Globuli von R bis S

Sambucus nigra Globuli

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Die homöopathische Arznei Sambucus nigra wird aus den Blüten und Blättern des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) gewonnen. Die Pflanze wächst weitverbreitet in Europa und bildet von Mai bis Juli weiße oder gelegentlich rosafarbene Blüten aus, welche anschließend zu tiefroten bis fast schwarzen Beeren ausreifen. Der Schwarze Holunder wird aufgrund seiner stark schweißtreibenden Wirkung und seinem hohen Gehalt an Vitamin C seit vielen Jahren als Heilpflanze zur Therapie von fieberhaften Erkältungskrankheiten eingesetzt.
In der Homöopathie wird Sambucus nigra jedoch nicht nur zur Therapie von akuten Atemwegsinfekten eingesetzt, sondern auch bei Asthma bronchiale.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Charakteristisches Kennzeichnen für Sambucus nigra ist das Ödem, welches als Schwellung durch Wassereinlagerung definiert wird.
Beispielsweise können ödematöse Beine mit Schwellungen an Fußrücken, Knöchel und Unterschenkel durch Wassereinlagerungen in den jeweiligen Körperarealen entstehen.
Langanhaltender Schnupfen (chronische Rhinitis), auch als Stockschnupfen bekannt. Ein weiterer sehr häufiger Grund kann auch eine allergische Komponente sein. Der Sambucus nigra Kranke ist hierfür besonders anfällig und neigt zu verschiedenen Allergien.
Letztendlich gilt die Arznei auch als geeignetes Mittel zur Therapie von ödematös verdickten Bronchien, welche im Rahmen von asthmatischen Erkrankungen auftreten können.[1]

Die schweißtreibende Wirkung von Sambucus nigra kann ferner zur Therapie bei fieberhaften Erkrankungen genutzt werden.

In welchem Alter?: Sambucus nigrakann ab dem Säuglingsalter angewandt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Erkrankungen der Atemwege gelten als klassische Indikation von Sambucus nigra. Anhand folgender Leitsymptome kann das Krankheitsbild des Sambucus nigra erkannt werden.
Der Kranke leidet hierbei an einer verstopften Nase, wodurch die nasale Atmung stark beeinträchtigt sein kann.Folglich ist er gezwungen primär durch den Mund zu atmen. Dies kann zu einer verstärkten Austrocknung der Schleimhaut im Mund und Rachen führen, was zusätzlich Halsschmerzen verursachen kann.Chronischer, langdauernder Schnupfen mit schleimigem Nasensekret (Rhiorrhoe). Charakteristisch für Sambucus nigra sind langandauernde Beschwerden.Der Sambucus nigra Kranke hustet heftig und droht dabei zu ersticken, weshalb er von starker Angst geplagt ist. Sein Gesicht färbt sich blau und er ringt verzweifelt nach Luft. Er hat das Gefühl, als könne er nicht einatmen und kriege keine Luft.Nächtliche, starke Schweißausbrüche. Besonders gegen Mitternacht schwitzt der Kranke sehr stark und wird von unerträglicher Hitze geplagt und ist dabei erstaunlich durstlos.

Verbesserung: Besonders die asthmatischen Beschwerden werden durch Bewegung besser. Wird das Kind nachts während eines Hustenanfalls aus dem Bett genommen und sanft gewogen, so klingt die Atemnot schnell wieder ab und das Kind fällt in den Schlaf zurück. Bei größeren Kindern oder Erwachsenen kann das aufrechte Sitzen im Bett hilfreich sein.

