Globuli von J bis L

Lobelia inflata Globuli

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Lobelia Inflata ist ein selten angewendetes homöopathisches Mittel, dass aus einer in Nordamerika beheimateten Pflanze mit den Namen „Indianertabak“ oder „aufgeblasene Lobelie“ hergestellt wird. Es handelt sich hierbei um eine Glockenblume, die dem echten Tabak sehr ähnlich sieht. Sie enthält eine Reihe an Giften (Alkaloiden), die auf den menschlichen Organismus wirken. Diese verstärken die vegetativen Funktionen. Die Atmung wird vermehrt und vertieft und der Verdauungstrakt beruhigt. Deshalb wird das Homöopathikum Lobelia Inflata gegen Atemwegsprobleme wie chronisches Asthma und gegen häufiges Erbrechen eingesetzt. Begleitet wird das Erbrechen häufig von Sodbrennen, kaltem Schweiß und Schwindelanfällen. Nikotinentzugserscheinungen, die mit ähnlichen Symptomen einhergehen können ebenfalls mit Lobelia Inflata behandelt werden. Bei Überdosierung bewirkt der Indianertabak eine Schleimhautreizung im Magen-Darm-Trakt und in den Schleimhäuten der Atemwege, was zu Vergiftungssymptomen führen kann. Da die Wirkstoffe in der homöopathischen Arznei sehr stark verdünnt sind, besteht dieses Risiko bei Lobelia Inflata nicht. Trotzdem sollte eine Anwendung am besten mit einem homöopathisch ausgebildeten Arzt oder Therapeuten besprochen werden. Richtig dosiert ist das Mittel für alle Altersklassen geeignet und kann auch in der Schwangerschaft eingenommen werden. [1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Wo wirkt es?: Vegetatives Nervensystem: Atmung vertieft und vermehrt. Magenbeschwerden mit entsetzlicher Übelkeit, viel Würgen und Brechneigung. Die Bronchialmuskulatur wird angegriffen mit erschwerter Atmung, Krampfhusten oder Asthma. Übermäßiger Speichelfluss. Kloß- oder Kugelgefühl in Magen- und Kehlkopf mit Übelkeit.Typische Indikationen für Lobelia Inflata sind jegliche Formen des Asthmas und Krampfhustens. Es kommt es leicht zu Übelkeit und Erbrechen sowie kalten Schweißausbrüchen. Außerdem kann ein dumpfer Kopfschmerz auftreten, genauso wie Sodbrennen und ein Druckgefühl im Magen. Chronisches Erbrechen oder Erbrechen in der Schwangerschaft sind Heilanzeigen von Lobelia Inflata. Die Linderung von nervösen Begleiterscheinungen beim Nikotinentzug ist eine weitere Eigenschaft dieses Mittels. Frauen haben oftmals Probleme mit der Regelmäßigkeit der Periode, da diese entweder verfrüht einsetzt oder komplett ausbleibt.Der Speichel ist oft zäh und metallisch schmeckend, die Zunge weißlich belegt. [5]

In welchem Alter?: Grundsätzlich sollte die Auswahl von Lobelia Inflata in Absprache mit einem homöopathisch fachkundigen Arzt erfolgen und die Symptome des Patienten/ der Patientin sollten genau zum Arzneimittelbild passen. Ist das alles gegeben, gibt es keine weiteren Einschränkungen in der Anwendung bezüglich des Lebensalters.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Asthma äußert sich durch anfallsweise Atemnot und ein Gefühl von Eingeschnürt-sein in der Brust. Die Einatmung ist verkürzt, während sich die Ausatmung verlängert. Hinzu kommt ein Fremdkörpergefühl im Hals und Hustenanfällen beim Hinlegen. Zusätzlich kann ein Brennen in der Brust auftreten und/oder ein Fremdkörpergefühl direkt über dem Brustbein.
  • Husten kann im Rahmen des Asthmas oder isoliert auftreten. Er ist trocken und kann dabei krampfartig oder keuchend sein. Auch erschöpfender, trockener Reizhusten gehört zu den Indikationen.
  • Chronisches Erbrechen kann während der Schwangerschaft oder außerhalb auftreten. Der Appetit ist trotz allem weiterhin groß. Sie müssen häufig aufstoßen und leiden an Sodbrennen. Ihnen läuft bei Übelkeit oder beim Aufstoßen übermäßig viel Wasser im Mund zusammen.
  • Nikotinentzugserscheinungen sind durch körperliche Symptome wie Zittern, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen geprägt. Der mentale Zustand des Betroffenen ist ebenfalls schwach. [5]

Verbesserung: Wärme und das Trinken von kleinen Schlucken Wasser tragen zur Verbesserung bei. Nachmittags geht es dem Lobelia Inflata-Patienten am besten.

