Globuli von J bis L

Juglans Globuli

© panthermedia.net / Jürgen Bramsiepe

Juglans regia, der Walnussbaum, ist in Südosteuropa bis nach China und Zentralasien heimisch. Der Baum kann bis zu zwanzig Meter hoch wachsen. Die Früchte sind kugelig und haben eine hölzerne Schale. Die Blätter enthalten ein ätherisches Öl, Gerbstoff, Gallussäure und Juglon und werden ebenso wie die Fruchtschalen als zusammenziehendes Mittel verwendet. Juglans regia ist ein homöopathisches Einzelmittel, das aus den Walnussblättern und den grünen Schalen der unreifen Nüsse hergestellt wird. Durch die zusammenziehende Wirkung der Gerbsäure in dieser Essenz, wird es auch zur äußerlichen Anwendung bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt.

Es ist ein nützliches Mittel bei Hautproblemen, besonders während der Pubertät.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Patienten die Juglans regia benötigen, haben sehr häufig Probleme mit unterschiedlichen, vor allem aber juckenden und pickeligen Hautausschlägen, die gerne bei Jugendlichen in der Pubertät auftreten. Die Arznei kann hilfreich sein bei erschöpften Personen, die niedergeschlagen und sorgenvoll wirken. Sie sind häufig in schlechter Stimmung und vermeiden sowohl geistige als auch körperliche Anstrengungen.
Bei Hautsymptomen im Gesicht der Mädchen, während der Pubertät.

Wo wirkt es?: Juglans regia zeigt seine Heilwirkung im Bereich von verschiedenen entzündlichen Hautsymptomen.

In welchem Alter?: Juglans regia kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt werden.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Heftiger Hinterkopf- oder Stirnkopfschmerz
  • Gerstenkörner
  • Mittesser (Komedonen) und Pickel (Akne vulgaris) im Gesicht
  • Hautausschläge die nachts heftig jucken
  • Muskelkrämpfe der Beine

Verbesserung: Der Zustand des Patienten bessert sich durch Blähungsabgang und Stuhlentleerung.

Verschlechterung: Die Symptome des Patienten verschlimmern sich abends und nachts. Bei Bewegung. Abneigung gegen Rauchen.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten neigen zum Weinen und sind sorgenvoll. Sie sind unaufmerksam, teilnahmslos reden sehr ungerne und können sich nur sehr schwer konzentrieren.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Heftiger Schmerz im Hinterkopf oder einschießender Schmerz in die Stirne. Dabei können die Patienten das Gefühl haben, als schwebe der Kopf in der Luft. Drückende, dumpfe Kopfschmerzen die schlimmer werden, wenn der Kranke sich bewegt. Schwindel mit Schwere des Kopfes. Hitze im Kopf mit eiskalten Extremitäten. Wundheit hinter den Ohren.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Mitesser (Komedonen) und Pickel (Akne) im Gesicht, die besonders in der Pubertät auftreten. Rissige Haut an den Mundwinkeln (Aphten). Die Patienten neigen zu Gerstenkörnern.

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Heiserkeit, bis Stimmverlust. Die Zunge ist morgens beim Erwachen mit weißem Schleim belegt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Der Bauch ist so gebläht und Aufgetrieben nach dem Essen, dass die Kranken keinerlei Berührung in der Region vertragen können; sie stoßen viel und vor allem laut auf. Danach geht es ihnen ein wenig besser.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Menses setzen zu früh ein, mit einer reichlichen und lang dauernden klumpig- schwärzlichen Blutung. Geschwüre, die leicht bluten können mit harten Rändern zwischen der Vorhaut und Eichel.

