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Kalium carbonicum Globuli

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Kalium carbonicum ist ein homöopathisches Heilmittel mineralischen Ursprungs, das aus Kaliumkarbonat gewonnen wird. Es wird auch Pottasche genannt, da es früher aus der Asche von Holz entstand. Durch Zugabe von Wasser wurden die Salze herausgelöst und in eisernen Pötten eingedampft. [1]

Kaliumkarbonat, das Kaliumsalz der Kohlensäure, bildet ein weißes, körniges Pulver.[2]
Kalium carbonicum wirkt bevorzugt auf Beschwerden von Muskeln, vor allem des Herzens sowie der Gebärmutter, auf Schleimhäute, Gelenke, auf die Augen und das Blut. Diese Beschwerden können durch Anstrengung, Überhitzung, Entbindung oder einer Fehlgeburt (Abort), durch unterdrückten Schweiß oder durch einen Wetterwechsel ausgelöst werden. [1] Es findet Anwendung bei Rücken- und Hüftschmerzen, ausbleibender Regelblutung, Wasseransammlungen (Ödemen),Herzmuskelschwäche und Blasenschwäche. Mit Kaliumcarbonat therapiert man Depressionen, Ängste und Erschöpfungszustände, die nach Infekten auftreten.[3] Genauso wichtig ist das Medikament für Nasen- und Rachenentzündungen, Bronchitis und Asthma. [4]

Generell eignet sich das homöopathische Mittel gut zur Selbstbehandlung, insofern die unten aufgeführten Symptome mit denen des zu behandelnden Patienten akkurat übereinstimmen. Dennoch gibt es Ausnahmefälle, wie bei Säuglingen oder Menschen mit sonstigen Erkrankungen oder diversen Medikamenteneinnahmen. Hierbei sollte der Arzt hinzugeholt werden, da er absehen kann, ob eine Gegenanzeige vorliegt.
Wie alle Arzneimittel sollte Kalium carbonicum  während der Schwangerschaft oder Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.  Ebenso gehört eine psychische Behandlung in die Hände eines Arztes, da nicht nur die ideale Medikamentenauswahl für den Patienten Erfahrung verlangt, sondern diese auch an den Verlauf der Krankheit beziehungsweise an den seelischen Zustand des Erkrankten angepasst werden muss.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Kalium carbonicum-Menschen besitzen eine charakteristische Persönlichkeit, die als sehr ordnungsliebend, zuverlässig und unbestechlich beschrieben wird, sich an ein starkes Pflichtbewusstsein gebunden fühlen und von Außenstehenden schnell als reine „Verstandsmenschen“ abgestempelt werden. Ebenso zeichnet sie ihre Unbeugsamkeit, Starrheit und ihre Konservativität aus. Sie haften an das Gewohnte, das Sicherheit verschafft und planen teilweise viele Jahre im Voraus. Sie können nicht von ihren Gewohnheiten ablassen und wehren jeden einzelnen Impuls, welcher die fest gefügte Ordnung gefährden könnte, auf der Stelle ab. Sie urteilen rasch nach vorgegebenen Grundsätzen und Vorurteilen, können jedoch Halt geben, aber genauso brauchen sie die Familie als Schutz. Hier lassen sie gleichzeitig ihre Launenhaftigkeit und Streitsucht aus. Kalium carbonicum-Menschen gelten als die mit dem am schlechtesten gelaunten Gemüt. Es herrscht eine große Furcht vor dem Alleinsein, aber ebenso vor Unkontrollierbarem, vor der Zukunft, vor Krankheiten und dem Tod. Diese Ängste äußern sich über den Magen sowie in Unruhe, Schwäche und in Kälteempfindlichkeit, es entstehen stechende Schmerzen und Schweißausbrüche. Gefühle werden vom Verstand kontrolliert und unterdrückt, sodass sich Symptome vorwiegend auf der körperlichen Ebene zeigen. Ebenso unterdrücken die „Verstandsmenschen“ psychische Probleme und zeigen ihre eigentliche innere Empfindsamkeit nicht nach außen. Dennoch erkennt man diese an ihrem Erschrecken durch Kleinigkeiten. Sie leiden an Asthma, Herzrhythmusstörungen beim Einschlafen und Rückenschmerzen erschweren ihnen den Alltag.