Verschlechterung: Am Morgen sind Übelkeit und Erbrechen schlimmer, genauso wie nach dem Genuss von Alkohol oder Tabak. Bewegung und Kälte verstärken sämtliche Symptome. Auch Berührung verschlechtert die Symptome. [2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient ist verzweifelt und schluchzt wie ein Kind. Er lebt in ständiger Angst vor Atemnot und dem nahenden Tod. Er/sie kann bis in einen bewusstlosen Zustand mit Schüttelkrämpfen und Hitze im Gesicht abrutschen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient verspürt dumpfe Kopfschmerzen mit einem nach oben ziehenden Druckgefühl an beiden Schläfen. Hinzu kommt leichter Schwindel und Übelkeit. Der Kopf fühlt sich schwer an.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist heiß, bis auf ein frostiges Gefühl in der Region von der linken Wange zum linken Ohr. Bei Übelkeit bricht kalter Schweiß aus. Im Mund bildet sich viel zähflüssiger Speichel, der von Zeit zu Zeit ausgespuckt wird. Der Geschmack im Mund ist bitter-metallisch und die Zunge weißlich belegt. Im Rachen herrschen Trockenheit und ein brennendes bis stechendes Gefühl.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Herzschlag kann in seinem Tempo verändert sein. Sie kommen schnell außer Atmen und leiden bei Anstrengung unter stechenden Schmerzen in der Brust oder Hustenkrämpfen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Besonders am Morgen verspürt der Patient/die Patientin eine große Übelkeit, die von kalten Schweißausbrüchen im Gesicht und Schwindelanfällen begleitet wird. Auch durch schlechte Gerüche oder Zigarettenrauch kann die Übelkeit ausgelöst werden. Die Betroffenen müssen heftig würden und verspüren ein elendes Gefühl in der Magengrube. Der Stuhl kann sehr hell und weich oder durchfallartig sein. Es kommt zu Blutbeimischungen aus oberen Teilen des Darms (dieses ist dann dunkelrot bis schwarz) oder aus den Blutgefäßen am After (dann ist das Blut hellrot und aufgelagert).

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann einstechender Schmerz in der rechten Niere auftreten, zusammen mit einer rötlichen Verfärbung des Urins.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Männer spüren ein Stechen oder Beißen in der Vorhaut, sowie ein Schweregefühl in den Geschlechtsorganen. Frauen haben eine unregelmäßige Periode, die von Schmerzen im Kreuzbein oder in der rechten Schulter begleitet ist.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Rheumatische Schmerzen können zwischen den Schulterblättern und/oder an den Extremitäten der rechten Seite auftreten.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Petroleum Rectificatum

Hilft bei allen Anzeichen einer Reisekrankheit. Dazu gehören Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit mit Brechdurchfall. Petroleum-Patienten sind chronisch verschnupft und haben häufig eine schuppende, rissige Haut. Wärme und Nahrungsaufnahme lindern die Beschwerden.

Tabacum

Die Pflanzen, aus denen die Ausgangsstoffe von Tabacum und Lobelia Inflata gewonnen werden sind eng verwandt. Tabacum wird für Kreislaufbeschwerden mit Schwindel, Übelkeit und kaltem Schweiß verwendet. Die Patienten sind oft blass und zittrig, was an einer gestörten Durchblutung liegen kann. Indikationen sind unter anderem Schwangerschaftsübelkeit, Reisekrankheit, plötzlicher Durchfall oder Verstopfungen und Migräne.

Aralia Racemosa

Dieses Mittel wird aus einem giftigen Vertreter der Efeugewächse gewonnen und bei Entzündungen der Atemwege verordnet. Indikationen sind Halsschmerzen mit Heiserkeit, Husten und Bronchitis sowie Erkältungen und allergischer Schnupfen. Typisch für Aralia ist eine Trockenheit mit wundem Brennen der Atemwegsschleimhäute.

Arsenicum album

Findet bei sehr entkräfteten und mutlosen Patienten Anwendung. Sie leiden unter einer tief sitzenden Angst zu sterben. Es kommt zu Übelkeit und Brechdurchfällen mit kaltem Schweiß und großem Durst. Genau wie bei Lobelia Inflata wirkt Wärme und warmes Essen lindernd. Ein Unterschied zwischen den Mitteln ist jedoch, dass bei Arsenicum-Patienten kein Appetit vorhanden ist.

Jodum

Als Alternativmittel zu Lobelia Inflata kann es bei Magen-Darm Beschwerden wie Gastritis oder Geschwüren angewendet werden. Es wird bei pochenden Kopfschmerzen mit Schwindel gegeben und bei Reizhusten mit Heiserkeit und zugeschwollenem Hals. Alle Beschwerden werden durch Essen gebessert. Die Patienten essen andauernd und nehmen trotzdem nicht an Gewicht zu. Körperlich sind sie sehr unruhig und nervös. [1][6]

Hintergrundinformationen

Der Indianertabak oder auch die aufgeblasene Lobelie (botanisch: Lobelia Inflata L.) gehört zur Familie der Lobeliaceae, der Lobeliengewächse. Das ca. 60 cm hohe Kraut ist in Nordamerika heimisch und wird in Europa als Kulturpflanze angebaut. Es handelt sich um eine einjährige Pflanze, deren Blütezeit von Juli bis August andauert. Sie gedeiht am besten an halbschattigen Standorten auf kalkhaltigen Böden. Sie hat einen kräftigen, stark milchenden Stängel an dessen oberem Teil einige Äste abgehen. Die Blätter sind oval, ungleich gezähnt und von blass-grüner Farbe. Die Blüten stehen einzeln und sind blass-violett, mit einem hellgelben Fleck an der Unterlippe. Die Fruchtkapsel ist aufgeblasen. Um die biologisch wirksamen Alkaloide zu isolieren wird die ganze, frische Pflanze in der späten Blütezeit verwendet. Homöopathen stellen daraus eine Lösung her und indianische Völker bereiten Teeaufgüsse aus der Pflanze zu. Auch in der Schulmedizin wird Lobelia Inflata in Form von pflanzlichen Tabletten gegeben, um Reizhusten zu stillen oder als Spritze bei Atemlähmung (vor allem bei Neugeborenen und Kindern). Trotz der erwiesenen atemstimulierenden Wirkung wurden bisher relativ wenige Versuche unternommen, um künstliche Formen des Lobelins herzustellen, die weniger Nebenwirkungen verursachen würden und viel weitläufiger einsetzbar wären. [3][7]