Globuli von C bis C

Cyclamen Globuli

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Cyclamen europaeum ist das Alpenveilchen, das zur Gattung der Primelgewächse (Primulaceae) zählt. Es sind 22 verschiedene Arten der Alpenveilchen botanisch bekannt. Die meisten sind im Mittelmeerraum heimisch. Die frische Wurzelstockknolle mit Wurzeln des europäischen Alpenveilchens (Cyclamen purpurascens) wird im Herbst gesammelt und zu der homöopathischen Arznei Cyclamen verarbeitet.[1] Es ist ein oft übersehenes Mittel in der Homöopathie, es kann aber bei passender Heilanzeige sehr hilfreich sein.[2]

Anwendungsmöglichkeiten

Zusammenfassung

Bei wem?: Cyclamen kann sich bei Blutarmut (Anämie) hilfreich zeigen. Die Kranken sind oft lustlos und ermüden schnell. Das Gesicht ist blass, sie sind erschöpft und sehr empfindsam. Sie mögen nicht an die frische Luft gehen. Beschwerden können als Folge von innerem Gram und Gewissensqualen entstehen. Die Arznei wirkt vor allem auf die weiblichen Geschlechtsorgane und auf den Verdauungstrakt. Die Schmerzen sind typischerweise von stechender Qualität. Am Schienbein, Schlüsselbein und dort, wo die Haut besonders dünn ist, werden drückende Schmerzen von den Patiënten beschrieben.

Wo wirkt es?: Hauptangriffspunkte von Cyclamen sind die weiblichen Geschlechtsorgane und das Verdauungssystem.

In welchem Alter?: Cyclamen ist vor allem ein Mittel für Erwachsenen, es wird weit häufiger bei Frauen als bei Männern eingesetzt.

Wahlanzeigende Beschwerden

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie kann die hier beschriebene Arznei bei all jenen Betroffenen hilfreich sein, die mindestens zwei der folgenden körperlichen Beschwerden aufweisen. Diese müssen in Verbindung mit mindestens einem der genannten Umstände stehen, unter welchen sich die Beschwerden verschlechtern. Je mehr der aufgeführten Punkte auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der beschriebenen Arznei.

Hauptbeschwerden Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Es ist eine wichtige  Arznei bei migräneartigem Kopfschmerz. Diese treten häufig morgens beim Aufstehen auf und gehen mit Augenflimmern einher. Bei Drehschwindel, der bei der Bewegung im Freien zunimmt, im Zimmer und im Sitzen abnimmt und mit schlechtem Sehen einhergeht, kann der Einsatz von Cyclamen erwogen werden.

Ein salziger Geschmack der Speisen ist charakteristisch, auch der Speichel schmeckt salzig. In der Regel besteht keinen Durst.

Bei vielen Beschwerden der Monatsblutung kann Cyclamen hilfreich sein. Die Periode kann sowohl zu stark sein, ausbleiben als auch verfrüht auftreten. Die Blutung geht typischerweise mit schwarzem, klumpigem Blut einher. Oft treten Kopfschmerzen und Schwindel in Zusammenhang mit einer zu schwachen oder unterdrückten Periode auf.[2]

Verbesserung: Die Beschwerden werden besser durch Bewegung, während der Menstruation, durch Reiben, im warmen Zimmer, durch Trinken von Limonade, durch Weinen sowie durch Waschen oder Baden.

