Globuli von J bis L

Luffa operculata Globuli

© panthermedia.net / Andrew Koh Kien Ting

Luffa operculata ist eine spezielle Art der aus den Tropen stammenden Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae), den Schwammkürbissen. Somit ist Luffa ein natürlicher Badeschwamm. Aus diesem Schwamm kann ein homöopathisches Mittel gewonnen werden. Luffa operculata wirkt vor allem auf Schnupfenerkrankungen jeder Art. Es reguliert den Ausfluss aus der Nase und kann so in Abhängigkeit von der Dosierung sowohl zur Behandlung von Fließschnupfen als auch zur Behandlung einer verstopften Nase genutzt werden. Aufgrund dieser unterschiedlichen Wirkungsweisen ergeben sich vielseitige Einsatzmöglichkeiten, wie eine Therapie bei Allergien oder auch bei Geruchsverlust in Folge einer verstopften Nase durch eine Erkältung. [1]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Patienten, bei denen eine Therapie mit Luffa operculata angebracht sein kann, zeichnen sich durch verschiedene Symptome aus. Auf der einen Seite zählen Mundtrockenheit oder ein Brennen im Rachen zu den typischen Symptomen, auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass Patienten besonders morgens und vormittags über zähen Schleim im Rachen und der Nase klagen. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit vom Auftreten von Schleim im Hals, das sich nicht nur auf den Vormittag beschränkt. Zudem können Entzündungen im Hals den Patienten wiederholt zum Räuspern zwingen. Im Bezug auf die Nase kann Luffa operculata sowohl bei dünnflüssigem Nasenschleim mit Nießanfällen oder einer immerzu verstopften Nase angezeigt sein. Weiterhin können diese Globuli bei immer wiederkehrenden Stirnkopfschmerzen eingesetzt werden. [1]

Luffa operculata wird häufig bei Pollenallergie (allergische Rhinitis), umgangssprachlich als Heuschnupfen bezeichnet, eingesetzt und kann dazu beitragen den Einsatz von Antihistaminika, also Substanzen, die die körpereigene Ausschüttung von Histamin verringern und somit die allergische Reaktion abschwächen, zu reduzieren, beziehungsweise im besten Fall ganz zu verhindern. Es wurde beobachtet, dass bei zuvor kortisonpflichtigen Patienten durch die Gabe von Luffa operculata sowohl die Beschwerden einer allergischen Rhinitis als auch einer allergischen Konjunktivitis (Bindehautentzündung) gelindert werden konnten. [2]

Wo wirkt es?: Die Gabe von Luffa operculata wirkt bei entsprechender Heilanzeige hauptsächlich auf die Atemwege und lindert so die Beschwerden, die beispielsweise mit einer Erkältung oder einer Pollenallergie einhergehen. [1]

In welchem Alter?: Die Einnahme von Luffa operculata ist unabhängig vom Alter. Jede Patientengruppe, die die typischen Symptome zeigt, kann eine Behandlung mit Luffa operculata Globulis anstreben.
Dies gilt auch im Fall von Schwangeren. Da in der Schwangerschaft das Immunsystem geschwächt ist, ist es möglich, dass sich vermehrt Symptome einer Pollenallergie zeigen, wenn eine solche Allergie bei einer Schwangeren vorliegt. In diesen Fällen ist die Einnahme von Luffa mit einem Arzt abzusprechen. [3]

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, bei denen die Gabe von Luffa operculata indiziert ist, zeigen typische, zum Teil andauernde Symptome der Atemwege.

  • Der Patient leidet unter Mundtrockenheit. Dies zeigt sich gerade beim Sprechen als besonders unangenehm und wird von den Patienten als sehr störend empfunden.
  • Der Patient klagt über zähen Schleim im Rachen und in der Nase. Hauptsächlich äußern sich diese Beschwerden morgens und vormittags und klingen im Laufe des Tages ab.
  • Dadurch, dass der Patient Schleim im Hals hat, beschreibt er ein Brennen, das ihn zum Räuspern zwingt.
  • Der Patient leidet unter dünnflüssigem Nasenschleim und damit einhergehenden Nießanfällen, die gerade für den Patienten im sozialen Umfeld unangenehm sind.
  • Der Patient leidet an immer wiederkehrenden Stirnkopfschmerzen, die ein Symptom einer Nasennebenhöhlenentzündung sein können.
  • Der Patient empfindet zu trockene Luft als unangenehm und beschreibt eine Verbesserung der Beschwerden bei einer höheren Luftfeuchtigkeit. Dies beschreibt typisch die Problematik der zu trockenen Schleimhäute, somit achtet der Patient auch sehr stark darauf, dass in seiner Wohnung immer eine ausreichende Luftfeuchtigkeit vorhanden ist. [1]

Verbesserung: Eine Verbesserung des Zustandes des Luffa operculata-Patienten zeigt sich deutlich bei Bewegung an frischer Luft.

