Globuli von J bis L

Kalium bromatum Globuli

© panthermedia.net / Vinod Kumar Pillai

Kalium bromatum wird auch Kaliumbromid, oder Bromkalium genannt. Es ist ein Mineralsalz, das in der Natur vorkommt aber auch synthetisch hergestellt[1] wird. Die natürlichen Ressourcen finden sich im Meerwasser. Kaliumbromid wird im Bereich der analogen Fotografie und der Medizin eingesetzt. Es wurde im vergangenen Jahrhundert schulmedizinisch in hohen Dosen als Beruhigungsmittel (Sedativum) und gegen Epilepsie angewandt. Die zu hoch gewählten Dosierungen führten zu Bromvergiftungen. Die Erkrankung wurde Bromismus genannt und zeigte sich in Eintrübungen des Geistes und Hauterscheinungen [2]. Seit 1978 ist Kaliumbromid verschreibungspflichtig und die heutige Schulmedizin beschränkt den Einsatz von Kaliumbromid auf die Behandlung von Epilepsie in erheblich niedrigerer Dosierung. Natürlich vorkommende Mineralsalze, wie Kalium bromatum, sind die Grundsubstanz einiger homöopathischer Heilmittel und der Schüssler-Salze. Nach dem homöopathischen Ähnlichkeitsprinzip wird Kalium bromatum in homöopathischer Verdünnung gegen die Symptome eingesetzt, die das Mittel in seiner Reinform beim Menschen als Vergiftungserscheinungen auslösen würde. In der Biochemie nach Dr. Schüssler trägt das Kalium bromatum als Ergänzungsmittel die Nr. 14 und wird ähnlich dem homöopathischen Heilmittel Kalium bromatum hauptsächlich bei Erkrankungen und Störungen eingesetzt, die einen Bezug zum Nervensystem und der Haut haben [6].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Kalium kann gegen psychomotorische Erregtheit, Gedächtnisschwäche, Impulsivität, Unruhe und übermäßigen Bewegungsdrang gegeben werde. Daher werden häufig Kinder mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit mit Kalium bromatum therapiert. Auch alte Menschen können einen Gewinn erlangen durch die mögliche Wirkung gegen die Vergesslichkeit und psychomotorische Unruhe, die einhergehen kann mit erhöhter Gereiztheit und auch Schlaflosigkeit [7].

Einige wichtige Hautkrankheiten, wie Akne und Psoriasis (Schuppenflechte), können mit Kalium bormatum behandelt werden. Außerdem kann Kalium bromatum wirken gegen Zähneknirschen (Bruxismus), Schlafwandeln (Somnambulismus), Angst, manisch-depressive Störung, Blasenschwäche, Schluckauf, Husten, Alkoholdelir, Magen-Darm-Entzündung, sexuelle Störungen (Impotenz und auch krankhaft gesteigerte Libido) und allgemeine Krampfneigung.

Wo wirkt es?: Kalium bromatum in hoher Dosierung löst das Krankheitsbild des Bromismus aus. Vergiftungserscheinungen zeigen sich hierbei im Nervensystem und auf der Haut. Nach dem Simile-Prinzip der Homöopathie wirkt das homöopathisch verdünnte Heilmittel auf die entsprechenden Bereiche des Körpers. Kalium bromatum kann also seine Wirkung im Nervensystem und an der Haut erzielen.

