Globuli von J bis L

Lycopus virginicus Globuli

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Aus dem Virgnischen Wolfstrapp wird das homöopathische Einzelmittel Lycopus virginicus hergestellt. Der krautartige Lippenblütler ist in Nordamerika beheimatet.[1] Für die Herstellung einer homöopathischen Arznei verwendet man den oberirdischen Teil der frisch gepflückten Pflanze.[2] In der Pflanzenheilkunde gilt der Virginische Wolfstrapp als Herztonikum. Ein Herztonikum unterstützt üblicherweise das Herz-Kreislaufsystem. Außerdem setzt man die Pflanze als ungiftigen Digitalis-Ersatz ein, wobei mit Digitalis die Schlagkraft des Herzens gesteigert und die Herzfrequenz gesenkt wird. Diese Wirkung der Heilpflanze ist allerdings umstritten.[1] Zu einer homöopathischen Arznei verarbeitet, wirkt Lycopus virginicus vor allem auf das Herz und wird bei diversen mit Herzbeschwerden einhergehenden Erkrankungen und Schmerzen verabreicht. Vor allem bei Patienten, die an Morbus Basedow leiden, gilt Lycopus virginicus als wirksames Mittel.[3] Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Überfunktion der Schilddrüse, die mit hervorstehenden Augen und Herzrasen einhergeht.[4]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Lycopus virginicus wird eingesetzt, um den Blutdruck zu senken und den Herzschlag zu verlangsamen. Die Herzbeschwerden, die zu dieser Arznei passen, lösen eine Reihe weiterer Beschwerden aus und sind mit schnellem, stürmischem Herzschlag verbunden. Es können (im Zusammenhang mit Erkrankungen der Herzklappe) diverse Blutungen auftreten, wie beispielsweise Nasenbluten, Bluthusten und Blutungen, die durch Hämorrhoiden verursacht werden (Hämorrhoidalblutungen). Die Schmerzen, die mit Lycopus virginicus zu therapieren sind, wandern oft von rechts nach links. Sie wechseln aber auch die Köperregien. So passt Lycopus virginicus zu Schmerzen, die vom Kopf zum Herzen, vom Herzen zu den Augen oder vom Herzen zum linken Handgelenk wandern. Das Einzelmittel eignet sich außerdem, um einen Kropf, also eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) zu behandeln, die durch Morbus Basedow, eine Schilddrüsenerkrankung, ausgelöst wurde.[2][3][5]

Wo wirkt es?: Lycopus virginicus wirkt vor allem auf das Herz und kann zur Behandlung von Beschwerden verwendet werden, die mit Herzbeschwerden assoziiert sind. So wirkt es außerdem auf den Kopf, die Augen, die Atmungsorgane, die Harnwege, das Rektum und die männlichen Genitalien.[2][3][5]

In welchem Alter?: Wenn die Symptome passen, kann Lycopus virginicus in jedem Lebensalterverabreicht werden, bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Der Herzschlag des Patienten geht schnell, unregelmäßig und stürmisch.
  • Der Patient leidet unter Bluthusten im Zusammenhang mit einer Erkrankung der Herzklappen.
  • Der Patient leidet unter Blutungen aus der Nase oder Blutungen, die von Hämorrhoiden verursacht werden (Hämorrhoidalblutungen).
  • Die Schmerzen des Patienten springen vom Herzen zu den Augen, vom Herzen zum linken Handgelenk oder vom Kopf zum Herzen. Schmerzen, die mit Lycopus virginicus therapiert werden können, neigen dazu, von einem Organ auf ein anderes überzugehen.
  • Der Patient ist an Morbus Basedow erkrankt und leidet demzufolge an einer damit einhergehenden Erkrankung der Augen, einer vergrößerten Schilddrüse (Struma) und Herzrasen.
  • Es treten Schmerzen in der Herzgegend auf, die mit Herzrasen und Ermattung verbunden sind.

Verbesserung: Der Zustand des Patienten bessert sich durch frische Luft.

