Globuli von C bis C

Caulophyllum thalictroides Globuli

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Das Caulophyllum thalictroides wird aus derFrauenwurzel hergestellt. Die Pflanze gehört zur Familie der Berberitzen und ist in Nordamerika beheimatet. Zur Herstellung werden der Wurzelstock (Rhizom) und die Wurzel verwendet. Im deutschen Sprachraum wird die Frauenwurzel auch „Blauer Hahnenfuß“ genannt [1].

Schon seit langem wird Caulophyllum thalictroides von den Ureinwohnern Nordamerikas zur Behandlung von Frauenleiden eingesetzt. Es wird bei Menstruationskrämpfen angewendet, bei schwachen Wehen unter der Geburt sowie beischmerzhaften Nachwehen. Während des ersten Schwangerschaftsdrittels soll Caulophyllum thalictroides nicht ohne ärztlichen Rat und nicht in niedrigen Potenzen angewendet werden, da es wehenauslösend wirken kann [2].

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Caulophyllum thalictroides ist besonders für Frauen geeignet, die unter Menstruationsbeschwerden oder rheumatischen Gelenkschmerzen während der Wechseljahre leiden und zur Begleitung des Geburtsvorganges. Es kann auch hilfreich bei rheumatischen Beschwerden an den kleinen Gelenken sein [3].

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkt von Caulophyllum thalictroides sind die weiblichen Geschlechtsorgane, insbesondere die Gebärmutter (Uterus), sowie die kleinen Gelenke [4].

In welchem Alter?: Da Caulophyllum thalictroides vor allem auf die weiblichen Geschlechtsorgane wirkt, wird es bei Frauen im geschlechtsreifen Alter eingesetzt. Das Mittel findet zudem Anwendungen bei Menschen, die an rheumatischen Beschwerden leiden [5].

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

  • Rheumatische Schmerzen, besonders der kleinen Gelenke
  • Schmerzen wandern von einer Stelle zur andern und sind ziehend, krampfartig oder schießend
  • Hysterische Krämpfe während der Pubertät
  • Erschöpfung
  • Lähmung beider Beine oder beider Arme nach einer Geburt
  • Soor
  • Menstruationskrämpfe
  • Schwache Wehen
  • Lang anhaltende und außerordentlich starke Nachwehen [6]

Verbesserung: Durch Ruhe, Wärme und Einsetzen der monatlichen Blutung [7].

Verschlechterung: Während der Menstruation, Schwangerschaft oder den Wechseljahren, bei feuchtem Wetter, um 1 Uhr, während der Nacht [8].

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die betroffenen Personen sind nervös und unruhig. Sie reagieren gereizt und sind in Sorge [9].

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Kopfschmerzen treten in Verbindung mit Störungen der Gebärmutterfunktion und durch Reizung des Rückenmarks auf und werden von einem Druck hinter den Augen und Ohrenbegleitet. Verschlechterung der Kopfschmerzen durch Licht, beim Bücken und von mittags bis nachts [10].

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Gelblich-braune Flecken auf der Stirn treten begleitend zu Menstruationsbeschwerden auf [11]. Die Patientinnen haben einen trockenen und heißen Mund, sowie brennende Schmerzen. Es treten Aphten im Mund auf, die Zunge ist weiß belegt und brennt [12].

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Im Rachen sammelt sich Schleim an, so dass die Patientinnenhäufig schlucken müssen. Während der Menstruation oder in der Schwangerschaft tritt Heiserkeit auf. Bei Ausbleiben der Menstruation kommt es zu Schmerzen in der Brust [13].

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patientinnen leiden unter Völlegefühl, Aufstoßen,Magenkrämpfen und krampfhaftem Erbrechen. Typisch ist auch wässriger Durchfall morgens um 1 Uhr [14].

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Krampfartige Zustände der Gebärmutter wie zum Beispiel Menstruationsschmerzen, Wehen, Nachwehen aber auch Wehenschwäche, die Schmerzen während der Menstruation sind nicht ständig präsent, sondern setzen zeitweise aus und strahlen in alle Richtungen und zur Brust hin aus. Die Blutung ist schwach und auch die Wehen sind zu schwach, halten kurz an oder kommen zu unregelmäßig. Sie treten schon vor dem eigentlichen Geburtsvorgang auf, bleiben aber wirkungslos. Der Gebärmuttermund öffnet sich nicht während des Geburtsvorganges. Nach besonders schwächenden und lang andauernden Geburten sind die Nachwehen auffällig stark und lang anhaltend. Der Wochenfluss hält ebenfalls sehr lange an und fließt reichlich. Stechende Schmerzen imGebärmutterhals, Fehlgeburten.Zum Arzneibild gehören auch rheumatische Gelenkbeschwerden während der Wechseljahre und in Verbindung mit Gebärmutterstörungen [15][16].

