Globuli von J bis L

Juniperus communis Globuli

© panthermedia.net / Christine Schmutzler-Schaub

Juniperus communis ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus den Beeren des gemeinen Wacholders gewonnen wird. Der Wacholder ist ein Zypressengewächs und auf der nördlichen Erdhalbkugel beheimatet. Der Saft der Beeren wird schon seit der Antike in der Medizin verwendet, und zwar als entzündungshemmendes (antiseptisches) und harntreibendes (diuretisches) Mittel. Hippokrates wandte die Beeren äußerlich bei Fisteln und Wunden an. In der Homöopathie ist Juniperus communis hauptsächlich bei akuten oder chronischen Nierenentzündungen und Ödemen indiziert. [1] [2] Juniperus communis eignet sich im Rahmen einer akuten Erkrankung für die Selbstbehandlung, bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden oder bereits vorgeschädigter Niere sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Juniperus communis ist indiziert bei einer katarrhalischen Entzündung der Nieren, Ödemen mit mangelhafter Harnausscheidung von weniger als 100ml/24 Stunden (Anurie) und auch bei chronischen Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis). Es kann alten Leuten mit schwacher Verdauung und spärlicher Harnsekretion gegeben werden. [2]

Wo wirkt es?: Juniperus communis besitzt eine große Wirkung auf die Harnorgane, speziell die Nieren. Es wirkt gegen Ödeme mit mangelhafter Harnausscheidung) und bei chronischer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). [2]

In welchem Alter?: Juniperus communis kann in jedem Lebensalter angewendet werden, oftmals ist es bei älteren Menschen indiziert.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Die Patienten leiden an einem schmerzhaften Harndrang mit nur geringen Harnmengen (Strangurie).
  • Der Urin kann blutig sein.
  • Der Urin kann nach Veilchen riechen. [2]

Verbesserung:

Verschlechterung:

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Husten kann sich Harndrang mit spärlichem, konzentriertem Harn einstellen. [2]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es kann ein schmerzhafter Harndrang mit nur geringen Harnmengen (Strangurie) zu beobachten sein. Der Urin kann blutig und spärlich sein und nach Veilchen riechen. Die Patienten können das Gefühl eines Gewichtes auf der Nierengegend haben. Es kann zu einer Entleerung trüben Prostatasekretes aus der Harnröhre während des Stuhlganges oder beim Wasserlassen (Prostatorrhoe) kommen. [3] Ein übermäßiges Blutangebot in der Niere (renale Hyperämie) kann ebenfalls ein Symptom sein. [2]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Juniperus sabina

Juniperus sabina ist ebenfalls ein Zypressengewächs, bei dem die frischen Zweigspitzen verwendet werden. Es wirkt besonders auf die Organe des weiblichen Beckens und wird auch bei Gicht angewendet. Für die Patienten ist Musik unerträglich. Sie spüren ein Brennen und Pochen in der Nierengegendund können blutigen Urin haben. Allerdings haben sie einen starken Harndrang. Eine Blasenentzündung (Zystitis) mit pulsierenden Schmerzen überall oder auch eine Harnröhrenentzündung kann ein Symptom sein. [2] [4]

Juniper virginiana

Juniper virginiana ist die rote Zeder, ebenfalls ein Zypressengewächs. Ein Hauptsymptom ist ein heftiger Blasenkrampf (Tenesmus) und ein andauerndes Zerren im Rücken. Die Nieren können eine Überfülle an Blut aufweisen (Hyperämie). Es kann zu einer Nieren- und Nierenbeckenentzündung kommen. Bei Ödemen älterer Menschen mit Harnunterdrückung kann Juniper virginiana indiziert sein. Während des Urinierens kann es weiter zu brennenden, schneidenden Schmerzen(Dysurie) in der Harnröhre kommen.. Ein dauernder Harndrang ist typisch. Krämpfe und ein schmerzhafter Harndrang mit nur geringen Harnmengen (Strangurie) sind weitere eventuelle Hinweise auf das Mittel. [2]

Oleum Terebinthinae

Oleum Terebinthinae (Terpentinöl) wird aus dem ätherischen Öl des Harzes verschiedener Kiefernarten gewonnen. Es hat eine besonders starke Beziehung zu blutenden Schleimhäuten, wobei die Harnwegssymptome sehr ausgeprägt sind. EineNierenentzündung kann mit dunklen und stinkenden Blutungen einhergehen. Der Urin kann ebenfalls nachVeilchen riechen und es kann ein schmerzhafter Harndrang mit nur geringen Harnmengen (Strangurie) auftreten. Der Urin kann auch blutig sein. Eine Harnröhrenentzündung kann mit schmerzhaften Erektionen verbunden sein. Krämpfe treten sehr oft und lang andauernd auf. [2]

Hintergrundinformationen

Juniperus communis (Wacholder) ist ein Zypressengewächs und auf der nördlichen Erdhalbkugel beheimatet. Der Wacholder ist in seiner Form und seiner Größe und Gestalt der Nadeln sehr veränderlich: man kann ihn strauchartig und niedrig finden als auch pyramidenförmig. Die Blätter sind nadelförmig und hellgrün. Die Wacholderbeeren sind im ersten Jahr grün und eiförmig, erst im zweiten Jahr werden sie dunkelbraun bis schwarz. Für die Zubereitung des Homöopathikums werden die Beeren verwendet. [1]