Globuli von J bis L

Kalium arsenicosum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Diese Arznei ist nicht nach den Regeln der Homöopathie am Gesunden geprüft worden. Für die Wirkung der Arznei Kalium arsenicosum fügte Schüßler theoretisch die Wirkung des Kaliums und die Wirkung des Arsens zusammen, was nach der homöopathischen Methode nicht gewünscht und auch nicht zulässig ist. Bei der Anwendung an Kranken sammelte Schüßler Erfahrungen, die eine Heilwirkung der Arznei Kalium arsenicosum bestätigten.

Kalium arsenicosum ist eines der wenigen Schüßler Salze, die in der Homöopathie Hahnemanns hochpotenziert nach dem homöopathischen Prinzip: “Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“ eingesetzt werden. Gegen diesen homöopathischen Grundsatz hat Schüßler sich immer gewehrt, er distanzierte sich von Samuel Hahnemanns Methodik.

Allerdings ist das Gebiet der Heilanzeigen für die Arznei Kalium arsenicosum deutlich geringer, als es für das niedrig dosierte Schüßlersalz üblich ist. In diesem Beitrag werden nicht die „Funktionswirkungen“ der Arznei nach Schüßler, sondern ausschließlich die homöopathischen Erfahrungswerte für die Heilung Kranker.

In der Homöopathie wird das Mittel hauptsächlich bei Erkrankungen der Haut eingenommen.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Für Menschen, die an bösartigen Erkrankungen, wie Hautkrebs, leiden, kann Kalium arsenicosum möglicherweise ein geeignetes Mittel sein. Auch bei anderen langwierigen Hauterkrankungen kann es in Betracht gezogen werden. Die Kalium arsenicosum-Patienten sind oft unruhig, nervös, blass, geschwächt und ermüden schnell.[1]

Wo wirkt es?: Die Einnahme von Kalium arsenicosum kann sich auf die Haut auswirken, auch Beschwerden an den weiblichen Genitalien sprechen möglicherweise auf dieses Mittel an.

In welchem Alter?: Es gibt keine Altersbeschränkung für dieses Mittel.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Trockene und stark juckende Haut
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Hautkrebs
  • Geschwüre

Verbesserung:Regenwetter

Verschlechterung: Entkleiden, Regelblutung, Wärme, Wetterwechsel

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kalium arsenicosum-Patienten sind meistens ruhelos und nervös. Sie machen sich oft große Sorgen um ihre Gesundheit, sprechen aber nicht darüber. Ärzten und ihrer Familie stehen sie bisweilen misstrauisch gegenüber.[1]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen können bei den Kalium arsenicosum-Kranken als Folge unterdrückter Hautausschläge der Kopfhaut auftreten.[1]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Dieses Mittel kann unter gewissen Voraussetzungen eingenommen werden, wenn die Unterlider oder die Wangen geschwollen sind.[1]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Asthma-Kranke, für die Kalium arsenicosum eventuell infrage kommt, leiden vor allem nachts zwischen zwei und drei Uhr an Atemproblemen. Sie haben meistens eine Abneigung gegen frische Luft. Wenn sie aufwärtsgehen, können Atemnot und Husten einsetzen. Anfallartiges Herzrasen gehört ebenfalls zu den Symptomen, die das Mittel unter Umständen lindern kann. Die Herzattacken treten in Verbindung mit Angstzuständen auf.[1]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Frauen kann es nach der Regelblutung zu gelbemAusfluss kommen. Dieser ist scharf und verursacht ein Brennen.[1] Auch blumenkohlartige Wucherungen am Muttermund lassen sich möglicherweise durch die Einnahme dieses Mittels beeinflussen. Sie verursachen Schmerzen und Druck unterhalb des Schambeins und sondern eine faulig riechende Flüssigkeit ab.[2]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kalium arsenicosum-Kranke leiden unter einem quälenden, nahezu unerträglichen Juckreiz, der sich beim Ausziehen verstärkt. Die Haut ist meistens trocken, schuppig und runzelig, Akne und Pusteln können aber auch vorkommen.[1] Die Hautleiden bestehen in der Regel sehr lange. Psoriasis (Schuppenflechte) kann eventuell durch dieses Mittel verbessert werden.[2] Knotenbildung als Folge einer Gichterkrankung, kleine Knoten unter der Haut, Ausschläge und Risse in den Ellenbeugen und Kniekehlen können ebenfalls auf Kalium arsenicosum als geeignetes Mittel hinweisen. Bei Hautkrebs, der sich sehr schnell verändert, kann dieses Mittel auch in Betracht gezogen werden.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Den Patienten ist es immer etwas kalt und sie können es gar nicht warm genug haben. Wenn sie Fieber haben, bleiben die Extremitäten kalt. Das Fieber tritt periodisch, alle drei oder vier Tage, auf.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Unruhe der Kalium arsenicosum-Kranken setzt sich in der Nacht fort. Vor allem zwischen ein und vier Uhr nachts schlafen sie kaum, weil ihre Beschwerden zunehmen und quälende Gedanken sie wach halten.[1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Thuja occidentalis

