Globuli von J bis L

Jalapa Globuli

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Das homöopathische Arzneimittel Jalapa Globuli wird aus der Wurzel der mexikanischen Pflanze Jalapa (Ipomoea jalapa, Synonym: Exogonium purga) hergestellt.

Das Arzneimittel wirkt hauptsächlich auf den Magen-Darm-Kanal bei Durchfällen und Koliken.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Jalapa Globuli können angezeigt sein bei Menschen, die an Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals leiden.

Wo wirkt es?: Jalapa wirkt auf den Verdauungskanal. Hier gehört es zu den Arzneien, die hilfreich sein können bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen und Durchfällen.

In welchem Alter?: Jalapa Globuli können in jedem Lebensalter angewendet werden. Bei Kindern ist das Mittel angezeigt wenn nächtliche Unruhe oder Schreien und Weinen die Erkrankungen begleitet [4].

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen
  • Kolikenartige Bauchschmerzen
  • Schreien und nächtliche Unruhe bei Kindern
  • Schmerzhafter Durchfall bei kleinen Kindern, mit heftiger Unruhe und Weinen


Verbesserung: Besserung der Bauchschmerzen durch Aufstossen.


Verschlechterung: Verschlimmerung der Reizbarkeit, des Weinens und der Bauchschmerzen Nachts.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Menschen, die in ihrer Krankheit Jalapa benötigen, können unter großer Unruhe und Angst leiden. Besonders bei verschiedenen Erkrankungen der Kinder können Unruhezustände auftreten. Die Kinder sind tagsüber brav, aber nachts sind sie ruhelos, lästig, schreien und werfen sich umher. Oder die Kinder sind Tag und Nacht rastlos und geben keine Ruhe.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist kalt und blau bei Magen-Darm-Erkrankungen. Trockenheit der Lippen.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Zunge ist glatt, wie glasiert aussehend, trocken. Brennende, stechende oder beißende Schmerzen der Zunge. Stechen im Hals. Schmerzen im rechten Oberbauch. Rumorende Blähungen. Übelkeit und Erbrechen. Zwicken und Kneifen. Stärkste krampfartige Schmerzen (Koliken) im Bereich des Dünndarms mit einem Gefühl, als würde der Unterleib in Stücke geschnitten werden, schlimmer nachts. Der Bauch ist aufgetrieben. Blähungen und schaumiges Aufstossen, das zum Nachlassen der Schmerzen führt. Durchfall. Die Stühle sind reichlich, wässrig, dünn oder schlammig. Säuerlich riechende oder blutige Stühle. Der After ist wund. Durchfall kleiner Kinder mit allgemeiner Kälte und blauem Gesicht.

Rücken und Extremitäten Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerzen in Armen und Beinen, besonders den Oberschenkeln. Schmerzen im Grundgelenk der großen Zehe. Brennen, Hitze und Pulsieren an den Nagelwurzel der Zehen. Brennen der Fußsohlen.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Neigung zu Schweiß am Kopf und der obenen Körperhälfte.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schlaflosigkeit und nächtliche Unruhezustände. Kinder schreien und weinen im Schlaf.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Camphora

Camphora ist eine weitere Arznei bei mit Kälte einhergehenden Durchfallerkrankungen. Eisige Kälte des ganzen Körpers, selbst des Atems und der Zunge. Dennoch will der Patient nicht zugedeckt werden. Brechdurchfall mit Wadenkrämpfen und plötzlichem Kräfteverlust. Totaler Kollaps. Kälte im Magen gefolgt von Brennen. Die Stühle können unwillkürlich abgehen und schwärzlich gefärbt sein oder wie Reiswasser aussehen. Das Gesicht ist bleich, abgezehrt, ängstlich, zerzehrt oder bläulich, kalt-schweißig. Die Nase ist kalt und spitz. Bei Erkrankungen die Camphora efordern können, kann Schlaflosigkeit mit kalten Extremitäten bestehen, häufiger ist Schläfrigkeitvorhanden.[6]

Colocynthis

Qualvoller schneidener Schmerz im Bauch, der den Kranken dazu bringt sich zu krümmen und auf den Bauch zudrücken. Schneiden und Kolikschmerzen, besonders auch nach Ärger oder Zorn auftretend. Die Durchfälle treten jedesmal aufs Neue aus, wenn etwas gegessen oder getrunken wird. Die Stühle sind gallertartig, blutig, dünn oder grünlich und riechen modrig. Beschwerden, die Colocynthis erforden, können von Schlaflosigkeit oder großer Schläfrigkeit begleitet sein.[7]

Chamomilla

Die Kamille ist eine weitere Arznei bei Baucherkrankungen, insbesondere bei Kindern. Die Beschwerden haben Ähnlichkeit mit denen der sogenannten Drei-Monats-Koliken. Aufgetriebener Bauch. Nabelkoliken und Blähungskoliken. Die Stühle sind heiß, grün, wässrig, stinkend und schleimig. Stühle wie gehackter Schleim, wie gehackte Eier oder Spinat. Durchfälle während der Zahnung. Wundheit des Aftes. Schlaflosigkeit bei Kindern, z.B. durch Angst, bei großer Müdigkeit oder während der Zahnung Die Kinder möchten in den Schlaf geschaukelt werden. Schläfrigkeit mit Stöhnen. Kinder können in einer Krankheit unter Missgelauntheit, Weinerlichkeit und Unruhe leiden. Wimmern, Weinen und Auffahren im Schlaf. Folgen von Ärger und Zorn. Der Kranke kann reizbar, ärgerlich, streitsüchtig und äußerstschmerzempfindlich sein.[4][8]

Cypridedium pubescens

Schlaflosigkeit bei Kindern. Das Kind schreit im Schlaf auf in der Nacht; es ist schlaflos und beginnt zu spielen, zu schwatzen und zu lachen. Nächtliche ekstatische Zustände bei Kindern. Lachen im Schlaf. Folgen von langandauerndem, erschöpfenden Durchfall. Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Ausstoßen, Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, Auftreibung des Bauches und vorzeitiges Sättigungsgefühl.[9]

Hintergrundinformationen

Das homöopathische Arzneimittel Jalapa wird aus der Tinktur der getrockteten und fein pulverisierten Jalapawurzel hergestellt. Jalapa (Ipomoea jalapa, Synonym: Exogonium purga) ist in Mexico heimisch.

Die Pflanze wurde im 17. und 18. Jahrhundert häufig als stark wirksames Abführmittel gebraucht, oft in Gemischen mit anderen Arzneimitteln. Wegen seiner heftigen Wirkung und in Überdosierung gefährlichen Nebenwirkungen in späteren Zeiten aber nicht mehr verwendet. Vergiftungen mit großen Dosen, mehreren Gramm des Harzes der Jalapa-Wurzel, führten zu blutigen Magen-Darm-Entzündungen (Gastroenteristis), die tödlich enden konnten.