In welchem Alter?: Kalium bromatum kann grundsätzlich in jedem Alter angewendet werden. Durch die mögliche besondere Wirkung gegen Akne und unausgeglichene Sexualität können Jugendliche von Kalium bromatum profitieren. Auch Säuglinge mit Säuglingsakne können Kalium bromatum erhalten. Desweiteren können alte Menschen und Schulkinder mit Gedächtnisschwäche und psychomotorischer Unruhe mit Kalium bromatum therapiert werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Personen, bei denen die Gabe von Kalium bromatum nahe liegt, sind ständig in Bewegung. Auffällig sind die unruhigen Hände, die geschäftig ineinander verschlungen und geknetet werden. Die Person wirkt langsam, aber die Reflexe sind gesteigert und die Muskeln zucken und können verkrampfen. Die Gliedmaßen scheinen nicht still bleiben zu können. Die Personen stolpern und taumeln beim Laufen, als seien sie betrunken. Durch die ständige Bewegung sind die Patienten meist erschöpft und schwach. Psychisch können sich die Patienten bei fortgeschrittener Erkrankung wahnhaft zeigen. Sie können argwöhnisch, gar paranoid sein und leiden unter Vergiftungsängsten, Verfolgungswahn und denken an Verschwörungstheorien. Nachts können sie unter Alpträumen leiden und Schlafwandeln. Alle körperlichen Anzeichen zeigen Fluchtverhalten, beispielsweise kann ihr Blick starr und angsterfüllt sein mit erweiterten Pupillen. Sie sind vergesslich und beim Sprechen verschlucken sie Satz- oder Wortteile.Auf der Haut kann sich eine ausgeprägte Akne mit harten dunklen Pusteln zeigen. Diese können miteinander verschmelzen und Furunkel bilden. Die Haut kann auch an Schuppenflechte (Psoriasis) erkrankt sein. Die Schleimhaut der Atemwege kann betroffen sein. Es kann Husten mit heftiger Atemnot auftreten. Einsatzmöglichkeiten könne darum Asthma oder Krupphusten sein. Die Nase ist ständig verstopft und leidet an Schnupfen. Das Schlucken fällt schwer. Desweiteren kann es zu einem grünen, wässrigen Stuhlgang kommen. Es träufelt etwas Harn vor dem Stuhlgang. Der Geschlechtstrieb zeigt anfangs eine zu hohe Potenz die beständig weniger wird und schließlich in Impotenz endet. Kalium bromatum kann auch bei Epilepsie, insbesondere jene Form, die in Verbindung mit der Menstruation auftritt, induziert (angebracht) sein. Insgesamt beginnen die Symptome langsam und ohne Schmerzen.[2][3][5][8][9]


Verbesserung: Die Symptome bessern sich durch geistige und körperliche Beschäftigung. Am Tage geht es besser als nachts. [3][5]


Verschlechterung: Eine Verschlechterung des Zustandes bewirken Salz, kalte Luft, Zugluft, Neumond, geistige Anstrengung, Aufregung und Kummer. Nachts geht es schlechter, insbesondere morgens um 2 Uhr. [3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig sind die Patienten religiös, tiefsinnig und melancholisch. Sie legen Wert auf korrekte Umgangsformen und moralisches Handeln. Sie fühlen jedoch einen moralischen Mangel in Bezug auf ihre angestrebte religiöse Keuschheit, die durch eine starke eigene Sexualität gestört wird. Der Schlaf ist unruhig und es kann Schlaflosigkeit auftreten, weil sie sich Sorgen und Gedanken machen. Kinder haben häufig schlimme Alpträume. Weitere mögliche Beschwerden können Verfolgungswahn, Gedächtnisverlust, Verschwörungsgedanken, Vergiftungsangst und Wortfindungsstörung sein.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufig knirschen die Patienten, insbesondere während des Schlafs, mit den Zähnen (Bruxismus). Die Nase ist ständig verstopft bei andauerndem Schnupfen. Es besteht eine Tendenz der Ausbreitung der Schleimhautreizung bis in den Rachen. Vor allem am Morgen ist ein Taubheitsgefühl aller Schleimhäute des Kopfes möglich. Das Schlucken, besonders das Schlucken von Flüssigkeiten, bereitet Schwierigkeiten.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist gerötet

