Globuli von C bis C

Crataegus Globuli

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Die frischen Beeren des Weißdornstrauchs sind die Ausgangssubstanz für die homöopathische Arznei Crataegus oxyacantha. Bei der Pflanze handelt es sich um mittelgroße Sträucher oder kleine Bäume, die bis zu 3 m hoch werden. Ihren Namen erhält sie von ihren prachtvollen weißen Blüten und den Ästen mit den spitzen Dornen. Der Weißdorn wächst bevorzugt in Hecken, Gebüschen, an Waldrändern oder an sonnigen Hängen.[1][2]

In der Pflanzenheilkunde werden zumeist die Blüten und Blätter, aber auch die frischen, reifen Früchte verwendet. Die Pflanze enthält zahlreiche Wirkstoffe, wobei man davon ausgeht, dass diese sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken.[2] Im Altertum war Crataegus oxyacantha offensichtlich nicht als Heilmittel bekannt, erst im 16. Jahrhundert findet die Pflanze Erwähnung als Mittel gegen Koliken, Durchfall, Nierensteine oder übermäßig starke Monatsblutungen bei Frauen. Dagegen gilt der Weißdorn heutzutage als eines der wichtigsten Herzmittel.[1] Diese Wirkung konnte bei der homöopathischen Anwendung in tiefen Potenzen des Mittels bestätigt werden. Für höhere Potenzen liegen hingegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Das homöopathische Einzelmittel Crataegus oxyacantha wird vorwiegend bei nervösen und reizbaren Personen angewendet. Die meisten Beschwerden, bei denen das Mittel hilfreich ist, sind auf eine eingeschränkte Herzfunktion zurückzuführen.

Wo wirkt es?: Crataegus oxyacantha wirkt fast ausschließlich auf das Herz, daneben auch auf die Nerven.[3] Insbesondere die Herzmuskeln sind der Hauptangriffspunkt des Mittels, es kann aber auch bei Erkrankungen der Herzklappen angewendet werden. Die Durchblutung der Herzkranzgefäße (Koronarien) wird durch Crataegus gesteigert. Crataegus zählt zudem zu den Hauptmitteln bei Arteriosklerose, da es in der Lage ist, kalkartige Ablagerungen an den Arterien aufzulösen.[4]

In welchem Alter?: Das Mittel wird vorwiegend bei älteren Leuten angewendet, bei denen es zu einer chronischen altersbedingten Herzschwäche und deren Folgebeschwerden kommt. Nur selten wird es bei jüngeren Personen angezeigt sein.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die charakteristische Herzschwäche zeigt sich insbesondere an einem heftigen, tumultartigen Herzklopfen mitunregelmäßigem Puls und langsamer Herztätigkeit. Mögliche Ursachen sind eine Infektion, Rheumatismus oder chronischer Alkoholmissbrauch. Dabei kann es auch zur sogenanntenHerzverfettung kommen, bei der Fett in das umliegende Bindegewebe eingelagert wird.Das Mittel wird zuweilen bei Entzündungen der Herzmuskeln (Myocarditis) oder des Herzbeutels (Pericarditis) empfohlen, aber auch bei der Herzwassersucht (Hydropericard), einer Flüssigkeitseinlagerung im Herzbeutel. Bewährt hat sich die Arznei vor allem bei chronischen Altersherzbeschwerden, die weniger durch eine akut bedrohliche mangelnde Herzleistung sondern durch langsame Schwächung der Herzaktivität gekennzeichnet ist. Durch die mangelnde Auswurfskraft des Herzens schließlich kommt es oft zu Schwindel, Atemnot undWassereinlagerungen (Ödemen). Diese Beschwerden können auch durch einen Blutrückstau in den Lungenkreislauf aufgrund einer Herzklappenerkrankung verursacht werden, bei denen das Mittel ebenfalls angewendet wird. Aufgrund der starken Herzbelastung kann sich das Herz vergrößern (Herzhypertrophie).
Die Hauptschlagader (Aorta) kann entzündet sein, oder es bilden sich Aussackungen (Aneurysmen). Letztlich wird Crataegus oxyacantha auch zur Senkung des Blutdrucks bei Bluthochdruck (Hypertonie) empfohlen. Allerdings wird das Mittel auch bei der Behandlung eines niedrigen Blutdrucks angewendet.[7]

Verbesserung: An der frischen Luft. In der Ruhe.

Verschlechterung: Bei der geringsten Anstrengung. Im warmen Zimmer.