Verschlechterung: Der Zustand des Patienten verschlechtert sich durch Aufregung, Anstrengung, Hitze, nach dem Schlafen, beim Liegen auf der rechten Seite, durch den Missbrauch von Herzmedikamenten, durch das Unterdrücken von Hämorrhoidalblutungen und durch das Grübeln über die Beschwerden.[2][3][5][6][7]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient agiert nervös und wirkt gehetzt. Er ist zittrig. Seine Auffassungsgabe ist merklich verlangsamt; Konzentrationsschwierigkeiten können mit dumpfen Schmerzen im vorderen Kopf einhergehen. Abends nimmt die geistige Kapazität des Patienten meist zu.[2][5]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mitunter leidet der Patient unter Stirnkopfschmerzen, von denen vor allem die Höcker des Stirnbeines rechts und links über den Augen betroffen sind. Nach diesen Kopfschmerzen kann es zu stürmischer Herztätigkeit kommen. Die Schmerzen wandern häufig vom Vorderkopf in den Hinterkopf. Der Patient beschreibt den Schmerz als drückend und als staue sich das Blut in seinem Kopf (kongestiv). Zu Lycopus virginicus passt auch ein Schwindelgefühl mit einer Neigung, nach rechts zu schwanken.[3][5]

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht des Patienten ist bräunlich-gelb verfärbt. Seine Züge sind ausdruckslos; das gilt vor allem für Frauen während der Monatsblutung. Einige Patienten wirken auch aufgedunsen. Es kann zu Nasenbluten kommen.

Die Augen des Patienten stehen hervor (Exophtalmus). Dies kann im Zusammenhang mit stürmischer Herztätigkeit ein Symptom der Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow sein. Hin und wieder klagt der Patient über Schmerzen in der rechten Augenhöhle (Suborbitalgegend); der Schmerz wandert dann in den linken Hoden bzw. Hoden und Augenhöhle schmerzen gleichzeitig.
Auch ein Schmerz in den (rechten) unteren Backenzähnen passt zu dieser Arznei. Dieser dumpfe Schmerz kann von den Backenzähnen in die Stirnhöcker wandern, bzw. sich auf die Schläfen legen. Der Gaumen des Patienten fühlt sich zuweilen rau an; die Rauheit beginnt auf der rechten Seite und breitet sich nach links aus. Verspürt der Patient einen brennenden Schmerz im Gaumen, kann dieser in den Kopf hineinwandern.[2][3][5]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet unter Erstickungsanfällen, die im Liegen auftreten. Es kann zu Husten mit Blutspucken kommen, der im Zusammenhang mit schwacher Herztätigkeit steht. Das Blut im Auswurf tritt häufig, aber nicht reichlich auf. Lycopus virginicus passt zum sogenannten Herzasthma (Asthma cardiale), also Atemnot, die vor allem nachts vorkommt und durch Blutstauungen in den Lungen bei schwacher Herzschwächen ausgelöst wird.[8] Der Husten ist tief und heftig. Hin und wieder wachen aber die Patienten nicht einmal davon auf. Auch süßlicher, weißlicher, schleimiger Auswurf beim Husten ist ein Symptom des Einzelmittels.

Lycopus virginicus verlängert die Systole. Die Systole ist das Zusammenziehen des Herzens, das das Entweichen des Blutes aus den Herzkammern verursacht.[9] Dementsprechend wirkt es bei zu stürmischer und heftiger Herztätigkeit. Auch bei mühsamem Herzschlag, als müsste das Herz eine schwere Arbeit verrichten, zu der ihm die Kraft fehlt, kann Lycopus virginicus verabreicht werden. Herzklopfen und ein Gefühl von Unbehagen in der Herzgegend verschlimmert sich durch Nachdenken über dieses Symptom. Es können auch Herzbeklemmungen oder (rheumatische) Schmerzen auftreten. Der Schmerz wandert vom Herzen zum linken Handgelenk. Einige Patienten beschreiben die Empfindung eines zusammengeschnürten Herzens. Der Puls ist groß, voll, weich und langsam oder schwach bzw. unregelmäßig und aussetzend und stimmt mitunter nicht mit dem Herzschlag überein. Ausgelöst durch eine Herzschwäche kann es zu einer Blaufärbung der Lippen, Finger- und Zehennägel (Zyanose) kommen.[2][3][5][6]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Stößt der Patient auf, so schmeckt das Aufstoßen nach Tee. Lycopus virgnicus passt auch zu Durchfall (Diarrhoe) bei Gelbsucht, also einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus), die infolge einer Herzschwäche auftritt. Im Unterbauch des Patienten kollert es geräuschvoll. Er leidet unter heftigen Flatulenzen. Diese Arznei wirkt auch bei rektalen Blutungen, die durch Hämorrhoiden verursacht werden.[2][3][5]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient nimmt große Mengen Wasser zu sich und scheidet dementsprechend große Mengen Harn aus. Dieses Symptom kann im Zusammenhang mit Herzklopfen bzw. leichter Erregbarkeit des Herzens auftreten. Aber auch spärlicher Urin ist ein Symptom des Einzelmittels. Der Patient hat das Gefühl, als sei seine Blase gedehnt, auch wenn er sie eben entleert hat. Die Blase ist allgemein sehr empfindlich.[2][3][5]