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Juckende Hautausschläge von kleinen roten Pusteln, besonders des Gesichts. Die Kopfhaut ist rot und juckt heftig in der Nacht. Hautausschläge, die entweder  als kleine stark juckende rote Bläschen auftreten oder als kleine rote Pickel, die sich gerne vom Nacken über Schultern und den Rücken ausbreiten. Die Achselhöhlen sind bedeckt von stark juckenden kleinen Bläschen, die auch sehr brennen können, gleichzeitig bilden sich  Drüsenschwellung in den Achselhöhlen.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Juglans cinerea

Die graue Walnuss, ruft verschiedenartige Hautausschläge hervor. Die Haut ist rot, juckt und sticht bei Hitze. Der heftige Hinterkopf Schmerz ist sehr charakteristisch bei Vorerkrankungen, die mit einer Leberstörung verbunden sind. Bei Juglans cinerea klagen die Patienten über Schmerzen in der Brust und zwischen den Schulterblättern mit einem Erstickungsgefühl. Schnupfen mit Schmerzen unter dem Brustbein (Sternum). Die Symptome verschlimmern sich morgens, bei körperlicher Anstrengung und nach kratzen.[5]

Graphit

Graphit, ein Kohlenstoffmineral, ist angezeigt bei Patienten mit Hautleiden und Verstopfung im Wechsel. Die Kranken erkälten sich leicht und sie sind absolut fröstelig und werden kaum einmal warm. Ihre Muskulatur ist schlaff und schwach, die Kranken sind eher zu fettleibig als zu mager.  Die Arbeit fällt ihm schwer, er muss bei Musik anfangen zu weinen und ist allgemein sehr schreckhaft.  Die Augenlider sind rot und geschwollen. Der stark juckende Hautausschlag (Grind, Milchschorf) auf dem Kopf, im Gesicht oder in den Gelenkbeugen (Intertrigo) des Körpers ist honigartig klebrig und gelblich gefärbt und oft riecht er übel. Nässender Ausschlag auch hinter den Ohren. Der Übergang von Haut zu Schleimhaut an Augen, Nase, Mund oder After ist oft rissig. Graphit unterstützt die Resorption von Narbengeweben.[6][7]

Calcium Carbonicum

Calcium Carbonicum wird aus dem Kalk der inneren Austernschale gewonnen. Die Patienten können unter Beschwerden mit den Knochen, Drüsen und der Haut leiden. Muskeln und Haut sind schlaff und weich. Verletzungen der Haut heilen schlecht. Nesselausschlag, der an der kühlen Luft vergeht. Eitrige Haarwurzelentzündungen, die immer wiederkehren. Abszesse in den tiefen Muskeln. Calcium Carbonicum wird bei Patienten angewandt, die nach geistiger oder körperlicher Überanstrengung völlig erschöpft sind. Die Menstruation ist zu früh, zu stark und lang anhaltend. Verschlimmerungen in Kälte, kalte Luft und kalte Bäder. Kleiderdruck. Milch. Besserungen haben die Patienten wenn sie sich auf die schmerzhafte Seite legen.[8][9]

Mercurius

Mercurius wird aus dem Quecksilberoxyd oder aus dem reinen metallischen Quecksilber hergestellt. Es wirkt auf alle Organe, Drüsen und Gewebe des Körpers. Es hat seine Wirkung bei Patienten mit schwerer Blutarmut (Anämien). Schmerzen die durch Entzündungen in den Gelenken ausgelöst werden. Ausschläge der Mund- und Rachenschleimhaut, die Geschwüre bilden. Die Absonderungen aus Augen, Nase und Mund sind brennend, scharf und riechen ekelhaft. Die Zunge wird durch Zahneindrücke eingekerbt. Mercurius kann angezeigt sein bei Personen mit Schwäche und Zittern, die durch geringste Anstrengung ausgelöst sind. Die Patienten können nicht auf der rechten Seite liegen. Sie haben die Neigung ständig zu schwitzen ohne jegliche Erleichterung. Alle Quecksilbersymptome werden nachts durch die Bettwärme und bei feuchtem, kaltem Wetter verschlimmert.[10][11][12]

Hintergrundinformationen

Im Volksglauben ist der Walnussbaum noch heute der Lebensbaum, der bei der Geburt eines Kindes gepflanzt wird. Er hat jedoch noch mehr Tradition als Totenbaum. In der Umgebung wachsende Pflanzen gedeihen schlecht, da der Baum Hemmstoffe abgibt, die verhindern, dass andere Pflanzen um die Nährstoffe konkurrieren. Der Geruch der Blätter vertreibt Insekten.

In der Möbelindustrie ist das Holz des Walnussbaumes sehr beliebt. Das Kernholz wird für Möbel und Furniere gebraucht. Eine Abkochung von Blättern, Fruchtschalen und Rinde dient zur Herstellung der Nussbeize der Tischler.