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Personen, bei denen Crataegus oxyacantha angezeigt ist, sind meist leicht reizbar und übellaunig. Andererseits ist eineVerzweiflung typisch, sie fühlen sich schwach und gebrechlich und glauben, nicht mehr gesund zu werden. Die Verzweiflung kann sich bis zu einer Depression steigern.

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schmerz an Hinterkopf und Nacken. Starker Blutandrang zum Kopf, der mit einem Verwirrungsgefühl und starker Blässe der Haut einhergehen kann.[5][6]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schon bei der leichtesten Anstrengung klagen die Betroffenen über heftige Luftnot. Dabei ist der Puls nicht beschleunigt. Es kann auch zu einem sogenannten Herzhusten mit eiweißhaltigem Auswurf kommen. Charakteristisch ist einSchmerz in der Herzgegend, unter dem linken Schlüsselbein und unter dem linken Schulterblatt.

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Luftaufstoßen und sonstige Verdauungsbeschwerden.[5] Das Mittel wird auch empfohlen beiHämorrhoiden.

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Harnmenge ist vermindert, obwohl die Betroffenen häufig urinieren. Der Urin kann Spuren von Eiweiß und viel Phosphat enthalten.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Arme und Beine sind kalt und angeschwollen, die Finger sindblau. Es können Schmerzen im linken Unterarm, im linken Schulter-, Knie- und Fußgelenk auftreten.[5]

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Erkrankungen von Herz oder Aorta, bei denen Crataegus oxyacantha angezeigt ist, gehen oft mit Schlaflosigkeit einher.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Digitalis

Digitalis purpurea, der Purpurfingerhut, ist eine Heilpflanze mit ebenfalls großer Wirkung auf das Herz. Das Mittel wird in der Homöopathie angewendet bei Herzschwäche, Erkrankungen der Herzklappen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder auch Angina pectoris. Der Puls ist bei Digitalis-Patienten sehr schwach, unregelmäßig und außerordentlich langsam. Infolge der Herzschwäche kommt es zu einer zunehmenden Kraftlosigkeit, Mattigkeit und Blaufärbung der Haut. Die Betroffenen sind schon bei der geringsten Anstrengung völlig erschöpft, schon das Reden fällt ihnen schwer. Wie Crataegus oxyacanha kräftigt auch Digitalis die Herzmuskeln und steigert dadurch die Auswurfleistung des Herzens.

Das Mittel ist angezeigt bei herzbedingten Wassereinlagerungen, Einschnürungsgefühl der Brust und Atembeschwerden. Die Patienten beschreiben das Gefühl, als würde das Herz plötzlich stehenbleiben. Diese Empfindung tritt insbesondere auf, wenn sie sich bewegen, sodass sie ruhig dasitzen und versuchen, den Atem anzuhalten. Oft sind die Herzbeschwerden auf eine Kummersituation zurückzuführen.
Anders als Crataegus finden sich bei Digitalis auch deutliche Beschwerden im Bereich der Verdauung, der Harnwege und der Geschlechtsorgane. Das Mittel ist angezeigt bei Blasenentzündungen, Entzündungen der Harnleiter (Urethritis), Impotenz oder bei Vergrößerung der Prostata. Die Leber kann hart und vergrößert sein, die Lebergegend ist schmerzhaft. Es kann zu Gelbsucht zusammen mit Herzbeschwerden kommen.
Patienten, denen Digitalis helfen kann, sind ängstlich, niedergeschlagen und weinerlich. Sie fürchten sich vor der Zukunft, vor Geisteskrankheiten und vor dem Ersticken. Viele Beschwerden bessern sich durch Weinen.

Cactus grandiflorus

Ein weiteres wichtiges Herzmittel, das mit Crataegus verglichen werden sollte, ist der in Südamerika und Indien heimische Cactus grandiflorus. Die „Königin der Nacht“, wie diese Pflanze auch genannt wird, zeichnet sich insbesondere durch krampfartige Schmerzen und ein ausgeprägtes Einschnürungsgefühl aus. In der Homöopathie wird Cactus grandiflorus angewendet bei zahlreichen Herzerkrankungen wie Herzschwäche, Angina pectoris, Herzklopfen, Entzündungen der Herzinnenwand (Endocarditis), Herzklappendefekten oder niedrigem Blutdruck (Hypotonie). Der Puls ist typischerweise schnell, unregelmäßig und schwach.