Verschlechterung: Sie verschlimmern sich durch Kälte, abends, durch Sitzen und Stehen, an der frischen Luft und durch das Essen von fettigen Speisen.[3]

Geist / Gemüt Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Patienten, denen die homöopathische Arznei Cyclamen möglicherweise hilft, sind oft schläfrig und fühlen sich abgestumpft. Freude kann mit Gereiztheit abwechseln. Sie machen sich schnell Selbstvorwürfe und haben Schuldgefühle. Sie sind oft traurig und weinen. Da sie nicht wollen, dass andere Menschen ihre Trauer mitkriegen, ziehen sie sich zum Weinen oftmals zurück. Sie grübeln häufig über eingebildeten Kummer und haben das Gefühl, von allen verlassen zu sein oder verfolgt zu werden. Sie können unter Sinnestäuschungen leiden und sich einbilden dass zwei Personen in ihrem Bett liegen würden.[3]

Kopf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Schwindel, bei denen sich die Gegenstände im Kreis drehen, dabei sind die Patienten blass. Der Schwindel ist schlimmer im Freien und besser im Zimmer und im Sitzen. Der Schwindel kann auch mit stechenden Schmerzen in den Schläfen, bevorzugt linksseitig einhergehen.[4] Es können Kopfschmerzen mit Flimmern vor den Augen, glänzende Objekte oder schwarze Punkte vor den Augen auftreten. Ein Umschlag mit kaltem Wasser bessert die Schmerzen. Es treten eventuell Kopfschmerzen in Form einer langanhaltenden Migräne auf. Hierbei ist eine Trübung des Sehens möglich.

Gesicht Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Das Gesicht ist bleich. Die Patienten können schielen, das Schielen tritt häufig verstärkt  in Verbindung mit Störungen des weiblichen Zyklus auf. Auch Doppeltsehen und Halbseitenblindheit sind möglich. Durch massive Ohrenschmalzproduktion entsteht Juckreiz in den Gehörgängen. Kratzt sich der Patient im Ohr, so kann es zu vermehrtem Niesen kommen. Bei Schnupfen ist die Nase häufig verstopft und der Geruchssinn geht verloren. An der frischen Luft wird die Nase etwas freier.[4] Es tritt manchmal ein taubes Kribbeln, besonders im Bereich des Mundes auf und die Patienten beißen sich gehäuft auf die Lippen.[4]

Atmungsorgane / Brust / Herz Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Husten, der hauptsächlich im Schlaf auftritt und die Betroffenen dabei nicht aufwachen lässt, kann eine Anzeige für Cyclamen sein. Es besteht häufig ein salziger Auswurf. Bei  Ausbleiben der Regelblutung kann es zu Herzklopfen kommen.[3]

Verdauungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Sowohl der Geschmack im Mund als der Speichel werden als salzig empfunden. Der salzige Geschmack kann alle Speisen betreffen. Auch Geschmacksverlust ist möglich. Die Patienten haben keinen Appetit, der Hunger ist schon nach wenigen Bissen gestillt. Es kann zu Übelkeit kommen. Schluckauf mit saurem Aufstoßen ist möglich. Das Aufstoßen ist schlimmer während der Schwangerschaft und kann mit Gähnen einhergehen. Bei Schwangerschaftserbrechen kann an den Einsatz von Cyclamen gedacht werden. Auch bei Reiseübelkeit und Erbrechen während des Reisens ist der Einsatz möglich. Die Übelkeit tritt vor allem beim Mitfahren im Auto auf.[4] Es besteht häufig ein Verlangen nach Limonade, nach Sardellen und nach unverdaulichen Dingen. Eine Abneigung gegen Butterbrot, Fett, Fleisch und Bier wird berichtet. Kaffee kann Durchfall verursachen. Dabei plagen die Patienten starke Bauchschmerzen mit einem wandernden, drückenden Gefühl, als würde sich etwas Lebendiges durch ihren Verdauungstrakt arbeiten.[4]

Harnorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Häufiger Harndrang mit reichlichem und wässrigem Urin ist möglich.

Geschlechtsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Cyclamen hat einen großen Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen. Die Monatsblutung kann sehr stark oder unregelmäßig sein. Es finden sich wehenartige Schmerzen vom Kreuzbein zum Schambein. Das Blut ist häufig schwarz und kann Schleimfetzen oder Klumpen geronnenen Blutes enthalten. Sanfte Bewegung kann die Schmerzen lindern. Die Periode tritt möglicherweise verzögert auf oder bleibt ganz aus. Bei schmerzhaften Blutungen nach der Geburt kann ebenfalls an Cyclamen gedacht werden. Nachdem ein Blutschwall abgegangen ist, wird der Schmerz typischerweise weniger. Nach der Periode können die Brüste vergrößert sein und milchartiges Sekret absondern. An Cyclamen kann gedacht werden bei Milchproduktion bei Frauen, die nicht schwanger sind. Bei schwacher oder verzögerter Monatsblutung kann es zu Ausfluss (Fluor) kommen.[3]

Während der Regel fühlen sich die Frauen recht wohl bis auf die Schmerzen, aber nach der Menstruation kehren die unangenehmen Schwellungsgefühle und der Ausfluss wieder zurück.[4]

Bei den Männern können sich Eichel und Vorhaut nach leichtem Reiben wund anfühlen. Ein stechendes und drückendes Gefühl der Vorsteherdrüse (Prostata) mit verstärktem Harn- und Stuhldrang ist möglich.

Bewegungsorgane Informationen anzeigen Informationen ausblenden

In Körperteilen, wo die Knochen dicht unter der Haut liegen (Schienbein, Schlüsselbein) kann es zu drückenden, stechenden Schmerzen kommen, als spanne sich die Haut zu dicht über die Knochen. An den Fersen wird ein brennender Wundheitsschmerz berichtet. Er wird besser beim Gehen und schlimmer durch Sitzen und Stehen. Es kann ein Mattigkeitsgefühl in den Knien auftreten. Oft findet sich ein Schreibkrampf an den Händen. Der rechte Daumen und Zeigefinger können sich krampfartig zusammenkrümmen. Auch an den Füßen kann es zu Verkrampfungen der Muskulatur kommen. Leichte Bewegung lindert die Schmerzen häufig.[4]

Haut Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Bei jungen Frauen kann vermehrt Akne auftreten. Es tritt typischerweise eine Besserung während der Menstruation auf. Es wird einen Juckreiz an der Haut beschrieben, der sich bessert durch Kratzen und wenn die Periode kommt. Er verschlechtert sich nachts im Bett.

Fieber / Schwitzen / Kälte Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten sind sehr verfroren am ganzen Körper. Zudecken bessert nicht. Vor allem zwischen den Zehen kann ein übelriechender Schweiß auftreten. Auch im Fieber leiden die Patienten meist unter Frost, der selbst unter der dicksten Bettdecke nicht nachlässt.

Schlaf Informationen anzeigen Informationen ausblenden

Die Patienten träumen viel. Die Träume sind oft furchterregend oder haben sexuelle Inhalte.[3]

Alternative Homöopathische Mittel

Pulsatilla

Pulsatilla (Wiesenküchenschelle) gehört zu den größten Frauenmitteln in der Homöopathie. Es finden sich viele Beschwerden des hormonellen Regelkreises. Bei verschiedenen Störungen der Regelblutung kann Pulsatilla ein alternatives Mittel zu Cyclamen darstellen. Pulsatillapatienten können Schmerzen in den Fersen haben. Bei Männern kann die Arznei bei Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis) eingesetzt werden. Cyclamen-Patienten haben ähnlich wie Pulsatilla-Patienten eine Verschlimmerung durch übermäßige Hitze, aber zusätzlich vertragen sie keine Kälte und auch keine frische Luft, da sie von sehr frostiger Konstitution sind. Pulsatillapatienten empfinden typischerweise eine Besserung der Beschwerden an der frischen Luft. Es findet sich, wie bei Cyclamen eine Abneigung gegen fette Speisen und Schweinefleisch.

