeit ihrer Augen.Häufig treten Mittelohr- und Gehörgangsentzündungen auf mit ständigem Jucken und Stechen. Beim Schnäuzen nehmen die Patienten ein Klingen und Krachen im Ohr wahr.
Bei Entzündungen des Nasen-Rachenraums (Rhinopharyngitis) findet sich reichlich eitriger, übelriechender Schleim, die Nasenlöcher fühlen sich wund und schmerzhaft an. Häufig findet sich eine Veränderung der Geruchswahrnehmung und Nasenbluten. Ein ausgeprägter Hustenreizquält die Patienten ebenso wie ein Fremdkörpergefühl im Hals, sie sind heiser und können wegen geschwächter Stimme kaum sprechen.
Lippen und Zahnfleisch können stark anschwellen, aufspringen und bluten. Es findet sich reichlicher Speichelfluss und Mundgeruch.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig werden Hepar-Patienten von heftigen Hustenanfällen geplagt, die meist trocken, rasselnd und bellend verlaufen. Sie gehen einher mit heftigem Wundgefühl in der Brust, Erstickungsgefühl und Würgen bis zu blutigem Erbrechen und verschlechtern sich stark bei Kälte. Bei Belastung tritt ein Engegefühl in der Brust mit Kurzatmigkeit auf, es kommt zu Herzklopfen und einem stechenden Gefühl in der Herzgegend und linken Brusthälfte.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auch hier wird oft ein Fremdkörpergefühl in der Speiseröhre wie von einem Splitter beschrieben, das zu Schluckbeschwerden führen kann. Häufig kommt es zu morgendlicher Übelkeit und Magenbrennen, das von zusammenziehenden, im Bereich von Leber und Milz stechenden Bauchschmerzen begleitet ist. Weitere Symptome des Verdauungstraktes äußern sich als saure, übel riechende Durchfälle. Starker Heißhunger tritt üblicherweise vormittags auf, ansonsten findet sich Ekel vor Nahrungsmitteln. Saure und scharf gewürzte Speisen werden bevorzugt.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Harnwegsinfektionen kommt es zu Harnverhalt, die Patienten können mit ihrer Blasenmuskulatur keine ausreichende Spannung erzeugen (Miktionsdruck), erst nach langem Warten kommt es zu einem langsamen, tröpfelnden Urinfluss. Gleichzeitig liegen jedoch auch brennende Schmerzen und ständiger Harndrang vor.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Schambereich wird oft ein Jucken, Brennen und Stechen wahrgenommen. Männer beklagen eine Wundheit zwischen Hodensack und Oberschenkel, Frauen einen nach Käse riechenden Ausfluss (Fluor vaginalis). Die Menstruation setzt mitunter zu spät ein, ist zu schwach ausgeprägt und dauert zu lang. Sexuell neigen Männer zu heftigen Erektionen mit Samenerguss, oft liegt Impotenz vor.

Bewegunsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Hepar-Patient neigt zu rheumatischen Schmerzen am ganzen Körper, er fühlt sich zerschlagen und ist äußerst berührungsempfindlich. Bei Kälte verschlimmern sich die Beschwerden. Am häufigsten schmerzen Schultern, Ellenbogen, Sitzbein, Knie- und Zehengelenke. Es kommt zu Missempfindungen mit Prickeln, Kribbeln (Parästhesien) bis hin zu Taubheit (Hypästhesie). Entzündungen neigen zu ausgeprägter Eiterbildung und Abkapselung im Sinne von Schleimhautzysten oder harten, brennenden Knoten. Rückenschmerzen äußern sich als stechendes, ziehendes Gefühl zwischen den Schulterblättern und im Kreuz, es findet sich eine erschöpfte Zerschlagenheit des Bewegungsapparates.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wunden an der Haut bleiben lange bestehen, heilen nicht ab. Selbst bei geringen Verletzungen bildet sich reichlich Eiter. Haut und Hautanhangsgebilde neigen zu Entzündungen (Pyodermien) mitJuckreiz und Haarausfall, zu beobachten sind wunde Mundwinkel (Rhagaden), Entzündungen von Hautfalten (Intertrigo), Haarwurzeln (Furunkel, Karbunkel) mit Bakterien (vor allem Staphylokokken und Streptokokken), Viren oder Pilzen.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten zeigen eine starke Kälteempfindlichkeit und Erkältunsneigung, schon bei moderaten Temperaturen frieren sie stark, frösteln, klappern sogar mit den Zähnen. Nachtschweiße sind sauer und übelriechend.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Aufgrund anhaltenden Grübelns über unangenehme Gedanken können die Patienten nicht einschlafen, wegen lebhafter Träume von Horrorszenarien, Kriegen und Unglücken mit entsprechender Ängstlichkeit und Unruhe auch nicht durchschlafen und sind in der Folge tagsüber erschöpft und unausgeruht.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Acidum fluoricum