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Wandernde Schmerzen und Steifheit in den kleinen Gelenken. Die Patienten haben Schwierigkeiten die Hand zur Faust zu schließen. An den Fingergelenken bilden sich schmerzhafte Knoten. Vor der Menstruation sind die Beine schmerzempfindlich. Nach einer Geburt können Lähmungen beider Beine oder beider Arme auftreten [17].

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Während der Wechseljahre und bei Fieber tretenHitzewallungen auf [18].

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patientinnen sind unruhig, können nicht schlafen und sind daher tagsüber müde und schlecht gelaunt [19].

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vis Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Alternative Homöopathische Mittel

Cimicifuga

Das homöopathische Mittel Cimicifuga hat ebenso wie Caulophyllum thalictroides einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Zum Arzneibild von Cimicifuga gehören unregelmäßige Menstruationsblutungen. Begleitend dazu treten Nervosität und Rückenschmerzen auf. Die Stärke der Rückenschmerzen nimmt mit dem Einsetzen der Blutung zu und geht erst mit dem Abklingen der Blutung ebenfalls zurück. Zwischen den Blutungen sind die Frauen sehr erschöpft. Unter der Geburt könnte Cimicifuga bei schwachen Wehen nützlich sein, wenn der Geburtsvorgang nicht richtig vorwärts geht und wenn die Schwangeren auffällig nervös sind. Die Nachwehen sind außerordentlich stark und sind besonders in den Leisten spürbar. Die Beschwerden bei Cimicifuga bessern sich durch Wärme, Druck, Bewegung und im Freien. Sie verschlechtern sich während der Periode, durch Alkohol, bei feucht-kalter Luft, bei Wind und nachts [20].

Pulsatilla

Auch das homöopathische Pulsatilla hat einen starken Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Die Menstruationkommt unregelmäßig, verspätet und ist nicht sonderlich stark. Die Blutung ist dunkelrot, dick und klumpig. Die Frauen leiden während der Menstruation unter Rückenschmerzen undErschöpfung. Unter der Geburt gehören schwache Wehenzum Arzneibild von Pulsatilla. Die Nachwehen nach der Geburt sind äußerst stark und lang andauernd. Die Beschwerden bessern sich in einer aufrechten Haltung sowie durch Kälte und kalte-frische Luft. Eine Verschlechterung zeigt sich durch Wärme, im warmen Zimmer, in der Ruhe, im Liegen, abends sowie während der Pubertät und der Schwangerschaft [21].

Sepia

Das Wirkspektrum von Sepia umfasst wie auch Caulophyllum thalictroides die weiblichen Geschlechtsorgane. Auffällig bei Sepia ist ein starkes Gefühl des Herabdrängens im Unterleib, so dass die Patientinnen, die Beine kreuzen. DieMenstruation ist sehr unregelmäßig. Sie kann zu spät und zu schwach sein sowie zu früh und zu stark. Während der Wechseljahre treten Hitzewallungen mit starker Schweißneigung und Erschöpfung auf. Die Beschwerden bei Sepia bessern sich durch kräftige Bewegungen wie Tanzen oder Sport, durch warme Anwendungen, Druck, Überkreuzen der Beine, im Freien und nach dem Schlaf. Eine Verschlechterung der Symptome erfolgt durch Kälte, beim Sitzen und Stehen. Während der Schwangerschaft und vor der Menstruation zeigt sich ebenfalls eine Verschlimmerung der Beschwerden [22].

Hintergrundinformationen

Die Rhizome der Frauenwurzel werden etwa 1cm dick und bis zu 8cm lang. Von ihnen gehen reichlich Wurzeln ab, die sich um den Wurzelstock herum wickeln. Sowohl der Wurzelstock als auch die Wurzeln enthalten Saponine, welche die Pflanzen vor einem Pilzbefall schützen [23].

Die medizinische Wirkung der Saponine ist noch nicht vollständig untersucht worden. Bis jetzt sind unter anderem folgende Wirkungen bekannt; sie können den Cholesterinspiegel senken, eine dem Antibiotikum ähnliche Wirkung besitzen, den Blutdruck steigern und die Abwehrkräfte beeinflussen [24].