Verschlechterung: Der Zustand des Luffa operculata-Patienten verschlechtert sich deutlich bei zu warmer und trockener Luft, gerade auch in geschlossenen Räumen, beispielweise in der Heizperiode oder bei einer Hitzewelle im Sommer. Zudem zeigt sich auch morgens in der Zeit nach dem Aufstehen eine Verschlechterung der Beschwerden. [1]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Luffa operculata-Patienten zeichnen sich häufig durch Antriebslosigkeit aus. So erscheinen alltägliche Abläufe, wie das Einkaufen von Lebensmitteln, als unüberwindbar schwer. Dazu kommt noch eine ausgeprägte Leistungsschwäche, die besonders am Arbeitsplatz ins Gewicht fällt. Ergänzt werden die Symptome bei Luffa operculata-Patienten oft durch Müdigkeit, die diese Patienten im Alltag noch zusätzlich schwer belastet. [1]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten berichten über wiederkehrende Migräneanfälle sowie über ausgeprägte Stirnkopfschmerzen. Durch diese immer wieder auftretende Belastung ergibt sich eine eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. So fällt es den Patienten oftmals schwer, sich am Arbeitsplatz auf Aufgaben zu konzentrieren. [1]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Bereich der Atmungsorgane liegt der größte Teil der Beschwerden und Erkrankungen von Luffa operculata-Patienten. Sie zeigen häufig chronische Entzündungen der Atemwege, besonders im Bereich der Nasenneben- und Stirnhöhlen. Zudem beklagen sie Geruchsverlust durch eine erkältungsbedingte verstopfte Nase. Die Patienten geben häufig trockene Schleimhäute, hauptsächlich in der Nase und den Augen an. Im Gegensatz zur verstopften Nase zeigt sich bei vielen Patienten auch ein Fließschnupfen. [1]

Bei Luffa operculata-Patienten zeigen sich gehäuft auch Allergien, insbesondere Heuschnupfen und Tierhaar-Allergien. Der Heuschnupfen geht besonders in der Pollenflugzeit mit einer stark verstopften Nase einher. Die Patienten klagen aufgrund des geschwächten Immunsystems über akute Entzündungen in den Nasenneben- und Stirnhöhlen. [1]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten schlafen aufgrund der Atemwegsbeschwerden für gewöhnlich nicht gut und auch nicht erholsam. Aus diesem Grund wird die Schlafqualität, besonders in der Allergiesaison, als nicht ausreichend angegeben. [1]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Sambucus nigra

Sambucus nigra wird aus dem schwarzen Holunder gewonnen. Das Mittel eignet sich besonders zur Linderung von Beschwerden der Atemwege und Lunge sowie bei Erkältungen. So lindert es, wie Luffa operculata, besonders Schnupfen. Der schwarze Holunder ist bereits vielfach als Hausmittel bei Erkältungen bekannt, da er durch den hohen Anteil der Vitamine A, B und C die körpereigenen Abwehrkräfte steigert. [4]

Sticta pulmonaria

Sticta pulmonaria, auch echte Lungenflechte genannt, zählt zu den stark bedrohten Blattflechten. Die Blätter zeigen im feuchten Zustand eine oliv- bis grasgrüne Farbe, die sich bei Trocknung oliv-braun verfärben. Es ergeben sich vielzählige Anwendungsgebiete, wie zum Beispiel eine Therapie bei erkältungsbedingten Kopfschmerzen, Heuschnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung. [5]

Sepia

Sepia wird aus dem Tintenfisch gewonnen. Da es auf das venöse System wirkt, wird Sepia zur Therapie von Migräne, Kopfschmerzen, niedrigem Blutdruck und Antriebslosigkeit verwendet. Darüber hinaus wird Sepia auch als „Frauenmittel“ bezeichnet, da es auf das weibliche Hormonsystem wirkt und somit bei Menstruationsbeschwerden, dem prämenstruellen- Syndrom (PMS), dem komplexen Beschwerdebild in den letzten Tagen vor der Menstruation, und Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt werden kann. [6]

Hintergrundinformationen

Bei Luffa operculata handelt es sich um eine Pflanze aus der Art der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). In Mittel- und Südamerika wird sie traditionell als Naturheilmittel verwendet. Die Pflanze zählt zu den tropischen Kletterpflanzen, die hauptsächlich in Zentral- und Südamerika wachsen. Dort wird Luffa nicht speziell angebaut, sondern wächst frei an Flussrändern. Die reifen Kürbisse werden dann einfach eingesammelt. [7]