Verschlechterung: Die Beschwerden können durch trockene Luft verschlimmert werden, sowie durch Tieflage des Kopfes. Hierbei wird meist eine Verschlechterung des Schnupfens, als auch asthmatischen Beschwerden beobachtet. Ebenso können kalte Getränke die Symptome auslösen oder verstärken. [2]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Sambucus nigra Kranke zeichnet sich durch einen besonders schreckhaften Charakter aus. Bereits kleinste Reize führen zu leichtem Aufschrecken, welches von einem Erstickungsanfall gefolgt sein kann. Hierbei läuft sein Gesicht bläulich an und wirkt aufgedunsen und geschwollen. Er zittert vor Angst und Unruhe. Gelegentlich kann es auch zu Erbrechen kommen, welches durch Angstzustände provoziert wird.
Durch Schließen der Augen sieht der Kranke Bilder. In seinem periodisch auftretenden Delirieren scheint er beispielsweise fürchterliche Dinge an der Wand gesehen zu haben. Ein solches Delir präsentiert sich meist ohne deutlichen Fieberanstieg.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Oft verspürt er starken Schwindel mit Spannungen im Kopf bei jeglicher Bewegung. Der Schädel scheint mit Wasser gefüllt zu sein, welches gegen den Knochen drückt. Hierdurch leidet der Sambucus nigra Kranke an einem drückenden Schmerz, welcher besonders an den Schläfenknochen ausgeprägt ist. Er hat das Gefühl, als würde sich sein Schädel ausdehnen wollen.
Einseitiger Hautausschlags am Kopf kommen. Meist ist die linke Kopfhälfte hiervon betroffen. Die Kopfhaut ist entzündlich verändert, gerötet und gelegentlich geschwollen. Der Kranke leidet in diesem Zusammenhang an einem heftigen Juckreiz an der erkrankten Körperstelle, was zum Aufkratzen der Kopfhaut führt. Hierdurch kann es zu kleineren Blutungen kommen, welche als Schorfablagerungen auf der Haut sichtbar werden.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Sambucus nigra ist häufig blass und nimmt abwechselnd blaue und rote Farbe an. Besonders bei Husten oder Erstickungsanfällen färbt sich die Haut tief blau (Zyanose) und sondert reichlich kalten Schweiß ab. Das Gesicht schwillt dann an und fühlt sich taub und gespannt an.
Färbt sich das Gesicht hingegen rot, so spürt der Kranke eine brennende Hitze im gesamten Gesicht, während die Füße eiskalt sind.
Sehr häufig wird ein Schlafen mit halbgeöffneten Augen beobachtet. Beim Aufwachen ist es besonders Kindern nicht möglich die Augen vollständig zu öffnen. Sie sind sehr lichtempfindlich und schreien auf, sobald es zu hell wird.
Sehr charakteristisch für Sambucus nigra ist das erschwerte Atmen durch die Nase, welche ständig verstopft zu sein scheint. Hiervon sind klassischerweise Kinder und Säuglinge betroffen. Dem Kranken ist es nicht möglich durch die Nase Luft zu holen, weshalb er meist durch den Mund atmet. Folglich schläft der Kranke mit geöffnetem Mund. Bei Säuglingen kann es durch die verhinderte Nasenatmung durchaus zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme kommen, da sie während des Saugens an der Brust keine Luft mehr bekommen.
Eine solche verstopfte Nase tritt in der Regel im Zusammenhang mit Schnupfen auf. Langanhaltender und immer wiederkehrender Schnupfen, auch als Stockschnupfen, chronischer Nasenkatarrh und chronische Rhinitis bekannt.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Besonders Allergien können zu Beschwerden der tiefen Atemwege führen. Der Patient leidet folglich sehr häufig an allergisch bedingten Erkrankungen der Bronchien (Asthma bronchiale). Hierbei wird er von heftigsten Hustenanfällen geplagt, welche ihm das Luftholen beinahe unmöglich machen. Der Husten klingt hohl, ist trocken und schmerzhaft. Beim Ausatmen kann ein Seufzen zu hören sein. Der Brustkorb verkrampft sich und löst ein Beklemmungsgefühl aus. Der Kranke wird stark unruhig, wirft die Arme umher, vergießt Tränen und kann unter Umständen an Todesangst leiden. Die Atmung fällt schwer und scheint nur mit größter Anstrengung zu gelingen. Ein solcher asthmatischer Anfall kann aus diesem Grund auch mit Erstickungsangst und schwerer Atemnot einhergehen. Bei Kindern treten solche Anfälle besonders häufig nachts auf. Das Kind erwacht dann plötzlich mit heftigster Luftnot und keuchendem Husten aus dem Schlaf. An dieser Stelle soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass eine alleinige Therapie mit homöopathischen Mitteln unter Umständen lebensgefährlich sein kann. Gelingt es nicht den Asthmaanfall zu durchbrechen, kann der Kranke durchaus ersticken. Von einer Selbstmedikation bei Asthma bronchiale ist abzuraten.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Sambucus nigra Patient kann an kolikartigen Bauchschmerzen mit vielen Blähungen leiden. Jene Beschwerden verschlimmern sich im Rahmen einer Erkältung. Es kommt hierbei zum Auftreten von einem schmerzhaften Druckgefühl im Bauch, welches mit gleichzeitiger Übelkeit einhergeht. Besonders nach der Aufnahme von Nahrung kann Erbrechen auftreten.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Ein häufiger Harndrang mit Abgang von nur geringen Urinmengen (Pollakisurie) kann ein Symptom von Sambucus nigra sein. Jene Beschwerden können im Rahmen einer akuten Harnwegsentzündung auftreten. Beim Wasserlassen verspürt der Kranke ein Hitzegefühl im Körper.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Sambucus nigra Kranke leidet typischerweise an geschwollenen und aufgedunsenen Extremitäten. Besonders häufig sind hiervon die Knöchel betroffen (Knöchelödeme). Jene Gewebeschwellungen treten oft durch vermehrtes Stehen auf und äußern sich durch dicke, schwere Beine. Die Beschwerden nehmen dabei im Laufe des Tages zu, so dass vor allem abends eine deutliche Zunahme des Beinumfangs beobachtet werden kann. Dem Kranken passt dann die Kleidung plötzlich nicht mehr oder er hat Mühe in oder aus seinen Schuhen zu kommen. Durch einen Lagerungswechsel, beispielsweise durch Hinlegen mit erhöhten Beinen, klingt die Schwellung wieder ab.
Der Sambucus nigra Patient leidet an unterkühlten Extremitäten. Seine Füße sind ständig eiskalt, während jedoch der restliche Körper angenehm warm ist.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Haut ist aufgedunsen, geschwollen und meist bläulich verfärbt.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sehr typischer für Sambucus nigra sind nächtliche Schweißattacken. Der Kranke leidet an hefigstem Schwitzen, so dass der gesamte Körper nass ist. Dabei verspürt er eine brennende Hitze, welche besonders stark im Gesicht ausgeprägt ist. Während sein Gesicht glüht und reichlich von Schweiß bedeckt ist, friert er an Händen und Füßen. Trotz der starken Hitze und des heftigen Schwitzen hat der Kranke keinen Durst.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Sambucus nigra Kranke wird häufig aus dem Schlaf gerissen. Sowohl der stark ausgeprägte Nachtschweiß, als auch die immer wiederkehrenden Hustenanfälle mit Erstickungsnot, stören seinen Schlaf. Er schreckt plötzlich auf, zittert, ist unruhig und ängstlich. Kinder beginnen hierbei häufig zu schreien und zu weinen. [3]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Atropa Belladonna

