Globuli von J bis L

Lilium tigrinum Globuli

© panthermedia.net / Birute Vijeikiene

Die Tigerlilie (Lilium tigrinum) stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Interessant ist der medizinische Nutzen, denn die Zwiebel wirkt harntreibend und wird auch als herzstärkende Arznei benutzt. Homöopathisch gilt Lilium tigrinum vorwiegend als „Frauenmittel“. [6] Eine Selbstbehandlung mit Lilium tigrinum ist ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt nicht zu empfehlen, wenn die Beschwerden akut sehr stark sind oder sich schon länger hinziehen. [3]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Lilium tigrinum kommt häufig bei Frauen im jungen bzw. mittleren Alter zum Einsatz. Die Wirkung dieser Arznei zeigt sich vor allem im venösen System, am Herzen und an den Fortpflanzungsorganen, Ovarien und Uterus. Auch wirkt es auf den Mastdarm und die Blase sowie auf die linke Körperseite. [4]

Wo wirkt es?: Lilium tigrinum zeigt einen starken Einfluss auf die Beckenorgane und passt für viele auf Druck auftretende Schmerzen, die auf einen krankhaften Zustand von Gebärmutter (Uterus) und Eierstöcke (Ovarien) zurückgehen. Es hat eine deutliche Wirkung auf das Herz, die Nerven, den Geist und das Gemüt sowie auf den Darmausgang und die Aktivität des Darms. [5]

In welchem Alter?: Lilium tigrinum ist ein Mittel, das hauptsächlich bei Frauen im jungen bzw. mittleren Alter angezeigt ist. Da die gesamte Symptomatik der Erkrankungen mit den weiblichen Geschlechtsorganen, vor allem der Gebärmutter zusammenhängt, ist die Anwendung beim Männern oder geschlechtsunreifen Kindern in aller Regel gar nicht angezeigt. [5][6]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein Hinweis auf das homöopathische Mittel Lilium tigrinum können Symptome wie Herabdrängungsgefühl im Unterleib (Bearing down), Menstruationsfluss während der Regelblutung nur bei Bewegung oder auch eine sehr schwache, meist nur kurz dauernde Menstruationsblutung (Hypomenorrhoe) sein. Gemütszustand und Stimmung sind sehr charakteristisch, sie spielen für die Auswahl eine große Rolle. [1] Ein wichtiger Hinweis für das Mittel Lilium tigrinum können Herzschmerzen sein mit dem Gefühl, als ob das Herz in einen Schraubstock gepresst wird. [2]

  • Empfindung des Abwärtsdrängens im Leib und im Becken, als wollten alle Organe herausfallen [2]
  • Empfindung als würde das Herz in einen Schraubstock gepresst [2]
  • Menstruationsbeschwerden mit dunklem klumpigen Blut, das Blut fließt nur bei Bewegung
  • dauernder Stuhldrang wegen des Druckes im Rektum [5]
  • Gefühl von Völle, Schwere und Herausdrängen oder Herabdrängen [4]
  • übermäßiges sexuelles Verlangen mit moralischer Furcht [5]
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) mit Kurzsichtigkeit [5]
  • gehetzt, nervös, schnippisch und niedergeschlagen [4]
  • überwiegend linksseitige Beschwerden

Verbesserung: Der Zustand des Patienten bessert sich an der kühlen, frischen Luft, bei Beschäftigung, beim Liegen auf der linken Seite, beim Übereinanderschlagen der Beine und bei Sonnenuntergang. [4][5]