Kalium carbonicum-Menschen halten sich an das Materielle, an Besitz und Geld. Oft sind es Witwen, die plötzlich alleine sind. [5]

Wo wirkt es?: Die Wirkung von Kalium carbonicum zielt vor allem auf das Herz sowie den Kreislauf ab und vorwiegend auf die Schleimhäute der unteren Atemwege, sprich der Lunge. Ebenso wird der Verdauungs- und Urogenitaltrakt (Harn- und Geschlechtsorgane) behandelt und der Bewegungsapparat mit Muskeln, Gelenken und Bänder, wobei der Rücken im Mittelpunkt der Beschwerdebereiche liegt.

In welchem Alter?: Vor allem für alte Menschen mit Kraftlosigkeit (Adynamie) und Schwäche, für fettleibige (adipöse) Personen mit schlaffer Muskulatur oder für junge Erwachsene, die an einer Blutarmut (Anämie) leiden, ist das Mittel sehr gut geeignet.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Kalium carbonicum-Patienten erschrecken objektiv betrachtet schnell durch Nichtigkeiten wie zum Beispiel durch Geräusche.
  • Schwäche und Kraftlosigkeit sind die mit am häufigsten Symptome eines Kalium carbonicum-Menschen.
  • Ebenso treten tagtäglich Schweißausbrüche auf, die neben einer starken Kälteempfindlichkeit bestehen.
  • Zwischen Oberlidern und Augenbrauen können durch Wassereinlagerungen geschwollen, säckchenartige (ödematöse) Schwellungen entstehen.
  • Die Angst vor dem Alleinsein steht mitunter im Mittelpunkt der Gedankengänge. Diese Ängstlichkeit hat Auswirkungen auf den Körper und wird im Magen empfunden. Dieser fühlt sich dann an, als sei er mit Wasser komplett ausgefüllt.

Ebenso herrscht eine große Angst vor Krankheiten oder dem Tod. Diese Tatsache wird aber fast nie zugegeben. Auch vor allem Unkontrollierbaren hegt der Patient große Furcht.

  • Oft können die Betroffenen keine Berührung ertragen beziehungsweise zucken bei jedem Kontakt reflexartig zusammen, was insbesondere in Bezug auf die Füße ausgeprägt ist.
  • Nicht selten wachen die Patienten nachts um zwei Uhr auf und können teilweise erst nach zwei bis drei Stunden wieder einschlafen.
  • Vor allem stechende Schmerzen zählen zu den Leitsymptomen von Kalium carbonicum-Patienten.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr (Koitus) scheint sich der Gesamtzustand verschlechtert zu haben, weshalb die Betroffenen dagegen eine generelle Abneigung zeigen.
  • Kalium carbonicum-Patienten haben ein großes Verlangen nach süßen Speisen, dieses Bedürfnis können sie aber noch weitgehend kontrollieren.
  • Bei manchen Frauen tritt sogar eine wiederholte Fehlgeburt (habitueller Abort) auf

Verbesserung: Nicht nur tagsüber sind die Beschwerden abgeschwächt, sondern vor allem bei gutem Wetter und durch Wärmezufuhr verbessert sich der Zustand des Patienten.