Der Atropa Belladonna Kranke leidet ähnlich stark an heftiger Hitze und damit einhergehenden ausgeprägten Schweißausbrüchen. Ebenso typisch sind fieberhafte Erkrankungen, welche jedoch im Gegensatz zu Sambucus nigra eher von kurzer Dauer sind. Den Atropa Belladonna Kranken überkommt die Krankheit plötzlich, jedoch verschwindet sie auch genauso schnell, wie sie entstanden ist, wohingegen der Sambucus nigra Kranke meist lange Zeit an seinen Beschwerden leidet.
Ein weiterer Unterschied findet sich in der Gesichtsfarbe. Während der Kranke abwechselnd blau und rot im Gesicht anläuft, zeichnet sich der Belladonna Patient durch eine anhaltende feuerrote Gesichtsfarbe aus.
Die Arznei wird aus der Tollkirsche gewonnen und gern bei plötzlich einsetzenden, heftigen Beschwerden verwendet.

Bromium

Ähnlich wie beim Sambucus nigra Kranken, stehen auch beim Bromium Patienten heftige Anfälle von Husten mit plötzlicher Luftnot im Mittelpunkt des Krankheitsbildes. In beiden Fällen leidet der Patient im Rahmen seines Hustens unter Kurzatmigkeit, er schnappt nach Luft und droht zu ersticken.
Im Gegensatz zu Sambucus nigra weist der Bromium Kranke jedoch zusätzlich häufige Erkrankungen diverser Körperdrüsen auf, wie beispielsweise der Ohrspeicheldrüse, Schilddrüse oder Brustdrüse.
Bromium wird aus dem chemischen Element Brom hergestellt und häufig bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt. [2]

Hintergrundinformationen

Sambucus nigra wird aus der Holunderpflanze (Sambucus nigra) gewonnen, welche zu den einheimischen Heilpflanzen gezählt wird. Die Pflanze wächst als Strauch oder kleiner Baum mit warziger und unangenehm riechender Rinde. Von Mai bis Juni bringt die Pflanze weißliche Blüten hervor, aus welchen sich im Herbst schwarzviolette Beeren entwickeln. Da die heilenden Wirkstoffe vorrangig in den Blüten enthalten sind, werden im Sommer die Blütenstände geerntet, anschließend getrocknet und weiter verarbeitet.
Der Holunder enthält in seinen Blüten wertvolle ätherische Öle und schweißtreibende Pflanzenstoffe (Glykoside), die sich auch als Hausmittel zur Therapie von fieberhaften Erkrankungen eignen. Hierbei eignet sich besonders die Anwendung eines Schwitztees aus Holunderblüten. Zur Herstellung werden vier Teelöffel Holunderblüten mit ½ Liter Wasser aufgekocht und für 10 Minuten ziehen gelassen. Der Aufguss muss anschließend sofort getrunken werden. [4]