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei Männern kann es zu einem (neuralgischen) Schmerz im(linken) Hoden kommen, der im Zusammenhang mit einem Schmerz in der rechten Augenhöhle steht. Die Schmerzen wandern zuweilen vom rechten in den linken Hoden und dann wieder zurück.[2][3][5]

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei einigen Patienten tritt ein Hitzegefühl auf, das mit (rheumatischen) Schmerzen unter dem rechten Schulterblatt verbunden ist. Leidet der Patient unter Kopfschmerzen, können auch Nackenschmerzen auftreten, die sich anfühlen, als seien sie durch einen Blutstau (Kongestion) verursacht. Lycopus virginicus passt ferner zu rheumatischen Schmerzen der Arme, Beine und Gelenke.[2][5][6]

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient friert häufig.[2]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Patient leidet unter krankhafter Schlaflosigkeit und Wachheit mit aktivem, aber schwachem Kreislauf. Auch wenn er ermüdet ist, ist er nicht in der Lage zu schlafen. Schläft er doch, ist er unruhig und träumt viel.[3][5]

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Crataegus

Aus der in Europa als Weißdorn oder Hagedorn bekannten Pflanze wird das homöopathische Einzelmittel Crataegus ocyacantha hergestellt. Wie Lycopus virgnicus ist es ein herzstärkendes Mittel. Es verlangsamt den Puls und senkt den Blutdruck. Beide Mittel wirken bei unregelmäßigem Herzschlag, bei Herzschwächen, Atemnot und bei Schlaflosigkeit, die mit diesen Symptomen einhergeht.Cratagegus oxyacantha beruhigt reizbare Patienten mit Herzsymptomatik und wird vor allem bei chronischen Herzleiden verabreicht. Extreme Blässe, kalte Hände und Füße und eine Blaufärbung der Haut sind charakteristisch für diese Arznei.[2][3]

Cactus

Aus der in Mittelamerika beheimateten Kaktuspflanze Königin der Nacht wird das homöopathische EinzelmittelCactus grandiflorus hergestellt. Es verursacht Einschnürungsgefühle, sodass auch ein Einschnürungsgefühl des Herzens zu diesem Mittel passt. Es wird bei Patienten mit schwachem Herzen verwendet und wirkt wie Lycopus virgnicus auch bei Morbus Basedow mit Herzsymptomatik. Blutstauungen, Blutgerinnsel und damit einhergehende (kongestive) Schmerzen sind typisch für Cactus grandiflorus.[2][3]

Fucus vesiculosus

Fucus vesiculosus ist ein kleines homöopathisches Einzelmittel, das aus Blasentang hergestellt wird. Wie Lycopus virginicus wirkt es bei einer Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf oder Struma), auch und vor allem dann, wenn diese von Morbus Basedow verursacht wurde. Auch Schilddrüsenvergrößerungen bei fettleibigen Patienten können mit Fucus vesiculosus therapiert werden. Das Mittel fördert darüber hinaus die Verdauung und vermindert Flatulenzen.[2]

Hintergrundinformationen

Der Virginische Wolfstrapp wächst sowohl an stehenden als auch an fließenden Gewässern in Nordamerika. Er wächst bis zu einem Meter in die Höhe und treibt kleine rosa oder weiße Blüten hervor. Seine Blütezeit liegt zwischen Juli und September. Das krautartige Gewächs kann sowohl im Wasser, wie auch am Land wachsen, wobei es im Wasser keine Blüten hervorbringt. Die Pflanze enthält Gerbstoffe.

Der Gemeine Wolfstrapp (Lycopus europaeus), die europäische Variante der Pflanze, galt früher als Fiebermittel, wird aber heute wie sein nordamerikanischer Verwandter als Heilmittel bei Schilddrüsenüberfunktionen, Nervosität und Herzrasen verwendet und wird meist als Tee verabreicht.[1][10]