Dieses Mittel enthält eine saure Fluor-Wasserstoffverbindung, die auch als Flusssäure bezeichnet wird. Fluor ist ein Element aus der Gruppe der sogenannten Halogene und kommt in der Natur nicht frei, sondern nur in Verbindungen vor. Ähnlich wie Hepar finden sich bei Entzündungen vermehrte Sekretabsonderungen, die jedoch wässrig und dünnflüssig bleiben. Ebenfalls liegt ein abstoßender übler Geruch vor. Patienten, denen Acidum fluoricum hilft sind jedoch dominant, oberflächlich, maßlos und genussverliebt.

Barium carbonicum

In diesem Einzelmittel ist Bariumcarbonat (BaCO3) enthalten. Das Element Barium zählt zu den Leichtmetallen und kommt aufgrund hoher Reaktivität nur in Verbindungen vor. Bariumcarbonat wurde früher als Rattengift verwendet und ist in entsprechenden Dosen auch für den Menschen giftig. In homöopathischen Dosen findet das Mittel Anwendung bei Entwicklungs- und Wachstumsverzögerung. Es ist ein Kinder- und Greisenmittel bei geistiger Rückständigkeit. Der Husten bei Barium carbonicum ist ähnlich wie bei Hepar trocken und erstickend.

Calcium fluoratum

Calciumfluorid, auch als Calcium fluoratum bezeichnet, wird als Flussspat in der metallverarbeitenden Industrie verwendet, wo es die Fließfähigkeit der Rohstoffe verbessert. Es wird in der Homöopathie gerne bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Knochen- oder Gelenkschmerzen, Sehnen- oder Bänderzerrungen gegeben. Es findet auch Anwendung bei zähschleimigen Erkältungen und Hautausschlägen.

Hedera helix

Zubereitungen der traditionellen Heilpflanze Efeu teilen im Arzneimittelbild mit Hepar die nervöse Übererregbarkeit und die Neigung zu katarrhalischer Erkältungsneigung. Hauptanwendungsgebiet sind jedoch Schilddrüsenüberfunktionen mit oder ohne Struma (Kropf), autonom oder autoimmun bedingt (Morbus Basedow).

Jodum

Jod ist ein Mittel, das die Schilddrüse anspricht. Nervöse Reizbarkeit, Ungeduld und ständige Bewegung und häufige akute Entzündungen sind charakteristisch.

Natrium muriaticum

Dieses Einzelmittel wird auch Natrium chloratum genannt und mit einfachem Kochsalz hergestellt. Auch in seinem Arzneimittelbild finden sich Nervosität und Überempfindlichkeit. Eine ständige Rückbesinnung auf unangenehme Erlebnisse und starke Emotionalität sind charakteristisch. Es kommt unter anderem bei trocken Hautausschlägen zum Einsatz.

Tuberculinum bovinum

Als Nosode (hergestellt aus erkranktem Gewebe) kommt das Tuberkulinum u.a. bei häufig wiederkehrenden Erkältungen zur Anwendung. Die Patienten sind unruhig und rastlos, klagen typischerweise über ständig wechselnde Beschwerden und häufige Schmerzen.

Hintergrundinformationen

Schwefel wurde in der Laienmedizin schon vor Jahrhunderten gegen katarrhalische Entzündungen zur Schleimlösung, als Abführmittel und äußerlich auch als Schwefelleber (Kaliumpolysulfid) gegen Schmerzen, Gicht, Krätze und Hautauschläge eingesetzt. Schwefelbäder wurden zur Nachbehandlung der Gelbsucht und gegen hartnäckige Verschleimungen angewandt.[4] Auch heute noch werden Heilbäder mit schwefelhaltigem Thermalwasser betrieben, die vor allem bei rheumatischen oder degenerativen Beschwerden des Bewegungsapparates empfohlen werden.[5]

In der Schulmedizin wird Schwefel in Cremes verwendet, die gegen Akne zum Einsatz kommen.[6]