Verschlechterung: Nachts, vornehmlich zwischen zwei und vier Uhr treten die Beschwerden des Patienten verstärkt auf. Kälte und kalte Luft, wie zum Beispiel Zugluft, verschlechtern die Situation. Auch am Anfang der Menstruation, nach dem Geschlechtsverkehr oder durch eine Berührung werden die Beschwerden verschlimmert. Genauso drückt sich das Liegen auf der schmerzhaften Seite negativ auf den Zustand des Patienten aus. [5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kalium carbonicum-Patienten sind schnell reizbar und verärgert, aber weisen gleichzeitig eine hohe Ängstlichkeit mit Furcht vor Kleinigkeiten auf. Daher schrecken sie leicht auf und haben eine große Neigung aufzufahren, wenn sie angefasst werden. Geräusche sind ihnen unangenehm, da sie in jedem ungewohntem Laut eine Gefahr sehen.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kalium carbonicum-Menschen wird es oft schwindelig, wobei es sich anfühlt, als würde die Ursache vom Magen ausgehen. Dieses Schwindelgefühl tritt vor allem morgens und abends auf oder bei schnellem Drehen des Kopfes beziehungsweise des Körpers. Es überkommen sie teilweise plötzliche Anfälle von Bewusstlosigkeit und oft verspüren sie eine einnehmende Dumpfheit des Kopfes wie nach einem Rausch. Durch raschen Blutandrang zum Kopf entsteht ein einseitiger Klopfschmerz mit Übelkeit und Wahrnehmen eines Summens. Stiche in die Schläfen und der Stirn werden durch Bücken oder durch Bewegen des Kopfes intensiver und durch Anheben des Kopfes sowie durch Hitzeeinflüsse abgeschwächt. Über den Augen empfinden die Betroffenen ein unangenehmes Drücken mit heftigem Schmerz über der gesamten Stirn. Ebenso herrscht im hinteren Teil des Kopfes ein drückender Schmerz. Die Schmerzen des Kopfes werden beim Fahren im Wagen, durch Husten sowie Niesen verstärkt. Vor allem, wenn die Patienten einem Luftzug ausgesetzt sind, ist die ohnehin schon vorliegende Anfälligkeit gegen Erkältungen enorm erhöht. Auf der Kopfhaut entstehen schmerzhafte Schwellungen, die eitrige Entzündung des Haarbalgs (Furunkeln) stark ähneln. Eine Berührung ist schmerzhaft, der Schädel juckt und die Haare erscheinen sehr trocken. Nach Kratzen nässt die Kopfhaut jedoch. Oft kommt ein Haarausfall, insbesondere an den Schläfen, den Augenbrauen und am Bart hinzu.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die von einem stechenden Schmerz geplagten Augen sind oft rot aufgrund von geplatzten Kapillaren (feinste Verästelungen von Blutgefäßen). Häufig trifft man die Betroffenen mit starrenden Augen an.

Die Augenbrauen sind von Pickel durchbrochen, die Augenlider geschwollen und von einem Kältegefühl betroffen. Morgens sind die Augen wiederholt verklebt und die Augenwinkel werden von Geschwüren befallen (ulzerieren). Die Augen sind schmerzhaft empfindlich gegen Tageslicht und nehmen dabei sich bewegende Flecke oder Punkte war, was ebenfalls beim Lesen auftreten kann.

In den Ohren werden Stiche (von innen nach außen) empfunden, sie jucken und ein Knacken, Sausen, Singen sowie Brausen wird wahrgenommen. Das Gehöhr scheint abgestumpft. Oft entstehen Rötungen, Entzündungen und Eiterungen in den Ohren, welche von gelben flüssigen Absonderungen begleitet werden. Auch die Ohrspeicheldrüse (Parotis) ist von Entzündungen und Schwellungen betroffen.

Die Nase brennt, da sie innen wund, gerötet und angeschwollen ist. Die Nasenlöcher sind schorfig, geschwürig, verstopft und bluten morgens des Öfteren. Schnupfen ist ein häufiger Begleiter von Kalium carbonicum-Menschen, wobei bei jedem Niesen ein plötzlicher Schmerz in den Rücken und in den Kopf fährt.

Das gelbe Gesicht erscheint aufgedunsen, auch die Lippen geschwollen, wobei die Oberlippe nicht selten aufspringt und es aus den Rissen leicht blutet. Die geschwollenen Wangen sind rot und oft von Sommersprossen geschmückt.

Beim Essen kommen stechende Zahnschmerzen auf, welche sich bis in die Gesichtsknochen ausbreiten, vergleichbar mit einem unangenehmen Klopfen an alle Zähne. Das Kauwerkzeug schmerzt bei Berührungen mit kalten oder warmen Substanzen und fühlt sich locker an. Die Wangen schwellen an, es herrscht Mundgeruch neben einem bitteren Geschmack im Mund, der von einem Trockenheitsgefühl unterstreicht wird, obwohl vermehrt Speichel produziert wird, her. Im gesamten Mund inklusive auf der Zunge treten Bläschen auf, was zu einem brennenden Schmerz führt. Das Zungenbändchen an der Unterseite der Zunge (Frenulum linguae) ist wund.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Schlucken, das sofort stechende Halsschmerzen hervorruft, ist einmal wegen des Festsitzens von zähem Schleim im hinteren Teil des Rachens und zudem aufgrund des nur langsamen Flusses von Speisen nicht einfach, sondern auch sehr unangenehm. Obwohl sich auch der hintere Teil des Halses unglaublich trocken anfühlt, empfindet der Patient einen Schleimklumpen im Hals, der schwierig „auszuräuspern“ ist. Bei einem Fieberanfall entstehen eine Atembeklemmung sowie ein starkes Zusammenschnüren der Brust, was von einem keuchenden Husten begleitet sein kann.

