Globuli von J bis L

Latrodectus mactans Globuli

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Hinter dem Namen Lactrodectus mactans versteckt sich nichts anderes als die „Schwarze Witwe“. Hierbei handelt es sich um eine Spinnenart, die man hauptsächlich in Südamerika und im südlichen Teil der USA findet. Diese Spinnenart gehört zur Familie der Arachnoidea, sie ist dicklich und schwarz mit einem rot- orangen Fleck auf der Bauchunterseite. Das Weibchen hat eine Länge von einem Zentimeter und ist damit viel größer als das Männchen. Nach der Paarung frisst das Weibchen das Männchen, woher es den Namen „Schwarze Witwe“ hat.

Sie lebt in dunklen und entlegenen Erdlöchern und ist in der Lage, Beute, die viel größer und schwerer ist als sie selbst, zu töten. Dabei wird die Beute in einen festen Mantel aus seidenen Fäden gewickelt und durch ein Gift, das sich in den Giftklauen der Spinne befindet innerhalb von wenigen Minuten getötet. Das Gift der Schwarzen Witwe gehört zu den stärksten Nervengiften überhaupt. Das homöopathische Mittel wird aus dem gesamten Tier des Spinnenweibchens hergestellt. Eine Selbstbehandlung mit dieser Arznei erfordert eine Unbedenklichkeitserklärung eines Facharztes, da die Symptome des Patienten in aller Regelakute Notfallsymptome des Herzens oder des Nervensystems sind.[1][2]

Anwendungsmöglichkeiten

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei wem?: Patienten mit anfallsartiger Brustenge und heftigsten Herzschmerzen (Angina pectoris), könnte im Notfall diese Arznei helfen. Dabei ist die gesamte Muskulatur verkrampft. Es kommt zu starkem Frösteln mit eiskalter Haut sowie einer starken Unruhe. Ebenfalls können schwarze Blutungen (Hämorrhagien) aus dem Darm sowie Erbrechen von schwarzem Blut auftreten. Charakteristisch für Spinnenmittel ist eine ausgeprägte Ruhelosigkeit gepaart mit Bewegungsdrang, eine Überempfindlichkeit der Sinnesorgane und des Nervensystems in Verbindung mit einer auffälligen Frostigkeit.

Wo wirkt es?: Das Spinnengift greift hauptsächlich das Herz, den Blutkreislauf und das Nervensystem an.

In welchem Alter?: Wegen der akuten und bedrohlichen Herz-Kreislauf- oder Nervenkrisen, ist Latrodectus mactans für eine Selbstmedikation nur in Notfällen bis zum Eintreffen fachärztlicher Hilfe geeignet. Erkrankungen, die Latrodectus benötigen könnten, betreffen immer Erwachsene und Menschen in fortgeschrittenem Alter beiderlei Geschlechts.

Verbesserung: Ein heißes Bad und Ruhe können Muskelkrämpfe und Schmerzen bessern.

Verschlechterung: Die Beschwerden nehmen zu durch die geringste Bewegung des Körpers oder auch nur der Hände.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, die Lactrodectus mactans benötigen könnten, haben große Angst bis zur Todesangst. Kranke befürchten, in der akuten Situation wahnsinnig zu werden. Sie werden von Angst und Unruhe getrieben.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten haben Angst zu ersticken und atmen sehr langsam, schnappen und ringen nach Luft. Tatsächlich besteht häufig Atemnot (Dyspnoe) bis hin zum Atemstillstand.

Es bestehen heftigste, stechende Herzschmerzen mit Ausstrahlung in die Arme und Taubheit in den Fingern. Die Schmerzen haben einen stechenden Charakter und können sich in Schultern, Rücken und Arme erstrecken. Der Patient hat Todesangst und schreit vor Schmerzen.Häufig besteht einschwacher, schneller Puls (bis 130/min).

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Bauchmuskulatur ist bretthart aber nicht berührungsempfindlich, Kolikartige Schmerzen der verkrampften Muskulatur. Die Bauchdecke ist bretthart. In schlimmen Fällen kann es zu schwarzem Bluterbrechen oder zu dunklen, blutigen Stühlen kommen.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Beine und Arme können sich taub anfühlen, es bestehen starke Empfindungsstörungen (Parästhesien) Krämpfe der gesamten Muskulatur (Tetanische Krämpfe) der Patient zittert, der ganze Körper schüttelt sich. Verkrampfung der Nackenmuskulatur, die sich bis in den unteren Rücken fortsetzt. Dabei empfindet der Patient ein Zusammenschnürungsgefühl und starke Schmerzen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist kalt wie Stein und blau-rötlich marmoriert.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit mit starker Unruhe; Der Patient träumt eventuell vom Fliegen.