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Husten ist trocken und krampfhaft und tritt hauptsächlich nachts auf. Speziell Kinder leiden oft unter heftigen Krampfanfällen in der Nacht bei Pseudokrupp oder Keuchhusten. Sie wachen auf und weinen vor Angst, keine Luft mehr zu bekommen. Schwangere leiden vielmals an einem ermüdenden, abgehackten nächtlichen Husten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Leiden Kalium bromatum-Patienten an Erbrechen, wird fast jede Mahlzeit erbrochen. Danach haben sie großen Durst. Es kann auch ein anhaltender Schluckauf auftreten. Beim Stuhlgang können die Patienten das Gefühl haben, als würde der Darm herausfallen. Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall schwächen die Patienten. Bei Durchfall kann der Stuhl wässrig, dünn, grün und blutig sein. Alles begleitet von großem Durst und Krämpfen. Eine Verstopfung ist auch möglich. Kältegefühl im Bauchraum.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Sensibilität der Harnröhre ist vermindert. Es wird übermäßig viel Urin abgegeben, verbunden mit Durst.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das charakteristische Taubheitsgefühl findet sich auch im Genitalbereich. Dies hat Auswirkungen auf die Sexualität der Kalium bromatum-Patienten. Männliche Patienten können Probleme mit ihrer Sexualtiät bekommen, Impotenz ist möglich. Nach sexuellen Exzessen kann es zu Effekten kommen, wie Gedächtnisverlust, beeinträchtigte Koordinationsfähigkeit und ein Taubheitsgefühl mit Kribbeln im Genital.Weibliche Kalium bromatum-Patientinnen leiden oft an einem heftigen Juckreiz (Pruritus) im Genitalbereich. Im Unterbauch empfinden die Patientinnen ein unbehagliches Kältegefühl. Die Eierstöcke können geschwollen und verändert sein. Die sexuelle Lust kann übermäßig gesteigert sein. Während der Menstruation (Monatsblutung) kann es zu epileptischen Anfällen kommen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Alle Gliedmaßen scheinen nicht still bleiben zu können. Auffällig sind die unruhigen Hände, die geschäftig ineinander verschlungen und geknetet werden. Die Reflexe sind gesteigert, es kann zu Muskelzuckungen und -krämpfen kommen. Die Patienten stolpern und taumeln beim Laufen, als seien sie betrunken.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Auf der Haut kann sich eine ausgeprägte Akne mit harten dunklen Pusteln zeigen. Diese können miteinander verschmelzen und Furunkel bilden. Die Akne findet sich im Gesicht, auf der Brust und an den Schultern. Die Haut kann jucken, oder taub sein.Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine weitere mögliche Krankheit.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein unangenehmes Kältegefühl im Unterleib ist möglich.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit kann sein, weil die Patienten sich Sorgen und Gedanken machen. Auch in der Folge sexuelle Exzesse kann es zu Schlaflosigkeit kommen. Der Schlaf ist unruhig und Alpträume sind häufig. Während des Schlafs wird mit den Zähnen geknirscht. Schlafwandeln ist auch möglich. Eine extreme Schläfrigkeit kann die Folge sein.[4][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Argentum nitricum

Der Bezug des Argentum nitricum zum Nervensystem ist ähnlich wie Kalium bromatum. Argentum nitricum bezieht sich jedoch gezielt auf besondere Ängste, wie Prüfungsangst, Lampenfieber, belastende Sorgen bei bevorstehenden Ereignissen. Argentum nitricum-Patienten können unter nervösem Durchfall mit schmerzhaften Blähungen leiden. Bei Kalium bromatum treten wässrig-dünne grüne Stühle mit Bauchkrämpfen auf. Schlafstörungen mit Alpträumen sind bei beiden Mittelindikationen vergleichbar. Der enge Bezug des Kalium bromatum zur Haut fehlt dem Argentum nitricum.