Herzmuskelschwäche sowie Herzrhythmusstörungen sind häufige Symptome von Kalium carbonicum-Patienten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffene Person empfindet ein großes Verlangen nach Saurem oder Zucker, während er eine enorme Abneigung gegen Roggenbrot hegt. Milch und warme Speisen bekommen ihnen nicht und nach fast jeder Mahlzeit entstehen Magenkrämpfe (Koliken) sowie Blähungen. Während des Essens sind einige Kalium carbonicum-Personen etwas schläfrig, nach dem Essen fühlen sie sich aufgetrieben und müssen aufstoßen. Es herrscht oft eine erhebliche Übelkeit, die auch mit Ängstlichkeit verbunden sein kann, zugleich befürchten die Betroffenen eine bevorstehende Ohnmächtigkeit. Abends müssen sie nicht selten würgen, was fallweise zu Erbrechen führen kann.

Quer über das aufgetriebene Bauch (Abdomen) herrscht eine Angespanntheit, um den Nabel herum ein Berührungsschmerz. Wie bei den Wehen schneidet und zieht es, in der Magengrube dehnen sich stechende Schmerzen aus, die den Patienten den Atem nehmen.

Kalium carbonicum-Patienten leiden unter Verstopfungen und nach dem Stuhlgang an einem beständigen Brennen und Jucken des Afters. Der Stuhl ist verzögert aufgrund der Untätigkeit des Mastdarms (Rektum). Vor und während des Stuhlgangs tritt ein weißer Schleim hervor. Genauso können aber auch ein schmerzloser Durchfall (Diarrhöe) oder solche mit beißendem Schmerz am After auftreten.

Die Krampfadern (Varizen) treten während des Stuhlgangs sowie während des Urinlassens (Miktion) hervor und können sich entzünden, was zu einem Wundheitsschmerz führen würde.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Während und nach häufigen, aber nur langsam möglichen Harnlassen, brennt die Harnröhre (Urethra). Nach dem Urinieren geht beim Mann Prostatasekret mit ab.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Arme fühlen sich in der Kälte und nach heftiger Anstrengung taub an, sind schwach und kraftlos. Unter den Achseln treten nicht nur Mengen an Schweiß auf, sondern gleichzeitig Schwellungen, die zu einem wunden Schmerz führen können.

Im Schultergelenk knackt es beim Bewegen, insbesondere beim Heben des Arms. Unter dem Schultergelenk schmerzt es vor allem bei Bewegungen sowie bei Berührungen, als liege eine Quetschung vor. Die kalten Hände zittern nicht nur morgens,sondern genauso beim Schreiben. Nach dem Aufwachen sind die Fingerspitzen eingeschlafen. Die Handflächen sind von Bläschen befallen und jucken.

In den Beinen treten nachts rheumatische Schmerzen auf, die brennend oder stechend ausfallen. Am Abend sind die Beine sehr ruhelos, während sie nach dem Essen einschlafen. Am Schienbein tritt ein Jucken auf, die angeschwollenen Füße sondern reichlich und übel riechenden Schweiß ab. Im Bett fallen die kalten Füße auf, was bis hin zu roten entzündeten Frostbeulen an den Zehen reichen kann. Betroffene berichten von einer Empfindung, als ob der Nagel des großen Zehs ins Fleisch wachsen würde. Die empfindlichen Hühneraugen sind von schmerzhaften Stichen betroffen.

Im gesamten Muskelapparat und an den Gelenken treten Zuckungen sowie stechende Schmerzen auf, die in Ruhe verstärkt vorkommen. Schon ein kurzer Spaziergang ermüdet sehr, bei alten Personen treten zudem lähmungsartige Erscheinungen auf.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die trockene Haut juckt und brennt, Schwitzen kommt nur in geringem Maße vor. Bei Druck schmerzt die Haut wie bei einem unter der Haut liegendem Geschwür (subkutane Ulzeration). Über den Bauch sowie um die Brustwarzen bilden sich gelbe, schuppige, heftig juckende Flecken.

Kalium carbonicum-Personen leiden unter häufig auftretendem Herpes, ein Virus mit meist an der Lippe auftretenden Bläschen, die nicht nur jucken und brennen sondern gleichzeitig nässen, wenn man daran kratzt.