Sepia

Auch Sepia (Tintenfisch) ist ein stark hormonell wirkendes Mittel und passt zu Frauen, die ausgelaugt und erschöpft sind. Sie können sehr reizbar sein, vor allem bevor die Regelblutung kommt. Es stellen sich verschiedene Beschwerden während der Monatsblutung ein. Die Patienten, denen vielleicht mit Sepia geholfen werden können, zeigen ihre Gefühle meist deutlich in jeder Beziehung. Bewegung bessert die Beschwerden sehr, sie lieben Schokolade und Tanz und haben oft eine Vorliebe für den Anblick eines Gewitters, das sogar in der Lage ist, Schmerzen und leiden deutlich zu verbessern.

Conium

Conium (Gefleckter Schierling) ist ein wichtiges Mittel bei Schwindel, der schlimmer wird beim Drehen des Kopfes, beim Blick zur Seite oder beim Umdrehen im Bett. Cyclamen-Patienten berichten über einen Drehschwindel (alles dreht sich im Kreis). Der Schwindel tritt häufig in Zusammenhang mit unterdrückter Regelblutung auf.[5]

Juniperus sabina

Sabina (Sadebaum) ist ein wichtiges Mittel bei Blutungen aus der Gebärmutter. Es können verstärkte Regelblutungen auftreten, aber auch Blutungen bei drohender Fehlgeburt sind möglich sowie starke Blutungen nach der Geburt. Sie kommen meistens schwallartig und verstärken sich besonders bei Bewegungen. Das Blut kann dunkel und klumpig sein, wie bei Cyclamen. Es kann aber auch dünnflüssig bis wässrig sein. Die Blutung geht typischerweise mit Schmerzen vom Kreuzbein zum Schambein einher.

Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sowie LM- oder Q-Potenzen sollte ein fachkundiger Arzt, ein Homöopath oder eine Hebamme zurate gezogen werden.

Einnahme Empfehlungen und Regeln

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – D12. Die Behandlung von Schwangeren und Kindern soll stets in Absprache mit Frauenarzt, Hebamme oder Kinderarzt erfolgen.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome über mehrere Tage anhält.
  • Im Rahmen der Selbstbehandlung sollte stets nur ein Mittel auf einmal versucht werden.
  • Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Die Einnahme unterstützender Mittel sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können. Um eine Heilwirkung nicht zu gefährden, sollten zur Sicherheit folgende Regeln beachtet werden:

  • Vor der Einnahme des Mittels sollten die Mundschleimhäute 15 Minuten frei sein von Speisen und Getränken, Nikotin oder Alkohol.
  • Globuli, aufgelöste Tabletten oder Tropfen zur Vorsicht mit Plastiklöffeln einnehmen.
  • Stark riechende ätherische Öle (Latschenkiefer, Menthol, Kampfer) und Lösungsstoffe (Lacke, Farben, Benzin) sind während der Anwendung zu vermeiden.
  • Minze, Zahnpasta, Kaugummi, Kaffee und Alkohol zur Sicherheit der Wirkung möglichst vermeiden oder den Gebrauch stark einschränken.

Einnahme für Säuglinge und Kleinkinder:

Ein Säugling (bis 12 Monate) bekommt 1 Kügelchen, ein Baby ab dem zweiten bis zum dritten Jahr darf 2 Globuli einnehmen.Größere Kinder bekommen 3 Globuli. Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette -die in jeder Apotheke zu kaufen ist- in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Auch eine Verabreichung über die Trinkflasche kann gut gelingen.

Einnahme für Erwachsene

Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen. Sie können alternativ auch in Wasser gelöst und getrunken werden.

Behandlungsdauer

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern. Hohe Potenzen (ab C200) werden in der Regel nur von heilkundigen homöopathischen Ärzten oder Heilpraktikern verordnet und eignen sich nicht zur Selbstbehandlung, da ihre Wirkweise eine andere Dynamik hat, als die der tiefen D-Potenzen.

