Globuli von J bis L

Jodum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Die Grundlage für Jodum Globuli ist das selten vorkommende Mineral Jod. Es ist ein chemisches Element in der 7. Hauptgruppe des Periodensystems. Für den Menschen ist dieses Mineral besonders wichtig, da es zur Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Diese wiederum beeinflussen den ganzen Stoffwechsel. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) neigen Betroffene zu Gewichtsverlust, Unruhe und übermäßigem Schwitzen. Eine Unterfunktion (Hypothyreose) führt zu Gewichtszunahme, Haarausfall, Kälteempfindlichkeit und Müdigkeit. Bei Kindern verzögert sich das Wachstum. Vor allem Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion werden mit Jodum behandelt. Außerdem wird es gegen Drüsenerkrankungen, Hautprobleme, eine unregelmäßige Verdauung, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen und Herzprobleme eingesetzt. Sogar bei Lungenbeschwerden und rheumatische Krankheiten kann unter bestimmten Umständen Jodum angewendet werden. Dieses Mittel ist bedingt zur Selbstbehandlung geeignet. Diese sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Jodum kann, ebenfalls in Absprache mit dem Arzt, auch als Zusatz zur Schulmedizin gegeben werden. Es ist zur Therapie bei verschiedenen Altersklassen geeignet. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Ein häufiges körperliches Symptom ist die Vergrößerung (Hypertrophie) von verschiedenen Drüsen wie Leber, Lymphknoten, Milz oder Hoden. Die einzige Ausnahme bildet die weibliche Brust, die sich mitsamt den Muskeln, Fettgeweben und Bindegeweben immer weiter zurückbildet (atrophiert) je stärker die Drüsen anschwellen. Die Drüsenschwellungen bei gleichzeitiger Abmagerung des Patienten kann zum Beispiel bei einer verschleppten oder vorbehandelten Malaria der Fall sein, aber auch bei anderen schweren Krankheiten wie Tumoren. Die Schilddrüse kann bei Fehlfunktionen vergrößert sein, muss es aber nicht. Unabhängig davon sind Hyperthyreosen Heilanzeigen (Indikationen) für Jodum. Eine besondere Form der Schilddrüsenüberfunktion ist der Morbus Basedow, eine Autoimmunkrankheit bei der neben der Hyperthyreose oft hervorquellende Augen (Exophtalmus) auffallen. Trotz eines guten Appetits sind Jodum-Patienten sehr schlank und verlieren zum Teil noch an Gewicht. Sie verspüren ständig eine unklare Angst und Nervosität und geraten leicht ins Schwitzen. Menschen in einer solchen Konstitution neigen zu akuten Beschwerden wie Hautausschlägen, Entzündungen der Schleimhäute in den Atemwegen oder im Magen-Darm-Trakt und Kopfschmerzen. Sie können einen Krupp-Husten (meist bei Kindern plötzlich auftretender, bellender Husten) oder weißliche Beläge auf den Mandeln mit Schluckbeschwerden entwickeln. Kinder fallen durch ihren großen Appetit und ihre Reizbarkeit auf. Sie haben keine Ausdauer beim Spielen und stecken gerne kleine Sachen in den Mund. [3][4]

Wo wirkt es?: Jod wird in der Schilddrüse benötigt, um die Hormone Thyronin und Trijodthyroxin zu bilden. Eine vermehrte oder verminderte Produktion dieser Schilddrüsenhormone wirkt sich wiederum auf jede Zelle im menschlichen Körper aus. Bei Kindern sind sie unabdingbar für eine normale körperliche und geistige Entwicklung. Bei Erwachsenen aktivieren sie den Stoffwechsel, steigern die Wärmeproduktion, den Appetit und den Sauerstoffverbrauch. [5]