[2][3][4]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Lachesis

Die Arznei der Buschmeisterschlange hat eine ausgeprägte Wirkung auf das Blut und das Herz-Kreislauf-System. Wie bei Latrodectus mactans kann es bei schweren Erkrankungen zu dünnflüssigen Blutungen aus dem Darm oder Magen kommen. Lachesis wirkt Blut zersetzend und verdünnend. Die Herzsymptomatik ist ähnlich: Es können plötzliche krampfartige Beschwerden in der Herzgegend auftreten, der Patient macht sehr tiefe Atemzüge, die quälenden Beschwerden führen bis zu Erstickungsanfällen, mit ausgeprägtem Lufthunger des Kranken: Er reißt die Fenster auf, um besser Luft zu bekommen. Bei allen Herzbeschwerden besteht eine Ohnmachts- und Kollapsneigung, die bei Latrodectus nicht vorherrscht. Auch die Herzsymptome werden häufig als Folge von Luftröhrenenge, Erstickungsgefühl und Angst ausgelöst. Die Beschwerden verschlimmern sich von Wärme, einem heißen Bad oder durch Ruhe und Schlaf- ganz im Gegensatz zu dem Spinnenmittel.[2][4]

Cactus grandiflorus

Patienten, die Cactus grandiflorus brauchen, haben während Herzkrampfanfällen ein Gefühl von Zusammenschnürung der Brust, wie von einem eisernen Band oder als ob ein schweres Gewicht auf ihrer Brust läge, so dass sie nicht mehr ausatmen können. Die Schmerzen schießen den linken Arm herunter, das Gesicht ist dabei mit kaltem Schweiß bedeckt, das Herz rast zwar, aber der Puls ist dünn und schwach. Schwindel begleitet den Anfall oft. Dieses Gefühl kann auch im Oberkörper- und Herzbereich bestehen. Diese Patienten fürchten auch den Tod, jedoch ohne die ausgeprägte Unruhe. Dieser Patient kann überhaupt nicht auf der linken Seite im Bett liegen, da diese Lage seine Herzsymptome deutlich verschlechtert. Solche Anfälle treten gerne gegen 11:00 Uhr vormittags oder 23:00 Uhr nachts auf.[2][3]

Spigelia

Die als Nelkenwurz bekannte Pflanze hat ebenfalls eine starke Wirkung auf die Nerven und das Herz. Wie bei Latrodectus mactans können die Patienten sehr unruhig sein. Sie klagen über Herzklopfen mit stechenden Schmerzen in der Herzgegend. Abweichend gibt es allerdings viele Augensymptome mit Schmerzen und dem Gefühl, das dieAugen zu groß für die Höhlen sind. Auffallend ist ebenfalls eine ausgeprägte Angst vor spitzen Gegenständen, zum Beispiel Nadeln.[3]

Aconitum napellus

Diese Pflanze ist auch bekannt als Eisenhut oder Sturmhut und enthält das Alkaloid Aconitin, welches für die Vergiftungssymptome beim Menschen verantwortlich ist. Homöopathisch verdünnt, kann Aconitum gegen folgende Beschwerden hilfreich sein: Die Erkrankung kommt zwischen Mitternacht und ein Uhr morgens wie ein Donnerschlag: Plötzlich auftretende Herzschmerzen mit Ausstrahlung in die linke Schulter, dabei besteht panikartige Unruhe und Furcht vor dem Tod. Der Patient sagt voraus, um wie viel Uhr er sterben wird. Das Herz rast, der Puls ist kräftig und hart, ab und an aussetzend. Missempfindungen in den Händen mit Taubheitsgefühl und Kribbeln. Die Extremitäten und der Rücken können betroffen sein von Taubheitsgefühlen, Schwere und einem lähmungsartigen Gefühl der Schwäche. Zu Muskelkrämpfen neigt der Aconitum-Kranke im Unterschied zu Latrodectus mactans Patienten nicht. Im akuten Fall kann der Aconit-Kranke überhaupt nicht alleine sein, er braucht Gesellschaft.[2][3][4]

Hintergrundinformationen

Spinnen gehören zur Klasse der Arachnoidea, zu der auch Skorpione, Milben und Zecken gehören. Insgesamt werden über 22.000 verschiedene Spinnenarten in den unterschiedlichsten Größen beschrieben.

Spinnen sind Räuber und haben unterschiedliche Methoden, um ihre Beute zu fangen und zu töten. Sie besitzen Giftklauen mit deren Hilfe sie das Spinnengift in ihre Beute spritzen. Für kleine Beutetiere wie z.B. Mäuse kann dieses Gift tödlich sein. Für den Menschen sind nur einzelne Spinnenarten gefährlich.[1]