Verschlechterung: Wärme, abends, nachts, Erschütterung, Zimmerwärme, Bewegung, Trost, verschlechtern den Zustand des Patienten [4][5]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Lilium tigrinum-Patient zeigt eine tiefe, geistige Niedergeschlagenheit und befürchtet eine unheilbare, organische Erkrankung zu haben. Er quält sich wegen der eigenen Seelenrettung und neigt zum Fluchen, Schlagen und zu unanständigen Gedanken. [5] Es kann schnell zur hochgradigen Reizbarkeit und heftigen zornigen Entladungen kommen. Die Umgebung hat das Gefühl die Betroffenen „wie ein rohes Ei“ behandeln zu müssen. Diese enorme seelische Empfindlichkeit ist gepaart mit einem gewissen Hochmut, einer Neigung zum schnellen „Beleidigt sein“, wenn die eigenen Bemühungen nicht ausreichend geschätzt werden. Es besteht ein Widerstreit mit den ausgeprägten sexuellen Bedürfnissen und den hohen moralischen Ansprüchen beim Lilium tigrinum-Patienten. Er muss sich intensiv beschäftigen, um sein sexuelles Verlangen zu unterdrücken. Die Energie zeigt sich auch im erregten und hastigen Wesen, in der Ungeduld und dem Bedürfnis alle Aufgaben eilig und gehetzt zu erledigen. Typisch ist auch das Auftreten von Schuldgefühlen und Reue, wenn Grenzen überschritten wurden und Gefühle nicht kontrolliert werden konnten. [1]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Lilium tigrinum-Patienten haben ein „wildes Gefühl“ im Kopf, als ob sie wahnsinnig würden. Es können brennende Kopfschmerzen auftreten, die im Zusammenhang mit Gebärmutterproblemen stehen, die vor, [während] und nach der Menstruation schlimmer sind. Auch Kopfschmerzen über dem linken Auge, der sich zum Scheitel erstreckt und mit Schwindel und Sehstörungen einhergeht sind möglich. [4]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Augen beißen und brennen, Lesen verschlimmert die Symptome.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein beklemmendes Lastgefühl auf der Brust. In warmen oder überfüllten Räumen drohen Erstickungsanfälle. [4] Der Lilium tigrinum-Patient verspürt ein Gefühl als würde das Herz gepackt und zusammengedrückt, als ob es zum Platzen voll wäre. Es besteht ein Kältegefühl des Herzens. Beschwerden von Angina pectoris mit Schmerz im rechten [!] Arm. Der Puls ist unregelmäßig und sehr schnell. Die Extremitäten sind dabei kalt und mit kaltem Schweiß bedeckt. [2][4]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Lilium tigrinum-Patient ist hungrig und durstig. Er trinkt oft und viel vor Krankheitsausbruch. Es besteht ein Verlangen nach Fleisch oder nach sauren oder süßen Leckerbissen. Gegen Kaffee und Brot besteht eine Abneigung. Der Bauch ist schmerzhaft aufgetrieben, es besteht ein Druckgefühl nach unten und gegen Mastdarm und After, der im Stehen verschlimmert und beim gehen im Freien verbessert wird. Auch ein Zittergefühl im Bauch kann auftreten. Aufgrund des Druckes im Darm, der vor allem morgens früh sehr stark ist, hat der Patient häufigen Stuhldrang, der auch schmerzhaft sein kann. Besonders bei plethorischen (vollblütigen), nervösen Frauen in den Wechseljahren kann es zur Dysenterie (eine Entzündung im Dickdarm) mit Schleim und Blut kommen. [4][5]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es besteht ein ständiger Druck auf die Blase mit stetem Harndrang. Der Urin ist milchig, spärlich und heiß brennend. [4][5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Weibliche Genitalien: Die Menstruation ist früh, spärlich, dunkel, klumpig, und übelriechend. Es besteht ein Gefühl des Nach-unten-Ziehens mit dringendem Stuhlgang, als ob alle Organe herausträten. Dieses Gefühl verschwindet bei Ruhe. Es besteht nur Menstruationsfluss bei Bewegung und es besteht Blutandrang in der Gebärmutter. Es kann ein Schmerz vom linken Eierstock die Schenkel herab auftreten. An den Schamlippen kann es zu Schmerzen kommen, auch ein scharfer, brauner Ausfluss kann auftreten. Das sexuelle Verlangen ist geweckt. [4][5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es bestehen Schmerzen in der Wirbelsäule und im Rücken mit Zittern. Schmerzen von Hüfte zu Hüfte (oder Leiste zu Leiste) können auftreten. Der Lilium tigrinum-Patient kann nicht auf unebenem Boden gehen, die Beine tun weh. Der Gang ist schwankend, der Patient kann nicht geradeaus gehen. [4]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Fieber eines Lilium tigrinum Patienten geht mit starker Hitze und Mattigkeit nachmittags mit Pulsieren im ganzen Körper einher. Der Patient fröstelt an der kühlen, frischen Luft, sonstige Symptome bessern sich aber durch die kühle Luft. [4][5]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Schlaf ist unerfrischend mit unangenehmen Träumen. Der Lilium tigrinum-Patient ist unfähig zu schlafen und hat dabei ein „wildes Gefühl“ im Kopf. [2][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sepia