In welchem Alter?: Bei bestimmungsgemäßer Anwendung, wie sie im Beipackzettel beschrieben ist, müssen keine Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden und alle Altersklassen können behandelt werden. Wird Jodum gelöst verwendet, so sollte man beachten, dass die Lösung Alkohol enthält und somit für Alkoholiker, Schwangere und Kinder ungeeignet ist. [2]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Schilddrüsenüberfunktionen bewirken die Unruhe, die Schlafstörungen, eine vermehrte Wärmeproduktion sowie ständigen Hunger und trotzdem eine Gewichtsabnahme. Speziell für den Morbus Basedow ist ein Hervortreten der Augäpfel typisch. Außerdem kann sich ein Kropf bilden, wenn die Drüse im Hals anschwillt.Der Betroffene verspürt ein schmerzhaftes Klopfen oder Pochen im Kopf, das sich auf dem ganzen Körper ausweiten kann und bei Bewegung zunimmt, obwohl er sich aufgrund seiner Konstitution eigentlich gerne bewegen möchte. Die Ursache der Kopfschmerzen ist eventuell eine Form der Migräne.
  • Eine Entzündung der Schleimhäute im Gesicht äußert sich durch stark tränende, gerötete und geschwollene Augen oder einen wässrigen Fließschnupfen, bei dem der Patient andauernd niesen muss und kaum mehr etwas riechen kann. Dieser kann auch allergisch bedingt sein. In der Nasenschleimhaut oder im Auge können sich außerdem kleine Geschwüre bilden. Bei Entzündungen im Halsbereich treten weißliche Beläge auf der Zunge und im Rachenraum auf. Die Mandeln sind schmerzhaft geschwollen und das Schlucken ist beeinträchtigt. Auch die Lymphknoten im Halsbereich sind angeschwollen. Die Schleimhaut neigt zu Verletzungen.
  • Kommt Husten vor, so kann dieser heftig sein und ein Erstickungsgefühl sowie Schmerzen in der Brust auslösen. Der Hals kann anschwellen und es kommt zu anhaltender Heiserkeit. Ursache des Hustens können ein Pseudokrupp (meist durch Viren hervorgerufene Entzündung des Kehlkopfes und der Stimmbänder), eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis), Asthma oder eine Lungenentzündung sein. Bei letzterer kommt es außerdem zu hohem Fieber und starkem Durst.
  • Eine Verdauungsschwäche äußert sich durch heftige Durchfälle und eine Übersäuerung des Magens aufgrund des vielen Essens. Hält dieser Zustand an, so kann es zu Magengeschwüren und einer Lebervergrößerung mit Gelbsucht (Ikterus) kommen. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse führt zu heftigen Bauchschmerzen und Fettstühlen. Die Lymphknoten im Bauchraum nahe der Hauptschlagader (Aorta) sind häufig stark vergrößert [1][3][4].

Verbesserung: Die Symptome verbessern sich bei Bewegung an der frischen Luft und bei trockenem Wetter. Der Patient verspürt das Bedürfnis, sich mit kaltem Wasser zu waschen oder zu baden. Kälte generell verschafft Linderung. Nach dem Essen sind die meisten Beschwerden besser.

Verschlechterung: In den frühen Morgenstunden und in der Bettwärme werden die Beschwerden schlimmer. Der Patient verträgt geschlossene Räume mit warmer, stickiger Luft schlecht. Wärme und Hitze tun ihm allgemein nicht gut. Durch Nichtstun und Grübeln tritt Verschlechterung ein. Zum Teil treten die Symptome erst bei einer Reise auf oder intensivieren sich dann, wenn in ein wärmeres, feuchteres Klima mit jodhaltiger Meeresluft gereist wird. Allergisches Asthma und Heuschnupfen sind am schlimmsten im Frühjahr und Herbst. [1][3][4]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Jodum-Patienten fallen durch ihre ständige Ruhelosigkeit und Angst auf. Sie unterdrücken diese durch Bewegung. Sind sie zur Ruhe gezwungen oder wollen sich diese selbst auferlegen, so wächst die Angst und kann in Aggression oder Autoaggression  umschlagen. Obwohl sie keine Minute ruhig sitzen können, wirken sie völlig erschöpft und ausgezehrt. Die Grundstimmung ist trüb und melancholisch. Sie neigen zu impulsiven Handlungen, obwohl der Kopf ständig übervoll von Gedanken ist. Depressive Verstimmungen können auftreten. Sie sind, zum Teil gänzlich unbegründet, so besorgt und aufgeregt, dass sie Angst haben, verrückt zu werden. Manchmal verspüren sie sogar den impulshaften Drang, sich selbst oder jemand anderem etwas anzutun.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Sehen kann durch eine Schwellung der Augenlider oder durch eine Schwellung der Liddrüsen beeinträchtigt sein.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Durch die Schilddrüsenüberfunktion kann es sekundär zu einer Vergrößerung des Herzens und zu Rhythmusstörungen kommen.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Eine Inkontinenz bei älteren Männern, vor allem wenn diese atrophierte (verkleinerte) oder hypertrophierte (vergrößerte) Hoden und einen abnormalen (gesteigerten oder erloschenen) Sexualtrieb haben, kann mit Jodum behandelt werden.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die weiblichen Brüste verkleinern sich im Zuge einer allgemeinen Gewichtsabnahme und hängen vermehrt. Die Gebärmutter (Uterus) oder die Eierstöcke (Ovarien) können geschwollen und verhärtet sein. Besonders zu Zeiten der Regelblutung kommt es zu einem wundmachenden, weißlich-schleimigen Ausfluss. Die Periode selbst kann unregelmäßig auftreten oder es kann zu Zwischenblutungen kommen. Beim Mann können die Hoden hart geschwollen oder verkleinert sein.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Jodum kann bei Gichtanfällen mit schmerzenden und geschwollenen Gelenken helfen, wenn der Patient im Voraus scheinbar grundlos Gewicht verloren hat. Das Gleiche gilt für Gelenk- und Knochenrheuma.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Hautfarbe ist gelblich, die Haut selbst ausgezehrt und schrumpelig. Es können sich Knötchen oder eitrige Pusteln bilden.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten neigen zu sehr schweißigen Händen. Im Rahmen von Entzündungen (z.B. Grippe, Kehlkopfentzündung) kann Fieber auftreten. [1][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sambucus nigra