Aconitum napellus

Aconitum napellus-Patienten können eine ähnliche körperliche Unruhe mit allgemeinem Bewegungsdrang erfahren, wie Kalium bromatum-Patienten. Die Begleitsymptome und auslösende Situationen sind bei Aconitum jedoch anders. Aconitum-Pateinten haben Herzklopfen, schnellen Puls, Kurzatmigkeit, Ungeduld, und der Bedarf nach Aconitum ist oft eine Folge eines plötzlich eingetretenen Ereignisses, das großen Schrecken hervorgerufen hat. Aconitum kann auch angewendet werden bei Erkältungen und Atemwegsinfektionen, es fehlt aber der ganz besondere Bezug des Kalium bromatum zu trockenem krampfartigen Husten.

Arnica

Arnica kann ebenso wie Kalium bromatum gegen Unruhe und Schlafstörungen wirken. Die Ursachen liegen bei Arnica-Patienten in Trauer, erschreckenden Erlebnissen, seelischen Kränkungen und Folgen von Übermüdung und Anstrengung. Wie Kalium bromatum kann Arnica auch gegen Epilepsie eingesetzt werden. Arnica wird bei Epilepsie, die durch traumatisch bedingte Verletzungen hervorgerufen werden kann angewendet. Kalium bromatum kommt zum Einsatz bei Epilepsie, die während der Menstruation auftreten kann.

Juglans regia

Juglans regia kann wie Kalium bromatum gegen Akne angewendet werden. Juglans regia wird gegen viele kleine Eiterpickel im Gesicht, am Rücken und im Bereich der Achselhöhlen eingesetzt. Kalium bromatum hingegen kann gegen ausgeprägte Akne mit harten dunklen Pusteln im Gesicht an der Brust und an den Schultern wirken. Begleiterscheinungen bei Juglans regia-Patienten können Schmerzen am Hinterkopf und im Nacken und eine verfrühte Menstruation mit dunklem klumpigem Blut sein.

Sulfur jodatum

Sulfur jodatum kann wie Kalium bromatum gegen Akne zur Anwendung kommen. Sulfur jodatum kann gegen Mitesser und große schmerzhafte Eiterpickel eingesetzt werden. Begleiterscheinungen können eine unreine Haut bei langanhaltenden Entzündungen sein.

Sepia

Sepia kann wie Kalium bromatum gegen Akne eingesetzt werden. Sepia kann gegen Mitesser, Pickel, Bläschen am Mund, am Kinn und an den Lippen wirken, wohingegen Kalium-bromatum-Patienten harte dunkle Pusteln im Gesicht, auf der Brust und an den Schultern haben. [9][10]

Hintergrundinformationen

Kalium bromatum ist ein Mineralsalz, das selten in der Natur vorkommt und auch künstlich hergestellt werden kann. Die natürlichen Ressourcen von Kalium bromatum finden sich im Meerwasser. Kaliumbromid ist eine farblose, wasserlösliche Substanz [11]. Kaliumbromid (chemisches Kürzel: KBr) wird in der analogen Fotografie verwendet. Es wird zur Herstellung von Silberbromid (chemisches Kürzel: ArBr) genutzt. ArBr-Emulsionen auf Platten und Filmen dienen als Verzögerer in der Filmentwicklung [1]. Kalium bromatum wird auch medizinisch genutzt und, bis 1978 frei von der Verschreibungspflicht, in zu hohen Dosen als Beruhigungsmittel und gegen Epilepsie eingesetzt [6]. Kaliumbromid war das erste Mittel gegen Epilepsie [12]. Zu hohe Dosen führten zu Bromismus, Vergiftungserscheinungen die den Geist trübten und die Haut erkranken ließen. Die heutige Schulmedizin beschränkt den Einsatz von Kaliumbromid auf die Behandlung von Epilepsie in erheblich niedrigerer Dosierung. In der Homöopathie kann Kalium bromatum (homöopathisches Kürzel: kali-br) hauptsächlich im Bereich psychischer Erkrankungen, aber auch gegen Hautprobleme zur Anwendung kommen.