Dieses homöopathische Mittel wird aus dem Lebensbaum, der auch als Sumpfzeder oder Totenbaum bezeichnet wird, hergestellt. Es wirkt auf die Haut, den Magen-Darm-Trakt, die Nieren und das Gehirn. Im Vergleich mit Kalium arsenicosum sollte man vor allem die Wirkung auf die Haut betrachten. Bei Thuja-Patienten können viele verschiedene Hauterscheinungen auftreten. Vor allem Warzen kommen sehr häufig vor. Geschwüre findet man hauptsächlich im Genitalbereich. Sommersprossen und Flecken auf der Haut sind typische Erscheinungsformen. Hautausschläge treten meistens an den bedeckten Körperstellen auf. Auch dieses Mittel kann unter Umständen bei Hautkrebs eingenommen werden.[5]

Sulfur

Dieses aus sublimiertem Schwefel hergestellte Mittel hat ein sehr großes Wirkspektrum, zu dem auch die Haut gehört. Hitze und Brennen mit Jucken sind dabei die Hauptsymptome. Die Haut ist trocken und schuppig, schon kleine Verletzungen eitern. Kratzen und Waschen verstärken die Beschwerden. Ausschläge mit Pickeln und Wundheit, besonders in den Hautfalten, kommen bei den Sulphur-Patienten häufig vor.[6]

Petroleum

Dieses Mittel besteht aus einem Gemisch von Kohlenwasserstoffen, das auch als Steinöl bezeichnet wird. Stark juckende Hautausschläge können unter bestimmten Voraussetzungen durch dieses Mittel verringert werden. Die Haut der Patienten ist trocken, sehr empfindlich, rau und rissig. Die Haut brennt, ist rot und bildet teilweise dicke grüne Krusten aus. Menschen, die sich durch lange Bettruhe wund gelegen haben (Dekubitus) können möglicherweise von Petroleum profitieren.[7]

Hintergrundinformationen

Kaliumarsenit ist ein weißes nicht brennbares Pulver. Wenn es erhitzt wird oder mit Luft in Kontakt kommt, entstehen giftige Dämpfe. Das Einatmen führt zunächst zu Husten und Atemnot und kann im weiteren Verlauf dauerhafte Schäden des Kreislaufsystems, des Magen-Darm-Trakts und des Nervensystems verursachen. Oftmals werden die Auswirkungen erst nach längerer Zeit offensichtlich.[3]

Die medizinische Verwendung von Kalium und Arsen gemeinsam wurde erstmals im Jahre 1786 in England dokumentiert. Der Arzt Thomas Fowler nannte das Mittel Fowler’sche Lösung und behandelte damit Blutbildungsstörungen, Leukämie und Hautkrankheiten. In der Homöopathie und der Biochemie ist Kalium seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Als Schüßlersalz Nr. 13 wird es unter anderem bei chronischen Erkrankungen von Lunge, Bronchien und Nieren, als Drüsenmittel und bei Störungen des Magen-Darm-Trakts eingenommen. [4]