Patienten, bei denen Cactus angezeigt ist, klagen oft über ein Gefühl, als würde ihr Herz von einer eisernen Faust abwechselnd gepackt und wieder losgelassen, oder als ob sich das Herz ausdehnt und wieder zusammenzieht. Ein ähnliches Einschnürungsgefühl wie von einem Band, das sich zusammenzieht, kann auch an der Brust, bei Kopfschmerzen oder im Magen auftreten.
Cactus-Patienten sind für gewöhnlich niedergeschlagen und schweigsam. Sie weinen, ohne zu wissen, warum. Dabei geht es ihnen schlechter, wenn man ihnen Trost zuspricht. Sie sind sehr schreckhaft und fürchten sich, dass etwas Schreckliches passieren wird. Oder sie fürchten sich vor dem Tod und vor einer Herzkrankheit.

Adonis vernalis

Auch das Adonisröschen oder Teufelsauge, Adonis vernalis, hat viele Gemeinsamkeiten mit Crataegus oxyacantha. Beide Arzneien wirken vorwiegend auf das Herz und sind ist in der Homöopathie angezeigt bei eingeschränkter Herztätigkeit aufgrund einer Verfettung des Herzens. Diese Herzschwäche führt zu Wassereinlagerungen, abnehmender Nierenfunktion und Atembeschwerden. Adonis vernalis ist insbesondere hilfreich bei Herzleiden, die auf eine rheumatische Erkrankung, eine Grippe oder Nierenentzündung zurückzuführen sind. Es kräftigt die Herzmuskeln und regt die Harnproduktion an.Adonis vernalis kann auch beim sogenannten Herzasthma angewendet werden, wenn es aufgrund der Herzschwäche zu einem Blutrückstau in den Lungenkreislauf kommt. Die Betroffenen klagen über Atembeschwerden und einen trockenen, kitzelnden Husten. Sie haben das Verlangen, einen tiefen Atemzug zu nehmen. Im Gegensatz zu Crataegus oxyacantha geht es ihnen bei Anstrengung jedoch besser. Ihre Beschwerden verschlimmern sich im Liegen und durch Kälte.
Ein weiteres Charakteristikum von Adonis vernalis ist ein Kopfschmerz, der vom Hinterkopf oder Nacken um die Schläfen herum bis zu den Augen zieht. Außerdem beschreiben die Patienten ein Gefühl, als wäre die Kopfhaut eng.

Hintergrundinformationen

Der Weißdorn zählt zu den Rosengewächsen. Als Namensursprung von Crataegus oxyacantha gilt der griechische Ausdruck krataios (= fest, stark), möglicherweise aufgrund des festen Stammes der Pflanze. Oxyacantha hingegen bedeutet so viel wie spitzstachelig.[1]

Die Entdeckung von Crataegus als Herzmittel geht auf den irischen Arzt Dr. Green zurück, der Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts tätig war. Er verordnete das Mittel in Tropfenform bei Patienten, die an einer Herzschwäche erkrankt waren. Der große Erfolg seiner Behandlung führte dazu, dass Kranke aus dem ganzen Britischen Königreich zu ihm strömten, um von ihm behandelt zu werden. Und tatsächlich konnte er viele Patienten heilen. Trotz des regen Interesses seiner Kollegen weigerte er sich jedoch strikt, die Arznei bekannt zu geben. Erst nach seinem Tod im Jahr 1894 enthüllte seine Tochter das Geheimnis. Seitdem hat sich Crataegus oxyacantha als wichtiges Herzmittel sowohl in der Pflanzenheilkunde als auch in der Homöopathie etabliert.[1][4]
Im Vergleich mit anderen herzstärkenden Arzneipflanzen wie Strophanthin, Digitalis, Convallaria oder Oleander ist die Wirksamkeit von Crataegus bei weit fortgeschrittener Herzschwäche eher beschränkt. Allerdings ist der Weißdorn völlig ungiftig, und so treten bei seiner pflanzlichen Anwendung nur selten unerwünschte Nebenwirkungen auf. Das Mittel wurde aus diesem Grund auch oft als „Pflegemittel für das Herz“ bezeichnet.[5]
Der Weißdorn greift im Gegensatz zu Digitalis und anderen Heilpflanzen mit digitalisähnlichen Wirkstoffen nicht an den Muskelzellen an, die für die Kontraktion der Muskeln zuständig sind. Er steigert vielmehr die Durchblutung der Herzkranzgefäße und verbessert so den Stoffwechsel und die Ernährung der Herzmuskeln. Seine Wirkung setzt dadurch erst verzögert ein, weshalb Crataegus in der Heilpflanzenkunde eher für Langzeitanwendungen empfohlen wird.[7]