Wird bei ängstlichen bis panischen Patienten gegeben, die nachts schweißgebadet aufwachen und auch sonst ständig überhitzt sind. Sie haben chronisch verstopfte Nasen, Husten mit Heiserkeit und/oder Asthma.

Strontium Carbonicum

Kann lindernd auf Blutandrang in den Kopf wirken. Dieser äußert sich durch Kopfschmerzen und eine brennende Hitze im Kopf und Gesicht. Außerdem wird es bei heftigem Pulsieren der Arterien, Beklemmungsgefühlen in der Brust und bei Knochenschmerzen gegeben.

Spongia

Wirkt besonders auf die Atmungsorgane, aber auch auf das Drüsensystem. Es wird bei Kropfbildung mit Kribbeln und Stechen eigesetzt, bei Kehlkopfschmerzen und bei Asthma. Die Patienten haben häufig eine braune Hautfarbe.

Bromum

Wirkt auf die Schleimhäute; besonders im Kehlkopf, im Rachen und in den Bronchien. Wie bei Jodum ist der Gemütszustand der Patienten ängstlich und die Drüsen im Körper sind hart und geschwollen. Im Unterschied zu Jodum sind auch die Brustdrüsen betroffen und die Krankheiten sind nicht von Fieber begleitet.

Kalium Bichromicum

Hat weitgefächerte Wirkungen, die vor allem an den Schleimhäuten der Luftwege und des Magen-Darm Trakts, den Knochen und dem Bindegewebe ansetzen und denen von Jodum weitestgehend entsprechen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden ist, dass Kalium Bichromatum zu fettleibigen Menschen passt.

Calcium Jodatum

Wird bei chronischen Drüsenschwellungen, vor allem bei Mandeln und Schilddrüse, angewendet. Auch bei Entzündungen mit viel Sekretbildung (katarrhalische Entzündungen) oder eitrigen Entzündungen im Bereich der Atemwege wie zum Beispiel Tuberkulose. [6]

Hintergrundinformationen

Jod ist ein Mineral, welches im Periodensystem der Elemente in der 7. Hauptgruppe eingeordnet ist. Es zählt somit genau wie Brom, Chlor und Fluor zu den Salzbildnern (Halogenen). In der Natur kommt es in sehr geringen Mengen in Gesteinen und Böden vor. Durch seine Wasserlöslichkeit wird es ausgewaschen, von Meerestieren aufgenommen und in die Nahrungskette eingeschleust. Wer keinen Fisch isst, der sollte auf eine ausreichende Jodversorgung durch jodiertes Speisesalz, Milchprodukte oder gegebenenfalls Jodtabletten achten. Zu einer Jodüberdosierung kann es bei einer normalen Ernährung kaum kommen. Jod hat auch außerhalb des menschlichen Körpers Verwendung gefunden. Es wird als Röntgenkontrastmittel gegeben und ist in einigen desinfizierenden Salben und Lösungen enthalten. In Atomkraftwerken ist Jod in den Reaktoren enthalten und wird in radioaktive Isotope gespalten. Das sind kurz haltbare Formen des Jods, die bei ihrem Zerfall Strahlung aussenden. Treten diese aus dem Reaktor aus und gelangen in den menschlichen Körper, so lagern sie sich in der Schilddrüse ab und können schlimmstenfalls Schilddrüsenkrebs hervorrufen. Daher werden bei einem Reaktorunglück Jodtabletten an die Bevölkerung ausgeteilt, damit dieses Jod in der Schilddrüse gespeichert wird. Wenn alle Speicher voll sind, dann werden die radioaktiven Isotope nicht mehr aufgenommen. [1][7]