Sepia wird homöopathisch aus der Tinte des Tintenfisches hergestellt. Insbesondere kommt es auch bei Sepia zu dem charakteristischen herabdrängenden Schmerz, meist ebenfalls in Verbindung mit Reizbarkeit. Im Gegensatz zu Lilium tigrinum besteht bei Sepia allerdings eine starke Abneigung gegen sexuelle Aktivitäten. Betroffene Frauen ziehen sich von ihrer Familie zurück, der Geruchssinn ist übersteigert, manchmal mögen sie sogar ihren Mann nicht riechen. Außerdem verschlimmert Kälte und kalte Luft. [1][4]

Lachesis

Lachesis, die Buschmeisterschlange gehört zur Familie der Vipern. Zur Herstellung von Lachesis wird frisches Sekret der Giftdrüsen verwendet. Es ist auch eine Arznei bei Dysmenorrhö, im Mittelpunkt steht ähnlich wie bei Lilium tigrinum, die „Stauung“ und Zunahme der Blutmenge (Kongestion) verschiedener Bereiche vor der Blutung. Betroffen ist allerdings nicht nur der Brustbereich, sondern insbesondere auch der Kopf. Es kann sich pulsierender berstender Kopfschmerz entwickeln. Die Verschlechterung aller Symptome vor der Blutung ist typisch. Sobald jedoch „der erste Blutstropfen“ fließt, werden alle Beschwerden sofort besser. [1][5]

Cimicifuga

Cimicifuga, die Traubensilberkerze zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Die Homöopathie verwendet den Wurzelstock der Pflanze. Auch Cimicifuga zeigt Niedergeschlagenheit und gedrückte Stimmung und ist ein großes Frauenmittel in Bezug auf Menstruationsbeschwerden. Cimicifuga kommt auch bei Herzbeschwerden zum Einsatz, allerdings ist der Puls im Gegensatz zu Lilium tigrinum unregelmäßig, langsam und zitternd und die Herzaktion hört plötzlich auf, so dass ein Ersticken droht. Außerdem bessert Wärme. [5]

Nux vomica

Nux vomica gehört zu den Brechnussgewächsen. In der Homöopathie wird der reife, getrocknete Samen verwendet. Reizbarkeit während der Blutung kann auch auf Nux vomica hinweisen. Es kommt ebenfalls zur Ungeduld und Hastigkeit. Die Gedanken drehen sich häufig um die (unerledigte) Arbeit, die Betroffenen ärgern sich über die Einschränkung durch Regelbeschwerden. Kopfschmerzen, ein „katerartiges“ Vergiftungsgefühl und krampfartige Bauchschmerzen treten zusätzlich auf. Der gesamte Zustand verschlechtert sich am frühen Morgen, Wärme verbessert. [1][5]

Hintergrundinformationen

Die Tigerlilie (Lilium tigrinum) gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie ist ursprünglich in China und Japan beheimatet. Bei uns ist sie inzwischen als Zierpflanze in verschiedenen Farben kultiviert. Die ausdauernde Zwiebelstaude wird bis zu einem Meter hoch und ähnelt sehr der bei uns beheimateten Türkenbundlilie. Die Blüten stehen in lockeren Trauben. Die Blütenblätter rollen sich bei der geöffneten Blüte leicht nach außen, sind leuchtend rot und haben auf der Innenseite der Blütenblätter dunkle Flecken. Der Blütenstaub färbt sehr stark und wird überreichlich produziert. In den Blattachseln der lanzettlichen Blätter sitzen dunkle Brutzwiebeln zur vegetativen Vermehrung. In ihrem Heimatland verbreiten die Wildsorten ihren Duft erst gegen Abend, wenn andere Blüten sich schließen. So verhindert sie, dass sie mit gewöhnlichen Pollen bestäubt wird. Das homöopathische Mittel Lilium tigrinum wird während der Blütezeit aus der frischen Pflanze ohne Zwiebel hergestellt.