Wirkungsweise und Nebenwirkungen

Homöopathische Mittel werden als „energetische Arzneien“ bezeichnet. Ihre Wirkung basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass die Mittel hier, anders als bei allopathischen Arzneien (Schulmedizin), dem Immunsystem nicht entgegengesetzt werden, sondern unterstützend zum Einsatz kommen. Es geht demnach nicht darum, dem Körper die Arbeit abzunehmen, sondern ihn in seinem natürlichen Tun zu unterstützen. Deshalb bedarf es eines der zu behandelnden Beschwerde ähnelnden Reiz, um diese Selbstheilungskräfte (Hahnemann sprach von der individuellen Lebenskraft) zu aktivieren. Es wird ausdrücklich betont, dass es bei der Anwendung homöopathischer Mittel nicht um eine bloße Beeinflussung der Erkrankung geht, sondern vielmehr um die Belebung der Vix Mediatrix Naturae (Heilkraft der Natur). Sie soll helfen die Beschwerden zu neutralisieren.

Der Gedanke hinter diesem Prinzip ist die Annahme, dass jeder Mensch auf vielfältige Art und Weise mit seinem Umfeld interagiert: die Homöopathie spricht hier vom Prinzip der harmonischen Resonanz. Dies umfasst sowohl positive als auch negative Auswirkungen und äußert sich bei jedem Individuum anders. Diese Auswirkungen werden für die homöopathische Behandlung nutzbar gemacht, indem Lebensenergie (Prana oder Qui genannt) in flüssigen oder trockenen Medien eingeschlossen wird. Bei jedem Verdünnungsschritt des Mediums wird folglich die enthaltene Energie weiter potenziert. Je höher also die Potenz, umso stärker wirkt das Mittel, auch wenn dies mit einer Verdünnung der ursprünglich enthaltenen Substanz einhergeht. Übrig bleibt die Energie, die mit dem Körper interagiert. Die Wirkung höher potenzierter Mittel geht tiefer und hält länger vor.

Aufgrund des unterstützenden Charakters kann es, besonders bei den sogenannten Hochpotenzen (ab C200, LM- und Q-Potenzen), zu einer Erstverschlimmerung der Symptomatik kommen. Sie kann ein paar Tage nach Einnahmebeginn einsetzen und wird als positives Zeichen für die adäquate Reaktion des Körpers gewertet. Ein Ausbleiben der Erstverschlimmerung ist jedoch im Umkehrschluss kein Zeichen mangelnden Erfolges, da längst nicht alle Mittel diese Erstreaktion auslösen (Sulfur ist zum Beispiel bekannt für das vermehrte Auftreten einer Erstverschlimmerung). Besonders häufig wird sie bei der Behandlung chronischer Krankheiten beobachtet.

Die Einnahme homöopathischer Mittel soll grundsätzlich mit dem Ausbleiben der behandelten Beschwerden beendet werden. Bei einer Einnahme über die erforderliche Zeit hinaus (die wohl einzige beschriebene Form der Überdosierung) können die ursprünglichen Symptome zurückkehren, was Hahnemann als „Spätverschlimmerung“ bezeichnete. Diese wird, anders als das erste Auftreten der Beschwerden, nicht behandelt. Stattdessen wird das Mittel nun abgesetzt. In der Regel ebbt die Spätreaktion nach 3 – 4 Wochen von selbst ab.

Hintergrundinformationen

Das Alpenveilchen wurde von Samuel Hahnemann, der Gründer der Homöopathie auch als Erdscheibe oder Schweinsbrod bezeichnet. Die Namen kommen vom scheibenartigen Wurzelstock, der gern von Wildschweinen gefressen wird.[3] Nur eine Cyclamenart, das europäische Alpenveilchen ist in den Alpen weit verbreitet. Auf Stielen trägt es einzelne Blüten. Diese hängen zwar nach unten aber die Kronblätter sind stark nach oben gerichtet. Die Blütenfarbe reicht von weiß über Rosa bis Purpurrot.[6] Ins Auge springt die Pflanze erst im Winter wo sich die zarte Blüte trotz der Minusgrade entwickelt.[7] Einige Hybridenarten werden häufig als beliebte Zimmerpflanzen gehandelt.