Purpurrote Frostbeulen sowie Bauchwassersucht (Aszites), Verhärtungen der Speicheldrüsen, vornehmlich der Ohrspeicheldrüse (Parotis) und juckende Warzen sind häufige Hauterscheinungen bei den Erkrankten.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Am Morgen frösteln Kalium carbonicum-Persönlichkeiten meist, tagsüber treten aber ebenso häufig Kälteanfälle wie Schauder auf. Das Frösteln am Abend wird durch Wärmezufuhr und durch Hinlegen vermindert.

In den Morgenstunden im Bett ist der Patient teilweise von innerer Hitze betroffen, während ein äußeres Frösteln vorliegt. Nachts sowie morgens schwitzen die Betroffenen enorm. Auch tagsüber wird der übel oder sauer riechende Schweiß durch leichte Bewegung und Anstrengung, vermehrt an der oberen Körperhälfte, rasant hervorgerufen.

Manche Kranke besitzen dahingegen die Unfähigkeit zu schwitzen.

Während des immer wieder, insbesondere am Abend, auftretenden Fiebers, besteht ein beständiges Frösteln, weitere Begleiterscheinungen sind heiße Hände, heftiger Durst und zugleich eine starke Abneigung gegen Essen.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Tagsüber und vor allem früh am Abend sind die Betroffenen sehr schläfrig. Nachts im Schlaf schrecken sie leicht auf und beißen ihre Zähne krampfhaft zusammen. Das rührt auch von schrecklichen Träumen her, die den Schlaf enorm stören. [6]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Kalium arsenicosum

Dieses Mittel kommt bei Herzbeschwerden und –infarkten, welche mit starker Angst gekoppelt sind, zum Einsatz. Die Beschwerden werden nachts zwischen zwei und vier Uhr am stärksten beschrieben.

Kalium bichromicum

Auch ein Kalium bichromicum-Patient klagt über einen starken Magenschmerz. Dieser kann jedoch genau lokalisiert werden, indem er mit dem Zeigefinger die punktförmige Schmerzstelle zeigt. Geschwüre (Ulzera) können vorzugsweise im Magenbereich entstehen.

Ebenso zeigen sie ein großes Pflichtbewusstsein, welches vor allem in der Familie eine große Rolle spielt. Oft besteht ein großes Verlangen nach Bier, das im Nachhinein aber schlecht vertragen wird.

Kalium bromatum

Die Pflichterfüllung äußert sich in einer sturen Tätigkeit, die vorzugsweise manuell erfolgt. Ein Beispiel ist das Stricken, welches von weiblichen sowie männlichen Partien ausgeführt wird, die sich gerne Alternativbewegungen anschließen. Die zwanghafte Ausführung der Tätigkeit wird von ihnen bisweilen auch in einer Strafe Gottes begründet. [7]

Hintergrundinformationen

In der Natur findet man Kalisalze hauptsächlich in Biomassen (Substanzen pflanzlichen Ursprungs) wie zum Beispiel Holzasche. Die größten Vorkommen finden sich jedoch in Ablagerungen im Meer von Russland und Kanada sowie im Toten Meer.

Chemisch gesehen ist Kalium carbonicum zwar ein Metall, dauerhaft ist es aber nur in seinen Verbindungen haltbar. Der Geruch sowie Geschmack sind neutral und wird schon seit Jahrhunderten als Backtriebmittel, sprich Lebensmittelzusatzstoff E501, vor allem in der Weihnachtsbäckerei verwendet. Außerdem dient es als Zusatzstoff bei der Herstellung von Glas, Schmierseife, Farben und Düngemittel.

Das historische Gewinnungsverfahren, bei dem die Holzaschen in Wasser ausgelaugt und sodann in eisernen Pötten eingedampft wurden, wodurch sich auch der Name „Pottasche“ erklären lässt, ist durch die chemische Industrie der Elektrolyse (Aufspaltung einer chemischen Verbindung durch Zufuhr elektrischen Stroms) kaliumhaltiger Salze und Karbonitisierung (Umwandlung von Calciumhydroxid in Calciumcarbonat) der erhaltenen Kalilaugen ersetzt worden. Kalium carbonicum gehört demnach zu den homöopathischen Heilmitteln mineralischen Ursprungs. [1][2]